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5Identität und Identifikation

 

Vorweg: Alles hier wurde zusammengetragen wegen der Rolle der 4th US Infantry Division, die sie im 2. Weltkrieg spielte, und dies unter dem Aspekt ihrer Aufgabe, Paris zu befreien. Das war militärisch keineswegs ihre bedeutendste, schwierigste Mission. Es sei daher kurz zusammengefasst an den Anfang gestellt, was die Division auf dem europäischen Kriegsschauplatz in den 11 Monaten von der Invasion an der normannischen Küste bis zum Victory-Europe-Day leistete:

 

Die Vierte im 2. Weltkrieg

 

Es gibt eine sozusagen amtliche Zusammenfassung dessen, was die Vierte im 2. Weltkrieg vollbracht hat; sie lautet:

 

"Das 8. Infanterieregiment der 4. Division war eine der ersten alliierten Einheiten, die am 6. Juni 1944 die Strände der Normandie erreichten. Die Vierte hat die isolierte 82d Airborne Division in Ste-Mère Église entlastet, die Halbinsel Cotentin geräumt und an der Einnahme von Cherbourg am 25. Juni teilgenommen. Nach der Teilnahme an den Kämpfen bei Periers vom 6. bis 12. Juli durchbrach die Division die linke Flanke der deutschen Siebten Armee, half bei der Eindämmung der deutschen Flucht nach Avranches und war Ende August nach Paris gezogen, um die Franzosen bei der Befreiung ihrer Hauptstadt zu unterstützen. Die Vierte zog dann durch Houffalize nach Belgien, um die Siegfriedlinie in der Schnee-Eifel am 14. September anzugreifen, und machte mehrere Durchbrüche. Die langsamen Fortschritte in Deutschland setzten sich im Oktober fort, und am 6. November erreichte die Division den Hurtgenwald, wo bis Anfang Dezember ein hartes Engagement stattfand. Dann ging es nach Luxemburg, nur um der deutschen Winteroffensive am 16. Dezember 1944 zu begegnen. Obwohl ihre Linien eingedellt waren, gelang es ihr, die Deutschen in Dickweiler und Osweiler zu halten und im Januar mit einem Gegenangriff über die Sauer die deutschen Positionen in Fouhren und Vianden zu überholen. Die Division, die im Februar durch starken feindlichen Widerstand am Prum angehalten wurde, überquerte ihn schliesslich am 28. Februar bei Olzheim und raste am 7. März über die Kyll. Nach einer kurzen Rast zog die Vierte am 29. März bei Worms über den Rhein, überfiel und sicherte Würzburg und hatte am 3. April bei Ochsenfurt einen Brückenkopf über den Main errichtet. Die Division war am 2. Mai 1945 in Miesbach an der Isar angekommen, wo sie abgelöst und in den Besatzungsdienst versetzt wurde."

Quelle Combat Chronicle

Eliteformation

 Die Vierte gehörte nicht zum hastig aufgestellten und nur über einen dürftigen Ausbildungsstand verfügenden Gros der Truppen, welche in die Schlachten des ausgehenden Zweiten Weltkrieges eingriffen. Sie war eine Eliteformation – ein Begriff, der heute fälschlicherweise Spezialisteneinheiten zugeordnet wird – und somit alles andere als Kanonenfutter, auch wenn ihr am D-Day diese Funk­tion scheinbar zufiel. Immerhin wurde sie an dem Strand – Utah-Beach – gelandet, wo die wenigsten Verluste zu erwarten waren.

 

„Sie wurde seit ihrer Aufstellung 1917 bei fast allen militärischen Konflikten der Vereinigten Staaten eingesetzt und ist seit ihrer letzten Umstrukturierung kein herkömmlicher Infanterieverband mehr, sondern vielmehr eine Panzerdivision mit einer eigenen Heeresfliegerbrigade.

Die 4. US-Infanteriedivision diente in ihrer Geschichte oft als Experimentalverband für neue Einsatzkonzepte und Verbandsstrukturen. So war sie als eine der ersten Infanteriedivisionen der Army motorisiert, erprobte als erster Verband das Gefecht der verbundenen Waffen und wurde als weltweit erste komplett digitalisiert und war einer der ersten Verbände der Army, bei dem die Heeresreform von 1997 mit dem Konzept einer standardisierten modularen Brigadestruktur (Brigade Combat Teams, „Kampfbrigaden“) vollständig umgesetzt wurde.“

Quelle

 

In der Heereseinheit wird das Bewusstsein der eigenen Geschichte und Tradition gepflegt. Das ist aus einem Kurzfilm ersichtlich, der am 26. Juli 2012 zur Feier des 94. Jahrestages der Gründung der Division aufgenommen wurde.

 

 

Auch zur Zeit des Zweiten Weltkrieges war sie kein klassischer Infanterie-Verband. Dazu waren ihre Feuerkraft zu gross und die Mittel der Beweglichkeit zu vielfältig. Entsprechend lautete ihr Spitzname:

 

"Iron Horse"

 

4th Infantry Division
 
Active 1917–21, 1940–46, 1947–present
Country  United States of America
Branch  United States Army
Type Light and armored
Role Infantry
Size Division
Part of III Corps
Garrison/HQ Fort Carson
Nickname "Ivy Division"
Motto Steadfast and Loyal
Engagements

World War I

World War II

Vietnam War

Iraq War

Afghanistan War
Commanders
Current
commander
MG Paul LaCamera

Schulter-Abzeichen der Angehörigen der Vierten

 

Die Zahl 4 der Efeublätter ist auf der Hand liegend.

Warum aber Efeu!

Römische Ziffer IV, amerikanisch gelesen:

ivy ( ˈaɪ:vi ) = Efeu

Für Linguisten nicht zwingend - Soldaten haben weniger Skrupel.

Der zweite Spitzname der Heereseinheit ist naheliegend:

 

"Ivy-Division"

 

In der Pflanzensymbolik steht Efeu für Beständigkeit und Treue.

Dementsprechend das Motto der Division:

 

„steadfast and loyal“

 

und seit 1965 das Einheitsabzeichen

 


Die Division verfügt auch über ein eigenes, sehr martialisches Marschlied:


„Steadfast and loyal, We’re fit to fight! The nation's finest Soldiers, Keep liberty's light. Our Soldiers roar for freedom, We’re fit for any test. The mighty 4th Division… America's best“


Mag sein.


Sie präsentiert sich auf einer eigenen Website:


Hier anklicken

 

Seit 1919 gibt es die National 4th Infantry (IVY) Division Association, zu der Freunde, Angehörige und Veteranen gehören.

Diese Statue ist Teil des Denkmals von Ft Hood; es wurde aus zwei riesigen Bronzestatuen von Saddam Hussein gefertigt, der von der 4. Infanteriedivision im Irak gefangen genommen worden war. Die Standbilder wurden eingeschmolzen; ein irakischer Künstler schuf das Denkmal zur Erinnerung die gefallenen Kameraden der Vierten.

Quelle


Wer sich ein Bild über die heutige Division und ihre Einsätze machen möchte, schaut sich die 95 Bilder bei Wikimedia Commens an.


Oder die sieben Fotos zum Afghanistan-Einsatz

 

Oder aber die acht Bilder des 12. Infanterie-Regiments, das zu den Stammeinheiten der Vierten zählt.


Struktur, Bewaffnung und Transportmittel der Vierten haben sich seit dem hier behandelten Zeitraum - dem 2. Weltkrieg - gänzlich verändert, entsprechend dem total neuen Gefechtsfeld und den neuen Einsatzdoktrinen. Das ist schon aus der heutigen Ordre de bataille ohne Weiteres ersichtlich.


Vergrösserung - wie immer - durch Anklicken des Bildes  Quelle

Wie sich die 4th Infantry Division 1940-5 sah und wie sie offiziell gesehen wurde, ist dagegen einem im Wochenschau-Stil gehaltenen, über 28 Minuten langen Film zu entnehmen.

 

Im nachfolgenden Bild auf den Pfeil in der Mitte klicken.

Für Schaltungen mit dem Cursor auf das Bild fahren.

Eine Schalterleiste erscheint:

Links aussen: Anhalten und Lautstärke

Rechts aussen: Vollbild

 

Neben diesem professionellen Film gibt es im Internet zwei käufliche  Amateur-DVDs:

 

4th US Infantry Division WWII in Normandy Combat Film

Invasion of Normandy - DVD - 168 min. $ 34.99

und

4th Infantry Division in WWII Europe Combat Film

Liberation of Western Europe - DVD - 35 Min - $19.99

 

Die Clips dazu kann man durch Anklicken

des Pfeils in der Bildmitte anschauen.


4th Infantry (Ivy) Division Marker, East face. The Marker is located in Augusta, Richmond County, Georgia.
Photographer: Mike Stroud of Bluffton, South Carolina.
Photo courtesy of http://www.hmdb.org/Marker.asp?Marker=10057
Added by: Charles A. Lewis 10/21/2010

Quelle


Das Standardwerk über die 4th Infantry Division ist wohl

 

  Hatch, Gardner N., editor

Title   4th Infantry "Ivy" Division": Steadfast and Loyal

Publisher   Paducah, KY Turner Publishing Company 1987

ISBN Number    0938021540 / 9780938021544

antiquarisch angeboten für 150 USD - eine Nummer zu gross für mich.


 Immer daran denken:

Unbekannte, aber nicht gesichtslose Soldaten führten den Krieg.

4th Division Band (S. 129)