34Operationen der Vierten

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Weiterhin beschränke ich mich auf die Operationen der 4th Infantry Division, die an der Befreiung von Paris beteiligt sein wird. In der offiziellen Divisionsgeschichte (siehe hier oben die vier ersten Blätter) findet diese verlustreiche Phase des Stellungskrieges der ersten drei Juliwochen keine Erwähnung. Ich folge daher wie zuvor einem Standardwerk:

Das Werk steht hier zur Einsicht und Lektüre zur Verfügung. Ich übersetze und kopiere nur jene Abschnitte, welche die Vierte betreffen.

 

Toward Périers
S. 128-133

 

Von einem eingliedrigen, begrenzten Objektangriff kam das VII. Korps [zu dem die Vierte gehörte] zu einer Zwei-Divisionen-Attacke in der Landenge von Carentan-Périers. Bis zum 8. Juli hatten die Divisionen 83 und 4 so geringe Bodengewinne erzielt, dass es immer noch keinen Raum gab für den Einsatz der verfügbaren 9. Division. Die enge Operationszone und das Gelände hätten das Manöverieren behindert. Zahlreiche Bäche und Sümpfe und die Hecken hatten grosse Angriffe in kleine, lokale Gefechte hinuntergebrochen. Ein findiger Feind - das 6. Fallschirmjägerregiment, immer mehr Einheiten der 17. SS Panzergrenadier-Division und Artillerie- und Panzerelemente der 2. SS Panzer-Division - hatte Bäume gefällt, um die Strassen zu blockieren, Panzer in der mobilen Verteidigung eingesetzt und Kreuzungen mit verheerendem Feuer eingedeckt. Die Deutschen waren zwar erschöpft und von Überzahl des Gegners heimgesucht, aber sie hatten ihre Einheiten geschickt gemischt und waren weiterhin Experten in der Geländenutzung. Sie zeigten unter der Gewalt des Angriffs des VII. Korps keinerlei Anzeichen eines plötzlichen Risses in ihrer Front.

 

Bessere Wetterbedingungen erlaubten am 8. Juli den Angriff von über hundert Flugzeugen des IX Tactical Air Command entlang der Front des VII Corps, nur wenige hundert Fuss vor einer durch Artillerie markierten Frontlinie. Die Hilfe hatte nur eine geringe Wirkung. Noch entmutigender war die Evidenz, dass die Deutschen mehr Panzer in den "Isthmus" [Geländeabschnitt zwischen Feuchtgebieten] von Carentan-Périers brachten. Feindliche Patrouillen, die jeweils aus einem Panzer und fünfzehn bis dreissig Infanteristen bestanden, erkundeten die Front und machten lokale Durchdringungen; bei solchen überrannten die Deutschen gar zwei Bataillonsstützpunkte der 83. Division.

Dieser Kartenausschnitt (vergrössern) soll veranschaulichen, was im Bericht Blumensons unter dem "Isthmus" zu verstehen ist: die Landzunge festen Bodens zwischen den ausgedehnten morastigen Gebieten. Der Ausschnitt stammt aus der Karte 102 Michelin 1:100'000 "Bataille de Normandie", Neudruck 1947.

Anschaulich ist auch die von 1944 stammende Karte 1:25'000 GSGS 4347: vergrössern

 

 

Die vorderen Positionen des Korps lagen etwa fünf Meilen vor Carentan und immer noch bloss eine Meile hinter Sainteny. Zwölf Meilen Luftlinie südlich von Sainteny lag das Endziel des Korps-Angriffs: ein Teil zu erobernden Anhöhe erstreckte sich in allgemeinder Richtung Coutances - Caumont. In der Vorwoche war dieses Ziel mindestens eineinhalb Monate entfernt, aber General Collins [der Korpskommandant] konzentrierte nun sein Interesse darauf. Die 4. Division sollte in der Nähe von Périers ein höher gelegenes Gelände sichern und dann nach Süden ziehen, um die Lessay-Périers-Landstrasse zu queren. Die 83. Division sollte das Westufer des Flusses Taute gewinnen, den Fluss überschreiten und sich nach Süden bewegen, um die Strasse Périers-St-Lô zu durchschneiden. Die 9. Division sollte ausserhalb des Caretan-Périers-Isthmus angesetzt werden.

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Auf der rechten (westlichen) Hälfte der Passage [engl. isthmus] von Carentan-Périers konnte General Barton schliesslich am 8. Juli alle drei Regimenter seiner vierten Division in den ihm zur Verfügung stehenden Sektor bringen, aber nur das 22. Infanterieregiment (Oberst Charles T. Lanham) war gegen Périers gerichtet. Auf dem schmalsten Teil des "Isthmus", der von der Prairie Marécageuses de Gorges auf der rechten Seite zusammengedrückt wurde, stand das Regiment kurz davor, den schmalen Landstrich, der bei Sainteny endet, zu verlassen. Auch diese Aussicht bedeutete wenig, denn das Gebiet südwestlich von Sainteny bot eine geringe Hoffnung auf schnellen Fortschritt. Ein für militärische Einsätze geeigneter trockener Boden war nicht vorhanden. Die trägen Flüsse Sèves und Holerotte waren vom Regen angeschwollen und verwandelten die sechs Meilen bis nach Périers in einen trostlosen Morast, der kaum von einem Sumpf zu unterscheiden war. Die Division musste nicht nur gegen die feuchte Oberfläche des Bodens und den hohen Grundwasserspiegel kämpfen, sondern auch unzählige Entwässerungsgräben, kleine Bäche und überschwemmte Sümpfe in einem Gebiet ohne eine einzige befestigte Strasse überqueren. Allein das Gelände wäre ein ernsthaftes Hindernis gewesen; von den Deutschen verteidigt, war es fast unpassierbar.

    Eingeschränkt durch unzureichenden Manövrierraum, behindert durch weiches Marschland, beeinträchtigt durch die Schwierigkeiten der Feind- und Feuerbeobachtung, war General Barton nicht in der Lage, die Kraft seiner Infanterie und seiner unterstützenden Waffen in eine nachhaltige Aktion zu konzentrieren. Selbst die vier Bataillone der Divisionsartillerie und das zusätzlich zugeteilte Bataillon mittlerer Artillerie waren selten in der Lage, ihre Feuerschläge wirksam zu massieren. Wegen der abschottenden Wirkung des Geländes griff General Barton mit Regimentskampfteams an, die recht unabhängige Aktionen verfolgten. Ein gewisses Mass an Koordination im Angriff konnte auf Regimentsebene versucht werden; häufiger war dies nur auf der Ebene des Bataillons möglich.

    Während das 22. Infanterieregiment sich durch den engsten Hals der Engnis kämpfte und das 12. Regiment in Reserve lag, versuchte das 8. Regiment in einer langsamen und methodischen Operation den kleinen Bereich auf der rechten Rückseite der Division, den Raum nördlich des Korridors und angrenzend an die Prairie Marécageuses de Gorges, zu räumen. Vier verschiedene Angriffe seit dem 8. Juli waren gescheitert. Am 10. Juli starteten die Deutschen sogar einen Gegenangriff; die feindlichen Soldaten, die zum ersten Mal im Felde waren, wurden von amerikanischer Artillerie und Minenwerfern reihenweise dezimiert. Das 8. Infanterieregiment brachte den Feind aus dem Gleichgewicht. Infanterie und Panzer fegten über das Gebiet, machten 49 Gefangene, begruben 480 deutsche Tote und beklagten im Gegenzug vier Tote. Am 11. Juli war die 4. Division in der Lage, das 8. Regiment den Aktionen in Richtung Périers hinzuzufügen und zu versuchen, durch den Korridor nördlich von Sainteny zu brechen.

 

 Dennoch gab es keinen plötzlichen Schub. Das 22. Infanterieregiment zog rechts in sumpfiges Gelände ein. Am 11. und 12. Juli überquerten Patrouillen die Flüsse Holerotte und Sèves und suchten den Kontakt mit der 90. Division, die am westlichen Rand des grossen Sumpfes hergekommen war. Die beiden anderen Regimenter in Bataillonskolonnen kämpften Richtung Périers gegen starken Widerstand. Unterstützt von gelegentlichen Sturzkampfbombern in den seltenen Tagen des guten Wetters, war die Division bis zum 15. Juli etwa zwei Meilen südwestlich Sainteny vorgerückt. Am Ende dieses Tages, noch vier Meilen vor Périers, erhielt General Barton den Befehl zum Anhalten.

  Die 4. Division sollte abgelöst und in die Reserve geschickt werden. In zehn Tagen des Kampfes hatte sie etwa 2.300 Tote zu beklagen, darunter drei Bataillonskommandeure und neun Kompaniekommandanten. Der Preis des Fortschritts war unermesslich. Die Division sollte sich für eine wichtige Rolle in der bevorstehenden Operation der Ersten Armee erholen, die hoffentlich dem Frontalangriff ein Ende bereiten sollte.

    Unter ähnlichen Bedingungen versuchte die 83. Division auf der linken Seite nach Süden vorzudringen. [Es folgen - S. 130 - Ausführungen zu den Manövern dieser Division.]


Exkurs: Das 331. Regiment (83. Division) nahm Sainteny am 9. Juli mit Hilfe mehrerer Jagdbomber und einer angrenzenden Einheit der 4. Division ein. Bei den Immobilien hatte der Erfolg wenig zu bieten, denn sie waren von Granaten weissen Phosphors entkernt worden; dennoch war es ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg nach Périers.

Die vom Bombardement entkernte Kirche von Sainteny

 

Um Mitternacht am 15. Juli gingen die 4. und die 83. Division (letztere ohne das 330. Infanterieregiment) im Rahmen einer Reorganisation der gesamten Armeefront in die Kontrolle des VIII. Korps über. [Davon ist sonst wenig aktenkundig. Sie dauerte vom 16. bis 18. Juli 1944 gemäss Abschnitt "Assignment and attachment to higher units".] Die 83. begann Teile der 4. Division zu entlasten. Einige Tage später schloss sich die neu eingetroffene 4. Panzerdivision der Entlastung an.


Das Terrain und der Feind hatten das VII. Korps in der Passage von Carentan-Périers bis zum 15. Juli zum Stillstand gebracht. "Die Deutschen bleiben dort drin und das nur wegen des Mutes ihrer Soldaten", sagte General Barton. "Wir sind zehn zu eins in der Infanterie, fünfzig zu eins in der Artillerie und unendlich viele in der Luft." Der Angriff des VII. Korps hatte jedoch mehrere Ziele erreicht: Durch die Verlegung der Frontlinie ein paar Meilen weiter von Carentan entfernt hatte das Korps die lästige Beschiessung der Stadt und ihrer lebenswichtigen Strassenbrücke beseitigt; es hatte die Deutschen daran gehindert, einen Gegenangriff in dem Sektor zu starten, der als der schwächster entlang der gesamten amerikanischen Front galt; und man hatte den deutschen Streitkräften schwere Verluste zugefügt.

 

 

 

Schlacht von St-Lô/Périers

 

  Zur Linken der Vierten operiert die 19. Division General Corletts. Aus der Website "General Corlett Foundation" dieser Division entnehme ich aus deren Bericht "St-Lô", soweit er von der Vierten handelt.

 

22. Infanterie-Regiment

Jahrbuch des Regiments, 1947

7. - 18. Juli 1944

„On July 7, having been moved to an assembly area south and west of Carentan, the 22nd Infantry attacked, thereby beginning one of its bloodiest engagements of the entire war—the Carentan-Periers operation (otherwise known as "The Battle of the Hedgerows"). The objective of the operation was the seizure of Periers, a necessary preliminary to the forthcoming breakout from the peninsula. The attack moved with extreme slowness. Enemy resistance in the form of young SS troops and fresh paratroops was stubborn, and the ground was given up to the advance of the regiment yard by yard, and foot by foot. The nature of the terrain, hedgerows with some sections of dense woods, made the effective use of armor virtually impossible. Counterattacks were repeatedly launched; infiltration was incessant; the determination of the enemy was a thing to be respected.  Colonel C. T. Lanham assumed command of the regiment on July 9, and, with the First and Second Battalions abreast, resumed the attack. The Third Battalion was committed in a flanking movement to the left, and the First Battalion, under Major George Go-forth, advanced to the outskirts of La Maugerie. After continuous attack the regiment was relieved by the 12th Infantry on the general line La Maugerie-La Roserie. The defense and delay by the enemy had been superbly executed, and as a consequence the advance which the inundated areas on both flanks restricted to a narrow front, was painful and laborious. The effectiveness of enemy fire coordination is reflected in the extreme number of casualties during what, according to later experiences, was a relatively short engagement. Those who were there will long remember the names of Sainteny, La Maugerie, and Raids — all names of tiny French towns in the zone of advance.“

 

"Am 7. Juli griff das 22. Infanterieregiment an, nachdem es in einen Bereitstellungsraum südlich und westlich von Carentan verlegt worden war. Es begann damit eines der blutigsten Engagements des gesamten Krieges - die Operation Carentan-Périers (auch bekannt als "Die Schlacht der Hecken"). Ziel der Operation war die Besetzung von Périers, eine notwendige Vorbereitung für den bevorstehenden Ausbruch aus der Halbinsel Cotentin. Der Angriff bewegte sich mit extremer Langsamkeit vorwärts. Der feindliche Widerstand, den junge SS-Truppen und frische Fallschirmjäger leisteten, war hartnäckig; sie gaben dem Vormarsch des amerikanischen Regiments nur Yard für Yard, Fuss für Fuss Boden preis. Die Beschaffenheit des Geländes - die Hecken mit einigen Abschnitten dichter Wälder - machte den effizienten Einsatz von Panzern nahezu unmöglich. Immer wieder wurden Gegenangriffe gestartet; die Infiltration war unaufhörlich; die Entschlossenheit des Feindes war ein zu respektierender Faktor. Oberst C. T. Lanham übernahm am 9. Juli das Kommando über das Regiment und nahm mit dem 1. und dem 2. Bataillon den Angriff wieder auf. Das 3. Bataillon wurde in einer flankierenden Bewegung zur Linken eingesetzt und das 1. Bataillon unter Major George Go-forth rückte an den Ortsrand von La Maugerie vor. Nach diesen kontinuierlichen, unablässigen Angriffen wurde das 22. Regiment vom 12. Infanterieregiment auf der Linie La Maugerie - La Roserie abgelöst. Die Verteidigung und die Verzögerungstaktik des Feindes waren hervorragend; in der Folge war der Vorstoss, den die überfluteten Gebiete an beiden Flanken auf eine schmale Front beschränkten, schmerzhaft und mühsam. Die Wirksamkeit der feindlichen Feuerkoordination spiegelte sich in der extremen Anzahl der Opfer wider, obwohl das Engagement gemessen an späteren Operationen relativ kurz war. Diejenigen, die dort dabei waren, werden sich lange an Sainteny, La Maugerie und Raids erinnert haben, alles Namen kleiner französischer Ortschaften in der Zone des Vormarsches."


Verluste des 22. Inf. Rgts. im Juli 1944

 

Verwundete: 1'044 Soldaten und 56 Offiziere

Tote: 263 Soldaten und 16 Offiziere

Ein Infanterie-Regiment hatte einen Sollbestand von

3049 Soldaten und 158 Offizieren 

Verlust 43% der Männer und 45% der Offiziere

 

Quellen:

Order of Battle of the U.S. Army, World War II, European Theater of Operations,S. 565

 

 " Not A Hero, Just Lucky " by Dib Taylor

 

Riley sagte, nach 23 Tagen harter und kontinuierlicher Arbeit hätten sie die Halbinsel vom Feind befreit. Er sagte: "Sie brachten uns zurück nach Saint-Lô, nachdem wir die Halbinsel eingenommen hatten, und drei Tage lang sahen wir den Feind nicht". Riley erzählte mir von einigen der französischen Untergrundkämpfern, die der Kompanie hier zugeteilt wurden. Er sagte: "Der französische Untergrund hat viele amerikanische Leben gerettet. Sie waren Zivilisten, und wenn wir eine feindliche Position angreifen wollten, gingen sie voraus und fanden die Stellungen und welche Art von Waffen die Feinde besassen. Diese Männer konnten im Dunkeln wirklich gut sehen. Die Art und Weise, wie sie im Dunkeln miteinander in Kontakt blieben, war ein schwaches Pfeifen. Manchmal hörten wir dieses Geräusch, wenn sie nachts an uns vorbei liefen. Der französische Untergrund war hingebungsvoll und mutig. Sie erlitten viele Verluste. Ich fragte Riley, ob er wüsste, was mit dem französischen Untergrund passiert sei. Er sagte:"Nachdem sie uns verlassen hatten, schlossen sie sich der französischen Armee an."

 

Riley sagte: "Als die Befehle kamen, dass wir wieder ausrücken sollten, setzten wir die Heckenkämpfe fort. Die deutschen Panzer feuerten mit Panzergeschützen durch die Hecken, und wenn die Granaten platzten, versprühten sie alles hinter den Hecken mit Splittern. Die Schrapnellverluste waren schwer, so dass wir mit dem Graben unserer Schützenlöcher vor den Hecken beginnen mussten. Wir haben die Löcher in der Nacht gegraben, weil der Feind uns tagsüber hätte sehen können. Eines Nachts schlief ich in meinem Schützenloch, und einer der Männer kroch über die Hecke und fiel auf mich. Er wusste, dass ich brüllen würde, also packte er mich und legte seine Hand über meinen Mund", sagte Riley, "Ich hätte gebrüllt. Ich dachte, eine Granate wäre in meinem Schützenloch gelandet."

 

Riley erzählte mir von einem ihrer Artilleristen mit einer Panzerabwehrkanone in Saint-Lô. Er sagte, dass der Schütze auf einen Panzer schoss, und der Panzer feuerte mit seiner 88-er Kanone zurück. Riley sagte: "Ich weiss nicht, ob es sich um einen Granatsplitter oder einen direkten Treffer handelte, aber der Arm des Richtschützen wurde an der Schulter abgeschnitten. Das Blut schoss geradewegs heraus, aber der Schütze stand auf und ging von seiner Waffe weg und sagte: 'Hilf mir, hilf mir, hilf mir!'" Er sagte, dass der Schütze nur noch wenige Sekunden danach lebte.

 

Dann erzählte mir Riley von einer furchterregenden Sache, die ihrem Kompaniechef passierte, während sie in Saint-Lô Heckenkämpfe führten. Er sagte: "Unser Kompaniekommandant war wegen der hohen Anzahl von Opfern, die bei diesen Angriffen zu beklagen waren, so überlastet, dass er auf offenem Feld direkt nach draussen ging und begann, tote Rinder zu streicheln", sagte Riley. "Er kniete nieder, streichelte sie und weinte. Er tat dies vor den feindlichen Positionen. Der Feind erkannte, was passierte, und sie störten ihn nicht." Riley sagte: "Einer unserer Männer nahm ein weisses Taschentuch, hielt es hoch, ging hinaus und brachte den Kommandanten zurück zu unseren Linien. Es wurden keine Schüsse abgefeuert, und nach einigen Stunden in der Sanitätsstation konnte der Kompaniekommandant wieder an die Front zurückkehren".

 

Riley sprach über die Heckenkämpfe am 11. Juli in Saint Lô. Er sagte: "Es war ein Heckenkampf der schlimmsten Art. An diesem Morgen wurde einer der besten Freunde, die ich in der Armee hatte, getötet. Er war Sergeant Biederman. Er feuerte gerade eine Panzerfaust ab, als er von einem Panzerfeuer getroffen und getötet wurde. Am selben Tag, am Nachmittag, schoben wir die Deutschen über eine eingesunkene Strasse zurück, und sie griffen uns mit Panzern und Infanterie an. Ihre Panzer feuerten mit ihren Achtundachtzigern und ein Schrapnell traf mich in den Magen. Ich war auf der Sanitätsstation und sie haben das Schrapnell rausgeschnitten. Ich erhielt in dieser Nacht das Purple Heart (Verwundetenabzeichen) für die Kampfwunde."

 

Ich fragte Riley, ob ein Sanitäter ihn auf dem Schlachtfeld untersucht habe, als er getroffen wurde. Er sagte: "Ja, aber da der Granatsplitter herausgeschnitten werden musste, schickte er mich zurück zur Sanitätsstation", lobte Riley die Sanitäter. Er sagte: "Einige der mutigsten Männer der Welt der Armee waren die Sanitäter. Sie waren unbewaffnet und konnten sich nicht wehren. Sie mussten bei den Männern bleiben, meist dort, wo die Kämpfe am heissesten waren, denn dort hatten wir die meisten Opfer zu beklagen. Die Sanitäter hielten nicht lange durch. Sie bewegten sich unter den Soldaten und halfen den Verwundeten, so dass sie selbst zum Ziel wurden."

 

Ich fragte Riley, wie man sich um die Toten auf dem Schlachtfeld gekümmert habe. Er sagte zu mir: "Die Männer markierten die Stelle, an der die Toten waren, indem sie die Waffe des toten Soldaten in den Boden steckten und dann seinen Helm auf das Ende der Waffe setzten. Die Grabkompanie, die hinter uns auftauchte, konnte die Toten leicht an dieser Markierung erkennen, und sie platzierten die Leichen dort, wo sie von den Lastwagen aufgenommen werden konnten", sagte Riley.

 

Ich fragte Riley, ob er je eine Stelle markiert habe, an der ein toter Soldat lag. Er sagte: "Oh ja, aber du solltest verstehen, dass keiner der Männer sich damit aufgehalten hätte, den Platz zu markieren, wenn wir beim Kämpfen waren und um unsere Stellungen rangen. Wenn wir das getan hätten, hätten wir unseren Job nicht gemacht." Er sagte: "Die Grabkompanie war in ihrer Arbeit nicht von der Markierung der Plätze der Toten abhängig. Sie wussten, dass es ihr Job war, die Toten zu suchen."

 

Nachdem Riley mir von den Sanitätern und von der Versorgung der Toten auf dem Schlachtfeld erzählt hatte, sprach er wieder davon, in Saint-Lô verwundet worden zu sein. Er sagte, dass es viele Verwundete auf der Sanitätsstation gab. Einige der Männer wurden so schlimm angeschossen, dass sie in die Spitäler nach rückwärts geschoben werden mussten, um dort die nötige Pflege zu erhalten. Er sagte: "Ich blieb nur eine Nacht auf der Sanitätsstation und am nächsten Abend kehrte ich zu meiner Einheit zurück.

 

Wir kämpften immer noch mit Hecken und schalteten die Panther-Panzer aus, die uns angriffen. Die Panzer waren in grosser Zahl vorhanden, und das 22. Infanterieregiment zerstörte in vier Tagen zwanzig Panther", sagte Riley. "Das 22. Infanterieregiment wurde oft als Double Duecers bezeichnet."

 

Hinter der Front

David Rothbart Tagebuch

 

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General Teddy Roosevelt stirbt

Am 14. Juli wird Ted Roosevelt beigesetzt; sechs Generäle dienen als Sargträger.

Quelle S. 52

 

Soldatenfriedhof Colleville-sur-Mer

 

Berühmt wurde dieser Friedhof durch die Anfangsszenen von "Der Soldat James Ryan", als das fiktive Grab von Captain Miller aufgesucht wird. Der Friedhof liegt direkt oberhalb des Kampfgeländes Omaha-Beach und dem deutschen Widerstandsnest 62. Auf dem vielbesuchten "Normandy American Cemetery" befinden sich die Gräber von 9.386 amerikanischen Soldaten und ein Mahnmal für 1557 Vermisste. Auf dem Friedhof von Colleville-sur-Mer findet man auch das Grab von Theodore Roosevelt Jr.

Text & Bild aus der Quelle,

wo sich eine ergreifende Bildreportage des Soldatenfriedhofs darbietet.