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39Die Schlacht um Caen

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Die Schlacht um Caen war eine Abfolge von militärischen Angriffsoperationen im Zweiten Weltkrieg, die sich im Zeitraum zwischen Juni und August 1944 in Nordfrankreich ereigneten.

Die Eroberung der verkehrsstrategisch wichtigen französischen Stadt Caen war ursprünglich bereits für die ersten Tage nach Beginn der Landung in der Normandie am 6. Juni 1944 im Rahmen der Operation Neptune geplant. Trotz einer weitestgehend erfolgreichen Landung der ersten alliierten Angriffsverbände misslang der Versuch, Caen im ersten Anlauf zu erobern. Der alliierte Kommandeur Bernard Montgomery sah sich deshalb in den nachfolgenden Monaten zu mehreren Angriffen zur Eroberung der Stadt und zur Kontrolle ihres Umlandes gezwungen. Verteidigt wurde das Gebiet von Verbänden der deutschen Wehrmacht und der Waffen-SS.

Darüber hinaus sollten die deutschen Befehlshaber mittels Vortäuschung eines Hauptangriffs auf Caen im britischen Sektor vom US-amerikanischen Sektor abgelenkt werden und die amerikanischen Truppen dadurch freien Handlungsspielraum für blitzkriegähnliche Operationen erhalten. Die folgenden Kämpfe um Caen entwickelten sich zu einer Materialschlacht und einem Stellungskrieg.

Am 9. und 10. Juli gelang es den Briten und Kanadiern, den Nord- und Westteil Caens zu erobern. Weitere neun Tage später, am 19. Juli 1944, war die gesamte Stadt unter alliierter Kontrolle. Daraufhin versuchten die Alliierten, über die Straße Caen-Falaise nach Falaise durchzubrechen. Die nachfolgenden Kämpfe bezeichnet man als Kessel von Falaise.“ii


Operation Bluecoat

Die Operation Bluecoat (30. Juli bis 7. August) sollte britischer- und kanadischerseits die deutschen Truppen südlich südwestlich von Caen vertreiben, um sie vom US-amerikanischen Sektor fernzuhalten. Trotz einiger Niederlagen und Fehlschläge erreichte sie ihr Hauptziel. Ausserdem wurden die Deutschen weiter ins Landesinnere zurückgeworfen.

 

 

Unternehmen Lüttich

Mit dem deutschen Gegenangriff – Unternehmen Lüttich (6. bis 8. August) – sollten die Linien der Alliierten im südlichen Bereich der Cotentin-Halbinsel durchbrochen und die amerikanischen Einheiten abgeschnitten und aufgerieben werden. Die Anweisung dazu gab Hitler; sie hatte den Oberbefehllshaber West, Generalfeldmarschall Günther von Kluge, am 2. August erreicht. Nach anfänglichen Erfolgen gegen die Amerikaner kam der Angriff durch starke alliierte Luftangriffe aber zum Stehen. Vermehrter alliierter Widerstand zwang von Kluge, gegen Mitternacht des 8. August den Angriff auszusetzen.

 

Eingesetzt ist das 12. Infanterie-Regiment: Between 9 and 12 August 1944, the regiment helped defeat the German Operation Lüttich.

 

Operation Totalize

Die Operation Totalize (7. bis 10. August) wurde durch britische, kanadische und polnische Verbände ausgeführt. Ziel war der Ausbruch aus dem Normandie-Brückenkopf entlang der Strasse Caen–Falaise. Obwohl die Alliierten Falaise nicht erreichen konnten, rückten sie 13 Kilometer vor und fügten den Deutschen schwere Verluste zu – 560 Tote und 1600 Verwundete. Die Gesamtsituation in der Normandie hatte sich verändert. Die amerikanischen Streitkräfte waren nur 40 Kilometer vom Brückenkopf des II. Kanadischen Korps entfernt. Wenn sich die beiden Verbände im Falaise-Argentan-Gebiet zusammenschliessen könnten, würden sie die deutsche 7. Armee einschließen.

 

Operation Tractable

Der Plan der Operation Tractable (14. bis 15. August) war derselbe wie bei der Operation Totalize. 805 Flugzeuge griffen sieben deutsche Truppenpositionen an. Am ersten Tag rückten die Alliierten 8 km vor, wobei sie den Fluss Laison überqueren mussten, der sich als ein schwerer zu überwindendes Hindernis für die Panzer erwies, als die Alliierten vorausberechnet hatten. Am Ende des zweiten Tages war jedoch noch ein Großteil des Zielgebietes in deutscher Hand.“


Auswirkungen

 

Die wiederholten britischen Angriffe im Raum Caen banden wesentliche deutsche Truppenverbände. Dies ermöglichte den amerikanischen Landungstruppen, den Westteil des Brückenkopfes zu erweitern und letztlich bei Saint-Lô in der Operation Cobra den entscheidenden Durchbruch zu erreichen. Die Kämpfe um Caen waren zwar verlustreich, verhalfen den Alliierten schließlich aber zu einer festen Basis in Nordfrankreich, von der aus sie erst Paris (Kapitulation am 25. August 1944) und später Deutschland besetzten.iii

 

Die mittelalterliche Stadt Caen sowie die umliegenden Dörfer, Städte und auch das Gelände wurden durch das alliierte Bombardement, den Artilleriebeschuss und die Kämpfe zum Großteil zerstört. Der Wiederaufbau des zerstörten Caen währte von 1948 bis 1962.“iv

 

Fotos!!! Zerstörung von Caen, aber auch zu den Operationen und Schlachten