13Die Wertschätzung Bartons in der Armee

 

Major General  -  Zweisterngeneral - Besoldungsstufe 08

1908 - 12 Westpoint

1912 - 1946 Berufsoffizier

Bataillonskommandant

Divisionsstabschef - Korpsstabschef

Kommandant einer Elite-Division

WWII - Veteran

Kommandierender Teilnehmer grosser Kriegsereignisse

In Ehren entlassen

 

 

Barton wurde mit diesen Orden geehrt:

nach Wikipedia

 

Die Army Distinguished Service Medal rangiert eine Stufe über dem Silver Star. Sie wurde Marschall Ferdinand Foch, Marschall Joseph Joffre, General Philippe Pétain, Feldmarschall Douglas Haig, Albert I., König der Belgier, General John Joseph Pershing u.a. im Ersten Weltkrieg verliehen, und im Zweiten Weltkrieg General Pietro Badoglio, Marschall der italienischen Armee, Winston Churchill, General Jean de Lattre de Tassigny, später Marschall von Frankreich, General Chiang Kai-shek, Präsident der Republik China, Feldmarschall Bernard Montgomery, 1st Viscount Montgomery of Alamein, Louis Mountbatten, 1st Earl Mountbatten of Burma, später Admiral of the Fleet, General George S. Patton u.a.

 

Der Silver Star ist der dritthöchste Orden der US-Streitkräfte; er wird verliehen für besondere Tapferkeit vor dem Feind. Bekannte Träger sind: Omar N. Bradley, J. Lawton Collins, einer der Korpskommandanten Bartons, Philippe de Hauteclocque (General Leclerc), Courtney Hicks Hodges, einer der Armeegeneräle Bartons, Johann, Grossherzog von Luxemburg, Douglas MacArthur, George C. Marshall, George S. Patton, John J. Pershing, Matthew B. Ridgway, Franklin Delano Roosevelt junior, James Roosevelt, Theodore Roosevelt junior, Stellvertreter Bartons, Norman Schwarzkopf junior, Sieger im ersten Irak-Krieg, der Sanitäter Russell James York, dem Barton den Gürtel als Aderpresse gab, u.a.

 

Die Legion of Merit wurde am 20. Juli 1942 als hoher militärischer Orden vom Kongress geschaffen. Bekannte Träger sind u.a.: Omar N. Bradley, Dwight D. Eisenhower, Alexander Haig, Claudia Kennedy, die erste Generalleutnantin der USA, George S. Patton, David Petraeus, Matthew B. Ridgeway, Norman Schwarzkopf, Jr., William C. Westmoreland


 Die Bronze Star Medal ist eine Auszeichnung der US-Streitkräfte, die für herausragende Leistungen im Kampfeinsatz oder besonders verdiente Pflichterfüllung vom Divisionskommandeur verliehen wird. Bekannte Träger sind unter vielen andern: Omar Bradley, US-Armeegeneral, Chef des Vereinigten Generalstabes, Alexander M. Haig, US-Armeegeneral, Supreme Allied Commander der NATO und Staatssekretär, Ernest Hemingway, John Kerry, US-Senator und derzeit Staatssekretär, Colin Powell, schwarzer US-Armeegeneral und Staatssekretär, Loretta Reynolds, US-Marine-Corps Generalin, Norman Schwarzkopf, Jr., US-Armeegeneral: Theater commander während der Operation Desert Storm, William Shakespeare, nein, nicht der, sondern ein Football player, William Westmoreland, US-Armeegeneral: Commander of Military Assistance Command Vietnam, 1964-1968, Sergeant Max Wolff, Brazilian Army, der im 2.Weltkrieg kämpfte, Chuck Yeager, US Air Force General und Testpilot: der erste Amerikaner, der die Schallmauer durchbrach.

 

Wikipedia nennt keinen Anlass und kein Datum der Verleihung dieser vier Orden an General Barton. Er wird auch nie unter den "bekannten Trägern" genannt, was in Anbetracht seines geringen Bekanntheitsgrades nicht verwundert. Nicht einmal in den meist Tausende von Namen umfassenden Veteranenlisten findet man Raymond O. Barton. Ich kann die Verleihung der vier Auszeichnungen somit nicht verifizieren, was wichtig wäre, denn


nach Military Times, Hall of Valor

hat Barton nur drei Orden bekommen, nämlich:

 

 

Der Unterschied zwischen der zweiten und der dritten Ehrung besteht darin, dass - wie in den USA üblich - anstelle der zweiten Verleihung der Army Distinguished Service Medal ein Bronze Oak Leaf Cluster, also ein Eichenblatt in Bronze, getragen wird, um eine wiederholte Verleihung des gleichen Ordens anzuzeigen. Bei der Verteilung der Orden das Vorgeschriebene richtig zu tun, ist wohl noch viel schwieriger, jedenfalls zeitaufwändiger und komplizierter, als die Tapferkeit vor dem Feind zu erweisen. Soldat kann jeder sein, aber ein pflichtgetreu handelnder Militärverwalter - das ist dann schon viel anforderungsreicher. - Übrigens wird auch bei dieser Aufzählung der offziellen Ehrungen Bartons nicht verdeutlicht, wann, von wem, wo und wofür die Auszeichnungen gewährt wurden. - [Die Medaille von 1944 wurde Barton am 16. August von Armeegeneral Hodges überreicht

(s. weiter unten).]

 

Ich gehe davon aus, dass die Familie des verstorbenen Generals wusste, welche ihm wichtige Auszeichnungen er bekommen hatte. Auf seinem Grabstein finden sich vier Abkürzungen:

DSM: Distinguished Service Medal

OLC: Oak Leaf Cluster

SS: Silver Star

BSM: Bronze Star Medal

 

 

Mir ist die nachfolgende Würdigung Bartons zuverlässiger und aussagekräftiger:

 

 

Urteil der Untergebenen und Mitarbeiter

 

Brigadegeneral Harold W. Blakeley

 

 Nach dem Anklicken des Bildes auf S. 3 blättern


Der Artilleriechef und Nachfolger Bartons widmet seine reich illustrierte Divisionsgeschichte seinem Chef und Vorgänger, was etwas aussagt über die Geltung, die Barton während der Zeit seines Kommandos und darüber hinaus bei seinem Stab und seinen Leuten genoss.

 


Brigadegeneral Theodore "Ted" Roosevelt Jr.


Er hat Barton bei der Landung und in den Kämpfen auf der Halbinsel Contentin vertreten. In einem Brief an seine Frau, bei einer Gelegenheit also, wo er gewiss nicht den geringsten Anlass hatte, der Wahrheit irgend eine Tendenz beizugeben, äusserte er sich über seinen Vorgesetzten:

 

Versuch einer Übersetzung:

 

Brig.General Theodore Roosevelt Jr.

Überzähliger General, 4. Division; Brief an seine Frau, Eleanor, 3. Juni 1944

 

Nun, liebes Häschen (Roosevelts Frau Eleanor), wir beginnen mit dem grossen Abenteuer dieses Krieges und wenn du diesen Brief bekommst, wird der Start ob in gutem oder in schlechtem Sinne Geschichte sein. Wir greifen bei Tageslicht die in der Geschichte am stärksten befestigte Küste an, ein Ufer, das von ausgezeichneten Truppen gehalten wird. Wir werfen gegen sie ausgezeichnete Truppen in den Kampf. Sie sind gut bewaffnet und unterstützt von hervorragenden Luftstreitkräften und mit gutem Support durch die Marine ausgestattet. Wir sitzen aufgereiht auf Transportern. Unser nächster Halt: Europa. . . . Die Männer sind zusammengepfercht unter Deck (auf der USS Barnett) oder liegen auf Deck . Nur sehr wenige sind aktiv. Sie sprechen von vielen Dingen, aber selten von dem, was vor ihnen liegt. Wenn sie überhaupt davon sprechen, dann reissen sie Witze. . . . Die meisten Generäle haben Angst vor dem Streit mit ihren Vorgesetzten, die über ihren Aufstieg entscheiden werden. Einer der Gründe, warum ich Tubby Barton so gern mag, ist, dass er nicht so veranlagt ist. Er wird seine Männer bewusst niemals im Stich lassen.

 Quelle

Tubby Barton will never, wittingly, let his men down.

 

Das lässt sich Barton von dem Mann attestieren, der - voraussehbar - sein Rivale in der Erinnerung der Nachwelt sein wird. General Barton hat seine Männer nie im Stich gelassen. Eine Infanterie-Division war für ihn bestimmungsgemäss ein Front-Verband und der Divisionär ein Front-Mann.

 

General Weaver zitiert im Nachruf Bartons einen Satz Brigadegeneral Theodore Roosevelts:


“Not only is Barton sound (solide) of military tactics but he is a real leader.” 

 

 

Was ein Gleichgestellter über Barton sagt

 

Generalmajor William G. Weaver war ein Jahr älter als Raymond O. Barton. Sie waren Jahrgänger an der Westpoint. Weaver wurde als Major im Ersten Weltkrieg verwundet. 1919 quittierte er den Militärdienst in Ehren und kehrte im Juli 1942 als Oberst in die Armee zurück. Er zeichnete sich als stellvertretender Kommandant der 90. Infanterie-Division im Kessel von Falaise aus, bekam im Dezember 1944 das Kommando der 8. Infanterie-Division und wurde im Februar 1945 als Verwundeter evakuiert.

 

Auf der Website der angesehenen Association of Graduates der Westpoint schrieb Generalmajor Weaver einen Nachruf:

 

Am Anfang der Würdigung findet sich übrigens ein Portrait Bartons, das kaum als solches bezeichnet werden darf, so undeutlich ist es. Barton trägt den Helm schief wie ein französischer General, wozu auch sein etwas verwitterter, verwegener, man möchte fast sagen - leicht verlebter - Gesichtsausdruck und der auffällige, kokette Schnurbart passen: Der Eroberer von Paris - an American in Paris!

Die Foto konnte ich nur mit Mühe kopieren.

 

Weaver leitet die Würdigung seines Klassenkameraden und Ranggleichen damit ein, der ganze Jahrgang der Militärschule, aber auch die Abertausenden von Freunden, die Tubby Barton liebten (was für einen Instruktionsoffizier und General recht ungewöhnlich ist), könnten dessen Abreise in eine andere Welt nicht anders verstehen, als dass er noch einmal seinen Beruf gewechselt habe. Allen sei bewusst, dass Raymond Barton sich niemals zurückgezogen und das auch nicht gewollt habe. Er sei von einer Aufgabe zur nächsten Verpflichtung geeilt. Immer habe er sich dabei bemüht, gute und herzliche Verbindungen herzustellen, was in herausragender Weise seine Bildung und Herzensgüte charakterisiere. Für Tubby sei das so normal gewesen wie das Atmen. Von ihm sei immer ein Leuchten ausgegangen. Weaver versteigt sich zur Erwartung, dass alle Zurückgebliebenen im Himmel einen genialen und dynamischen Fürsprecher hätten, zumal Tubby keinen einzigen seiner Freunde und Kumpels vergessen werde. Das sei der neue Auftrag, den der Hinübergegangene nun erfülle.

 

Als Kadett sei Barton Spitzenmann im Football und Kapitän der Ringermannschaft gewesen. In diesen Sportarten habe er seine Gegner demoliert. Man fragte sich allgemein, wie ein Mensch mit so liebenswürdiger Veranlagung so fürchterlich kämpfen könne. Man hoffte, dass er nie wirklich böse werde. Tubby sei das nie widerfahren. Er sei dem Leitspruch seines Trainers gefolgt:

 

There ain’t no holt that can’t be broke

 

So sei Barton durch die Welt gegangen und habe "Holts" gebrochen, die ihm im Spiel des Lebens noch so mancher Gegner entgegengehalten habe.

 

Im Zweiten Weltkrieg habe Tubby seine "rolling" 4. Division als Erste an der Utah Beach gelandet. Es seien nicht nur taktisches Geschick und Führungsqualitäten notwendig gewesen, um diesen deutschen Hinterhalt - in der damaligen Diktion: 'Nazi trap' - zu überwinden, sondern so etwas Ähnliches wie die Verschmelzung von

  • physical stamina
  • professional superiority and
  • spiritual faith to win.

"Nach dem Blutbad beim Sichern der Küste war die Vierte gleich konfrontiert mit dem höllischen Feuer der Deutschen, das selbst ein unbezwingbares Team von Herkulessen am Boden zerstört hätte. Hinter dem Küstenstreifen hatten die 'Bosches' die Felder, in denen die Ivy-Division zu kämpfen hatte, überflutet. Nach der Schlacht waren die ganz einzigartige Leistungen der Vierten bewegend sichtbar: Auf beiden Seiten der Strassen lagen getötete und ertrunkene Soldaten, Panzer, Lastwagen, Geschütze, Walkie-Takies und alles andere Gerät, das in einer modernen Armee zu finden ist. Es ist unmöglich zu schildern, wie der Sieg so errungen werden konnte - aber es gelang. Erfolg erfordert bisweilen mehr, als uns in Lehrbüchern und auf dem Übungsfeld beigebracht wird: es braucht auch einen Hauch von Magie.

 

Das war es, was Tubby besass und seinen Leuten zu vermitteln vermochte. Er tat sogar mehr: Er lehrte seine Kämpfer nicht nur diesen 'touch of magic', sondern inspirierte sie, nicht allein seinen charakteristischen Merkmalen nachzueifern, sondern eben dieser Aura des Sieges, die ihn umgab.

 

Die Vierte rollte dann nach Norden. Nichts vermochten die Deutschen zu unternehmen, um sie zu stoppen, den ersten feindlichen Seehafen zu erobern: Cherbourg. - Wer wird je das düstere Gefühl der Frustration vergessen, das uns ergriff, als man vom erbitterten, nicht zu brechenden Widerstand der Deutschen bei Saint-Lô erfuhr! Tubbys Truppe (outfit) schlug endlich ein Loch in ihre Verteidigungslinie. Durch dieses drang die 3. Armee Pattons, welche die 7. Nazi-Armee im Kessel von Falaise aufrollte."

 

Weaver äussert sich mit keinem Wort zur Eroberung von Paris!

 

Er fährt fort: "Ein weiterer Sieg Tubbys in dessen glänzender Reihe von ruhmreichen Leistungen war der Einbruch in die Siegfriedlinie. Seine Vierte war der erste Verband, dem das gelang. Tubby war der erste kämpfende Offizier, der seinen Fuss auf deutschen Boden gesetzt hatte.

 

Später, auf dem Schlachtfeld im zwar schönen weissen, aber tödlich gefrorenen Schnee, im grässlichsten Kampf aller Kampagnen des Zweiten Weltkriegs kommandierte ich die 8. Infanterie-Division. Zu meiner Linken war Tubby mit seiner rolling 4th. Gerade unter diesen entsetzlichen Umständen, mit einem solchen Team-Mate wie Tubby, fühlte ich stets eine Siegesgewissheit. Und gewonnen haben wir, obwohl wir bei mancher Gelegenheit aus einer als sicher geltenden Niederlage uns zu einem Sieg herauswinden mussten (we had to literally snatch victory out of the jaws of what seemed to be certain defeat)."

 

Generalmajor Weaver schreibt im Nachruf Bartons, auch in alle auf die aktive Dienstzeit folgenden zivilen Tätigkeiten habe Tubby den gleichen leuchtenden Erfolg und das gleiche menschliche Verständnis eingebracht, wie er das im Militär getan habe.

 

Auffällig ist, dass Weaver in einem Nekrolog, der für die sicher noble Absolventenschaft der West Point bestimmt war, den Besprochenen 21 Mal mit dem Spitznamen Tubby vorstellt, ihn "our pal" (Kumpel) und "our buddy" (auch Kumpel) nennt, die Angesprochenen und sich selbst als "us saddened buddies" von Barton bezeichnet und ihn zum Schluss  als "blood brother" bezeichnet. Diese familiäre Ausdrucksweise besagt auch etwas über die Art, wie Raymond O. Barton mit seinem Umfeld umging, dass er keine Scheu vor Nähe hatte und sich selbst offenbar sicher war.

 

Abschliessend würdigte Weaver General Barton mit Reminiszenzen aus der gemeinsamen Dienstzeit. Er habe versucht, in Tubbys Division sein Bestes zu geben. Es sei ihm eine grosse Ehre gewesen, dass Barton sich sehr darum bemüht habe, ihn in der Division zu behalten. Im späteren Leben habe sie eine tiefe Freundschaft verbunden. Das drückt General Weaver für sich und die Kameraden des West Point Jahrgangs 1912 (Abschluss) mit geradezu überschwänglichen Worten aus.

 

Niemand gab bisher ein Testimonial zu diesen Ausführungen Weavers ab, dessen Name überdies auf der Website falsch geschrieben ist. Wahrscheinlich wird die Seite nie konsultiert.

 

 

Barton aus der Sicht seiner Vorgesetzten

 

Joseph Lawton „Lightning Joe“ Collins

 

Quelle

Meistens war Bartons Vierte dem 7. US-Korps zugeteilt, das von Generalmajor Collins kommandiert wurde. Collins war sieben Jahre jünger als Barton und hatte die Westpoint fünf Jahre nach ihm abgeschlossen. Aber er hatte bei der Landung in der Normandie bereits aktuelle Kriegserfahrung als Kommandant der 25. Infanteriedivision,

die wegen ihrer ungewöhnlich schnell ausgeführten Operationen in der Schlacht von Guadalcanal (Wendepunkte des Zweiten Weltkriegs auf dem pazifischen Kriegsschauplatz) und bei der Rückeroberung der Philippinen "Tropischer Blitz" (Tropic Ligthning) genannt wurde. Diesen Mann holten sich Bradley und Ike Eisenhower für die Normandie-Landung. "He talks our language," stellten sie fest. Collins fehlte es nicht an Selbstbewusstsein: "I was lucky to be the right man in the right place a the right time." Er kannte Barton aus der Besatzungzeit in Koblenz nach dem Ersten Weltkrieg und wusste von seinen Qualitäten.

 

Collins qualifizierte Barton folgendermassen:

 

"Er war nicht brillant, aber völlig versiert im Werkzeug seines Metiers. Und er reifte zu einem verlässlichen Divisionskommandanten. Ich mochte ihn persönlich, wie ihn seine Leute mochten. Die Division war in einem glänzenden Zustand: scharf und begierig darauf, auf Kurs zu kommen."

 

Nach der Einnahme von Cherbourg schrieb der Korpskommandant über die von Barton geprägte Vierte:

 

"It is a tribute to the devotion of the men of the division that severe losses in no way deterred their aggressive action. The division has been faithful to its honored dead. The 4th Infantry Division can rightly be proud of the great part that it played from the initial landing on Utah Beach to the very end of the Cherbourg campaign. I wish to express my tremendous admiration."

 

Übersetzungsversuch:

"Es gereicht den Männern der Division zur Ehre, dass schwere Verluste sie in keiner Weise vor Angriffen abschreckten. Die Division ist ihren geehrten Toten treu geblieben. Die 4. Infanteriedivision kann zu Recht stolz auf die große Rolle sein, die sie von der ersten Landung am Utah Beach bis zum Ende der Cherbourg-Kampagne gespielt hat. Ich möchte meine grosse Bewunderung zum Ausdruck bringen."

Er änderte seine Meinung nicht, denn auch später äusserte er sich lobend über die 4th Division, namentlich über ihre "ability to take every objective assigned to it."

 

Diese Qualität legt der Ausbildung durch den Divisionär Barton und seiner Leadership ein ausgezeichnetes Zeugnis ab.

 

 

Leonard Townsend Gerow

 

kommandierte das V. Korps, dem die Vierte vom 22. August bis 7. November 1944 unterstellt war. Nach der Attacke der Division in der Schnee-Eifel gegen die Siegfried-Linie (West-Wall) schrieb der Korpskommandeur dem Divisionär Barton am 14. September 1944:


"The aggressive courage, unselfish devotion, tenacity of purpose and outstanding leadership of all ranks is evidenced by the fact that the 4th Infantry Division has never failed to capture its assigned objectives and has never lost ground to the enemy... It is without reservation that I say you have a hard fighting, smooth functioning division."

 

"Der aggressive Mut, die selbstlose Hingabe, die Zielstrebigkeit und die hervorragende Führung auf allen Stufen werden durch die Tatsache belegt, dass die 4. Infanteriedivision es nie versäumt hat, die ihr zugewiesenen Ziele zu erreichen, und dass sie nie an Boden verloren hat... Es erfolgt ohne Vorbehalt, wenn ich sage, dass Sie eine hart kämpfende, reibungslos funktionierende Division haben."

Quelle

 

Courtney Hicks Hodges

 

Bis zum 20. Dezember 1944 gehörte die Vierte zur 1. US Armee, die General Hodges unterstand. Dessen Adjutanten William Sylvan, Francis Smith und William Smith führten ein Tagebuch.


Quelle

S.29

Am 23. Juni besuchte General Hodges Barton, der berichtete, am Tag zuvor seien seine Leute von den amerikanischen Flugzeugen getroffen worden. Er und sein Stabschef, Oberst Rodwell, fanden das allerdings als „unvermeidbar“ bei einer Bombenlinie, die so nahe an der eigenen Truppe liege. Dagegen war der Divisionär verärgert und ersuchte um Intervention beim Heeresgruppen-Kommandanten Bradley höchstpersönlich, weil von dieser Seite das Communiqué verbreitet wurde, die 1., 4. und 29. Division hätten die Küste gleichzeitig gestürmt; tatsächlich sei die Vierte die Erste gewesen!

 

Nur das zählt im Geschichtsbuch, nicht der Tod eigener Füsiliere durch eigene Flieger verursacht!

 

S. 39

 

Am 5. Juli 1944 wollte Hodges den Kommandoposten der Vierten aufsuchen. Ein Militärpolizist wies ihn ein, aber Hodges und sein Adjutant fanden ihn nicht, was für das taktische Geschick des Divisionärs und seiner Leute spricht. Umgekehrt aber blieb Barton die Anwesenheit seines Vorgesetzten nicht verborgen. Er holte ihn ein und führte ihn in sein Versteck, von dem man den Überblick über das Marschland von Gourbesvilles (amerik. Koordinaten 319/893) hatte. Ted Roosevelt kam auch hinzu und berichtete über den Angriff der „Boches“ auf die Brücke bei Baupte. General Hodges bemerkte später zu seinen Begleitern, die ganze 4. Infanterie-Division gebe ihm immer den Eindruck, voll dabei zu sein („all the way 'in' this war“), soweit es die Umstände erlaubten, es zu geniessen (enjoying it), voller Tatkraft, Begeisterung und Siegeswille.

 

S. 46

Am 10. Juli notieren die Adjutanten des Armeegenerals, dass Barton ihnen berichtete, er sei knapp dem Tode entronnen, als ein deutsches Artilleriegeschoss nur 25 Yards (~ m) neben ihm niedergegangen sei. Ein Schrapnell hätte ihn getroffen, wenn nicht glücklicherweise ein Apfelbaum im Weg gestanden wäre. Allerdings lag der KP in der Nähe einer Strassenkreuzung, auf die sich die feindliche Artillerie von Zeit zu Zeit einschoss!


S. 96

Am 16. August heftet Armeegeneral Hodges in Gegenwart des Korpskommandanten Collins General Barton die Distinguished Service Medal an die Brust. Das Distinguished Service Cross erhalten bei dieser Gelegenheit drei Bataillonskommandanten. Silber- und Bronzesterne werden an weitere Offiziere und Soldaten verteilt.


S. 140

Am 30. September kam General Bull zum Lunch zum Armeegeneral Hodges; er hatte 10 Tage Barton im Kommando der Vierten vertreten. Als Nachfolger war General Van Fleet bestimmt. Nun erfuhr das Armeekommando, dass sich Barton wieder fit genug fühle, um den Oberbefehl über die Vierte zu übernehmen. Die Situation ist in der Ausdrucksweise der Offiziere des Stabes „complicated“.

 

An der Front gab es noch Komplizierteres!

 

S. 177

Schlecht gelaunt wegen der geringen Fortschritte kam am 17. November Armeegeneral Hodges von der 104. Division – „still has much to learn“ - zu General Barton, den er schon längere Zeit nicht mehr gesehen hatte. Der Divisionär erläuterte ihm, das Terrain sei in der letzten Nacht seit langer Zeit das brutalste gewesen, aber er habe den Eindruck, die Attacken gingen den falschen Weg. Man rücke den Strassen entlang vor, so weit das nur ginge, anstatt konsequent Yard für Yard durch die Wälder vorzudringen. Der Widerstand der Deutschen sei fanatisch. Ein Zug Deutscher habe versucht, in die amerikanischen Linien zu infiltrieren. Sie seien bis zum letzten Mann getötet worden: keiner habe sich ergeben oder zurückgezogen. 

 

Hodges hat trotz der misslichen Lage keinerlei negative Bemerkung zu Barton oder dessen Division fallen lassen. Die tagebuchführenden Adjutanten waren diesbezüglich sehr emsig im Aufheben.


S. 194

Am 2. Dezember sah General Hodges Barton, den Kommandanten der Vierten. Er kam zur Überzeugung, dessen Division sei erschöpft und am Ende ihrer Kräfte. Das bewies auch die Abwehr einer deutschen Attacke durch das 22. Infanterie-Regiment, dessen Kompanien K und I überrannt wurden. Der Gegenangriff war erneut verlustreich. Man sah für den folgenden Tag Entsatzmassnahmen zu Gunsten des Regiments vor.

 

S. 429

Auch die Adjutanten des Armeegenerals geben für den Rücktritt Bartons vom Kommando nichts anderes an: „Barton was reassigned due to his failing health.“

 

George Smith Patton, Jr.

Quelle

Die Vierte gehörte ab 20. Dezember 1944 zur 3. US Army des famosen Draufgängers Generalleutnant George S. Patton. Er schieb an den damaligen Divisionskommandanten Generalmajor Raymond O. Barton:

 

„Keine amerikanische Division hat in Frankreich den grossartigen Rekord der 4. Infanterie-Division übertroffen, welche fast ununterbrochen im Einsatz war, seit sie ihren Weg nach der Landung am 6. Juni erfochten hatte. Aber nach meiner Meinung war Ihr jüngster Kampf, als Sie mit einer erschöpften und übermüdeten Division die linke Flanke des deutschen Stosses in die amerikanischen Linien aufhielten und die Stadt Luxemburg retteten, die einzigartige Vollendung.“

 

Das nimmt General Weaver im Nachruf Bartons nochmals auf:

Quelle

 

"The inimitable and valorous Gen. George S. Patton said he 'knew of no American Division in France which excelled the magnificent record of the 4th Infantry Division.' He further said that in the dark days of December 1944, depleted and tired, the 4th Division halted a German thrust into American lines to save the city of Luxembourg."

 

"Der unnachahmliche und tapfere General George S. Patton sagte, er kenne keine amerikanische Division in Frankreich, die den grossartigen Rekord der 4. Infanteriedivision übertroffen hätte. Er sagte weiter, dass in den dunklen Tagen des Dezembers 1944 die 4. Division, erschöpft und müde, einen deutschen Vorstoss in amerikanische Linien stoppte, um die Stadt Luxemburg zu retten."

 

Memorials

 

Paradeplatz und Erinnerungsplakette

 

Generalmajor Eugene A. Salet, widmete als Kommandant von Fort Gordon ein Paradefeld General Raymond O. Barton nach dessen Ableben (1963). Das Areal heisst heute noch so.

 

Clare, die Witwe Bartons, habe, so notierte General Weaver, augenfällig die hohe Wertschätzung zum Ausdruck gebracht, die sie und ihr Ehemann stets für ihre Freunde und alle andern gefühlt hätten, und sie habe die Erinnerungsplakette General Salets akzeptiert, die beim Barton-Paradefeld angebracht wurde und ihren geliebten Gemahl beschreibe als

 

"Patriot—Soldier—Civic Leader".

 

 

Denkmal

 

General Weaver: "Für seine noblen zivilen Leistungen beabsichtigten die Bürger von Augusta, Tubby ein Denkmal zu errichten."

 

Das war wohl die fromme Absicht von 1963, aber es kam scheinbar nie dazu, denn ich finde keine entsprechende Hinweise auf die Errichtung.

Dagegen hat 1980 die

 

Raymond O. Barton Chapter National 4th Infantry Ivy Division Association

 

das Denkmal errichtet, wahrscheinlich zur Sanierung der Frustration der Vietnam-Veteranen, die sich um die Ehrungen geprellt vorkamen.

Das Denkmal steht in einer Allee von Augusta, der Green Street, die parallel zum Savannah River verläuft, der den Bundesstaat Georgia von South Carolina trennt. Die Green Street mit ihren sie säumenden Denkmälern lehnt sich wohl an die Idee der römischen Via Appia Antica an.

Quelle

[East Face]:First troops assigned to (Camp) Fort Gordon, Georgia upon activation in 1941 Troops arrived at Camp Gordon December 1941 and underwent rigid combat training here until April 1943.

{Ivy Leaf Cross Emblem}
Aisne - Marne Normandy
St. Mihiel Northern France
Meuse -Argonne Rhineland
Defensive Sector Ardennes
Army of Occupation Central Europe
Viet Nam


The first U.S. Troops to land on Utah Beach Normandy France 6 June 1944-in Cherbourg - Break Through enemy lines at famed St. Lo - in Paris - Break the Siegfried Line
Ivymen were the heart of the Hurtgen Forest Battle the bloodiest fight of the European War and threw back attack of the Battle Of The Buldge

Have fought in combat
France, Belgium, Germany, Luxemburg & Viet Nam

[West Face]:

Dedicated 4 October 1980
To the Glory of God
and
in memory of the late
Maj. Gen. Raymond O Barton, Sr.
Commanding General - Jul 1 1942 - Dec. 26 1944
and
to all Ivymen and women both living and dead
by
The Raymond O Barton Chapter
Natl 4th Inf Ivy Div Assn

{Ivy Leaf Cross Emblem}
Aisne - Marne Normandy
St. Mihiel Northern France
Meuse -Argonne Rhineland


Defensive Sector Ardennes

Army of Occupation Central Europe
Viet Nam

(List of Presidents and Assn. Officers)

 

Quelle

Es ist diskutabel, ob dieses Denkmal überhaupt eine Ehrung Raymond O. Bartons darstellt. Der Strasse zugewandt ist es der Vierten gewidmet. Was da über deren Leistungen in Stein gemeisselt steht, ist nicht ganz falsch, aber ärgerlich und missverständlich in der Auswahl und den Verkürzungen. Der Leser erfährt unter anderen - weit gröberen Fehlleistungen - , dass die Division

in Paris

war. Nun, in Paris waren viele Amerikaner, nämlich im wohlverdienten Urlaub. Das war die Vierte nicht.

 

Die Rückseite ist der Ehre Gottes geweiht. Und dem General Barton sowie allen lebenden und toten Divisionsangehörigen.

Mehr Platz als diese Belobigungen nimmt die Aufzählung der Präsidentschaft der Gesellschaft für das Jahr 1980 in Anspruch. Völlig lächerlich. Der Kaplan braucht mehr Platz als Gott der Herr; der Vereinskassier mehr als der Weltkriegs-Divisionär. Etwas gleich Assymmetrisches, Unausgegorenes, ja Groteskes sucht man noch.

 Man vergleiche diese misslungene "Übung", die nur im verdummenden Kollektiv einer Vereinveranstaltung zu Stande kommen konnte, mit dem Bartons Wesen gerecht werdenden, schlichten liegenden Gedenkstein im Westover Memorial Park.

 

 

 

Ehrungen durch Veteranen:

 

Wie aus dem vorstehenden Abschnitt ersichtlich ist, gab oder gibt es innerhalb der 

 

 National 4th Infantry Ivy Division Association

eine

Raymond O. Barton Chapter.

 

Dass diese Gruppe noch existiert, scheint mir eher unwahrscheinlich. In der Website der Gesellschaft werden Bilder von neun Denkmälern der Division gezeigt, aber das von der Raymond O. Barton Chapter initiierte fehlt. Gruppenmitglieder hätten sicher protestiert.

 

 

"Major General Raymond Oscar 'Tubby' Barton, one of the best division commanders in the U.S. Army during WWII."

Charles A. Lewis, Veteran und Verfasser der Kurzbiographie

 

 

Im Nachruf Bartons fügt General Weaver an:

"Für die Einweihungszeremonie des Barton Field im Fort Gordon flog ein treuer (tried and true) alter Soldat der Vierten, der unter Barton während des Zweiten Weltkriegs gedient hatte, den langen Weg von Fort Lewis im Bundesstaat Washington, wo die Division gerade stationiert war, nach Augusta in Georgia, um seinem geliebten alten Divisionskommandanten den Tribut zu zollen. Der Soldat hiess Sgt. Sutton; er sagte, es sei schwer, General Barton in seiner ganzen Grösse darzustellen, aber zusammengefasst müsse man ihm jene Eigenschaften zuerkennen, die in den Augen der Mitmenschen jeden gross machten:

 

Exemplifying duty — Honor— Simplicity"

 

 

Man möge nicht vergessen, dass der General noch einige tausend andere Soldaten in diesem Tod und Siechtum bringenden Krieg führte - unter anderen: