43Die Italienfront


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Gustav-Linie Front Sommer 1944 Gotenstellung



Zwischen Januar und Mai 1944 fanden an der Gustav-Linie vier größere alliierte Offensiven statt, die zusammen als Schlacht um Monte Cassino bezeichnet werden. Erst in der letzten Offensive Ende Mai gelang den alliierten Truppen, unter denen sich britische, amerikanische, kanadische, polnische, (kolo-nial-)französische, neuseeländische und indische Einheiten befanden, der Durchbruch zwischen dem Bergkloster Montecassino und dem Meer. Den Alliierten gelang es jedoch nicht, den Rückzug der 10. Armee abzuschneiden, stattdessen konzentrierten sie sich auf die Einnahme Roms, das von den Deutschen zur offenen Stadt erklärt worden war. Am 4. Juni wurde die Stadt von US-Truppen eingenommen.


Nach dem Fall Roms und der Invasion in der Normandie Anfang Juni wurden viele erfahrene amerikanische und französische Einheiten, das Äquivalent von sieben Divisionen, aus Italien abgezogen, um sich auf die Landung in Südfrankreich (→ Operation Dragoon) vorzubereiten. Im Juli 1944 kamen die ersten Einheiten der Força Expedicionária Brasileira in Italien an, die allerdings keinen Ersatz für die verlorenen Truppen bilden konnten. Die alliierten Armeen folgten den deutschen Truppen, bis sie im August auf die Gotenstellung bei Florenz trafen.



In einer größeren Offensive (Operation Olive), die am 25. August begann, gelang es den alliierten Armeen, die Gotenstellung auf Rimini und Bologna zu durchbrechen. Ein entscheidender Durchbruch wurde aber von den beiden deutschen Armeen verhindert. Churchill hatte gehofft, dass ein Durchbruch noch im Herbst 1944 den alliierten Armeen den Weg durch die sogenannte Laibacher Lücke nach Österreich und Ungarn öffnen und die ungehinderte Besetzung ganz Südmittel- und Südosteuropas durch die Rote Armee, die nach der Lwiw-Sandomierz- und Jassy-Kischinew-Operation die schwer geschlagene Wehrmacht vor sich hertrieb, verhindern würde.“iv