Die Landung in diversen militärhistorischen Darstellungen

 

 Joseph Balkoski ist ein amerikanischer Militärhistoriker, der sich in verschiedenen Bänden mit der Invasion befasst hat. Das Buch "Utah Beach" erschien 2006 (ISBN 0-8117-3377-7 paperback)

 

Diesem Buch sind die folgenden Texte, Karten und Fotos entnommen:


Balkoski beschreibt (S.29ff.), warum General Barton und die Vierte ausgewählt wurden, die Spitze der von der See her landenden Truppen zu stellen.


IVY MEN (Ivy = Spitzname der 4. Infanterie-Division)

 

Als primäre Kampfkraft der grössten Demokratie der Welt war die U.S. Army im Zweiten Weltkrieg stolz auf ihre Homogenität. Solange Soldaten mit dunkler Hautfarbe nicht in den Mix aufgenommen wurden, rührte die Armee den legendären amerikanischen Schmelztiegel mit offensichtlicher Begeisterung an: Jungs aus den Südstaaten, deren Grossväter unter Lee gekämpft hatten, waren verpflichtet, sich mühelos mit Italienern aus dem North End zu vermischen, die nichts vom Bürgerkrieg wussten; Bauernsöhne aus Iowa sollten sich Baracken mit Polen aus dem Greenpoint teilen und Mexikanern aus El Paso, Texas. Die Mischung sollte eine Armee ergeben, die sich sowohl aus gut Ausgebildeten wie vor allem auch aus Austauschbaren zusammensetzte.

 

Im Großen und Ganzen funktionierte dies. In einer homogenen Armee hätte man jedoch nicht erwartet, dass die Divisionen der U.S. Army mit mehr als 14.000 Mann hochgradig einzigartige Eigenschaften und Temperamente entwickeln würden - aber genau das haben sie getan. Der unverwechselbare Flavor einer Division stammte bis zu einem gewissen Grad von ihrem befehlshabenden General ab, der vielleicht ein Polospiel-Traditionalist der Alten Armee oder ein ehemaliger Soldat war, der vor dem Ersten Weltkrieg zu den Berufssoldaten gestossen war. Dieser "Geruch" konnte auch aus der Region in den Vereinigten Staaten stammen, in der die Division Rekruten und Wehrpflichtige angeworben hatte, oder aus ihrer Ausbildungsbilanz und Kampfleistung, wenn überhaupt, in früheren Kriegen. Ein Divisionsabzeichen, das auf die linke Schulter der Uniform eines Soldaten aufgenäht wurde, sagte in der Tat viel über den Geist dieses Soldaten aus, besonders in den ersten Tagen, bevor der Kampf das Personal mit einer alarmierenden Geschwindigkeit umtauschte und diesen Geist beträchtlich trübte.

 

Ende Februar 1944, als General Collins begann, seinen Invasionsplan in Utah zu verfestigen, hatten die Soldaten, die einen quadratischen, olivgrünen Schulteraufnäher mit vier grünen Efeublättern trugen, bisher einen ziemlich einfachen Krieg erlebt. Diese GIs gehörten zur 4. Infanteriedivision, einer Einheit, die für immer mit der D-Day-Invasion von Utah Beach verbunden sein wird. Die Vierte hatte gerade die transatlantische Reise nach England angetreten, nachdem sie mehr als drei Jahre lang eine endlose Ausbildung für Operationen absolviert hatte, die nie zustande zu kommen schienen. Zwei Jahre lang hatte die Vierte Hunderte von Lastwagen absorbiert; sie wurde als experimentelle "motorisierte" Division ausgebildet, aber die Armee hatte diesen Prozess 1943 eingestellt, sehr zum Bedauern der Männer der 4. Division, die daraufhin viel mehr marschieren mussten.

 

Die Division trainierte so lange in den Staaten, dass ihre Angehörigen sich beinahe gegenseitig davon überzeugt hatten, dass die Vierte nie nach Übersee gehen würde. Die Dinge änderten sich jedoch schnell in der Armee und im Frühjahr 1944 fand sich die Division "Ivy" - die Aussprache von "I-V" - eine Anspielung auf die römischen Ziffern für die Zahl 4 - biwakierend in der grünen Landschaft von Devon, England, wo sie sich energisch auf die Invasion vorbereitete, von der die GIs hofften, dass sie den Beginn des Endes für Nazi-Deutschland bedeuten werde.

 

Der Krieg ist der Zeitvertreib junger Männer, aber die hohen Tiere der U.S. Army müssen die Zugehörigen der 4. Infanteriedivision als ausserordentlich reif angesehen haben. Am Vorabend des D-Day rief das vergleichsweise fortgeschrittene Durchschnittsalter des Personals der Vierten, vom kommandierenden General bis zum geringsten Soldaten, den Eindruck hervor, dass die Division die ältesten Wehrmänner der Armee aufwies. In den arglosen Monaten vor Pearl Harbor, als Amerika sich zügig für einen Krieg mobilisiert hatte, in den es noch gar nicht involviert, noch daran beteiligt war, kam die Nachricht von oben, dass Wehrpflichtige, die das Alter von achtundzwanzig Jahren erreichten, entlassen werden könnten, wenn sie in das zivile Leben zurückkehren wollten. Der Beginn des Krieges änderte das: aber nach so vielen Jahren der Ausbildung in den Staaten konnten viele GIs der 4. Division ihre Überzeugung, dass ihr Outfit zu alt war, um in den Kampf einzutreten, nicht erschüttern. Im Frühjahr 1944 fegte ein Gerücht der bevorstehenden Übersee-Bewegung durch die Division, aber für viele GIs waren diese Gerüchte völlig unglaubwürdig.

  

 22. Infanterie-Regiment, 4. Division

Geschichte des 22. Infanterie-Regiments, 1945

 

Die Offiziere und Mannschaften hielten es für höchst unwahrscheinlich, wenn nicht gar unmöglich, dass das (22.) Regiment engagiert sein könnte. . . . Sie lachten über die Idee, denn es war eine bekannte Tatsache, dass das Durchschnittsalter der Truppe über achtundzwanzig Jahre lag, und sie dachten: "Alte Truppen kämpfen nicht - sie sind körperlich nicht fähig". Der Befehlshaber des Regiments, Oberst Hervey Tribolet, hielt eine Sitzung hinter verschlossenen Türen mit allen Offizieren ab, wo er sie informierte, dass innerhalb des nächsten Monats das Regiment auf seinem Weg nach Übersee sein werde. 

 

Als die Vierte ende Januar 1944 in England eintraf, dauerte es nicht lange, bis Ike und Bradley schlussfolgerten, dass es wahrscheinlich gut laufen würde, wenn die Division als Erste in den Kampf einträte. So eine lange Ausbildungsperiode hatte sie mit festem Vertrauen durchdrungen und, obwohl sie damals überwiegend aus Wehrpflichtigen bestand, wurde die auffallend hohe Moral dieser Männer zum Teil durch die tief verwurzelten Traditionen der regulären Armee der drei Infanterieregimenter - 8., 12. und 22. - unterstützt, welche den Einsatzkern der Vierten bildeten. Zynische GIs betrachteten die Divisionsmottos der U.S. Army gewöhnlich als bedeutungslos, aber der Slogan der 4. Division "Steadfast and Loyal" schien den wahren Charakter der Ivy-Division zu definieren.

 

Die U.S. Army hatte dafür gesorgt, dass die Vierte für den D-Day vorbereitet war, noch bevor sie nach Großbritannien verschifft wurde. Mehr als zwei Monate lang, im Herbst 1943, hatte die Division in den Gewässern des Golfes von Mexiko im Camp Gordon Johnston, Florida, amphibische Kampftechniken gründlich praktiziert. Scharfschützen hielten während der Landungsübungen Ausschau nach Alligatoren, wenn auch allen klar war, dass die europäische Küstenlinie der südöstlichen Küste des Florida Panhandle kaum ähneln konnte. Als sich die 4. Division in den englischen Kantonnementen niederliess, wurde der Bestand an Divisionen mit überlegener amphibischer Ausbildung von General Bradley von drei auf vier erhöht.

 

 

"Die Ausbildungsdisziplindisziplin muss streng sein."

Generalmajor Raymond O. Barton, Kommandeur der 4. Infanteriedivision

 

Die 1. und die 29. Infanteriedivision würden die Invasion an der Omaha Beach durchführen, während die 4. und die 28. Division Kandidaten den Angriff auf die Utah Beach waren.

Es gab nur genug Schiffsraum, um eine Division am D-Day nach Utah zu transportieren, so dass Bradley die eine Division oder die andere wählen musste - nicht beide. Die 28., ein alter "Verein" der Pennsylvania National Guard, den Bradley selbst acht Monate lang bis zu seinem Transfer nach Nordafrika im Februar 1943 kommandiert hatte, wurde wegen ausgezeichneten amphibischen Trainings geschätzt. Bradley muss die Vierte genauso gut beurteilt haben, wenn nicht sogar besser; infolgedessen bekam die Ivy-Division bald einen Termin in der Normandie am D-Day.

 

 

"Tiefliegend, ohne ausgeprägte Geländemerkmale"

Ein Signalmann der U.S. Navy an der Utah Beach am D-Day. Der Signalmann steht auf und neben deutschen Strandhindernissen, die kurz vorher von US-Genietruppen eingeebnet worden waren. Man beachte den gemauerten Seewall am Fuße der Dünen.

(U.S. Navy. National Archives.) 

 

Wenn die 4. Division in der Tat "standhaft und loyal" war, so stammen diese Eigenschaften zum Teil von ihrem Kommandeur, Generalmajor Raymond O. Barton, einem "Eingeborenen" des Oklahoma-Teritoriums. Barton graduierte in der West Point Klasse 1912, drei Jahre vor seinen Vorgesetzten Ike und Bradley und fünf Jahre vor seinem unmittelbaren Chef Collins. Barton sah keinen Kampf im Ersten Weltkrieg, aber er diente vier Jahre lang in Europa in den Nachkriegsbesatzungstruppen und befehligte den tatsächlich letzten amerikanischen Militärposten in Deutschland vor dem Abzug der US-Armee aus ihrer Besatzungszone im Jahr 1923. 1944, im Alter von 54 Jahren, hatte Barton vielleicht das Alter erreicht, von welchem Stabschef Marshall glaubte, dass Männer keine Kampfverbände mehr befehligen sollten, aber trotz seines gänzlich unmilitärischen Spitznamens "Tubby", hatten seine damalig präferierten West Point Sportarten -Boxen und Ringen - geholfen, einen aussergewöhnlich harten und selbstbewussten Soldaten hervorzubringen.

 

Angesichts des harten und langwierigen Ausbildungsregimes, das die GIs in einer Infanteriedivision ertragen mussten, war es höchst unwahrscheinlich, dass sie ihren kommandierenden General verehren würden. Dies galt insbesondere für Barton, der von einem Oberst der 4. Division als "ein sehr strenger Ausbildner ('Disziplinar'), der seine Division mit eiserner Faust befehligte," beschrieben wurde. Barton indes erlangte zumindest Respekt. Während der Übungen war er so häufig in der Nähe der Kämpfer, dass es der Truppe leicht fiel, sein wettergegerbtes Gesicht mit dem gestutzten Schnurrbart und den buschigen Augenbrauen zu erkennen. Kurz nachdem er 1942 das Kommando über die Vierte übernommen hatte, notierte einer des 22. Regiments: "Seine Art war fest und zügig, aber weder sauer noch steif. Die Basis ist stark beeindruckt von der Fähigkeit und der energischen Führung, die er in der kurzen Zeit seit seiner Übernahme der Leitung dieser Division bewiesen hat." 

 

 

Um eine erfolgreiche Invasion gegen eine Küstenlinie durchzuführen, die der Feind fast vier Jahre lang besetzt hat, ist der Kommandant des VII. Korps, Collins, gezwungen, viel mehr tun, als Bartons Vierte an Land zu werfen. Amphibische Panzer müssen den Erstangriff unterstützen, Zerstörungstruppen müssen die Fahrspuren durch deutsche Strandhindernisse räumen, Geniesoldaten müssen den Strand für den Zugang von Unmengen an Material vorbereiten. Die Ivy-Division verfügte nicht über die Ressourcen, die es ihr ermöglichen würde, diese Art von Aufgaben zu erfüllen, und folglich erweiterte Bradley Collins' VII. Korps in den Monaten vor dem D-Day mit Dutzenden von unabhängigen Einheiten, die so klein waren wie zwölf Mann-Kommandos, von denen jede gewissenhaft vorbereitet war. Streng geheime Befehle schrieben ihre Rollen vor, die ihnen in der grossen militärischen Choreographie zukamen, die bald am D-Day an der Utah Beach über die Bühne gehen würde. Collins hatte das Glück, unter seinem Kommando einige der erfahrensten Organisationen der U.S. Army für diese Art von Spezialaufgaben zu haben.


Aber sehr ergiebig ist diese Divisionsgeschichte, die für meinen Geschmack etwas zu stark vom Hurra-Stil geprägt ist, in Bezug auf den D-Day nicht.

 

As lord of Europe, Hitler had boasted that American soldiers would not last nine hours if they landed in France, but --

 

Als Herr über Europa hatte Hitler damit geprahlt, dass amerikanische Soldaten keine neun Stunden überleben würden, wenn sie in Frankreich landeten, aber --

 

6. Juni 1944, 06.30: Vier Kompanien des 8. Infanterie-Regiments Doughs (doughs ist die Abkürzung von doughfeets = Teigfüsser, was soviel heisst wie schweizerdeutsch „Füsel“=Füsilier, Infanterist) fühlten den Ruck des Landungsbootes beim Stopp an der Küste der Normandie, hörten die Rampen mit einem Platschen niedergehen und sahen die deutschen Bunker (pillboxes=Pillenbüchsen) in den Dünen. Dann stürmten sie durch das Wasser in einer langen, brüllenden Linie und überwanden die Küstenverteidigung. 

 

Kommandiert wurde das 8. Infanterie-Regiment mit dem 3. Bataillon des 22. Inf.Rgts. von Oberst James A. Van Fleet. Sie nahmen fünf Forts ein, säuberten eine Strecke von zwei Meilen an der Südostecke der Halbinsel von Cherbourg innerhalb von zwei Stunden. Während die Restlichen der Division an Land gekippt wurden, preschten das 8. Regiment, das 70. Panzer-Bataillon und das 4. Genie-Kampfbataillon in die zurückversetzten Positionen des Feindes durch den überfluteten Boden hinter der Küste. 

 

Oberst H.A. Tribolet's 22. Infanterie-Regiment schwang sich nördlich davon an die befestigte Küste und sprengte die Forts und Bunker des „unüberwindlichen“ Atlantikwalls. Die Divisions-Artillerie und das 12. Infanterie-Regiment folgten; sie wurden geführt von Oberst Russell P. "Red' Reeder und stiessen nach Nordwesten vor, um die breiter werdende Lücke zwischen dem 8. und 22. Regiment zu füllen. 

 

General Barton und seine drei Brigadegeneräle, Theodore Roosevelt Jr., H.W. Blakeley und H.A. Barber, gingen vor 11.00 Uhr an Land. General Roosevelt, der schon mit der ersten Welle gelandet war, bekam die erste Medal of Honor der Division.

 

Die verzweifelten Nazis [dass die im Feuer liegenden Soldaten ihre Gegenüber als Heinis und Nazis beschimpfen und betrachten mussten, ist leicht einfühlbar – in einem am sicheren Schreibtisch verfassten Bericht sind die Bezeichnungen eher peinlich und der Vermutung der Objektivität der generellen Aussagen nicht förderlich] sahen, dass der Angriff an Schwung gewann. Hitler hatte von Rundstedt und Rommel befohlen, die Streitkräfte des alliierten Brückenkopfs bis zum Einbruch der Nacht zu vernichten. Trotz schwerem Geschützfeuer ging die Division an Land und 'widersetzte sich so dem Führerbefehl'. Nicht im Mindesten „vernichtet“ war der Grossteil der Division auf französischem Boden und er etablierte dort eine Front fünf bis sieben Meilen landeinwärts, als es eindunkelte.

 

Am nächsten Tag brach das 8. Regiment durch zum äusserst wichtigen Strassenzentrum Sainte-Mère-Église, um einen Teil der 82. Luftlandedivision abzulösen, der dort seit 36 Stunden isoliert von numerisch überlegenen Kräften eingeschlossen war. Während das 12. Infanterie-Regiment geradeaus auf Montebourg zu fegte, warf das 22. Regiment sein ganzes Gewicht gegen die Küsten-Festungen, die sich über Meilen erstreckten."


General Blakeley, zur Zeit der Invasion Artillerie-Chef und später Kommandant der Vierten, trägt seinerseits in der von ihm gestalteten Divisionsgeschichte (S. 20) ebenfalls nicht sehr viel Substanzielles bei, um das Geschehen am D-Day festzuhalten. Immerhin vermittelte er die nachfolgenden Bilder. 

 

Mit Vollpackung bei hohem Seegang

 

 Nach Mitternacht des 6. Juni 1944 verlangsamten sich die Transporte, bis sie kaum noch entlang der Minensuchboote krochen. Um 0.200 Uhr liefen die Schiffe vor der französischen Küste vor Anker. Wir waren auf der anderen Seite des Kanals, aber was ist mit dem Feind? Bald kam die Antwort! Schwere Flak begann zu steigen und an Intensität zu gewinnen: der deutsche Gruss an die Landungen aus der Luft. Die Kämpfe hatten begonnen. Auf offener, rauer See und in der Dunkelheit kletterten die Angriffswellen die Landungsnetze an den hüpfenden LCVPs hinunter. Unsere Flugzeuge trommelten auf die Strände; die orangefarbenen Explosionen und der Bombenhagel waren von den Schiffen aus zu sehen und zu hören. Das ging bis in die Morgendämmerung. Dann prasselte das Flottensperrfeuer von Schlachtschiffen, Kreuzern und Zerstörern auf das Ufer nieder. Zur selben Zeit schwang sich die erste Angriffswelle in die Linie und machte sich auf den Weg zum Ufer.

 

Man beachte die zahlreichen Spuren nutzloser Beschiessungen der Befestigungsmauer.

 

Landung um 0630 (H-Stunde): auf einem Abschnitt der französischen Küste, für diese Operation Utah Beach benannt (Utah Beach ist 2 Meilen östlich von St-Martin-de-Varreville und 6 Meilen von Ste-Mère-Église), drängten die Angriffseinheiten so schnell wie möglich ins Landesinnere, um die feindlichen Positionen hinter dem Strand zu reduzieren und die feindlichen Granatfeuer zu unterbinden, die auf den Strand niederprasselten. Strandverteidigung mittels Unterwasser-Minen, Stacheldraht, Gräben, Maschinengewehren, 88 mm-Artillerie, automatischen Tanketten (mit 300 Pfund TNT und entworfen, um den Start- und Landebahnen zu folgen und in unsere Truppen zu stürzen), Festungen mit 150 mm und 210 mm Waffen lagen vor uns. Um die Gefahr der Landung zu erhöhen, hatte der Feind das Gebiet direkt hinter dem Strand bis zu einer Breite von 2000 Metern überflutet. Nur wenige Strassen oder Dämme verliefen landeinwärts; die amerikanischen Truppen rückten in diese Richtung vor.

 

Es ist fast unmöglich, sich das Fieber der Erregung vorzustellen, das bei den Männern eingetreten war. Immer musste der Antrieb landeinwärts bleiben - um den Feind zurückzudrängen, um einen sich ständig vergrössernden Brückenkopf zu schaffen. Überraschend wenige Verluste waren anfangs zu verzeichnen, aber sie begannen mit zunehmender Geschwindigkeit zu steigen, als feindliches Artilleriefeuer über den Strand fegte. Eine lebenswichtige Mission der Vierten war, die 82. und die 101. Luftlandedivision zu kontaktieren, die westlich des überschwemmten Gebietes und um Ste-Mère-Église lagen. Spitzenelemente der Division nahmen Kontakt mit diesen Fallschirmjägern auf und verstärkten sie um Ste-Mère-Église. Während die nachfolgenden Truppen geradeaus marschierten, flankierten sie so nach Norden eine Operation, die schliesslich die Cotentin-Halbinsel abschneiden und die Küstenverteidigung aufrollen sollte. Im Zentrum unseres Vormarsches entwickelte sich rund um die Ortschaft Émondeville ein grandioser Kampf.

 

Was ein Soldat zu schleppen vermag...


2. Bataillon des 8. Infanterie-Regiments

(aus "The Victors" - Stephen Ambrose)

Quelle

 

 

Captain George L. Mabry Jr., S-3 (Operationsoffizier) des 2. Bataillons, 8. Infanterieregiment, durchquerte die Dünen und fand sich mit mehreren Zugehörigen der G-Kompanie gefangen in einem Minenfeld. Drei Männer waren auf S-Minen getreten. Oberst Van Fleet beschrieb, was passierte: "Mabry hatte die Wahl: sich zum Strand zurückzuziehen oder dem Feind zu folgen. Jede Alternative bedeutete, das Minenfeld zu durchqueren. Mabry entschied sich für den Angriff. Während er losstürmte, schoss Mabry fünfundzwanzig Meter vor sich in ein feindliches Schützenloch. Die Deutschen, die Widerstand leisteten, wurden getötet, die anderen kapitulierten. als nächstes versammelte er eine Handvoll Männer der G-Kompanie, schickte zwei Panzer und griff einen großen Bunker an, der den Damm am Exit 1 bewachte.

 

Sergeant Pike von der E Company schloss sich Mabrys Gruppe an. Als Mabry die Männer über den Damm führte und auf Pouppeville zusteuerte, holte er Leutnant Tighe vom 70. Panzerbataillon ein. Tighe hatte drei Panzer durch Landminen verloren, doch er bewegte sich vorsichtig mit seinen beiden verbliebenen Shermans voran. Mabry setzte Infanterie an die Spitze und drängte weiter voran; er bestand auf Schnelligkeit, weil sie auf dem Damm exponiert waren und Mörserfeuer auf sich zogen. Gleichzeitig mahnte er wegen der Minen zur Vorsicht. Sie kamen über einen Düker zu einer Brücke und dachten, er sei zur Sprengung vorbereitet; ausserdem berichteten die Aufklärer, dass sie einige Deutsche in den Düker verschwinden gesehen hätten.

 

Mabry schickte Soldaten in die überfluteten Felder, um beidseitig des Dükers einzudringen. Die Deutschen kapitulierten, ohne sich zu wehren. Mabry liess sie die Ladungen abschalten, dann schickte er die Gefangenen zurück an den Strand und drängte weiter vorwärts.

 

Nachdem die Wachen die Gefangenen in ein Landungsboot gesteckt hatten, um sie zum Verhör auf die USS Bayfield zu bringen, rapportierten sie Van Fleet. Es war 09.40 Uhr. Van Fleet übermittelte General Barton auf die Bayfield: "Ich bin mit Colonel Simmons und General Roosevelt an Land und rücke stetig vor." Als neue Wellen von Landungsbooten eintrafen, schickten Van Fleet und Roosevelt sie durch die Lücken im Deich mit dem Befehl, sich ins Landesinnere zu begeben. Bereits war das grösste Problem, mit dem sie konfrontiert waren, die Überlastung des Strandes. Es gab zu viele Truppen und Fahrzeuge, jedoch zu wenig Ausgänge. Sporadisch eintreffendes Artilleriefeuer und die allgegenwärtigen Minen machten den Stau unheimlich. Doch um 10.45 Uhr konnte Van Fleet Barton per Funk erreichen: "Alles läuft gut." Der Strand war vergleichsweise sicher, die Reservebataillone kamen an Land.

 

Mabry schob sich auf dem Damm vor. Er warnte seine Aufklärer. "Wissen Sie," sagte er zu Sergeant Pike, "die Fallschirmjäger sollen diese Ortschaft Pouppeville eingenommen haben, aber sie konnten es vielleicht nicht. Erschiessen wir jedenfalls keinen unserer Fallschirmjäger." Pike sagte: "OK".

 

Die Spähtrupps erreichten den westlichen Rand des Überschwemmungsgebietes. "Wir konnten die Büsche und ein paar Bäume sehen, wo der Damm endete", erinnerte sich Pike, "und darauf sah ich einen Helm und dann verschwand er, und ich sagte Captain Mabry, dass ich einen Helm dort oben hinter diesen Büschen sah, und er antwortete: "Könnten Sie mir sagen, ob es ein amerikanischer oder ein deutscher war?" und ich erwiderte: "Ich habe nicht genug gesehen, ich weiss es nicht, Sir."

 

Die Männer am anderen Ende des Dammes schossen eine orangene Leuchtrakete ab. "Und diese zwei Männer standen auf und das erste, was wir sahen, war die amerikanische Flagge auf ihrer Schulter und es waren zwei Fallschirmjäger. Sie sagten: '4. Division?' und wir sagten: 'Ja.'"

 

Leutnant Eugene Brierre von der 101. Luftlandedivision war einer der beiden Fallschirmjäger. Er begrüsste Pike und fragte: "Wer hat hier das Sagen?" Mabry kam herbei und antwortete: "Ich bin es."

 

Brierre sagte: "General Taylor ist wieder hier in Pouppeville und will Sie treffen."

 

Es war 11.10 Uhr. Die Verbindung zwischen der 101. und der 4. Division war hergestellt. Exit 1 war in amerikanischer Hand.

 

Mabry sprach mit Taylor, der sagte, dass er sich auf den Weg mache, um weitere Ziele zu erreichen; dann ging er durch Pouppeville in Richtung Ste-Marie-du-Mont. In Pouppeville gab es etwa vierzig tote deutsche Soldaten, ein Zeugnis für den heftigen Kampf, in den die 101. Luftlandedivision verwickelt gewesen war. In der Nähe von Ste-Marie-du-Mont bat Leutnant Louis Nixon von der Easy Company, 506. Regiment, 101. Division, Mabry um die Unterstützung durch die beiden Panzer; Mabry gab sie frei und sie machten sich an die Arbeit. Darauf halfen die Männer Mabrys den Fallschirmjägern in Ste-Marie-du-Mont, die Ortschaft zu sichern.

 

(Mit freundlicher Genehmigung des Autors  von "The Victors" - Stephen Ambrose)

 


 

Wikipedia-Artikel zur Landung

 

Operation Overlord (deutsch)

 

   Landung an der Utah Beach

 

Der Landungsplan umfasste vier Wellen. Mit der ersten Welle sollten in insgesamt 20 Landungsbooten, die mit je einem 30 Mann starken Kampfteam des 8. Infanterieregiments der 4. US-Infanteriedivision besetzt waren, zwei Landeköpfe etabliert werden.

 

Die komplette Operation baute auf der ersten Landungswelle auf, die für 6:30 Uhr am Morgen vorgesehen war. Etwa zur gleichen Zeit sollten auch acht mit je vier Schwimmpanzern bestückte Landungsboote auf den Weg geschickt werden.

 

Die erste Welle ging jedoch 1800 Meter südlich des geplanten Landeabschnitts an Land. Dies war die Folge einer starken seitlichen Strömung, die die Landungsboote nach Süden abdrängte. Da die Küstenlinie infolge des vorangegangenen Beschusses von Rauchwolken verdeckt war, fehlten den Besatzungen der Landungsboote Orientierungspunkte für eine Kurskorrektur.

 

Der falsche Landeort hätte eigentlich zu grosser Verwirrung führen können, die aber nicht eintrat. Zwar liessen sich die einzelnen Befehle nicht im Detail ausführen, aber Brigadegeneral Theodore Roosevelt, jr., der stellvertretende Kommandeur der 4. US-Infanteriedivision, hatte die Lage im Griff und liess die erreichbaren starken deutschen Stellungen angreifen. So konnten die Amerikaner schnell zu den Hauptstraßen im Hinterland vorstossen und die Deutschen von dort aus attackieren.

 

Den Soldaten schlug nur relativ wenig Gegenwehr entgegen, so dass die Verluste mit 197 Männern als sehr gering beziffert werden konnten. Einige deutsche Artilleriestellungen beschossen die Schiffe auf See, konnten dort aber keine Schäden anrichten.

 

Am Ende des Tages hatten mehr als 20.000 Soldaten mit 1700 Fahrzeugen am Utah Beach französischen Boden betreten. Sie hatten nur etwa 200 Opfer zu beklagen.

 

 

Englischer Wikipedia-Artikel
 

Die Schiffe mit der 4. Infanteriedivision, die Utah angriff, wurden von der Strömung an einen Punkt etwa 1.800 Meter südlich der vorgesehenen Landezone abgedrängt. Die Truppen trafen auf leichten Widerstand und erlitten weniger als 200 Todesopfer. Ihre Bemühungen, in das Landesinnere vorzudringen, blieben am ersten Tag weit hinter ihren Zielen zurück, aber sie konnten etwa 6,4 km (4 Meilen) vorankommen und so den Kontakt mit der 101. Luftlandedivision herstellen.

 

 

Französischer Wikipedia-Artikel: La bataille de Normandie

 

Von Ost nach West war die Reihenfolge der ordre de bataille ungefähr die folgende:

....

Das 7. Armeekorps (Vereinigte Staaten) (4. Infanteriedivision und andere Elemente) in Utah Beach, in der Nähe von Pouppeville et La Madeleine.

....

 

Operation Neptune (deutsch)

 

In diesem Wikipedia-Artikel wird die Vierte nicht namentlich erwähnt ausser in einer ausführlichen Beschreibung der misslungenen Generalprobe "Tiger", welche von einer deutschen Schnellbootattacke begleitet war.

 

Dennoch sei eine Zahl aus dem Artikel festgehalten:

 An der Operation Neptune waren

6'939 Schiffe

 (1'213 Kampfschiffe, 4'126 Landungsschiffe und -boote, 736 Unterstützungsschiffe und -boote und 864 Handelsschiffe) beteiligt.

 

79 % der eingesetzten Schiffe waren britisch und kanadisch, 16,5 % US-amerikanisch, weitere 4,5 % gehörten anderen alliierten Staaten an.

 

Damit ist wohl auch daran erinnert, welch immensen Beitrag zur Befreiung Europas das britische Empire geleistet hat. Die britisch-kanadischen Truppen finden themakonform wenig Erwähnung in dieser Arbeit. Ihr heldenhafter Einsatz wird aber nicht gering eingestuft.

 

 

Normandy landings (codenamed Operation Neptune)

 

Utah Beach war in dem Gebiet, das von zwei Bataillonen des 919. Grenadier Regiments verteidigt wurde. Die Wehrmänner des 8. Infanterieregiments der 4. Infanteriedivision landeten als erste und kamen um 06:30 Uhr an. Ihre Landungsboote wurden durch starke Strömungen nach Süden geschoben und befanden sich etwa 1,8 km von der vorgesehenen Landezone entfernt. Dieser Küstenabscchnitt erwies sich als besser, da es nur einen Stützpunkt in der Nähe gab und nicht zwei; die Bomber des IX. Bomber Command hatten die Verteidigungsanlagen von unterhalb ihrer vorgeschriebenen Höhe aus bombardiert und dabei beträchtlichen Schaden angerichtet. Ausserdem hatten die starken Strömungen viele der Unterwasserhindernisse an Land gespült. Der stellvertretende Kommandeur der 4. Infanteriedivision, Brigadegeneral Theodore Roosevelt, Jr., der erste höhere Offizier an Land, traf die Entscheidung, "den Krieg von hier aus zu beginnen" und ordnete an, weitere Landungen umzuleiten.

 

Auf die ersten Angriffsbataillone folgten schnell 28 DD-Panzer und mehrere Wellen von Genie- und Sprengteams, um Strandhindernisse zu beseitigen und das Gebiet direkt hinter dem Strand von Hindernissen und Minen zu befreien. Lücken wurden in die Seemauer gesprengt, um Truppen und Panzern einen schnelleren Zugang zu ermöglichen. Kampfteams begannen gegen 09:00 Uhr mit dem Verlassen des Strandes, wobei manche Infanteristen durch die überschwemmten Felder wateten, anstatt auf dem einspurigen Weg zu fahren. Während des ganzen Tages plänkelten sie mit Elementen des 919. Grenadierregiments, die mit Panzerabwehrkanonen und Gewehren bewaffnet waren. Der Hauptstützpunkt in der Gegend und weitere 1.300 Yards (1,2 km) südlich davon wurden bis zum Mittag ausgeschaltet. Die 4. Infanteriedivision erfüllte nicht alle ihre D-Day-Ziele in Utah Beach, auch weil sie zu weit südlich angekommen war, aber sie landete 21.000 Soldaten auf Kosten von nur 197 Opfern.

 

 

Le débarquement en Normandie, nom de code opération Neptune

 

Die Vierte wird nur als teilnehmend innerhalb des VII. Korps erwähnt, aber der Artikel liefert eindrückliche generelle Zahlen und Zusammenstellungen.

  

Hier wird nicht in Frankreich gelandet, sondern in England beladen !


Utah Beach

deutsch


"Utah Beach war bei der Landung der Alliierten in der Normandie im Zweiten Weltkrieg der Deckname für einen französischen Küstenabschnitt von knapp fünf Kilometern Länge zwischen Pouppeville und La Madeleine am Fuß der Halbinsel Cotentin, in der Landschaft Plain, im Département Manche. Es war der am weitesten westlich gelegene Landungsabschnitt, in dessen Gebiet nach den ersten Planungen keine Landung vorgesehen war. Da die Alliierten jedoch möglichst schnell nach dem Beginn der Landung einen Tiefwasserhafen benötigten – und Cherbourg an der Nordspitze der Halbinsel am geeignetsten erschien –, wurde Utah Beach in den Invasionsplan aufgenommen."


Utah Beach von einem amerikanischen Flugzeug aus

 

In der Nacht vor der Landung wurden im Hinterland von Utah Beach Einheiten der 82. und 101. US-Luftlandedivision zur Flankensicherung der Landungsstrände abgesetzt. Die erste Phase der Landung auf Utah Beach umfasste vier Wellen. Mit der ersten Welle sollten in insgesamt 20 Landungsbooten, die mit je einem 30 Mann starken Kampfteam des 8. Infanterieregiments der 4. US-Infanteriedivision besetzt waren, zwei Landeköpfe etabliert werden. Die zehn Boote der rechten Flanke hatten die Aufgabe, den Strandabschnitt Tare Green zu nehmen, der genau gegenüber dem starken deutschen Verteidigungsbereich in den Dünen bei Vareville liegen sollte. Die Boote der linken Flanke waren für den Strandabschnitt Uncle Red vorgesehen, der rund 900 m weiter südlich lag.

 

Die komplette Operation baute auf der ersten Landungswelle auf, die für 6:30 Uhr am Morgen vorgesehen war. Etwa zur gleichen Zeit sollten auch acht mit je vier Schwimmpanzern bestückte Landungsboote auf den Weg geschickt werden.

 

Die zweite Welle bestand laut Plan aus weiteren 32 Landungsbooten mit Kampfgruppen, Pionieren und Sprengkommandos, die die Unterwasserhindernisse beseitigen sollten.

 

Nach weiteren 15 Minuten sollte die dritte Welle mit Panzern an Land gehen. Sie wurde unmittelbar von der vierten Welle gefolgt, die aus zwei Pionier-Bataillonen bestand. Ihre Aufgabe war die Säuberung des Strands bis zur Hochwassermarke.

 

Kurz vor 6:30 Uhr näherten sich die ersten Sturmtruppen mit 20 Booten dem Südrand von Utah Beach. Als sie noch 250 bis 350 Meter von der Küste entfernt waren, wurden auf den Booten Rauchsignale abgefeuert, um den Marineeinheiten zu signalisieren, den Beschuss des Strandes einzustellen. Die 300 Mann des 2. Bataillons des 8. Infanterieregiments erreichten um 6:31 Uhr als erste die Küste, wobei sie die letzten 100 Meter bis zum Strand zu Fuss zurücklegen mussten. Nördlich davon ging kurze Zeit später auch das 1. Bataillon an Land.

 

Einige Minuten darauf erreichten auch 28 der 32 schwimmfähigen Sherman-DD-Panzer des 70. US-Panzer-Bataillons die Küste und nahmen die verbliebenen deutschen Verteidigungsstellungen unter Beschuss. Die anderen vier Panzer gingen verloren, als ihr Landungsfahrzeug auf eine Mine lief und sank. Die effektive Panzerunterstützung der ersten Landungswelle war ein weiterer bedeutender Unterschied zu der Landung auf Omaha Beach und trug ebenfalls dazu bei, die alliierten Verluste gering zu halten. Anders als am Omaha Beach wurden die Panzer nur drei Kilometer vor der Küste von den Landungsbooten ausgesetzt und kamen mit dem ruhigeren Seegang in Küstennähe problemlos zurecht.

 

Zu dieser Zeit begannen Pioniere und Spezialeinheiten der Marine, Utah Beach von Minen und Strandhindernissen zu säubern, damit die nachfolgenden Einheiten gefahrlos und ohne Verzögerung landen und ins Landesinnere vorstossen konnten.

 

Die erste Welle ging jedoch 1800 Meter südlich des geplanten Landeabschnitts an Land. Dies war die Folge einer starken seitlichen Strömung, welche die Landungsboote nach Süden abdrängte. Da die Küste infolge des vorangegangenen Beschusses von Rauchwolken verdeckt war, fehlten den Besatzungen der Landungsboote Orientierungspunkte für eine Kurskorrektur.

 

Der falsche Landeort hätte eigentlich zu grosser Verwirrung führen können, die aber nicht eintrat. Zwar ließen sich die einzelnen Befehle nicht im Detail ausführen, aber Brigadegeneral Theodore Roosevelt, jr., der stellvertretende Kommandeur der 4. US-Infanteriedivision, hatte die Lage im Griff und ließ die erreichbaren starken deutschen Stellungen angreifen. So konnten die Amerikaner schnell zu den Hauptstrassen im Hinterland vorstossen und die Deutschen von dort aus attackieren.

 




Brigadegeneral

Theodore Roosevelt, Jr.


Den Soldaten schlug nur relativ wenig Gegenwehr entgegen, so dass die Verluste mit 197 Männern als sehr gering bezeichnet werden konnten. Einige deutsche Artilleriestellungen beschossen die Schiffe auf See, konnten dort aber keine Schäden anrichten. Am Ende des Tages hatten mehr als 20.000 Soldaten mit 1.700 Fahrzeugen am Utah Beach französischen Boden betreten.


Die reich beladenen Männer links begeben sich auf eine Seefahrt mit zweifelhaftem Ausgang.
Die behandschuhten Herren rechts aussen kehren ins Casino zurück und erwarten dort die Rückfracht, die 24 Stunden später am Strand gegenüber bereit liegt:

Deutsche Kriegsgefangene in einem Gehege an der Utah Beach am 6. Juni 1944

 

 

Utah Beach - englischer Wikipedia-Artikel

 

 Ziel an der Utah Beach war es, einen Brückenkopf auf der Cotentin-Halbinsel zu sichern, wo sich wichtige Hafenanlagen in Cherbourg befinden. Der amphibische Angriff, vor allem durch die 4. Infanteriedivision der USA und das 70. Panzerbataillon vorgetragen, wurde durch die Landungen der 82. und der 101. Luftlandedivison unterstützt. Ziel war es, die Cotentin-Halbinsel rasch abzuschotten, die Deutschen daran zu hindern, Cherbourg zu verstärken, und den Hafen so schnell wie möglich zu erobern.

 

Die 4. Infanteriedivision landete 21.000 Soldaten auf Utah auf Kosten von nur 197 Opfern. Die mit Fallschirm und Segelflugzeug eintreffenden Luftlandetruppen zählten weitere 14.000 Mann mit 2.500 Toten. Rund 750 Mann gingen in technischen Einheiten, dem 70. Panzerbataillon und den vom Feind versenkten Seeschiffen verloren. Die deutschen Verluste sind unbekannt. Cherbourg wurde am 26. Juni erobert, aber zu diesem Zeitpunkt hatten die Deutschen die Hafenanlagen zerstört, die erst im September wieder in Betrieb genommen wurden.

 

Der amphibischen Landung in Utah war eine Luftlandung im Landesinneren auf der Cotentin-Halbinsel vorausgegangen, die kurz nach Mitternacht begann. Vierzig Minuten Marinebombardierung sollte um 05:50 Uhr beginnen, gefolgt von einem Luftangriff, der für 06:09 Uhr bis 06:27 Uhr geplant war.

 

Die amphibische Landung war in vier Wellen geplant, beginnend um 06:30 Uhr. Die erste bestand aus 20 Landing Craft, Vehicle, Personnel (LCVPs), die vier Kompanien des 8. Infanterieregiments beförderten. Die zehn Boote auf der rechten Seite sollten am Strand von Tare Green landen, gegenüber dem Stützpunkt Les Dunes de Varreville. Die zehn Boote auf der linken Seite waren für Uncle Red Beach, 1.000 Yards (910 m) südlich, bestimmt. Acht Landing Craft Tanks (LCTs), die jeweils vier amphibische DD tanks des 70th Tank Battalion trugen, sollten wenige Minuten vor der Infanterie landen.

 

Die zweite Welle, die für 06:35 Uhr angesetzt war, bestand aus 32 LCVPs, die vier weitere Kompanien des 8. Infanterieregiments sowie Geniekampftrupps und Marine-Zerstörungsteams, die den Strand von Hindernissen befreien sollten, beförderten. Die dritte Welle, die für 06:45 Uhr vorgesehen war, bestand aus acht LCTs, die noch mehr DD-Panzer und gepanzerte Bulldozer mitbrachten, um die Wege vom Strand zu räumen. Es folgte um 06:37 Uhr die vierte Welle, die acht Landing Craft Mechanized (LCM) und drei LCVPs mit Trupps der 237. und 299. Combat Engineer Battalions zu befördern hatten, welche den Strand zwischen Hoch- und Niedrigwassermarkierungen freimachen sollten.

 

 Truppen, die an der Operation Overlord beteiligt waren, darunter auch die Zugehörigen der 4. Division, die in Utah Beach landen sollten, verliessen ihre Baracken in der zweiten Maihälfte und begaben sich zu ihren küstennahen Verladeplätzen. Um die Geheimhaltung zu wahren, wurden die Invasionstruppen so weit wie möglich von Kontakt mit der Aussenwelt herausgehalten. Die Männer begannen am 1. Juni mit ihren Transporten, und die 865 Schiffe der Force U (die Marinegruppe, die Utah zugeteilt wurde) begannen am 3. und 4. Juni ihre Reise von Plymouth aus. Eine 24-Stunden-Verschiebung der Invasion, die wegen des schlechten Wetters notwendig war, bedeutete, dass ein Konvoi, U-2A, zurückgerufen und in Portland hastig betankt werden musste. Die Schiffe trafen sich an einem Sammelpunkt südöstlich der Isle of Wight, dem sogenannten "Piccadilly Circus", um sich zu Konvois zu versammeln und den Ärmelkanal zu überqueren. Am Abend des 5. Juni begannen die Minensucher mit der Räumung der Fahrspuren.

 

Nachdem die vier Truppentransporte der Force U ihre zugewiesene Position 12 Meilen (19 km) vor der Küste erreicht hatten, bestiegen 5.000 Soldaten der 4. Division und andere Einheiten, die nach Utah entsandt wurden, ihre Landungsboote in rauer See für die dreistündige Fahrt zu ihrem vorgesehenen Landeplatz. Zu den achtzehn Schiffen, die für die Bombardierung von Utah eingesetzt wurden, gehörten das Schlachtschiff Nevada der US Navy, der Monitor Erebus der Royal Navy und die schweren Kreuzer Hawkins (Royal Navy) und Tuscaloosa (US Navy). Die Marinebombardierung der Bereiche hinter dem Strand begann um 05:45 Uhr, während es noch dunkel war, und die Kanoniere wechselten zu vorab zugewiesenen Zielen am Strand, sobald es hell für die Feuerbeobachtung hell genug war, um 05:50 Uhr. USS Corry, ein Zerstörer der Bombardierungsgruppe, versank, nachdem er auf eine Mine aufgelaufen war, während er dem Feuer der Marcouf-Batterie unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Walter Ohmsen entkam. Da die Truppen ab 06:30 Uhr (eine Stunde früher als die britischen Strände) in Utah und Omaha landen sollten, bekamen diese Gebiete nur etwa 40 Minuten Marinebombardierungen, bevor die Angriffstruppen anfingen, an der Küste zu landen. In den zwanzig Minuten unmittelbar vor der Landung wurde von rund 300 Martin B-26 Marauders  des IX Bomber Command ein Küstenbombardement durchgeführt. Aufgrund der Bewölkung entschieden sich die Piloten, auf niedrige Höhen von 4.000 bis 6.000 Fuß (1.200 bis 1.800 m) abzusinken. Ein Grossteil der Bombardierungen war daher sehr effektiv, mit dem Verlust von nur zwei Flugzeugen.

 

 

Die ersten Truppen, die das Ufer erreichten, waren vier Kompanien des 2. Bataillons des 8. Infanterieregiments, die um 06:30 Uhr auf 20 LCVPs eintrafen. Die Kompanien B und C landeten auf dem Segment mit dem Codenamen Tare Green und die Kompanien E und F links von ihnen auf Uncle Red. Leonard T. Schroeder, der Kommandant der Kompanie F, war der erste Mann, der den Strand erreichte. Die Landungsboote wurden durch starke Strömungen nach Süden geschoben und befanden sich in der Nähe von Exit 2 bei Grande Dune, etwa 1,8 km von der vorgesehenen Landezone entfernt, gegenüber Exit 3 bei Les Dunes de Varreville. Der erste ranghohe Offizier an Land, Brigadegeneral Brigadegeneral Theodore Roosevelt Jr. der 4. Infanteriedivision, erkundete persönlich das nahe gelegene Gelände. Er stellte fest, dass dieser Landeplatz tatsächlich besser war, da es nur einen Stützpunkt in unmittelbarer Nähe gab und nicht zwei, und er durch Bomber des IX Bomber Command schwer beschädigt worden war. Ausserdem hatten die starken Strömungen viele der Unterwasserhindernisse an Land gespült. Als er sich entschied, "den Krieg von hier aus zu beginnen", ordnete er an, weitere Landungen umzuleiten.

 

Die zweite Welle der Angriffstruppen traf um 06:35 Uhr auf 32 LCVPs ein. Die Kompanien A und D des 1. Bataillons des 8. Infanterieregiments landeten auf Tare Green und die Kompanien G und H auf Uncle Red. Begleitet wurden sie von Genietrupps und Zerstörungsteams, die damit beauftragt waren, Strandhindernisse zu beseitigen und das Gelände direkt hinter dem Strand von Hindernissen und Minen zu räumen.

 

 

Ein Kontingent des 70. Panzerbataillons, bestehend aus 32 amphibischen DD-Panzern auf acht LCTs, sollte etwa 10 Minuten vor der Infanterie eintreffen. Ein starker Gegenwind sorgte jedoch für eine Verspätung von etwa 20 Minuten, obwohl sie die Panzer 1.500 Yards (1.400 m) vom Ufer weg starteten und nicht wie geplant 5.000 Yards (4.600 m). Vier Panzer der Kompanie A und ihr Besatzungen gingen verloren, als ihr LCT etwa 3 Meilen (4,8 km) südlich von Iles St. Marcouf eine Mine traf und zerstört wurde; aber die restlichen 28 Panzer kamen unversehrt an.

 

Die dritte Welle, die um 06:45 Uhr eintraf, beinhaltete 16 konventionelle M4 Sherman Panzer und 8 Dozer Panzer des 70th Tank Battalion. Um 06:37 Uhr folgte die vierte Welle, die acht LCMs und drei LCVPs mit den Einheiten der 237th und 299th Combat Engineer Battalions beförderten, die den Strand zwischen den Hoch- und Niedrigwassermarkierungen freimachen sollten.

 

Die Kompanie B wurde von Verteidigern beschossen, die in Häusern entlang der Strasse positioniert waren, als sie sich auf den feindlichen Stützpunkt WN7 in der Nähe von La Madeleine, nordwestlich von La Grande Dune und 600 Yards (550 m) im Landesinneren, zu bewegte. Sie trafen auf wenig Widerstand bei WN7, dem Hauptquartier des 3. Bataillons, 919. Grenadierregiment. Die Kompanie C deaktivierte den feindlichen Stützpunkt WN5 bei La Grande Dune, der bei der vorausgegangenen Bombardierung aus der Luft schwer beschädigt worden war. Die Kompanien E und F (ca. 600 Mann) rückten im Landesinneren ca. 700 Yards (640 m) zum Stützpunkt WN4 bei La Dune vor, den sie nach einem kurzen Gefecht eroberten. Als nächstes marschierten sie nach Süden auf einer Fuhrweg parallel zum Strand in Richtung Causeway 1. Die Kompanien G und H bewegten sich südwärts entlang des Strandes in Richtung des feindlichen Stützpunktes WN3 bei Beau Guillot. Sie stießen auf ein Minenfeld und gerieten unter feindliches Maschinengewehrfeuer, eroberten aber bald die Position. Das 70. Panzerbataillon hatte erwartet, dass es bei der Neutralisierung von Strandbefestigungen in der unmittelbaren Umgebung helfen müsste, aber da diese Aufgabe von der Infanterie schnell erledigt worden war, hatten es anfangs wenig zu tun. Um 08:30 Uhr war der Landeplatz fast vollständig abgesichert, woraufhin sich die Kampftruppen bereit fanden, weiter landeinwärts entlang der Dämme vorzudringen. In der Zwischenzeit kamen weitere Wellen von Verstärkungen am Strand an.

 

Das Entfernen von Minen und Hindernissen vom Strand, eine Aufgabe, die schnell erledigt werden musste, bevor die Flut um 10:30 Uhr eintrat, war die Aufgabe der 237. und 299. Combat Engineer Battalions. Die Teams setzten Sprengstoff ein, um Strandhindernisse zu zerstören und Lücken in die Seemauer zu sprengen, damit Truppen und Fahrzeuge einen schnelleren Zugang ermöglicht bekamen. Die Planierraupentanks schoben die Wracks aus dem Weg, um freie Fahrbahnen für weitere Landungen zu schaffen.

 

Der nächste Schritt für die 4. Division bestand darin, den Vormarsch entlang der drei Dämme durch das überschwemmte Ackerland hinter dem Strand zu beginnen, um die Verbindung mit der 101. Luftlandedivision herzustellen, die hinter den feindlichen Linien gelandet war.  Das 2. Bataillon und mehrere Panzer stiessen den Causeway 1 in Richtung Poupeville vor; sie entdeckten, dass diese Ortschaft bereits vom 3. Bataillon des 501. Fallschirmregiments eingenommen worden war. Ein Dutzend deutscher Infanteristen, eingeschlossen von den beiden alliierten Truppen, ergaben sich. Der Causeway 2, direkt hinter La Grande Dune, wurde schliesslich zur Hauptausgangsstrasse vom Strand her. Die Sicherung dieses Dammes erforderte die Einnahme von Ste-Marie du Mont, etwa 3 Meilen (4,8 km) landeinwärts. Die Deutschen hatten eine kleine Brücke über einen Düker gesprengt. Der Vormarsch wurde verzögert, während die Geniesoldaten die Reparatur durchführten und zwei ausser Gefecht gesetzte Panzer von der Strasse räumten. Da der Causeway 2 bald verstopft war, entschieden sich einige Einheiten, durch die überschwemmten Gebiete neben der Strasse zu vorzurücken. Mehrere hundert Verteidiger waren in und um Ste- Marie du Mont positioniert, einschliesslich des 6. Fallschirmjäger-Regiments der 91. Infanteriedivision. Zugehörige des 506. Fallschirmjäger-Infanterieregiments griffen erfolgreich Batterien bei Holdy und Brécourt Manor an und nahmen Ste-Marie du Mont im Haus-zu-Haus- und Strassenkampf ein, was den Weg über den Causeway 2 für das 8. Infanterieregiment bzw. dessen 3. Bataillon zum praktisch ungehinderten Vorrücken frei machte. Das 1. Bataillon des 8. Infanterieregiments marschierte den Causeway 3 hinauf in Richtung Audouville-la-Hubert, der bereits vom 502. Fallschirmjäger-Infanterie-Regiment eingenommen worden war. Wie in Poupeville wurden feindliche Soldaten (in diesem Fall mehrere Dutzend) zwischen den beiden zusammenstrebenden Kräften eingeschlossen und mussten sich ergeben.

 

Unterdessen zogen das 3. Bataillon das 22. Infanterie-Regiments und fünf Panzer entlang des Strandes nach Norden, um so viele deutsche Stützpunkte wie möglich zu eliminieren. Sie entdeckten, dass Panzerfeuer die Beton-Bunker nur durch einen direkten Treffer auf die Schiessscharten zerstören konnte, und forderten Artilleriebeschuss von den Marineschiffen vor der Küste an. Am Abend hatten sie sich mit dem 12. Infanterieregiment, das direkt über die überfluteten Felder zu einer Position vorgerückt war, die weit vor ihrem Tagesziel lag, zu einem Verteidigungsring am nördlichen Ende des Brückenkopfes zusammengeschlossen. Am südlichen Ende des Brückenkopfes bezogen ca. 3.000 Mann des deutsche 6. Fallschirmjäger-Regiments in die Nähe von Saint-Côme-du-Mont Stellung und hinderten so das 501. Fallschirmjäger-Infanterieregiment an jedem weiteren Vorrücken am D-Day.

 

Plan der US 4th Infantry Division, D-Day

 

 

Positionen am Abend des D-Day

 

 Die 4. Infanteriedivision erfüllte nicht alle ihre D-Day-Ziele an der Utah Beach, auch weil sie zu weit südlich angekommen war, aber sie landete 21.000 Soldaten auf Kosten von nur 197 Opfern. 

 

Die Truppen, die auf Utah Beach landeten, räumten die unmittelbare Umgebung in weniger als einer Stunde und drangen bis zum Ende des D-Day 6 Meilen (9,7 km) landeinwärts ein. 

 

Innerhalb von zwei Stunden nach der Landung eroberte die 82. Airborne die wichtige Kreuzung von Sainte-Mère-Église, konnte aber die Verteidigungslinie entlang des Merderet am D-Day nicht wie geplant neutralisieren. Während viele der Luftstreitkräfte weit entfernt von ihren Abwurfzonen landeten und nicht alle ihre D-Day-Ziele erreichen konnten, hatte diese weit verbreitete Streuung der Streitkräfte den unbeabsichtigten Nebeneffekt, die deutschen Verteidiger zu verwirren, die nur langsam reagierten.

 

Die gut ausgebildete 4. Infanteriedivision sah sich einer mittelmässigen deutschen Heereseinheit aus Wehrpflichtigen (Rekruten)gegenüber; alle besten Truppen waren an die Ostfront entsandt worden. Die Alliierten erreichten und hielten die Luftüberlegenheit aufrecht, was bedeutete, dass die Deutschen nicht in der Lage waren, Beobachtungen über die Vorbereitungen zu machen, die in Grossbritannien vor der Invasion im Gange waren, und dass sie nicht im Stande waren, am D-Day Gegenangriffe aus der Luft zu starten. Umfangreiche alliierte Aufklärung versorgte die Angreifer mit detaillierten Karten der Verteidigung und des Geländes. Im Gegensatz zur benachbarten Omaha Beach war die vorausgehende Bombardierung aus der Luft in Utah höchst effektiv. Unentschlossenheit und eine übermässig komplizierte Befehlsstruktur seitens des deutschen Oberkommandos waren auch ein Faktor für den Erfolg der Alliierten in Utah und während der gesamten Normandie-Kampagne.

  

 

Amerikanische 4. Infanteriedivision

(französischer Wikipedia-Artikel)

32.000 Männer

 

Die Utah Beach erstreckte sich von Sainte-Marie-du-Mont bis Quinéville, etwa 5 km lang, mit einem Hauptangriffsgebiet in Varreville. Sie wurde aufgrund einer größeren Anzahl endlich verfügbarer Landeschiffe zu den ursprünglichen Landeplänen hinzugefügt und ermöglichte es so, einen Brückenkopf näher am Hafen von Cherbourg zu haben. Die  2. Panzerdivision/2e DB, kommandiert von General Leclerc, landete dort am 30. Juli 1944. Die Landung in Utah Beach war zweifellos die am wenigsten kostspielige in Bezug auf Menschenleben und diejenige, bei der die Ergebnisse am Ende des ersten Tages den ursprünglichen Zielen der Alliierten am nächsten kamen. Die 4. amerikanische Infanteriedivision traf nur auf einen relativ geringen feindlichen Widerstand, im Gegensatz zur  Omaha Beach, dem anderen Strand im amerikanischen Sektor. Die deutschen Befestigungen waren dort kleiner wegen einer Konfiguration der Orte, die von den Deutschen für eine Landung als ungeeignet erachtetet wurde. Der Strand befindet sich tatsächlich an einer Barriere, die von sumpfigem Gebiet gebildet wird. Der amerikanischen Landung in Utah geht daher eine Nachtflugoperation voraus; sie aber wird hohe Opfer an Menschenleben abfordern: in Sainte-Mère-Église und in Chef-du-Pont. Sie soll die wenigen Strassen durch die Sümpfe kontrollieren, die die Ausgänge vom Strand her ermöglichen.

 

Schiffswrack vor Utah Beach 

Generalmajor Bartons amerikanische 4. Infanteriedivision, die zum VII. US Korps gehörte und von General J. Lawton Collins kommandiert wurde, war beauftragt worden, Utah Beach zu stürmen. Die erste Welle des Angriffs wurde von Brigadegeneral Theodore Roosevelt Junior angeführt, dem Cousin ersten Grades der Ehefrau des damaligen US-Präsidenten Franklin Delano Roosevelt (von dem er auch ein entfernter Cousin war), Sohn des ehemaligen Präsidenten Theodore Roosevelt, und dem einzigen General, der am 6. Juni eine Welle des Angriffs begleitete. Diese Landung profitierte von der Feuerunterstützung der Bombardierungsgruppe von Admiral ML Deyo und einer Nebelwand, die von der Staffel 342, Groupe Lorraine der Ex-Forces aériennes françaises libres (lothringische Gruppe der ehemaligen freifranzösischen Luftstreitkräfte), gelegt wurde. Insgesamt waren mehr als 865 Schiffe, die "U Force", an der Landung an der Utah Beach beteiligt: für die Beförderung, den Schutz und die Unterstützung der Erdkampftruppen.

 

Mag ja sein, dass der Groupe Lorraine eine kriegsentscheidende Rolle gespielt hat. Die landenden Truppen konnten das vor ihnen liegende Gelände nicht ansprechen - und stiessen ungewollt anderthalb Kilometer neben dem vorgegebenen Ziel an Land -, weil über der Küste eine künstliche Rauch- und Nebelwand lag....

 

Die USS Nevada bombardiert deutsche Stellungen nahe bei der Utah Beach am 6. Juni.

 

Am 6. Juni, nach intensiver Artillerievorbereitung und effektivem Bombardement aus der Luft der deutschen Hauptpositionen, wurde um 6.30 Uhr die vierte US Infanteriedivision eingesetzt. Zwei Staffeln amphibischer DD-Panzer wurden 3 Kilometer vom Ufer entfernt gestartet. Sie erreichten den Strand aus eigener Kraft dank zweier Propeller und einer Schwimmschürze aus Gummi. Sie näherten sich in zwei Angriffswellen, 12 Panzer in der einen, 16 in der anderen, dem Strand, an dem sie begannen, auf die Positionen der Deutschen zu schiessen, während diese nach der schrecklichen und wirkungsvollen Bombardierung durch die Alliierten, die gerade aufgehört hatte, darum rangen, ihre Verteidigung neu zu organisieren.

 

 

Aufgrund eines Navigationsfehlers fassten die ersten Angriffswellen etwa zwei Kilometer südlich des geplanten Landeortes Fuss. Ein Glücklicher Fehler für die Alliierten, denn die deutschen Abwehrkräfte waren hier weitaus weniger beeindruckend. Während des Beginns der Landung der amerikanischen Infanteriedivision wurde das deutsche Feuer zwar aufrechterhalten, aber nicht sehr präzise, und schnell wurden die deutschen Maschinengewehrpositionen eine nach der andern neutralisiert. Während des ganzen Tages sollten die zufälligen, aber tödlichen Schüsse aus den Kanonen und Mörsern der 709. deutschen Infanteriedivision aus dem Hinterland den ganzen Tag über andauern, aber der Vormarsch der Truppen an Land und das gelenkte Feuer von alliierten Schiffen verringerte sie allmählich.

 

Der Strand war schnell in alliierten Händen. Als sich die Flut zurückzog, entdeckte man die Verteidigungsanlagen der Strände, die die technischen Einheiten weniger als eine Stunde nach Beginn der Ausschiffung zu beseitigen begannen, um die Durchgänge für Lastkähne für die Landung von schweren Geräten und Fahrzeugen zu öffnen. Zwei Stunden nach der Ausschiffung wurde die Panzerabwehrwand an mehreren Stellen gesprengt und die Panzer begannen, ins Landesinnere vorzudringen. Die Zusammenführung der Landungstruppen und der Fallschirmspringer fand am frühen Nachmittag bei Pouppeville statt.

 

 

Die Verluste der 4. Division (getötet, verwundet und vermisst) betrugen am 6. Juni nicht mehr als 200 Mann.

 

 

Der Wikipedia-Artikel hebt fünf Punkte hervor, die zum Erfolg an der Utah Beach beigetragen haben.

 Poller der Liberty Road (voie de la Liberté) bei Tagesanbruch an der Utah Beach


 

Am D-Day, dem 6. Juni 1944, war Schroeder ein 25-jähriger Kapitän, der die 219 Männer der Kompanie F des 2. Bataillons, des 8. Infanterieregiments und der 4. Das 8. Infanterieregiment wurde beauftragt, die erste Landung an der Utah Beach als Teil der Invasion durchzuführen.

 

Als sie in der Nacht des 5. Juni an Bord der USS Barnetton über den rauen Ärmelkanal (English channelvon England nach Frankreich ablegten, hörten sie die Ermahnung des Supreme Allied Commander General Dwight D. Eisenhowers an die Truppen über das Radio: "Gemeinsam werden wir den Sieg erringen". Danach wurden die Kompaniekommandanten vom 2. Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Carlton MacNeely, zum Quartier des Brigadegeneral Theodore Roosevelt Jr. gerufen, um vor der Invasion eine letzte Besprechung durchzuführen.  Als das Treffen gegen Mitternacht endete - erzählte Schroeder später -, "wünschten sich die Offiziere gegenseitig alles Gute und schüttelten sich die Hände", und MacNeely legte seinen Arm um Schroeders Schultern. MacNeely sprach den jungen Hauptmann mit seinem Spitznamen "Moose" (Elch) an und sagte: "Nun, Moose, das ist es. Mach ihnen die Hölle heiss!" Schroeder sagte, dass die Stimmen beider fast erstickt seien. Er habe antwortete: "Nun, Oberst, wir sehen uns am Strand!" Roosevelt sagte: "Moose, nimm mich mit in dein Boot, wenn du an Land gehst". Am 6. Juni um 2:30 Uhr verliess Schroeders Kompanie die Barnett, um an Bord ihrer LCVP-Landeboote zu gehen. Bevor er die Barnett verliess, um sich dem Feind zu stellen, schrieb Schroeder einen Brief an seine Frau: "Ich sagte ihr, wo ich war, was ich tun würde und wie sehr ich sie liebte".

Quelle

Um 6:28 Uhr, zwei Minuten vor der als H-Stunde eingestellten Zeit, war Schroeders Einheit in der ersten Welle von 20 LCVPs, die an der Utah Beach von Bord ging. Schroeders eigenes Sturmboot, kommandiert von Navy Lieutenant (junior grade) Abraham Condiotti aus Brooklyn, New York, war das erste, das am Strand auftraf. In seinem Boot waren 32 Männer, darunter Brigadegeneral Roosevelt. Er erzählte einem Fernseh-Interviewer im Jahr 2008, dass "80 Prozent der Jungs auf dem Boot krank waren" wegen der rauen See und, als seine Landungsboote in der ersten Welle sich dem Ufer näherten, die alliierten Streitkräfte immer noch den von der Company F ausgewiesenen Landeplatz an der Utah Beach beschossen. "Sie warfen all diese Bomben auf den Platz, wo wir hineingingen" und seine Kompanie musste von Bord gehen, "ohne von unseren eigenen Leuten bombardiert zu werden". 

 

Er hielt seine 45-Kaliber-Pistole über das hüfthohe Wasser, als er die letzten 100 Yards (91 m) von seinem Landungsboot bis zum Strand watete. Im vorausfahrenden Landungsboot legte er die verbleibende Distanz durch feindliches Feuer so schnell wie möglich zurück. Die Soldaten trafen auf Maschinengewehrfeuer aus deutschen Bunkern und auf Artilleriegeschosse, Unterwasser-Minen, Stacheldraht und Gräben.

 

Die Mission seiner Kompanie bestand darin, den befestigten Damm des Feindes zu durchbrechen und ein Dorf fünf Meilen landeinwärts zu befreien. Die Hälfte seiner Männer waren verwundet und Schroeder selbst wurde zweimal in den linken Arm geschossen. Er wurde in England und später in South Carolina ins Krankenhaus eingeliefert und fast hätte er sich wegen der Schwere seiner Wunden den Arm amputieren lassen müssen. Als er später gefragt wurde, ob er gewusst habe, dass er der erste Soldat am Strand sei, sagte er: "Ich wusste, dass meine Kompanie in der ersten Welle war, aber ich wusste nicht, dass ich tatsächlich der erste an Land sei. Ausserdem hatte ich zu viel Angst, um darüber nachzudenken". Später wurde er in einer Pressemitteilung des Pentagon als "der erste GI, der in Europa einmarschiert" gefeiert. Die Baltimore Sun sagte nachher über Schroeder: "Als sein Stiefel französischen Boden berührte, war es ein grosser Moment in der Geschichte". Während des Zweiten Weltkrieges erhielt er einen Silberstern, einen Bronzestern und ein Purple Heart sowie zahlreiche weitere Auszeichnungen.

 

Amerikanische Truppen, die am D-Day an der Utah Beach landen.

Quelle