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Geschichtsschreibung aus Tagebüchern


 

Hilfe braucht ein alter Mann

 

 Ich hoffte, in den Akten der Vierten müsse das Leben, das die amerikanischen Soldaten vor und in Paris in den Tagen der Befreiung der Stadt führten, durchschimmern. Auf die Idee kam ich, weil ich einmal im Bundesarchiv in Bern die Tagebücher aus der Aktivdienstzeit des Zofinger Bataillons, das Diego führte, durchgelesen hatte. Irgend etwas Ähnliches müsste es doch auch in den USA bezüglich der 4. Infanterie-Division geben. Nach langem Stöbern im Internet -  wer flucht da über diese moderne Einrichtung? - stiess ich auf die Eisenhower-Bibliothek und dort auf das Verzeichnis

 

U.S. ARMY, 4th INFANTRY DIVISION:

After action reports

1940-46 (Microfilm)


Am 23. Juli 2013 suchte ich Herrn Pius Mühlebach in der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern auf, wo ich nicht häufig Gast bin. Ich klagte ihm mein Problem, nicht zu wissen, wie man an die Mikrofilme oder noch besser an die von ihnen festgehaltenen Dokumente herankomme. Er überzeugte mich rasch, dass die Filmrollen wohl nicht zu bekommen seien, aber er werde sich meines Anliegens annehmen. Ich verliess ihn um 12:30 Uhr. Um 16:30 Uhr sandte er mir per Mail die Antwort der Eisenhower-Bibliothek Abilene. Die Archivarin Valoise Armstrong empfahl mir einen verhältnismässig einfachen Weg, um zu kostengünstigen Kopien zu gelangen, und vermittelte mir die Adresse von Ms. Sydney Soderberg, Salina.


Einige Zeit später trat ich mit Frau Soderberg in Kontakt. Sie fuhr einen für schweizerische Verhältnisse langen Weg zur Bibliothek in Abilene. Dort holte sie nach meinen vorausgegangenen Instruktionen aus den vielen Filmrollen die Dokumente aus der Zeitspanne heraus, die mich interessierte. Sie fotografierte jedes dieser auf dem Film festgehaltenen Papiere und schickte mir per Dropbox die Fotos. Sie tat das unter drei Malen: 1220 Bilder, dann 729 und schliesslich 454. (Einmal konnte sie wegen Schneestürmen nicht nach Abilene fahren!). Die Qualität der Übermittlung ist perfekt. Die Dokumente sind teils schwer zu entziffern. Das hat eine ganze Kette von Gründen. Die Verfasser schrieben nicht in bequemen Situationen. Für viele war das Schreiben nicht unabdingbarer Bestandteil des Kriegshandwerks. Die verschiedenen verwendeten Schreibmaschinen sind nach einiger Übung im Lesen wegen ihrer charakteristischen Fehlleistungen einzeln identifizierbar. Bis man allerdings soweit ist, die Fehler richtig zu interpretieren, vergeht viel Zeit! Das damals gehandhabte Durchschlagsverfahren mit 6 Kohlepapieren hatte seine Tücken. Das gut lesbare Original behielt der Absender, der ja eigentlich wusste, was er diktiert hatte. Die letzte der Kopien, die kaum mehr lesbar war, schickte man den Archivaren und Historikern im Verteidigungsdepartement in Washington.

 

So sandte am 10. September 1944 das Hauptquartier der Vierten der Generaladjutantur in Washington den Rapport des Monats August:

„Action Against Ennemy, Reports After / After Action Reports“.

Das Dienstreglement - Army Regulation – schreibt das offenbar so vor.

 

Mitarbeiter der historischen Abteilung filmten später das Papier nach Methoden, die heute als steinzeitlich gelten mögen. Zudem war der chemische Zersetzungsprozess in den vergangenen Jahrzehnten auch nicht inert. Was verloren war oder nie da gewesen, das konnte Frau Soderbergs Fotoapparat nicht rekonstruieren. Für die amerikanischen Militärs war der Aufenthalt in fremdem Land ohnehin schwierig. Die Ortschaften hatten seltsame Namen. Missdeutete man ihn, so ergab sich englisch etwas, das einem Deutschsprachigen etwelche Dechiffrierkunst abverlangte, zumal es sich meist um kleine Weiler handelte, die auf noch so vergrösserten Karten schwer zu ermitteln waren. Im Militär vergeudet man viel Zeit mit Warten. Die holt man durch Abkürzungen ein. Nicht querfeldein, sondern im Schriftverkehr. Viele sind eigenwillig, andere entsprechen Konventionen. Im allzeit bereiten Internet findet man Schlüssel. Ich gebe es zu. Aber nicht sofort.



Die beiden Etiketten unterscheiden sich nur in der Box-Nummer. Ich weiss somit lediglich, dass alle nachfolgenden Fotos zu dieser Box gehören, bis wieder eine neue Etikette erscheint. Die Bilder sind fortlaufend vom Fotoapparat nummeriert worden. Diese Nummer ist ersichtlich in der Dropbox, wo die Fotos aufbewahrt sind. In die Dropbox gelangt man durch Anklicken der obigen Fotos.


Wer das vorerwähnte Archivverzeichnis angeklickt hat, der bestaunt seine Übersichtlichkeit. Alles ganz einfach. Nur hat der, der die langweilige Arbeit des Verfilmens verrichten musste, die Logik der Liste sabotiert. Frau Soderberg, die ohne Zweifel wissenschaftlich geschult ist und die Materie beherrscht, liess sich nicht beirren; sie gab mir so viele Anhaltspunkte über den Standort des einzelnen Dokumentes, wie es ihr möglich war. Das ist allerdings nicht sehr viel. Ich kann sagen, in welcher Box ein zitiertes Papier wiederzufinden ist und ich weiss, welche Nummer es trägt, allerdings auf der Foto der Frau Soderberg. Ihre Fotos sind auf der Dropbox selbstverständlich längst wieder gelöscht. Ich habe die Bilder aber samt jener Nummer festgehalten. Man kann sie in meiner eigenen Dropbox mit der Box- und der Foto-Nummer abrufen. Trotz der Schwierigkeiten in der Dokumenten-Ordnung hat Frau Soderberg den Überblick nicht verloren und ich darf davon ausgehen, dass sie mir wirklich alles Verfügbare, das hier interessiert und relevant ist, zukommen liess.

Sydney Soderberg wurde mir als Independent Researcher vorgestellt und empfohlen. Ich kenne sie nicht persönlich, aber ihren Fotoapparat. Der ist auf diesem Bild sichtbar. Aus den lackierten Nägeln der Finger, die ihn halten, begriff ich, dass in den USA Sydney ein Frauenname ist.

 

In diesem umfangreichen Material habe ich leider nicht ganz das gefunden, was ich suchte. Den besonderen, persönlichen Touch eines Kompanie- oder Bataillons-Tagebuches vermisse ich. Ich wollte eigentlich nicht so sehr das ermitteln, was die Heereseinheit tat und unterliess, sondern wie die Soldaten, die Kompanien und allenfalls die Bataillone, auch die Spezialisten, die Mechaniker, die Sanitäter etc. agierten. Aber schon von den Regimentern ist nicht viel Verwertbares zu finden. Wer rund um die Uhr marschiert, gräbt, schiesst, beschossen wird oder endlich ein wenig schläft, findet wenig Gelegenheit, zum ewigen Gedenken Schriftliches zu verfassen.


Ich habe das nächste Problem bereits angesprochen: Wie finde ich die in den Befehlen und Rapporten angegebenen Orte. Oft werden nicht Namen genannt, sondern Koordinaten. Nach welchem Netz operierten die Amerikaner? Mit welchem Kartenmaterial? Die Landschaft hat sich in den vergangenen 70 Jahren so rasant verändert wie nie zuvor. Autobahnen gab es keine. Welche Flugplätze existierten bereits? Die Überbauung nahm massiv zu. Gänzlich unerwartet stark hat sich die Bewaldung gewandelt: sie dehnte sich erheblich aus! Wie koordinierte man mit dem Widerstand?

 

Das Material aus Abilene wartete mit vorerst unverständlichen Abkürzungen und schlecht lesbaren Zahlen auf. Ich erkundigte mich, als ich meinte, auf etwas Deutbares gestossen zu sein, beim Bundesamt für Landestopographie swisstopo in Bern, ob es archivierte Karten dieser Zeit habe, welche die amerikanischen Truppen vermutlich verwendet hätten; ich bekam bald einen abschlägigen Bescheid. Man verwies mich auf mögliche Fundstellen, deren Unergiebigkeit ich schon ausfindig gemacht hatte. Ich stöberte nämlich tage- und wochenlang im Internet. Ich behalf mir mit Google Map und Google Earth und bastelte Karten unter grossem Zeitaufwand selbst, nur schon zwecks besseren Verständnisses der Operationen und auch zur Plausibilitätsprüfung meiner Übersetzungen und Interpretationen der amerikanischen Akten. Oft kam es vor, dass die Ortschaft, die ich zu lesen vermeinte, irgendwo in den französischen Alpen lag. Ländliche Gegenden in Frankreich haben es an sich, dass Namen von Weilern, Gehöften und Dörfern sich häufen. Der Vergleich mit dem jeweiligen Frontverlauf liess beispielsweise den Rückschluss zu, welche der "Namensvettern" auszuschliessen waren.

 


Für den guten Willen kann ich geradestehen.

Für den Erfolg nicht so sehr.

Die Geländekarte gibt einen ersten Überblick.

Die Strassenkarte eignet sich für die Ermittlung von Distanzen.

 

So konnte es nicht gehen. - Klar war mir mittlerweile geworden, dass ich die dem Operationsgelände entsprechenden Blätter des Kartenwerkes des G.S.G.S. irgendwie beschaffen müsste und zwar im richtigen Massstab und mit dem richtigen Erscheinungsjahr. Die Abkürzung steht für General Staff Geographical Section. Allmählich gelang es mir durch Dutzende von Einzelbausteinen die richtigen Serien ausfindig zu machen, nämlich

 

GSGS 4250, France 1 : 50'000,

GSGS 4249, 1:100’000 Maps of France

GSGS 4336, N.E. France and Belgium 1:100,000

 

Er ergab sich, dass Michelin kurz vor dem Krieg neues Kartenmaterial erstellt hatte. Die Amerikaner, die vom Ersten Weltkrieg her mit dem Problem vertraut waren, überflogen zusammen mit den Briten in den Jahren 1941 bis 1944 das Gelände und aktualisierten das französische Kartenmaterial. Sie übernahmen das Kilometermass, was in der täglichen Anwendung für die amerikanischen Offiziere und Soldaten gewiss einige Fallen mit sich gebracht hat.

 

Man mag sich vorstellen, wir müssten uns unvermittelt in Inches und Miles bewegen, wobei jede falsche Bewegung tödlich sein kann.

 

Die geleistete topografische, kartografische und drucktechnische Arbeit war enorm. Wenig verwunderlich, dass die Druckereien und die für die Auslieferung und Verteilung Verantwortlichen den nach dem Durchbruch in der Normandie über 100, 200 Kilometer vorpreschenden mechanisierten Truppen nicht immer nachzueilen vermochten. Ich konnte schliesslich aus vereinzelten Fragmenten ermitteln, welche Kartennummern erforderlich waren. Aber wo sollte ich sie finden? Bibliotheken in Edinburgh, Kanada, USA und Australien boten sich für einzelne Blätter an. Wieder bat ich Herrn Pius Mühlebach von der Zentral- und Hochschulbiliothek Luzern um Unterstützung. Er konnte mir jedoch die aufgelisteten Kartenblätter nicht beschaffen, nannte mir aber die Adresse der Landestopographie und die von Battlefield Historian. Diese Agentur hatte mir mit ihren Angeboten schon vorher geholfen, auf den richtigen Weg zu gelangen. Der Preis von 12 Pfund pro Karte war mir dann aber doch zu teuer. Die Fernleihe wäre offenbar nicht billiger zu stehen gekommen.

 

École militaire

 

Unergiebig waren die Internet-Abfragen in Frankreich. Aber ich durfte annehmen, dass Kartenmaterial der 2. französischen Panzerdivision, das sicher dem der amerikanischen Vierten entsprach, aufbewahrt wurde und zwar in den Archiven namentlich beim Service historique de la Défense in Vincennes und in der École militaire, deren vornehmer Gebäudekomplex man am Ende des Marsfeldes auf dem Titelbild dieser Webseite stets vor sich hat, und die heute korrekt DEMS - Direction de l'Enseignement Militaire Supérieur heisst. Im Mai nahm ich dann mein Herz und meinen Bedarfszettel in beide Hände und suchte die Bibliothèque national de France - Site Richelieu-Louvois auf. 

 

Salle ovale der Bibliothèque Nationale de France

Site Richelieu - Louvois

Die nachfolgende Geschichte spielte sich nicht hier,

aber auch in einem noblen Saal ab.

 

Bereitwillig halfen mir in einem speziellen würdigen, grossen, alten Saal, der wenig bevölkert war, Bibliothekare, nachdem sie mir odnungsgemäss einen Platz zugewiesen hatten und mich etliche Formulare ausfüllen liessen, bei der Suche und Findung der Blätter 1 : 50'000. Die Namen der drei Herren, die mir ganz besonders behilflich waren, notierte ich, aber noch am gleichen Abend verlor ich - wieder zu Hause in Villejuif - den Zettel, was mich ziemlich wurmt. Die Karten aus der Normandie wagte ich nicht auch noch zu verlangen, nachdem ich sah, wie sehr das Material einem Augapfel gleich gehütet wurde. Karten jenseits (östlich) von Paris fehlten. Die amerikanischen Produzenten waren dem plötzlich rasanten Vormarsch der Truppen nicht nachgekommen, wie ich in einem Aktenstück aus Abilene las. Ich durfte die Blätter von Paris (zwei) und des süd-westlichen Vorgeländes (16) fotografieren. Konkret handelte es sich um

 

G.S.G.S. 4250 France 1 : 50'000 prod. 1944

Falaise

Domfront

Argentan

Ambrières

Alençon

Sées

Gacé

Dreux

Rambouillet

Courville-sur-Eure

Chartres

Dammartin

Paris West

Paris  East

Cheuvreuse

Corbeil

Étampes

Melun


7

7

7

7

7

8

8

9

9

9

9

10

10

10

10

10

10

10


F/6

G/1

G/2

G/3

G/4

G/1

F/5

G/1

G/2

G/3

G/4

F/4

F/6

F/5

G/1

G/2

G/3

G/4



Die Fotos bringen natürlich Verzerrungen. Chevreuse und die beiden Pariser Kartenblätter durfte ich immerhin - leider nur schwarz-weiss - fotokopieren lassen, nachdem ich einen schriftlichen Antrag gestellt hatte. Die Karten 1 : 100'000 waren nicht vorhanden, sie sind aber auch nicht so wichtig. Die Division und ihre Einheiten marschierten mit Karten 1 : 50'000. Ich bastle zu den Rapporten, Berichten und Befehlen der Division und der Regimenter Kartenausschnitte, wie das jedem anständigen Kartografen die Haare zu Berge stehen liesse. Meine  Fotografien der Kartenblätter vergrössere ich auf den gewählten Ausschnitt. Dann zeichne ich unbeholfen ein, was die Akten aussagen, speichere und ziehe die bearbeitete Foto in die Dropbox. Eine Massstabgetreue ist so nicht zu erwarten. Etwas besser, aber sicher nicht getreu ist die gescannte und bearbeitete Fotografie der fotokopierten Karte.

 

Ich habe alle 18 Karten zweimal

mit meiner kleinen Lumix-Panasonic-Kamera fotografiert.

Die Verzerrungen an den Rändern sind deutlich sichtbar.


 

Zu guter Letzt fand ich im Internet die elektronische Karte North west Europe. Sie basiert auf dem Kartenmaterial von 1944. Urheber ist die University of Florida Digital Collections (UFDC). Der Massstab ist zwar 1:250'000. Die Originaltreue, die Genauigkeit, die Deutlichkeit und die Übersichtlichkeit sind auch beim Vergrössern frappant. Sichtbar ist endlich auch das in den Abilene-Akten häufig verwendete Buchstaben-Gitternetz. Die Handhabung bei der Produktion von Kartenausschnitten ist heikel und zeitaufwändig und ich kann natürlich bei den selbst gebastelten vergrösserten Ausschnitten den Massstab nicht angeben.

 

Diegos Anregung hat mich auf die Idee der Tagebücher gebracht. Er hat mir aber auch gezeigt, wie das mir dem Screenshot geht. Seit 25 Jahren schlage ich mich jetzt mit PCs herum; begriffen habe ich diese Funktion erst nach seinem kürzlichen Hinweis. Nur mit diesem Trick gelingt es überhaupt, die nach den vorstehend geschilderten verschiedenen Methoden selbstgebastelten Karten hier überhaupt einzufügen.

 

Ein alter Mann hat unendlich viel Zeit, wovon die Berufstätigen nur träumen können. Wehe ihnen aber, ein solcher Unbeschäftigter hat ein Anliegen. Dann muss das sofort erledigt sein. An einem Sonntag ging ich wegen meiner endlosen Computerprobleme Dr. Peter Gysi - Schärer Rechtsanwälte - an, der unverzüglich lic.iur. Kaspar Hemmeler LL.M. avertierte, welcher seinerseits bei Markus Frey von der OUT it solutions ag Alarm schlug, der mir postwendend antwortete und mir schonend beibrachte, dass das, was ich wollte, nicht ginge, und mir verständlich machte, wo ich die Lösung suchen sollte. Alles an einem Sonntag Nachmittag.

 

Vorausgegangen war ein Mail mit einem ganzen Kummerkatalog an meinen Patensohn Roger Vogt, der mir freundlich anbot, einen Computer-Freak zu vermitteln, worauf ich noch zurückkommen werde, und an Angelika und Jan Hausberg in Karlsruhe/Meiringen, zwei hochbegabte Internet-Spezialisten. Darauf hat Angelika mit einem ausführlichen, einlässlichen Mail geantwortet; ich kam dabei zu Selbsterkenntnissen, die mir weiterhalfen.

 

Mein lieber Freund Dr. Hubert Fischer, Karlsruhe, beschenkte mich mit einem exakten Stadtplan von Paris aus der hier in Frage stehenden Zeit. Dr. Fischer ist in der Geschichte so ausserordentlich bewandert, dass ich mich schon jetzt vor seinem Urteil fürchten muss. Ich habe ausgeführt, wie schwierig sich die Beschaffung von damals gültigem Karten-Material gestaltet hatte. Umso mehr war ich dankbar für das spontane Geschenk.

 

Meine liebe Schwägerin Verena Thorn-Vogt hat als Trägerin des französischen National-Verdienstordens immer eine gesunde Distanz zum jubelnden National-Patriotismus. Sie gab mir den Artikel  aus "Le Monde" vom 16./18. August 2014 mit dem Titel "Le Mythe de l'insurrection" - ein weiteres Zeugnis, dass die französische Öffentlichkeit auf eine kritische, aber nicht selbstquälerische Distanz zur Befreiung von Paris geht. Sie machte mich auch auf den Nachdruck der beiden "Manuels d'instruction à l'usage des soldats américains et britanniques débarquant en France", erschienen bei "Éditions des équateurs", aufmerksam, die ich noch durcharbeiten muss.

 

Ich habe auf den Dokumentarfilm von Serge de Sampigny "Ils ont libéré Paris" hingewiesen, den France 3 am Jubiläumstag der Befreiung ausstrahlte. Ich bat den Sender um eine käufliche Kopie, was mir verweigert wurde. Meine Gross-Nichte Wenqi Quartier-dit-Maire, welche soeben das Baccalauréat scientifique mit Mention très bien bestanden hatte, bewies mir auf meine eindringliche Bitte, dass man mit diesem ersten akademischen Grad doch allerhand versteht: sie verschaffte mir die Möglichkeit, den Film nochmals anzuschauen. Inzwischen konnte ich die DVD sogar kaufen.

 

Zum Durchbruch in der elektronischen Gestaltung des beabsichtigten Buches verhalf mir schliesslich die Webseite und das Tutorial von Robert Brandl, WebsiteToolTester.com. Ich entschied mich gestützt auf diese Empfehlungen für Jimdo. Das Support Team, das ich nur per Vornamen "kenne", erwies sich immer als hilfsbereit und kompetent. Wo's nicht ging, waren meine Anfragen eben zu barock.

 

Man sieht: Meine Eigenleistung ist sehr gering. Ich habe rundum Dankeschön zu sagen - für die Hilfsbereitschaft und die Sachkunde. Ich habe unendlich viele Links gesetzt und Bilder eingefügt. Das Allermeiste sind Fremdleistungen - wertvolle, die es zu verlinken lohnt. Gedankenstützen für mich selbst, denn solcher bedarf ich jeden Tag des zunehmenden Alters und der abnehmenden Weisheit mehr.

 

Schliesslich darf ich für mich doch in Anspruch nehmen, dass ich Zeit in einem unbeschreiblichen Ausmass aufgewendet habe - nicht nur, aber auch -, weil ich langsamer werde.

 

Diese Zeit und eine enorme Quantität Geduld schenkt mir Dorle. Dorle schulde ich - nicht allein hierfür - meinen allergrössten Dank.

 

Ferdinand Hodler, "Der Geschichtsschreiber" 1896

 

Aus dem Kunstmuseum Bern brachte mir Dorle diese Karte nach Hause. Ich werde bald wieder einmal zum Friseur gehen. Man beachte die sauberen Füsse !

 

Und wenn ich beim Dankesagen bin, denke ich dankbar an die jungen Männer, die für unsere Generation Leib und Leben opferten.


Darum nie vergessen:

Unbekannte, aber nicht namenlose Soldaten führten den Krieg.

(4th Infantry Yearbook S. 128)