Links zu Unterseiten:

6Die Vierte im Ersten Weltkrieg in Frankreich

 Quelle

 

 Die Bildung der 4. US-Infanteriedivision vom 10. Dezember 1917 ist  eine Folge des Kriegseintrittes der Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg. Das geschah in Camp Greene im Bundesstaat North Carolina. Erster Kommandant war Generalmajor George H. Cameron. Sie setzte sich nicht aus den Traditionseinheiten zusammen, die ihr im Zweiten Weltkrieg zugeteilt waren, vielmehr wurde sie komplett neu aufgestellt. Ihr Sollbestand betrug rund 32.000 Mann. Anfang Juni 1918 wurde sie nach Frankreich verlegt.

 

Zunächst wurde sie auf diverse französische Infanteriedivisionen aufgeteilt. Frankreich konnte ohne den Zuzug der amerikanischen Truppen zwar nicht siegen, aber die Souveränität auf französischem Territorium nahm politisch den ersten Rang ein, bis es in der praktischen Abwicklung nicht mehr ging. Da setzten sich die Vereinigten Staaten schliesslich durch: ihre Streitkräfte durften eigenständig neben denen der europäischen Alliierten, Frankreich und dem Vereinigten Königreich, operieren. Ab Juli 1918 war die Division eine eigenständige, zusammengefasste Heereseinheit. Sie gehörte zur 1. US-Armee des amerikanischen Expeditionskorps (American Expeditionary Forces), die General John J. Pershing kommandierte.

 

 

Beteiligt war sie vor allem an zwei Offensiven auf französischem Boden:

St. Mihiel-Offensive

Die Division kam am 12. September 1918 in der Schlacht von St. Mihiel zu ihrem ersten Kampfeinsatz. Sie gehörte zum V. US-Korps. Mit einer Zangenbewegung sollten die deutschen Truppen eingeschlossen werden. Den östlichen, rechten Teil der Zange übernahm das IV. US-Korps. Die Einkesselung sollte im Raum von St. Mihiel erfolgen. Der Angriff begann am 15. September; die 8. Infanteriebrigade nahm Manheulles ein. Die Deutschen mussten ihren Frontvorsprung der Entente überlassen und ihre Linie begradigen.

 

 

"Der Angriff begann um 5:00 Uhr am 12. September nach einem vierstündigen heftigen Vorbereitungsfeuer. Er traf die deutschen Truppen während ihres Rückzuges, die deutsche Artillerie war nicht darauf vorbereitet. Am zweiten Tag der Offensive konnten amerikanische Truppen einem Teil der deutschen Divisionen den Rückzug abschneiden. Deshalb war den Amerikanern ein außergewöhnlicher Erfolg beschieden. St. Mihiel selbst wurde fast kampflos durch französische Kolonialtruppen eingenommen. Die Franzosen hatten angesichts ihres hohen Blutzolls der Vorjahre an diesem Frontabschnitt auf die Einnahme der Stadt bestanden. Der Angriff lief sich fest, nachdem die Alliierten außerhalb der Reichweite ihrer Artillerie waren und der Nachschub stockte.

 

Durch die Schlacht bei St. Mihiel stieg das Ansehen der Vereinigten Staaten bei ihren Verbündeten Frankreich und Grossbritannien. Sie zeigte erneut die herausragende Bedeutung der Artillerie während des Ersten Weltkrieges und die Schwierigkeiten der Versorgung großer Verbände in der Bewegung. Die amerikanischen Truppen wurden nach der Schlacht in Vorbereitung auf die Maas-Argonnen-Offensive, die noch vor Monatsende beginnen sollte, in die Argonnen verlegt."

Quelle

 

US-Truppen auf dem Rückweg von der Schlacht von St. Mihiel

Seit diesem eher "gemütlichen" Bild, aufgenommen nach einer mörderischen Schlacht, sind noch keine 100 Jahre vergangen. Trotz strahlenden Gesichtern, Hund, Pferden und Fahnen hatte der grausame, anonyme, blind vernichtende moderne Krieg bereits begonnen und seine reiche Ernte an Opfern eingefahren.

 

Maas-Argonnen-Offensive

 

Am 26. September 1918 begann die letzte große Schlacht des Ersten Weltkrieges, die Maas-Argonnen-Offensive. Die für die deutschen Truppen lebenswichtigen Versorgungslinien in Sedan an der Maas zu kappen, war ein wichtiges Ziel der Operation. Die amerikanischen Korps vermochten in der Dunkelheit ihre Bereitstellungsräume bei St. Mihiel unbemerkt einzunehmen. Die Vierte gehörte nun zum III. Korps. Dieses hatte die rechte, östliche Flanke des Frontabschnitts zu halten; für die linke, westliche hatte das V. US-Korps die Verantwortung. Im Abschnitts des III. Korps lag die 33. US-Infanteriedivision rechts, die 80. US-Infanteriedivision in der Mitte und die Vierte links. An sie schloss sich die 79. US-Infanteriedivision des V. Korps an. Die 7. Brigade, der Spitzenverband der Vierten, erreichte die äusserste Verteidigungslinie von Cuisy um neun Uhr. Die Deutschen konnten den Ort nicht halten. Die Vierte verlegte am Tagesende ihr Hauptquartier hierher.

Frontverlauf bei Beginn der Maas-Argonnen-Offensive

 (wie immer: zum Vergrössern die Karte anklicken!)

 

Bis zum 3. Oktober gelang es der Vierten nicht, weitere nennenswerte Fronteinbrüche zu erzielen. Deutsches Trommelfeuer grub die Landschaft um. Das Heranführen von Nachschub - Material, Munition und Truppen - wurde immer schwieriger. Die lange Dauer der Schlacht war eine Folge der Versorgungsschwierigkeiten.

 

Die zweite Phase zielte in Richtung Brieulles.  Am 4. Oktober stieg die 8. Brigade aus den Schützengräben. Es herrschte dichter Nebel. Als er sich hob, kamen die Amerikaner von drei Seiten her in deutsches Kreuzfeuer. Die Verluste waren schwer, aber die Brigade konnte sich in Bois de Fays (2 km westlich von Brieulles-sur-Meuse) festkrallen. Die nächsten vier Tagen blieben für die Vierte wegen schweren Artillerie- und Gasbeschusses verlustreich. Die 8. Brigade musste zurückgezogen und durch die 7. Brigade ersetzt werden. Diese erhielt am 9. Oktober von General Pershing den Befehl, den Angriff fortzusetzen. Bis zum 12. Oktober gelang es, das Gebiet um Bois de Forêt einnehmen und sichern. Am 13. Oktober wurde die Vierte von der 3. US-Infanteriedivision abgelöst und bis zum 19. Oktober von der Front zurückgezogen.

 

Eine etwas modifizierte, erweitere Fassung des Einsatzes der Vierten in den beiden Offensiven gibt der englische Wikipedia-Artikel wieder.

 

* * *

 

Generalmajor George H. Cameron war interimistisch Kommandant des V. Korps. Er übernahm am 10. Oktober wieder das Kommando der Vierten. Wohl weil das Korps sein Offensiv-Ziel nicht erreicht hatte, vielleicht aber auch wegen Querelen mit dem Pershing-Protégé Hugh Drum. Die Division unterstand nun der 2. US-Armee. Sie war in Lucey stationiert. Am 22. Oktober übernahm Cameron ein neues Kommando in den Vereinigten Staaten. Er wurde durch den Kommandeur der 7. Brigade, Brigadier General Benjamin A. Poore ersetzt. Am 31. Oktober 1918 übernahm dann Generalmajor Mark L. Hersey das Divisions-Kommando.

 

Der Waffenstillstand wurde am 11. November 1918 unterzeichnet.

 

"The last casualties in the division were suffered by 13th Field Artillery at 14:00 11 November 1918."

Quelle

 

 Die 4th Infantry Division

verlor vom 1. Juni bis zum 11. November 1918

 

2611 Tote

 

 

und

 

9895 Verwundete

 

somit 39 % des Sollbestandes

 

 

Besatzungszeit und Demobilisierung

 

Die amerikanischen Truppen besetzten das Zentrum aller von den Deutschen geräumten Gebiete westlich des Rheins bis zum Brückenkopf Koblenz. Der Bezug forderte der Ivy-Division einen 15-tägigen Eilmarsch von etwa 530 Kilometern ab. Ihr Hauptquartier war in Bad Bertrich. Als Besatzungsmacht wurde sie im April 1919 ins nördliche Rheinland verlegt. Anfangs Juli 1919 kehrte sie zurück nach Frankreich. Sie wurde am 13. Juli für die Rückreise in die Vereinigten Staaten eingeschifft. Einquartiert war sie dann in Fort Lewis (US-Bundesstaat Washington). Am 20. September 1921 demobilisierte man sie im Rahmen des National Defense Act of 1920.


Eine Division besteht aus Individuen:

Military Police Platoon S. 130


Rechts erscheint in einem blauen Kreis ein nach oben zeigender Pfeil. Mit dessen Anklicken kommt man zum Menü zurück. In vier Unterseiten sind die Vorgeschichten von vier Regimentern der Division skizziert. Man kann auch nachstehend klicken, um sich dies anzuschauen:

8. Infanterie-Regiment

12. Infanterie-Regiment

22. Infanterie-Regiment

4. Genie-Bataillon