16Familie Barton


Ich hole hier etwas aus, um aufzuzeigen, dass der (Mit-)Befreier der Weltstadt Paris alles andere als ein Porphyrogenitus war. Alles andere als das. Er kam aus einem schlichten, biederen Milieu, das nichts, aber auch gar nichts mit der französischen Kapitale zu tun hatte. Er nicht. Seine Männer nicht. Ganz im Gegensatz zu de Lattre de Tassigny, der sich erst nach der Besetzung des bis dahin unbesetzten Teils Frankreichs dem Widerstand zuwandte, zu de Gaulle, der das von Anfang an tat und schon vorher die Weitsicht hatte, die Gefahren des Nationalsozialismus vorauszusehen, als Frankreich und Grossbritannien noch der Doktrin folgten, die zum schändlichen Münchner Abkommen führte, und zu Graf Philippe Leclerc de Hauteclocque. Alle drei Genannten sind französische Adelige - aus ihrem Selbstverständnis heraus dem Wohl und Wehe Frankreichs bis in den Tod verpflichtet.

 

Barton stammte aus dieser Gegend:

Das ist Granada im Bundesstaat Colorado. Weit und breit kein Eiffelturm. Was man sieht, sind die Überbleibsel eines Lagers, wo Japaner interniert wurden. Was wohl bereits genug darüber aussagt, wie abgelegen Bartons Heimat ist.

 

Sein Geburtsort hat heute 500 Einwohner. Auf der erstaunlich reichhaltigen, informativen und detaillierten Website findet man auch eine Anzahl Fotos. Ausgerechnet unter dem Untertitel "Natural disasters" wird aufgeführt: Birthplace of Raymond O. Barton – General.

Das ist die einzige Hervorhebung des grossen Sohnes dieses Dörfchens in der weiten Ebene. 13,998 Dollars pro Kopf-Einkommen. Ein Schwarzer, ein Indianer, zwei Mischlinge wohnen dort. 70 % sind „Hispanics“, der Rest Weisse. Entsprechend sind 43 % katholisch. Percentage of residents living in poverty in 2012: 19.2%. 0,5 % der Haushalte sind von einem lesbischen Paar gehalten; kein registriertes Gay-Paar. Die Republikaner dominieren die Demokraten im Verhältnis 2 : 1. - Ich habe keinen Anlass zur Annahme, dass die Strukturen 1889, als Tubby geboren wurde, viel anders waren. Amerikanische Norm-Normalität. Umso erstaunlicher, dass er nach Besuch der High Scool in der zweifelhaften Kleinstadt Ada/Oklahoma die Eliteschule von Westpoint absolvieren konnte.

Granada/Colorado


Der schlichte Grabstein der Eltern Tubby Bartons im Rosedale Cemetery in Ada, Pontotoc County, Oklahoma, USA

 

Die Todesanzeige der Mutter General Bartons, publiziert in "The McAlester News Capital, McAlester, OK, Samstag, 7.8.1943", woraus man erfährt, dass Tubbys Vater Richter war. Die Eltern kamen 1895 nach Pauls Valley, Oklahoma, als ihr Söhnchen Raymond sechs Jahre alt war. Das Städtchen war wohl zehnmal grösser als der Geburtsort Granada, aber immer noch kleiner als die Kleinstadt Ada, wo die Bartons den grössten Teil ihres Lebens verbrachten und Sohn Tubby zur Schule ging.

 

Im Internet fand ich dieses Bild. Wahrscheinlich war das Zementwerk die einzige Industrie in Ada und Richter Conway O. Barton war vielleicht dort beschäftigt oder beteiligt. Die Nachkommen engagierten sich, wie man sehen wird, jedenfalls in der Zementindustrie. Davon steht im Lebenslauf allerdings nichts. Ich vermute bloss, dass das Richtergehalt nicht ausreichte, um Conways namhafte familiäre Verpflichtung abzudecken. 

 

 1856 - 1941

Quelle

Er war der Sohn des gleichnamigen, aus North Carolina stammenden Vaters und der aus South Carolina gebürtigen Martha John Cox Barton (1810 - 1881). Als Conway junior am 7. Juni 1856 geboren wurde, führten seine Eltern eine Farm mit Pflanzungen in Milam County, Texas, in der Nähe von Calvert. Das Gut umfasste drei Leagues (das wären angeblich 16,668 km; der englischen Landleuga [land league] entsprechen allerdings 3 Meilen (4.828 km). Diese Angaben sind unbehilflich, weil es sich durchwegs um Längenmasse handelt. Instruktiver ist, dass man 157 Sklaven beschäftigte. (Anschaffungspreis pro Sklave ungefähr 4'000 Dollars). Tubbys Vater hatte drei Brüder: Lemuel, John Harold und Frank. Alle dienten - wenig überraschend - in der Armee der sezessionistischen Konföderierten.

 

Conway Oldham Barton wurde standesgemäss in einer Privatschule in Port Sullivan (in der Folge des Bürgerkrieges verlassene Ortschaft) erzogen und in der Texas Military Academy in Austin sowie an der University of Virginia ausgebildet. Hier besuchte er 1876-77 Vorlesungen in Rechtswissenschaften. Dann begann er in Cameron, Milam County, Texas, als Anwalt zu praktizieren. Er heiratete Mary Blanche Crow, die 1882 starb. Aus dieser Ehe waren zwei Töchter hervorgegangen: Manda Galen, die Felix E. Smith heiratete, und Ann Caroline, die 1924 starb.

 

Milam County Courthouse

 

Die zweite Ehefrau war die Lehrerin Carrie Mosher aus dem 500-Seelen-Dorf Buda, Illinois, die er in Las Animas, Colorado, am 4. Januar 1887 heiratete. Das Ehepaar hatte sechs Kinder:

 

Raymond O. (Tubby), geboren in Granada, Colorado, am 22. August 1889,

und

Percy O., geb. in Pauls Valley, Indian Territory, am 11. Februar 1897, gestorben am 3. Oktober 1918 in Ada, Pontotoc Co., Oklahoma

 

Die andern vier Kinder starben im Kindesalter:

 

1. Myra Barton, b. Oct 1887, Granada, Prowers Co., Colorado, d. Oct 1887, Granada, Prowers Co., Colorado (Age ~ 0 years)

3. Winnie Davis Barton, b. 15 Jan 1893, Wellington, Collingsworth Co., Texas, d. 06 Mar 1893 (Age 0 years)

4. Ernest Breckenridge Barton, b. Feb 1894, Gainesville, Cooke Co., Texas, d. Abt May 1894 (Age ~ 0 years)

5. Conway Oldham Barton, III, b. Apr 1895, d. Abt Jun 1895 (Age ~ 0 years)

 

Der Lebenslauf des Richters Barton von 1941 erwähnt, der Sohn Raymond O. sei Absolvent von West Point und als Oberst im Fort Benning in Georgia statoniert.

 

Conway Oldham Barton kam mit seiner Familie von Granada, Colorado, nach Wellington, Collingsworth County (3'000 Einwohner!), Texas, wo er 1892 zum County Judge gewählt worden war. Ab 1895, nun in Pauls Valley, war er wieder als Anwalt tätig, bis er 1902 in Ada im United States Court Einsitz nahm. Die Familie nahm nun dort Wohnsitz. Conway blieb bis zu seinem Ableben praktizierender Anwalt. 1910 wurde er County Judge von Pontotoc County (37'000) Einwohner. Er war 1906 bis 1908 Bürgermeister (Mayor) von Ada.

 

 "As a devoted husband and father, he was appreciated and so remembered."

 

Dass die stolze Südstaaten-Pflanzerfamilie in solch kleinbürgerliche Verhältnisse geraten war, hatte einen einfachen Grund: die Niederlage im Sezessionskrieg.

Quelle

Der Grossvater des Generals Tubby Barton verlor 1862 mit der Emancipation Proclamation alle 157 Sklaven. Die Unions-Regierung konfiszierte auf seinem Gut überdies 150 Ballen Baumwolle (zu je 480 Pfund; ein Pfund wiegt 453,59 Gramm). Natürlich blieben viele Schwarze auf der Siedlung. Was hätten sie sonst tun sollen? Aber ihr Rechtsverhältnis zum Farmer war nun das Sharecropping, die Naturalpacht, die dem Verpächter kein bares Geld brachte. Ausserdem sei das Gut 1868 beim Tod des Grossvaters aufgeteilt worden unter die Witwe und die acht lebenden Kinder, schreibt eine derzeit im Netz nicht mehr greifbare Familienchronik. In einer anderen Aufzeichnung sind nur drei überlebende Kinder erwähnt:

 

Sarah James Barton (1830 - 1918)

Thomas R Barton (1835 - 1849)

Lemuel Fields Barton (1837 - 1920)

Lenora L Barton (1845 - 1852)

Mary S Barton (1849 - 1849) und Tubbys Vater

Conway Oldham Barton Jr. (1856 - 1941)

 

Grabstein im Port Sullivan Cemetery des

Conway Oldham Barton Sr.

geboren am 20. Aug. 1805 in Greenville Co., South Carolina

gestorben am 26. Mai 1868 in Milam Co., TX

Quelle

Noch etwas abenteuerlicher ist die Geschichte der Grossmutter Tubby Bartons. Sie soll den Vater des Generals mit 51 Jahren geboren haben, was für die damalige Zeit doch sehr erstaunt. Martha John Cox Barton, geboren 1810 in Onslow, NC, gestorben 1881 in Milam Co., TX, hat nach der einen Quelle die vorerwähnten sechs Kinder geboren, nach einer andern aber:

1. Margaret W. Barton, b. 1828, , Montgomery Co., AL, d. 24 Oct 1873, Bryan, Brazos Co., Texas

2. Sarah James "Aunt Fay" Barton, b. 5 May 1830, , Montgomery Co., AL, d. 9 Nov 1917, , Milam Co.

3. Deborah Barton, b. 18 Dec 1832, , Montgomery Co., AL, USA , d. 20 Aug 1872

4. Thomas Perry Barton, b. 27 Aug 1835, , Milam Co., TX, USA , d. 28 Dec 1849

5. Lemuel Fields Barton, b. 1837, , , MS, USA , d. 1920, Hearne, Robertson Co., Texas, USA

6. John Matilda Barton, b. Abt Mar 1841, , Montgomery Co., AL, d. 04 Nov 1887, Cameron, Milam Co.

7. Francis Davis "Frank" Barton, b. 1 May 1844, , Caddo Parish, LA, d. 1 Sep 1900, Calvert, Robertson Co., Texas, 

8. Leonora L. Barton, b. 15 Dec 1845, , Caddo Parish, LA, d. 14 Jun 1852, , Caddo Parish, LA, USA

9. Mary Susan Barton, b. 29 Jan 1849, , Caddo Parish, LA, USA, d. 14 Jun 1849, , Caddo Parish, LA

10. Ella Shackelford Barton, b. 1853, , Robertson Co., TX, USA, d. 1887, Jackson, Madison Co., TN

11. Conway Oldham Barton, Jr., b. 7 Jun 1856, , Milam Co., TX, d. 13 Jul 1941, Ada, Pontotoc Co., OK

 

Nach dieser Liste hätten tatsächlich acht Kinder den Vater überlebt.

 

Port Sullivan Cemetery, Milam County, Texas, wo die Grossmutter General Tubby Bartons beigesetzt worden sei.

 

Es gibt eine Barton Historical Society. Aus deren Website habe ich die nachfolgenden Angaben entnommen:

 

Die Urgrosseltern Tubby Bartons waren:

 

Thomas Barton

 geboren am 15. Mai 1768 in Fauquier Co., VA

 gestorben am 10. Juli 1826 in Montgomery Co., AL

 und

 Sarah Kees, (Keyes)

 geboren am 19. Dezember 1770

 Sterbedatum nicht angegeben

Heirat 1794

 

Kinder:

1. Matilda Barton

2. Susannah Barton, b. 6 Oct 1797, d. 11 Nov 1883, Selma, Dallas Co., AL, USA

3. Harriet Barton, b. 27 May 1802, d. 7 Jul 1828, , Elmore Co., AL, USA

4. Conway Oldham Barton, b. 20 Aug 1805, , Greenville Co., S.C., d. 26 May 1868, , Milam Co., TX,

5. Mary Ann Barton, b. Abt 1807, , Greenville Co., South Carolina, USA

6. Lucinda Barton, b. 8 Jul 1830, , Montgomery Co., AL, USA

7. John Keyes Barton, b. 12 Mar 1812, , Wilkes Co., GA, d. 20 Feb 1886, Deatsville, Elmore Co., 

8. Lenora Deborah Barton

9. Absalom Allen Barton

10. Thomas Perry Barton, b. 1818, , , GA, USA, d. 4 Jan 1877, Macon, Noxubee Co., MS, USA

11. Sarah Evalina Barton, b. 28 Dec 1824, d. 2 Oct 1844, , Elmore Co., AL, USA

 

 

Ururgrosseltern

 

David Barton

geboren um 1730 in Stafford Co., VA

gestorben um 1775 in Kentucky

und

Ruth Oldham

geboren um 1728, in Virginia

  gestorben 1807 in Franklin Co., GA

 Heirat 27. Juli 1752

 

Kinder:

1. Benjamin Barton, b. Abt 1757, Prince William Co., Virginia, d. Bef 1830, Lauderdale Co., Alabama, USA (Age ~ 72 years)

2. Mary "Molly" Barton, b. 1758, Fauquier Co., Virginia, d. 1851 (Age 93 years)

3. Elizabeth "Fannie" Barton, b. Bef 1759, Fauquier Co., Virginia

4. William Billie Barton, b. 1760/1766, d. Bef 27 Sep 1827, Morgan Co., Georgia, (Age 61 years)

5. Susannah "Susan" Barton, b. 14 Feb 1766, Fauquier Co., Virginia, d. 2/21 Apr 1837, Oconee, Washington Co., Georgia, (Age 71 years)

6. John W. Barton, b. 10 Mar 1768, Fauquier Co., Virginia, d. 18 Apr 1844, Paulding Co., Georgia, (Age 76 years)

7. Thomas Barton, b. 15 May 1768, Fauquier Co., Virginia, d. 10 Jul 1826, Montgomery Co., Alabama, (Age 58 years)

8. David Oldham Barton, b. 20 Dec 1770, Fauquier Co., Virginia, d. 1 Mar 1842, Oconee Co., South Carolina, (Age 71 years)

9. Presley Barton, b. 1774, Surry Co., North Carolina, d. 1822, Morgan Co., Georgia, (Age 48 years)

10. Ruth Barton

 

Weitere Vorfahren werden nicht mehr als gesichert angegeben:

 

"Family lore (Überlieferung) has it that the Barton ancestors of David and Thomas Barton were Thomas1, Thomas2 and Thomas3. However, according to Line Leader Terry Barton regarding whether the two were the sons of Thomas3 'The family believes it, yDNA supports it and The Barton Book says it - but there isn't a shred of surviving documentation to support it!' Further research is required."

 

"Die Überlieferung besagt, dass die Barton-Vorfahren von David und Thomas Barton Thomas1, Thomas2 und Thomas3 waren. Allerdings, so der "Line Leader" Terry Barton, ob es sich bei den beiden um die Söhne von Thomas3 handelt: 'Die Familie glaubt es, die DNA-Analyse unterstützt es und das Barton-Book sagt es - aber es gibt nicht einen Funken überkommender Dokumentation, um das zu stützen!' Weitere Forschungen sind erforderlich."

 

Sicher ist jedenfalls, dass General Raymond O. "Tubby" Bartons Ahnen zu den Pionieren der weissen Besiedlung des Territoriums der südlichen US-Bundesstaaten gehörten.

 

Sklaven bei der Arbeit am Cotton Gin

Quelle

Äusserst diskret ist die Erscheinung der "Generalin". Von Bartons Ehefrau erfährt man kaum mehr als von der Stamm-Mutter Ruth Oldham (1728-1807). Clare Elliot Fitzpatrick wurde am 3. März 1895 in New York geboren. Es wird kein Beruf verzeichnet. Mit 27 Jahren heiratete sie den 33-jährigen Berufsoffizier Raymond O. "Tubby" Barton, der zu der Zeit in der amerikanischen Besatzungszone am Rhein diente. Die Hochzeit fand 1922 an unbekanntem Datum in Paris statt.

 

Sie hatte zwei Kinder:


1. Clare Conway Barton (Mrs. Clare B. Redd, San Angelo, Tex.) und

2. Raymond Oscar Barton, Jr. (1927-2003)

 

 Clare überlebte ihren Ehemann um 15 Jahre. General Weaver spricht sie in seinem länglichen Nachruf auf Tubby Barton als Witwe kurz an:

 

"Clare, Tubby’s wife, sweet, attractive and charming as ever, and visibly embodying the deep devotion she and her husband had always felt for each other and their friends, ..."

 

"Clare, Tubbys Ehefrau, süss, attraktiv und charmant wie immer, und offenkundig die tiefe Hingabe verkörpernd, die sie und ihr Mann schon immer füreinander und ihre Freunde empfunden haben,..."

 

Daraus schliesse ich, dass sich das Privatleben der Ehegatten Tubby und Clare Barton-Fitzpatrick strikte im engen Freundeskreis der Garnison abspielte, soweit Clare ihren Wohnsitz überhaupt der recht hohen Kadenz des Dienstort-Wechsels Bartons folgen liess. Sie lebte schliesslich 33 Jahre in Augusta, gehörte der römisch-katholischen Gemeinde dieser Stadt an, wo auch ihr Sohn R.O. Barton Jr. und ihre Schwester Mrs. Helen H. Wynn wohnten, und starb am 8. Mai 1978 im Augusta Hospital. Sie wurde auch im Westover Memorial Park von Augusta beigesetzt.

 

 

General Weaver erwähnt in seinem Nachruf auch die beiden Kinder von Tubby und Clare Barton:

 

"The two children of Tubby and Clare are exactly the wonderful people a person would expect of such magnificent parents. Raymond Jr., formerly of the Air Force, is now out of the Service and is eminent in his civil business, following in the footsteps of his illustrious father. Attractive young Clare is married to Mr. A. J. Redd, a successful businessman of San Angelo, Tex. Our love will always surround Clare and the children as it does Tubby."

 

"Die beiden Kinder von Tubby und Clare sind genau die wunderbaren Menschen, wie man es von Kindern solch grossartiger Eltern erwartet. Raymond Jr., ehemals bei der Air Force, ist nun aus dem Dienst ausgeschieden und in seinem zivilen Geschäft herausragend; er tritt in die Fussstapfen seines berühmten Vaters. Die attraktive junge Clare ist mit Herrn A. J. Redd, einem erfolgreichen Geschäftsmann von San Angelo Tex., verheiratet. Unsere Liebe wird Clare und die Kinder immer so umgeben wie Tubby es tat."

 

Über die Tochter Clare Conway gibt das Internet wenig her. Sie wurde am 11. Oktober 1925 geboren und starb am 6. Oktober 1995. Ihr Ehemann A. J. Redd, mit dem sie in San Angelo in Texas wohnte, tritt als Informant im Lebenslauf der Stiefschwester Tubbys, Manda Galen (Maude) Smith-Barton, auf, die ebenfalls in San Angelo Wohnsitz hatte. Wahrscheinlich war der Schwiegersohn Tubby Bartons:

Quelle

Aloysius J. Redd

 Born: Mar 19, 1919

Deceased: Jan 12, 2005

Auch über seine Person lässt sich das Internet nicht ausquetschen.

 

Ergiebiger ist die Biographie des Sohnes Raymond Oscar Barton, Jr.

Quelle

Veteranenausweis für die Witwe und den Sohn

des Generalmajors Raymond Oscar Barton

mit deren Unterschriften

U.S., Headstone Applications for Military Veterans

Added by: Robert Thompson 9/20/2013 

Quelle

Der Sohn Tubbys - sein Spitzname war "R.O.", was ihn ja auch nicht erheblich vom Namen seines Vaters abhob - wurde am 8. März 1927 in Ohama, Nebraska, geboren. Er war verheiratet mit Annette Berry Barton (1937-2009). Barton Junior hinterliess drei Söhne, Rocky (verheiratet mit Jane), Hank und John, und eine Tochter: Cathy Barton Clarke. Annette Berry brachte zwei Kinder in die Ehe ein: Neil Berry (verheiratet mit Beth) und Kathy Berry, die als einzige ausserhalb Augustas, nämlich in Savannah, wohnte. Als der Generalssohn starb, hatte er sechs Enkel: T.J. (verheiratet mit Christy), der von allen Enkelkindern allein ausserhalb Augustas Wohnsitz hatte, nämlich in Reedsport/OR, Raymond, Kristin, Ben und Mattie Barton sowie Daniel Clarke. Es hält schwer zu sagen, wer die Mutter von Cathy Clarke bzw. Grossmutter von Daniel ist.

 

Die Eltern, Tubby und Clare, waren nach dem Krieg nach Augusta gekommen, ihr Sohn "R.O" erst 1958, nach Ableistung der Militärdienstzeit und als ihm dort wohl Papa eine fette Pfründe in der Zementindustrie eröffnet hatte.

 

1969 wurde er Eigentümer und Präsident der Claussen Concrete Company, welche er zur grössten und erfolgreichsten Zementproduktionsfirma der Region ausbaute. Er war überdies

 

Director of Homebuilders Association of the CSRA

Director of the Carolinas Ready-Mixed Concrete Association

Member and past president of the Augusta Country Club

Member and past president of the Augusta Golf Association

Director of the Greater Augusta Chamber of Commerce 

Director of the Augusta Exchange Club

Chairman of the Richmond County Human Relations Committee.

Member of the executive board of the Georgia-Carolina Council of the Boy Scouts of America and Past president from 1972-1973

 

Barton Junior war selbstredend Mitglied zahlreicher anderer gesellschaftlicher und beruflicher Organisationen.

 

Er starb am Montag, 10. November 2003 in seinem Haus. Er wurde mit militärischen Ehren im Westover Memorial Park beigesetzt. Die Feierlichkeiten leitete Reverend Dr. Richard E. Sanders. Ehrensargträger waren Mitglieder der Augusta Golf Association.

 

"R.O." stand das militärische Begräbnis zu, weil er ein Veteran des Korea-Krieges war. Er hatte wie sein Vater die United States Military Academy von West Point absolviert und 1948 abgeschlossen. Darauf diente er als Kampfpilot in der United States Air Force. Er flog im Korea-Krieg 100 Einsätze. Dabei schoss er drei MiGs  ab und beschädigte weitere sieben. Selbst flog er eine F-86.

 


MiG 15 (SU)

F-86 (USA)


"Die North American F-86 war der einzige Jäger der westlichen Welt, der es im Koreakrieg mit der sowjetischen Mikojan-Gurewitsch MiG-15 aufnehmen konnte – die Leistungsdaten waren zwar etwas schlechter, dafür waren die Flugeigenschaften besser. Im Koreakrieg wurde die F-86 als Luftüberlegenheitsjäger eingesetzt, um das Eingreifen von MiGs in die Bodenkämpfe zu verhindern. Diese Taktik war erfolgreich und erlaubte es den UN-Kräften, die als Jäger veralteten Typen wie die Lockheed F-80, die Republic F-84 und die Gloster Meteor als Jagdbomber über dem Gefechtsfeld einzusetzen. Dagegen erhielten die nordkoreanisch-chinesischen Truppen keinerlei Luftunterstützung. Am 17. Dezember 1950 schoss der US-Pilot Bruce H. Hinton mit seiner F-86 erstmals eine nordkoreanische MiG-15 ab."

 

Ich gebe hier ein Zitat aus Wikipedia wörtlich wieder, um daran zu erinnern, dass in den 50er Jahren die sowjetischen Streitkräfte nicht nur in Bezug auf die Masse - erst recht seit dem "Zugewinn" der Volksrepublik China -, sondern auch technisch den westlichen in manchen Bereichen überlegen waren. Die berechtigte Angst im Kalten Krieg vor dieser Vormacht des Ostens verstärkte sich noch mit dem Sputnik-Erfolg im Weltraum.

 

"R.O." Barton wurde selbst beinahe das Opfer dieser technischen Überlegenheit der MiG-15.

 

Am 30. November 1951 flog er in einer acht F-86 umfassenden Staffel an den Yalu-Fluss, der die Grenze zwischen China und Nordkorea bildet. Sie griffen einen jägergeschützten Tupolev-Bomberverband an. Als Munition und Treibstoff knapp wurden, wollte sich der Staffelführer George Andrew Davis mit seinen Fliegern zurückziehen. Da bekam er den Hilferuf des Piloten Raymond O. Barton; dessen Flugzeug war beschädigt und stand unter der Attacke von dem als Verstärkung eingetroffenen Geschwader von 24 MiG-15 der chinesischen 3rd Fighter Division. Offenkundig bereiteten sich zwei MiGs vor, Bartons Flugzeug den finalen Schuss zu applizieren. Der Staffelkommandant Davis stiess durch die Angreifer durch und traf den Kommandanten des feindlichen Geschwaders tödlich. Der Angriff auf Barton wurde abgebrochen und die Amerikaner nützten die angerichtete Verwirrung, um schleunigst zu entkommen. Sie landeten samt der schadhaften Maschine Bartons ohne weitere Schäden, aber im Tank waren nur noch 5 US-Gallonen Treibstoff (19 Liter!). Davis bekam das Distinguished Service Cross und wurde bald darauf zum Major befördert. 

 

 

 

 

 

Davis in the cockpit of his F-86 Sabre jet in South Korea during his 1952 tour in the war.

http://en.wikipedia.org/wiki/George_Andrew_Davis,_Jr.#mediaviewer/File:George_Andrew_Davis,_Jr..jpg

 

Barton Junior war Teilnehmer der ersten Non-Stopp-Flüge mit Kampfflugzeugen über den mittleren Atlantik und über den Pazifik. Dabei wurde das Betanken in der Luft erprobt. Er war Lehrer im ersten an der Air Force Academy graduierten Jahrgang. Zu seinen militärischen Auszeichnungen gehörten

 

the Distinguished Flying Cross

the Air Medal with Oak Leaf Cluster, and

the Air Force Commendation Medal.

 

Den Dienst in der Air Force quittierte er in Ehren im Jahre 1958 im Range eines Hauptmanns.

Quelle

Die Schwiegertochter Tubby Bartons, Annette Berry Barton, bewegte sich - wohl standesgemäss - in für Spiessbürger leicht abgehobenen Kreisen, die nichts mehr mit der kleinbürgerlichen Herkunft ihres Schwiegervaters zu tun hatten. Die hämische Bemerkung hat nichts damit zu tun, dass sie praktizierende Jüdin (Augusta's Reform Synagogue) und Member of Congregation Children of Israel war, wohl aber mit einem Nachruf, der sich vor allem auf ihre Engagements bei Golf und Bridge kaprizierte. Dabei hat sie sich mit 41 Jahren noch einen akademischen Titel am Augusta College (Augusta State University) geholt. Während 20 Jahren führte sie ihr eigenes Rahmen-Atelier. Der Nekrolog macht ein Durcheinander in der Behandlung der familiären Verhältnisse. Möglicherweise waren sie auch etwas verworrener als oben dargestellt. Die Familie bat, statt mit Blumen mit einer Spende der Verstorbenen zu gedenken, nämlich für den Pendleton King Dog Park von Augusta; das ist jener Parkbereich, wo man die Hundchen ohne Leine lassen darf.

 

www ist eine weltweite Klatsch-Plattform, der schliesslich nichts verborgen bleibt. "R.O." Barton hatte auch eine zweite Mutter seiner Kinder: Anne Wilcox Claussen. Es wird nicht behauptet, dass er mit ihr verheiratet war. Der Name Claussen weist auf eine engere Verbindung hin: Wie wir gesehen haben, wurde "R.O." 1969 Eigentümer und Präsident der Claussen Concrete Company, der grössten und erfolgreichsten Zementproduktionsfirma der Region. Im Almanach "Families of Southeastern Georgia" von Jack N. Averitt wird über den Vorgänger im Präsidium jener Zementfabrik berichtet, "die engagiert ist in highway and heavy construction, und die zur Zeit mehr als 400 Mitarbeiter beschäftigt", was in Anbetracht amerikanischer Mechanisierung und Automatisierung eine stolze Zahl ist. Der 1921 geborene, ehemalige Leutnant der Air Force, Henry Herman Claussen, dessen Mitgliedschaften - von der Chi Phi Fraternity über den Benevolent and Protective Order of Elks bis zur Good Shepherd Episcopal Church of Augusta - doch einiges aussagen über seine gesellschaftliche Bedeutung, hatte vier Kinder, u.a. die am 28. Mai 1951 geborene Anne Wilcox. Sie war damals verführerische 18 Jahre alt, als Barton Junior in die Geschehen des Zementunternehmens eingriff. Vielleicht wars zeitlich auch umgekehrt. Oder es war eine überraschende Gleichzeitigkeit gegeben. Tatsache ist jedenfalls, dass der möglicherweise ehelichen, sicher aber interessanten geschäftlichen Verbindung von Anne Wilcox und Raymond O. Barton Jr. zwei Söhne entsprossen:

 

Raymond "Rocky" Barton, III

Henry Claussen Barton

 

 

 

 

Henry C. 'Hank' Barton

1951 - 2005

Enkel General Tubby Bartons

http://www.findagrave.com/cgi-bin/fg.cgi?page=gr&GRid=97829034

Quelle

Es ist symptomatisch, dass weitere Nachrichten nur gerade von dem Abkömmling des Generals Barton zu bekommen sind, der den Namen Claussen trägt. Henry Claussen 'Hank' Barton starb am 27. November 2005 als Vice President der American Concrete, Inc. AUGUSTA, Ga. in seinem Haus. Seine Mutter überlebte ihn. Von einer Ehefrau ist nicht die Rede, dagegen von "his special friend Melissa Warden". Hank hatte zwei Kinder: Raymond und Kristen Barton, beide in Augusta lebend. Zu den Überlebenden zählten auch seine beiden Brüder: Raymond O. 'Rocky' Barton (und dessen Ehefrau Jane) und John C. Barton, aber auch seine Schwester Catherine B. 'Cathy' Clarke. Ferner wurden unter den Trauernden drei Neffen genannt: T.J. Barton (und seine Frau Christy), Ben Barton und Daniel Clarke sowie eine Nichte: Mattie Barton. Alle lebten oder leben immer noch in Augusta bzw. in North Augusta. Wo es vornehmer ist zu wohnen, mag man durch den Vergleich der englischen Wikipedia-Artikel über die beiden Städte entscheiden, die zwar verschiedenen Staaten zugehören (Georgia bzw. South Carolina), die einander aber am Savannah River direkt gegenüber liegen.

 

Hank lebte immer in Augusta. 1970 schloss er die Augusta Preparatory School erfolgreich ab. Er besuchte (attended) dann die Tulane University und das Augusta College. Ab 1973 arbeitete er zusammen mit seinem Vater in der Claussen Concrete Company; er war deren Vizepräsident, als die Firma 1988 verkauft wurde. 1993 gründete Hank zusammen mit seinem Bruder Rocky die American Concrete Inc., bei welcher er bis zu seinem Tode leitende operationelle Funktionen innehatte. Hank wird als gütiger Vater seiner beiden Kinder gelobt. Er habe viel Zeit mit ihnen verbracht. Ausserdem sei er ein passionierter Fischer und Jäger und ein versierter Scuba diver gewesen. Man werde ihn, so heisst es in seinem Nekrolog, als grossen Geschichtenerzähler mit einem wundervollen Sinn für Humor in Erinnerung behalten. Auch er wurde im Westover Memorial Park beigesetzt. Den Trauer-Feierlichkeiten stand Reverend Robert Fain der Good Shepherd Episcopal Church vor. Ehrensargträger waren Mitglieder der 'Rodeo- Gang": Scott Elliott, Bill Harris, Pace Pruitt, Drew Murphy, Robert Hagler, Roger Macuch, Larry Palmer, Jimmy Lester and Steve Rucker.

 

 

Nachdem Tubby und Clare Barton 1945 in Augusta sesshaft geworden waren, blieb die Stadt Zentrum der Lebensbeziehungen der Barton-Nachkommen. Sie wurde 1736 gegründet und zählt heute gegen 200'000 Einwohner, die Region immerhin 520'000. Vergleicht man die offizielle Website mit der meines dörflichen Geburts- und Heimatortes Dagmersellen, so meint man unter technischen Aspekten der Gestaltung hier in den USA und dort im Luzerner Hinterland zu weilen.

 

 

Bemerkenswert im Wikipedia-Artikel über Augusta ist der Abschnitt, der die Zeit des Wirkens General Bartons nach dessen Eintritt ins bürgerliche Leben betrifft und man ahnt sein Mitwirken in der geschilderten wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt:

 

Das goldene Zeitalter Augustas

 

"1948 kam neues Leben in die Stadt, als die US Army die Ausbildung des US Army Signal Corps und die Militärpolizeischule nach Camp Gordon verlegte. Im November 1948 wurde der Stausee Clarks Hill Reservoir mit einem neu gebauten Staudamm angelegt; er versorgte die Stadt forthin mit Elektrizität aus einem Wasserkraftwerk. In den 1950er-Jahren wurde die (heute vom US-Energieministerium betriebene) große Nuklearanlage Savannah River Site bei Augusta gebaut, was die Bevölkerung der Stadt um 50.000 Einwohner anschwellen und Augusta zu einem Industriezentrum des Südens werden ließ."

 

Bei dieser rasanten Entwicklung überraschen die folgenden beiden Sätze nicht so sehr:

"Die Politik in Augusta wird oft vom Rassengegensatz bestimmt, der beispielsweise viele Abstimmungsergebnisse im Stadtrat entscheidend beeinflusst. Auch Korruption und Kriminalität spielen bis heute eine wichtige Rolle in der Lokalpolitik."


 Tubby Barton war übrigens der sechste von sieben Generälen des Namens Barton in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

 

Es gab auch einen Konteradmiral John Kennedy Barton und ein nach ihm benanntes Kriegsschiff, dessen Patin seine Enkelin war.

USS Barton, Benson- (Bristol-) class DD 599, was launched 31 January 1942 by Bethlehem Steel Co., Quincy, Mass.; sponsored by Miss Barbara Dean Barton, granddaughter of Admiral Barton.


Da es schon im November 1942 von den Japanern versenkt wurde, baute man ein neues gleichen Namens.


Der Brite Derek Harold Richard Barton bekam für die Barton-Reaktion 1969 den Chemie-Nobelpreis.


Er war wohl eben so fern mit Tubby Barton verwandt wie die unter Heinrich VIII. 1534 in grausamster und entehrendster Weise hingerichtete Prophetin Elisabeth Barton.

This engraving of Elizabeth Barton is probably by Thomas Holloway based on a painting by Henry Tresham, and comes from David Hume's History of England (1793–1806)

Clara Barton (1821-1912), founder of the American Red Cross

 



In den Vereinigten Staaten dürfte Clara Barton als Gründerin des Amerikanischen Roten Kreuzes (1881) weit bekannter und berühmter sein als der Generalmajor Raymond O. Barton, selbst wenn diesem zugute zu halten ist, dass er Paris (mit-) befreit hat. An sich erfreulich in einem Land, das quasi in jedem Jahr irgendwo in der Welt Krieg führt, nicht den Feldherrn, sondern "The Angel of the Battlefield" mehr zu verehren.


 Auch andere Angehörige der 4. US Infanterie-Division hatten Familien. Viele waren durch den Kriegsdienst, den Tod, die Invalidität ihres Sohnes, des Gatten, des Vaters oder Bruders schwer getroffen. Hinter jedem dieser Namen stecken Opfer: