35Die Operation Cobra

 

vom 24. Juli bis 4. August 1944

 

Der Ausbruch aus dem Normandie-Brückenkopf

Der Anteil der Vierten in deren eigenen Darstellungen

Quelle: Le Monde, hors-séries, 1944

So sahen die normannischen Städte aus, nachdem die Alliierten mit den Deutschen darum gekämpft hatten. So hätte Paris ausgesehen, wenn die Stadt ernsthaft verteidigt worden wäre.

Operation Cobra

 

VII Corps led the initial assault of Operation Cobra, the First United States Army-led offensive as part of the breakout of the Normandy area. Its success is credited with changing the war in France from high-intensity infantry combat to rapid maneuver warfare.

 

Das VII. Korps leitete den ersten Angriff ein der Operation Cobra, der von der First United States Army geführten Offensive als Teil des Ausbruchs aus der Normandie. Ihr Erfolg ist darauf zurückzuführen, dass man den Krieg in Frankreich von einem hochintensiven Infanteriekampf zu einem schnellen Manöverkrieg umgestaltet hatte.

 

 

Die deutsche Kommandostruktur im Westen

 

 

Hitler war der alleinige Führer. Er brachte es zustande, unentwirrbare Komplikationen der Befehlsstrukturen zu schaffen, wie dies selbst den immer wieder streitenden und zum internen Ausgleich gezwungenen Alliierten nie gelang.

 

 

Der deutsche Gegner schon bei der Landung der Vierten:

 

LXXXIV Armee-Korps on the Cotentin Peninsula – 6th to 9th June 1944

 

https://chefdesstabes.wordpress.com/the-response-of-lxxxiv-armee-korps-to-the-allied-amphibious-landings-at-7-armee-kva-kusten-verteidigung-abschnitt-divisional-costal-defensive-section-j1-utah/

 

84. Korps:

General der Artillerie Erich Marcks 1. August 1943 - 12. Juni 1944

General der Artillerie Wilhelm Fahrmbacher 12. Juni 1944 - 16. Juni 1944

General der Infanterie Dietrich von Choltitz 17. Juni 1944 - 30. Juli 1944

http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Korps/LXXXIVKorps-R.htm

 

Zugeteilte Divisionen:

https://fr.wikipedia.org/wiki/84e_corps_d'arm%C3%A9e_%28Allemagne%29

 

 

Die Operation Cobra war eine militärische Angriffs-Operation der alliierten Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg. Sie dauerte vom 24. Juli bis zum 4. August 1944 und bedeutete den Ausbruch aus dem Normandie-Brückenkopf.

 

Die Operation Cobra kennzeichnet den Übergang vom material- und infanterie-lastigen Stellungskrieg hin zum motorisierten Bewegungskrieg in Nordfrankreich.

 

Mancherorts wird das Ereignis auch als Durchbruch bei Avranches bezeichnet, wobei der Durchbruch tatsächlich bei Saint-Lô stattfand. Nach der Eroberung von Avranches wurde der Wehrmachtführung jedoch der Umfang der Operation bewusst.

 

Der Plan zur Operation Overlord sah nach einer erfolgreichen Landung einen stetigen Ausbau des Brückenkopfes durch schnell nachgeführte, zusätzliche alliierte Einheiten vor. Städte, Häfen und Landefelder dienten dabei als Eckpunkte für Operationen. Die Alliierten versuchten schnell in eine mobile Kriegsführung überzugehen, um ihre taktische Überlegenheit in der Luft, zu Lande mit Panzern und motorisierter Infanterie sowie mit Hilfe ihrer Logistik zum Tragen zu bringen. Damit sollte ein Stellungskrieg wie im Ersten Weltkrieg vermieden werden.

 

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Alliierten war der Aufbau der Truppen im Brückenkopf, der schneller vonstattengehen musste, als die Deutschen ihre eigenen Truppen mobilisieren konnten. Der deutsche Truppenaufbau musste nachhaltig gestört werden. Damit begann ein Wettlauf in der Normandie, der einer der bedeutendsten für den Verlauf des alliierten Feldzuges wurde.

 

Der Aufbau der alliierten Streitmacht auf dem europäischen Kontinent verlief planmäßig und vor allem schneller als auf der Gegenseite. Im Juli wurde der Fortschritt allerdings dadurch behindert, dass der Brückenkopf noch nicht deutlich erweitert worden war, oder mit Montgomerys Worten: Es waren noch keine weiteren Claims im Inland abgesteckt worden. Der bisherige Brückenkopf war förmlich „übervölkert“, die Anzahl der sich in alliierter Hand befindlichen Flugfelder war weit geringer als geplant. Caen, ein Primärziel am Landungstag, war noch nicht erobert worden und es befand sich auch kein größerer Hafen in alliierter Hand.

 

Die Schlacht um die Normandie war in meist kleinen Schlachten zerfallen, weshalb die alliierten Verbände nur sehr langsam gegen die deutsche Verteidigung vorstießen. Am 25. Juli, dem Beginn der Operation Cobra, hatten die Alliierten erst die D+5-Linie erreicht, das heißt sie hielten Positionen, die sie planmäßig schon am 11. Juni hätten erreicht haben sollen.

 

Damit wurde ein Mangel der alliierten Planung für die Tage nach der Invasion aufgedeckt. Man war so mit den Problemen, die die Invasion selbst mit sich brachte, beschäftigt, dass ein adäquates Konzept zum Ausbau des Brückenkopfes fehlte. Besonders die taktischen Probleme an der Front der 1. US-Armee im Westen waren so nicht erwartet worden.

 

Der Plan der Operation Cobra bestand aus drei Phasen. Zuerst sollte das VII. Korpseine Lücke in die deutsche Front schlagen. Sodann sollten von den Ausbruchsdivisionen starke Flanken beiderseits der Lücke aufgebaut werden, damit ein aus drei Divisionen bestehender Stoßkopf dort vorrücken konnte. Das VIII. und XIX. Korps waren für lokale Angriffe auf die Deutschen vorgesehen, damit diese keinen Nachschub zur Frontlinie führen konnten. Bei einem erfolgreichen Abschluss der ersten beiden Phasen wäre der deutsche Widerstand nicht mehr aufrechtzuerhalten gewesen und die komplette Cotentin-Halbinsel hätte eingenommen werden können. General J. Lawton Collins, Kommandeur des VII. Korps, schlug kleinere Änderungen des Plans vor, um den Durchbruch mehr nach Süden zu verlegen. Bei einem Erfolg brachten seine Änderungen die Möglichkeit zu einem schnelleren Vorrücken in die Bretagne, um die dortigen Atlantikhäfen einzunehmen.

 

Der Vorstoß sollte durch ein kurzes aber heftiges Bombardement mit mittleren und schweren Bombern auf das vorgesehene Gebiet eröffnet werden. Die Erwartung ging dahin, dass die angerichteten Schäden und der Schockfaktor die deutsche Defensive aufweichen würde. Sofort danach sollte die Infanterie auf die deutschen Linien stoßen. Wenn der deutsche Widerstand auf dem Höhepunkt des Zusammenbruchs war, sollten die drei Divisionen durchbrechen. Schlüsseleinheiten der Erstschläge waren das VII. Korps mit der 4., 9. und 30. US-Infanteriedivision.

 

Mehr als 1.300 mittlere M4-Panzer, 690 leichte M5A1-Panzer und 280 M10-Panzerjäger standen diesen Einheiten zusammen mit hunderten Artilleriegeschützen zur Verfügung. Annähernd 140.000 Schuss an Artilleriemunition aller Kaliber kamen hinzu. Der Frontabschnitt für den Vorstoß des VII. Korps war etwa 6,4 Kilometer breit.

 

In den Tagen, die noch bis zum Angriff verblieben, sicherten das VII.und VIII. Korps die Gebiete, in denen sich die Truppen für den Vorstoß aufstellen sollten. Dabei erlitt die Infanterie schwere Verluste. Die Positionen sollten taktisch ausgesucht und gut aus der Luft ausgemacht werden können. Die Linie entlang der Straße von Saint-Lô nach Périers war ideal.

 

Die Kommandeure der Fliegereinheiten benötigten einen Abstand von mindestens drei Kilometern zwischen den Stellungen eigener und gegnerischer Verbände. Weil die Verlustzahlen bei den vorausgegangenen Operationen so hoch waren und jeder Landgewinn daher schwer bezahlt worden war, wollte Bradley das Gebiet nicht aufgeben und nur etwa 700 Meter zurückweichen. Schlussendlich wurden die Frontlinien der Infanterie doch um 1 bis 1,3 Kilometer nach hinten verlegt, um größtmögliche Sicherheit während der Bombardements zu gewährleisten. Die Haupteinheiten zogen sich nur rund eine Stunde vor den Luftschlägen zurück und ließen noch bis 20 Minuten vor der Bombardierung Beobachtungsposten zurück.

 

Der vorbereitende Angriff vom 24. bis 27. Juli

Wikipedia

 

Der Angriffstag war ursprünglich auf den 18. Juli festgesetzt worden, doch das schlechte Wetter führte immer wieder zu einer Verschiebung des Termins. Letztlich galt der 24. Juli als Starttermin. Doch wiederum veranlasste das schlechte Wetter Leigh-Mallory (britischer Oberbefehlshaber der taktischen alliierten Luftstreitkräfte) noch einmal zu einer 24-stündigen Verschiebung. Etliche schwere Bomber der 8th Air Force empfingen den durchgegebenen Rückruf nicht und setzten ihre Mission fort. Rund 335 B-17, von denen einige durch schlechte Sichtverhältnisse beeinträchtigt wurden, warfen 685 Tonnen Bomben im Zielgebiet ab. Obwohl der Verhinderung der Bombardierung eigener Positionen besondere Beachtung geschenkt worden war, fielen dennoch Bomben auf die Stellungen der amerikanischen Einheiten. Bradley hatte aus diesem Grund ein Überfliegen des Gebietes parallel zur Frontlinie gefordert, um das Risiko, von eigenen Bombern getroffen zu werden ("Friendly Fire"), zu minimieren. Er ging davon aus, dass die Kommandeure der Lufteinheiten zugestimmt hätten, doch nur die taktischen Kampfflugzeuge der 9th Air Force erreichten das Ziel parallel zum Frontverlauf. Die schweren Bomberverbände der 8th Air Force wussten von der Vereinbarung nichts und erreichten die Front rechtwinklig zu ihrem Verlauf. Die zu kurz geratenen Abwürfe trafen genau die für den Erstangriff vorgesehenen Truppenteile. Mehr als 100 Amerikaner wurden dabei getötet und rund 500 verletzt. Auch General Lesley J. McNair war unter den Getöteten.

 

Nachdem der Überraschungseffekt verloren war, wurde erwogen, den Angriff zu verschieben oder sogar ganz abzubrechen. Doch Bradley entschied sich zur Durchführung. Im Nachhinein war diese Entscheidung richtig, da die Deutschen während der ihnen geschenkten 24 Stunden nichts unternahmen, um ihre Verteidigungsstellungen zu verstärken. Sie gingen davon aus, dass sie einen amerikanischen Vorstoß durch ihren Artilleriebeschuss gestoppt hätten.

 

Am Morgen des 25. Juli hatte sich das Wetter verbessert und der Angriff wurde um 9:40 Uhr fortgesetzt. Leichte und schwere Bomber warfen mehr als 3.300 Tonnen Bomben auf das Zielgebiet. Wieder fielen Bomben auch auf die amerikanischen Stellungen, 111 Soldaten kamen dabei ums Leben und 490 Mann wurden verwundet. Die Fehlabwürfe resultierten aus dem kleingehaltenen Zielbereich und dem Wind, der den Bombenrauch in die amerikanischen Positionen blies. Einige Flugzeugbesatzungen warfen daher ihre Last voreilig in den Rauch ab, ohne ihr Ziel genau anzuvisieren. Die Opfer, die das Friendly Fire kostete, waren dennoch wahrscheinlich geringer als die zusätzlichen Verluste, die ohne Bombereinsatz durch das deutsche Abwehrfeuer entstanden wären.

 

Die Kampfeinheiten erholten sich schnell von der Bombardierung. Trotz schwerer Verluste in einigen Verbänden musste nur ein Bataillon ersetzt werden. Alle anderen griffen an diesem Morgen an, teilweise etwas verspätet. Aber um 11:00 Uhr lief der Angriff wie vorgesehen weiter.

 

Die deutschen Einheiten waren vom Bombensturm hart getroffen worden. Die Eliteeinheit der Panzer-Lehr-Division war fast vollständig aufgerieben. Panzer lagen umgekippt an den Straßen, Stellungen waren zerstört und die Überlebenden irrten oftmals orientierungslos durch das Gelände, so dass die Kommandostruktur in weiten Teilen zusammenbrach. Etwa zwei Drittel der Divisionen waren dem Angriff zum Opfer gefallen.

 

Bedingt durch das vorsichtige Vortasten durch die verteidigten umliegenden Gebiete, die mit ihren Hecken und Gräben hervorragende Deckungen für die Deutschen boten, kam die amerikanische Infanterie anfangs nur relativ langsam voran. Obwohl es nur wenige Verteidiger gab, waren sie nicht zu unterschätzen. Mehr und mehr wich aber die Front nach Osten zurück, so dass am ersten Tag etwa 3,5 Kilometer Landgewinn auf Kosten von mehr als 1.000 Opfern gemacht wurden. Am 26. Juli verlief der weitere Vorstoß etwas schneller und die Amerikaner drangen mehr als sieben Kilometer nach Osten vor.

 

Durch- und Ausbruch vom 27. Juli bis 4. August

 

Am 27. Juli wurde dann die volle Stärke aller drei Divisionen in die Schlacht geworfen. Sie durchbrachen die Front der deutschen Einheiten vor dem VII. Korps, indem die amerikanischen Fahrzeuge gegen den brechenden deutschen Widerstand vorrückten. Die Frontlinie beim VIII. Korps begann ebenfalls zu bröckeln, als die deutschen Einheiten sich aus Angst vor einer Einkesselung zurückzuziehen begannen. Die Richtigkeit von Collins Entscheidung bestätigte sich am 28. Juli, als das VIII. Korps mehr als 19 Kilometer Landgewinn verzeichnete und die 4. Panzerdivision die wichtige Straßenkreuzung von Coutances einnahm, die direkt hinter der deutschen taktischen Verteidigungszone lag. Dort schloss sich das VIII. Korps unter General Pattons Leitung an. Bis zum 30. Juli hatte die 4. Panzerdivision Avranches genommen und damit die deutschen Widerstandsnester im Norden der Cotentin-Halbinsel abgeschnitten und eingeschlossen. Unterdessen hielten die Kanadier mit ihrem II. Korps die Deutschen im Osten an ihren Positionen auf, indem sie sie in heftige Kämpfe verwickelten. Zu der Zeit existierte keine einheitliche deutsche Frontlinie mehr, die der 1. Armee im Wege stand, und so durchdrangen deren vorrückende Einheiten unverteidigtes Gebiet. Vier Divisionen des VIII. Korps stießen bis zum 4. August bis hinter Avranches vor. Das gut zu verteidigende Land des Bocage lag nun hinter ihnen, so dass von da an die Mobilität der amerikanischen Einheiten das Kampftempo und die Schlachtrichtung bestimmte.

 

Montgomery, der Kommandeur der alliierten Bodentruppen, verkündete am 4. August eine generelle Änderung im weiteren Invasionsplan. Anstatt die 3. US-Armee in die Bretagne zur Eroberung der Atlantikhäfen zu beordern, wurde ihr größter Teil in Anbetracht des deutschen Zusammenbruchs nach Osten geschickt. Auch die 1. Armeeoperierte weiter östlich und die Briten und Kanadier setzten ihre Angriffe im Osten und nach Süden fort, um die restlichen deutschen Truppen einzuschließen. Damit hatten die Kämpfe begonnen, die schließlich zum Kessel von Falaise und einem schnellen Vorstoß durch Nordfrankreich führen sollten.“

 

Auswirkungen

 

Das VIII. Korps schlug die Schlacht um die Bretagne, erreichte aber das gesetzte Ziel, die Eroberung der bretonischen Atlantikhäfen, nicht.Die Deutschen hielten Brest bis Ende September, Lorient und Saint-Nazaire sogar bis Mai 1945. Da aber schon im August Marseille den Alliierten unzerstört in die Hände fiel, war dies einigermassen irrelevant, was Montgomery in seiner Entscheidung vom 4. August auch so anführte.

 

 

 

 

Operation Cobra 24 July to 4 August 1944

Text, Karten und Bilder - Flames of War