824th Signal Company

 Quelle S. 96/137/167

 


Signaturen


Im normannischen Montebourg im Juni 1944

Die Switch-Board-Crew (Relaisstation) vor ihrem Lastwagen, den sie so perfekt getarnt hat, dass er kaum wahrnehmbar ist.

"To them we owed a lot in the excellence of the division's telephone communications" (General Blackeley)


Switch Board

Fernschreiber (Telex)


 

Die Kompanie wurde am am 1. Juni 1940 im Fort Benning (Georgia) aufgestellt. Die Rekruten stammten vornehmlich aus Pennsylvania, Maryland, Tennessee und Virginia. Im Februar 1941 wurde ein Ausbildungs-Bataillon zusammengefasst. Die damals rund 500 Mann wurden instruiert in Draht-Telefonie und -Telegraphie, Nachrichtenzentralen und Funk im Rahmen von Übermittlungs-Detachementen und -Zügen in Bataillonen und Regimentern und von Kompanien in Divisionen. Am 18. Januar 1944 wurde die Kompanie auf den USAT George Washington gebracht; sie landete in Liverpool am 29. Januar und wurde in ihr Quartier in Tiverton (Devon; beim Divisions-HQ) verlegt, wo die mit der Invasion zusammenhängenden besonderen Verbindungsschwierigkeiten bewältigend ausexerziert wurden. Die Kompanie landete in auf einander folgenden Gruppen vom 6. bis zum 7. Juni an der Utah-Beach. Vom D-Day an gewährleistete sie ununterbrochen ein, oft auch drei Verbindungsmittel. Sie stellte die Kommunikation per Funk und per Draht zu den Regimentern her und stellte diesen Detachemente zur Verfügung. Diese Leute waren gemäss Aussage des Divisionskommandanten in höchstem Masse für ihre Aufgabe motiviert und arbeiteten engagiert. Selbst in der mörderischen Schlacht um Cherbourg erfolgten die Führungskommunikationen per Draht, was dessen Verlegung, Unterhalt und ständige Wiederherstellung unter permanentem Feuer erforderte. Entsprechend hoch waren die Verluste der Kompanie in der Normandie. Nach dem Durchbruch von St-Lô und auf dem schnellen Vorstoss nach Paris wurde meist per Funk kommuniziert, was besondere Probleme bot, die die Kompanie zu lösen verstand.


Comanche code-talkers of the 4th Signal Company

(U.S. Army Signal Center and Ft. Gordon)

Nichts ist einfacher, als den feindlichen Funkverkehr auszuhorchen. Kein ziviler Chat schnattert unbedarfter als funkende Soldaten und namentlich Offiziere. Man kann mittels Verschlüsselungstabelle kommunizieren - sofern der Gesprächspartner die gleiche und nicht jene von gestern oder die von morgen vor sich hat. Oder überhaupt keine. Das Verschlüsseln ist mühsam. Es liegt nahe, sich eines exotischen Dialekts zu bedienen. Darin waren die Tessiner und die Walliser grosse Meister. Die 4th Signal Company hatte 16 besonders sprachbegabte Spezialisten, die im Comanche Code parlierten. Das Ausweichen auf Indianer-Sprachen war für die Deutschen vorauszusehen; sie schickten daher schon vor dem Krieg Anthropologen in die USA, welche möglichst viele Dialekte der Ureinwohner erlernen sollten. Die Vielzahl der Idiome war allerdings nicht zu bewältigen. Die Amerikaner mussten aber mit entsprechenden Anstrengungen der Deutschen rechnen. Sie machten bei der Verschlüsselung der Funkgespräche nicht in grossem Massstab Gebrauch von solchen seltenen Sprachen. Die 4th Signal-Spezialisten - Comanche code talkers genannt - gehörten zu den Ausnahmen. Sie trugen viele Ausdrücke zusammen, die nochmals verschlüsselt waren. Schildkröte in der Komantschen-Sprache hiess entschlüsselt Panzer, eine schwangere Ente war ein Bomber, die Nähmaschine ein Maschinengewehr, der verrückte weisse Mann war Hitler etc. Jedem Regiment wurden zwei solcher Komantschen zugeteilt; die übrigen waren im Hauptquartier der Division im Einsatz. Etliche wurden in den folgenden Kämpfen verwundet; es fiel aber keiner. Frankreich zeichnete sie 1989 mit der Ehrenlegion (chevaliers) aus. Die Comanche Talkers fühlten sich aber von ihrer Heimat als zu wenig aufmerksam behandelt, wird berichtet. Am 30. November 1999 habe daher das Verteidigungs-Department Charles Chibitty (+Juli 2005), den letzten überlebenden Comanche code talker mit dem Knowlton Award, ausgezeichnet, womit die significant contributions to military intelligence efforts anerkannt werden sollten. In Tat und Wahrheit wurde der genannte Komantsche oft und hoch dekoriert. - Entwickelt und instruiert hatte den Code der spätere Brigadegeneral Hugh Franklin Foster, Jr. Seine Idee war nicht neu: Bereits im 1. Weltkrieg hatten die Amerikaner Choctaw Indianer eingesetzt. Oberleutnant Forster hatte die Komantschen, deren Stamm in unzählige Gruppen (Bands) gegliedert ist und damit auch ungezählte Dialekte spricht, herangezogen. Es gehört zu den unbewiesenen Behauptungen der Kriegsgeschichte, die Deutschen hätten niemals einen Funkspruch komantschischen Dialekts geknackt. Blackeley beurteilt die Arbeit der Comanche code talkers nüchtern: "They represented a valuable auxiliary security element."

 


Charles Joyce Chibitty (20.11.1921 – 20. Juli 2005)

 

To say that Native Americans have fought for “their” Country would be an error of simplification. For they have always fought both and died for “their” Country, and “this” Country; from the days that it was indeed “their” country, and “this” Country had yet to exist. And, in one way or another have continued to do so down through the passage of years and too many wars and battles to think of.

aus: Native History

 

Die vielen Anführungsstriche in diesem kurzen Absatz sprechen für ein düsteres Kapitel amerikanischer Geschichte. Der angebliche Corporal Chibitty wird als T5 (ein Rang unter dem Korporal) mit der Namensschreibweise Chibittui in General Blakeleys Liste "Biographies" (s.u.) aufgeführt. Unter den nachfolgenden Portraits ist der Unteroffizier nicht zu finden. In den vielen Passbildern der Divisionsgeschichte Blakeleys sehe ich keinen einzigen Farbigen. Das hat eindeutig rassistische Ursachen. Kreuzzug nach Europa, um den Kontinent von der rassistischen Irrlehre zu befreien. Die Kreuzritter waren ein angeblich rassenreines Heer. Wenn die weisse Rasse so hoch, edel und überlegen ist, warum hat sie dann diesen grauenhaften gegenseitigen Vernichtungskrieg unter sich geführt? Bloss weil die Gelben zwei Jahre früher einen eigenen Krieg angefangen hatten, der schliesslich 22 Millionen Menschenleben kostete?

Schreiendes Kleinkind nach einem Bombenangriff auf Shanghai

28. August 1937


Artikel über den Einsatz der Comanche code talkers in

"The Augusta Chronicle". Hier anklicken.


Es ist im Zusammenhang mit der Befreiung von Paris nicht das zentrale Thema, aber es ist nicht unwichtig: der grassierende Rassisimus in den Köpfen und Armeen, die alles hergaben, um den Hitlerschen Nazismus auszurotten. Ich verweise hier, nicht gerade passend, aber wo den sonst als bei den Komantschen, auf die kontroverse Geschichte des dekorierten Sergeanten Macario Garcia, illegaler mexikanischer Einwanderer, Angehöriger des 22. US Infanterie-Regiments, ausgezeichnet von Präsident Truman.

Foto des Buch-Covers anklicken



Reparaturen an Fahrzeugen und Funkgeräten


Die Kompanie als Ganzes wurde kurz nach der Befreiung der Stadt Paris vom kommandierenden General mit der Meritorious Unit Commandation ausgezeichnet. Sie bekam auch eine belgische Auszeichnung.


Am D-Day war Oberleutnant Philip Bragar Kompaniekommandant. Er wird unten unter "Biographies" an erster Stelle mit dem Grad eines Oberstleutnants aufgeführt.







"Biographies"



Wäschetag



Jäger und Fischer

Beim Verlegen des Telefondrahtes läuft einem allerhand über den Weg.