36Der Anteil der Vierten

in deren eigenen Darstellungen

 

Die Division schildert die Vorgänge in ihrem Bericht (Narrative History) an die Generaladjutantur wie folgt:

 

Beim Abschluss der Normandie-Kampagne, als der Brückenkopf endgültig etabliert war, wurden die Operationen begonnen, die mit dem Durchbruch bei St-Lô kulminierten. Drei Infanterie-Divisionen mit der Vierten in der Mitte, hatten den Auftrag, in die deutschen Linien einzudringen, um die Ausnutzung des Durchbruchs mit Panzern zu gewährleisten. Während des Angriffs CT 22 (Combat Team http://de.wikipedia.org/wiki/Brigade_Combat_Team ) wurde das CC “A“ (Combat Command) der 2. Panzerdivision angeschlossen. Links der Vierten operierte diese Panzerdivision in der Zone der 30. Infanterie-Division.

 

Günstige Fortschritte gelangen und das Eindringen kam voran bei La Chapelle-en-Juger. Ein beträchtlicher Teil des Widerstandes kam von leichten Waffen, Automaten und verstreutem Artilleriefeuer. Am nächsten Tag setzte sich die Kampagne fort. Die Division legte die Basis für die Einkreisung von Marigny.

 

Die Division setzte den Angriff über Terrette und Soulles Rivers durch die Städte(Dörfchen!) von Soulles, Le Guislain und Hambye fort. Am 30. Juli stand die Division auf einer Linie ca. 3200 yards (yard = 0,9144 m) westlich der Strasse Villebaudon-Percy. Andere Elemente, die nach Süden vordrangen, hielten die Linie ungefähr 3000 Yards südlich von Hambye. Auf der Linken der Division, CC“A“, drang die 2. Pz Div mit der zugeteilten 22. Inf Div. durch die 30. Division hindurch und machte rasche Fortschritte durch Le Mesnil Herman, La Demisierre nach Villebaudon. Die 3. Pz Division drang durch die Vierte hindurch und mündete in den Ausbau der Penetration ein. Truppen setzten die Begegnung fort mit Taschen der von den Vorrückenden Überholten.

 

Es war offensichtlich, dass der Feind daran dachte, sich auf die Anhöhen zurückzuziehen, welche St-Pois im Osten und Südosten umgeben. Und dies gegen den Wald von Sever (Forêt de Saint-Sever-Calvados), wo – offenkundig – der Feind eine entschlossene Nachhut-Aktion versuchen wollte, während ein genereller Rückzug im Gange war.

 

Combat Team 22 als Teil von CC „A“, 2. Panzerdivision, nahm die Ortschaft (town) Tessy-sur-Vire am 1. August ein. Es folgten extrem heftige Yard-um-Yard-Kämpfe. Am folgenden Tag fiel CT 22 in den von der Vierten kontrollierten Bereich zurück und bewegte sich durch Percy, um sich der Division anzuschliessen, die nun bei Villedieu-les-Poêles stand. Die 1. Division, die auf der rechten Seite der Vierten focht, bewegte sich gegen Süden nach Brécey. Die Vierte rückte nun schnell nach Süden vor in die Nähe von St-Pois, wo starke feindliche Verzögerungs-Streitkräfte den Vormarsch bis am 4. August aufhielten.


24. Juli 1944

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 Der Durchbruch des 22. Infanterie-Regiments

 

Jahrbuch des Regiments, 1947:

 

On July 19 the regiment moved behind the lines to the vicinity of La Mine, where, attached to Brig. Gen. Maurice Rose's Combat Command A of the Second Armored Division, it began almost immediately to plan and train for the forthcoming breakthrough operations. The overall plan contemplated the use of heavy bomber aircraft for saturation type bombing and, hence, was dependent on weather suitable for flying. Infantry-tank teams were organized. Training was pursued in this type combat to the end that members of the 22nd Infantry and Combat Command A developed confidence one in the other, and became fast friends. July 25 dawned clear, and the weather, which had heretofore been overcast with steady rains, was announced satisfactory. At 1100 the St. Lo Breakthrough commenced with bombardment by B-17 type aircraft. At the conclusion of the bombardment, elements of the Fourth Division penetrated the enemy's defense and rolled back the flanks to right and left. One day later Combat Command A of the Second Armored, with the 22nd Infantry attached, began its move toward St. Gillis and Canisy. Combat Command A moved in three columns on July 28 and, while the First and Second Battalions of the 22nd Infantry were held up along the stream south of Moyen, the Third Battalion seized the high ground northeast of Percy. The First Battalion, now under Captain Bruce Lattimer, and the Second Battalion, under Major H. L. Drake, disengaged from the enemy and, having moved west to the Le Mesnil Herman-Percy axis, attacked south toward Villebaudon. Near Villebaudon, Combat Command A was struck by enemy columns counterattacking from three directions, and the situation became critical. Bold and decisive action by leaders in all echelons, and courage and determination on the part of the troops, stabilized the situation by nightfall. On the first of August, the Third Battalion, with accompanying armor, seized Tessy-sur-Vire, and outposted the high ground beyond. At noon the next day the regiment reverted to the control of the Fourth Division, and the initial phase of the breakthrough operation was terminated. For its outstanding performance in this operation the regiment was awarded the Distinguished Unit Citation.“

 

Übersetzung:

 

Am 19. Juli zog das Regiment hinter die Linien in der Nähe von La Mine, wo es dem Kampfkommando CC A der Zweiten Panzerdivision von General Maurice Rose angegliedert wurde; es begann fast sofort für die bevorstehenden durchbrechenden (breakthrough) Operationen zu planen und zu trainieren. Der Gesamtplan sah den Einsatz von schweren Bomberflugzeugen für die „saturation type“-Bombardemente vor; er war daher abhängig vom tauglichen Flugwetter. Infanterie-Panzer-Teams wurden zusammengestellt. Die Ausbildung wurde in diesem Kampfgruppen-Typ zu dem Zwecke betrieben, dass die Männer des 22. Infanterieregiments und des Kampfkommandos CC A ineinander Vertrauen entwickelten; sie wurden schnell zu Freunden. Der 25. Juli dämmerte in klarer Sicht und das Wetter, das bis dahin von anhaltenden Regenfällen geprägt war, wurde als zufriedenstellend prognostiziert. Um 1100 begann der Saint-Lô-Durchbruch mit der Bombardierung durch Flugzeuge vom Typ B-17. Am Ende der Bombardierung drangen Elemente der Vierten Division in die Verteidigung des Feindes ein und rollten die Flanken nach rechts und links zurück. Einen Tag später begann das Gefechtskommando CC A der Zweiten Panzerdivision mit dem zugeteilten 22. Infanterieregiment sich in Richtung St-Gilles und Canisy zu bewegen. Das Kampfkommando CC A bewegte sich am 28. Juli in drei Kolonnen: Während das Erste und das Zweite Bataillon des 22. Infanterieregiments südlich von Moyen entlang des Flusses aufgehalten wurden, eroberte das Dritte Bataillon das Hochland nordöstlich von Percy. Das Erste Bataillon, jetzt unter Captain Bruce Lattimer, und das Zweite Bataillon unter Major H. L. Drake lösten sich vom Feind ab und bewegten sich nach Westen zur Achse Le Mesnil Herman-Percy; sie griffen nach Süden in Richtung Villebaudon an. In der Nähe von Villebaudon wurde das Combat Command CC A von feindlichen Kolonnen aus drei Richtungen angegriffen; die Situation wurde kritisch. Mutiges und entschlossenes Handeln der Führer aller Ebenen sowie Mut und Entschlossenheit der Truppen stabilisierten die Situation bis zum Einbruch der Dunkelheit. Am 1. August eroberte das Dritte Bataillon - mit begleitenden Panzern - Tessy-sur-Vire und und es liess die Anhöhen hinter sich. Am Mittag des nächsten Tages kehrte das Regiment in die Hierarchie der Vierten Division zurück; die erste Phase der Durchbruch-Operation war damit beendet. Für seine herausragenden Leistungen bei dieser Operation wurde das Regiment mit der Distinguished Unit Citation ausgezeichnet.

 

Exkurs: 22. Inf. Rgt. Presidential Unit Citation

 

July 26, 1944 - Operation Cobra - Presidential Unit Citation

 

 Riding atop the tanks of the 2nd Armored Division, the 22nd Infantry Regiment spearheaded the St. Lo breakout in Operation Cobra. The Presidential Unit Citation which our unit earned for this operation reads :

"The 22nd Infantry Regiment is cited for extraordinary heroism and outstanding performance of duty in action in Normandy, France, during the period of 26 July to 1 August 1944. The 22nd Infantry Regiment was the infantry element of an armored-infantry combat command which successfully effected a breakthrough of the German line of resistance west of St. Lo, forming the St. Gillis-Marigny gap through which the armored-infantry columns surged deep into German held territory. Operating against hardened infantry, artillery, and panzer units, this Regiment, often riding its accompanying tanks, met and overcame the stiffest German resistance in desperate engagements at St. Gillis, Canisy, Le Mesnil, Herman, Villebaudon, Moyen, Percy, and Tessysur-Vire. The 22nd Infantry Regiment in its first action with an armored division, after a short period of indoctrination, assumed the role of armored infantry with unparalleled success. Throughout the swift moving, 7 day operation, the infantry teams kept pace with the tanks, only resting briefly at night relentlessly to press the attack at dawn. Rear echelons fought with enemy groups bypassed in the assault. There was little protection from the heavy artillery which the Germans brought to bear on the American armor. Enemy bombers continually harassed the American troops at night, but in a outstanding performance of duty the 22nd Infantry Regiment perfected an infantry tank team which, by the power of its determined fighting spirit, became an irrestible force on the battlefield." Deeds Not Words !

Übersetzung:

 

26. Juli 1944 - Operation Cobra

Ehrende Erwähnung der militärischen Einheit durch den Präsidenten.

Auf den Panzern der 2. Panzerdivision führte das 22. Infanterieregiment den Saint-Lô-Ausbruch (Breakout) in der Operation Cobra an. Die Presidential Unit Citation, die sich das Regiment für diese Operation erworben hat, lautet:
"Das 22. Infanterieregiment wird für sein aussergewöhnliches Heldentum und seine hervorragenden Leistungen im Einsatz in der Normandie in der Zeit vom 26. Juli bis 1. August 1944 zitiert. Das 22. Infanterieregiment war das Infanterie-Element eines gepanzerten Infanterie-Kampfkommandos, das den Durchbruch durch die deutschen Widerstandslinien westlich von Saint-Lô schaffte und die St-Gillis - Marigny-Lücke bildete, durch die die Panzer-und-Infanterie-Säulen tief in das von den Deutschen gehaltene Territorium eindrangen. Dieses Regiment, das gegen abgehärtete Infanterie-, Artillerie- und Panzertruppen operierte, traf auf den erbittertsten deutschen Widerstand, den es in verzweifelten Einsätzen in St. Gillis, Canisy, Le Mesnil, Herman, Villebaudon, Moyen, Percy und Tessy-sur-Vire überwand. Das 22. Infanterieregiment übernahm in seiner ersten Aktion mit einer Panzerdivision nach kurzer Zeit der Einweisung die Rolle der Panzergrenadiertruppe mit beispiellosem Erfolg. Während des schnellen, siebentägigen Einsatzes hielten die Infanterie-Teams mit den Panzern Schritt und ruhten sich nur nachts kurz aus, um den Angriff im Morgengrauen unerbittlich weiter zu voranzutreiben. Die rückwärtigen Reihen kämpften mit feindlichen Gruppen, die bei dem Angriff umgangen worden waren. Es gab wenig Schutz vor der schweren Artillerie, die die Deutschen auf die amerikanischen Panzer ansetzten. Feindliche Bomber behelligten die amerikanischen Truppen in der Nacht, aber das 22. Infanterieregiment perfektionierte das Infanterie-&-Panzer-Team, das dank seines entschlossenen Kampfgeistes zu einer unwiderstehlichen Kraft auf dem Schlachtfeld wurde." Taten statt Worte!

 

 http://www.22ndinfantry.org/wwllpage2.htm

ihttp://1-22infantry.org/history2/regthistory.htm 27.08.14 19:43:11 22nd Infantry Regiment Yearbook, printed 1947


Verweis auf das Buch Bill Chapman

 

Organigamm Juli/August 1944 

 

4. Division: General Barton

12. Regiment: Oberst James S. Luckett

2. Bataillon: Major Gerden F. Johnson

H-Kompanie: Hauptmann Enroughty

MG-Zug Unterleutnant Bill Chapman

 

 

 Distanz St-Lô – Le Dézert 15 km (Auto)

 

[Während des Zweiten Weltkriegs bestanden die meisten Infanterieregimenter aus drei Bataillonen (1., 2. und 3.), wobei jedes Bataillon aus drei Gewehr-(Füsilier-)kompanien und einer Schwere-Waffen-Kompanie bestand. Das heisst, die Füsilierkompanien A, B, C zusammen mit der Schwere-Waffen-Kompanie D waren Teil des 1. Bataillons, die Füsilierkompanien E, F, G und die Schwere- Waffen-Kompanie H bildeten das 2. Bataillon und die Füsilierkompanien I, K und L sowie die Schwere-Waffen-Kompanie M waren im 3. Bataillon. Quelle]

 

[Die rote Diagonale ist die schnurgerade Strasse von Périers nach St-Lô, die den Amerikanern als LD (Line of Departure) = Angriffsgrundstellung der Operation Cobra diente. 1:50'000 - Gitterquadrat-Seitenlänge 1 km]

 

 [Nochmals die Angriffsgrundstellung Périers – St-Lô, diesmal auf der Karte 1:250'000 - Gitterquadrat-Seitenlänge 5 km]

 

 


 

[Rechts entspricht ungefähr dem linken Kartenausschnitt aus dem Buch Chapmans, aber rechts handelt es sich um den Ausschnitt aus der Karte 1:50'000, welche den Infanterie-Offizieren zur Verfügung stand. Gitterquadrat - Seitenlänge: 1 km]

 

 Strasse St-Lô – Coutance - 1:50'000 - Gitterquadrat-Seitelänge 1 km

 

 

 [Der "Kinderkrieg" ! - Junger deutscher Kriegsgefangener anfangs August 1944]

 Quelle: Le Monde, hors-série, 1944

 

 

1:250'000 Fluss La Soulles Gitterquadrat-Seite 5 km

 

 


[Der Kartenausschnitt rechts entspricht ungefähr der Kartenskizze links aus dem Buch Chapman, aber er ist der der Army damals zur Verfügung stehenden Karte 1:250'000 entnommen]

 

 

 Plunging fire und grazing fire

 „stürzendes“ und „grasendes“ Maschinengewehr-Feuer

 

 

 

 

Deutsche Lagekarte per 1. August 1944 Quelle

 

Hinter der Front

David Rothbart Tagebuch

Hinter der Front

Tagebuch David Rothbart

 

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