Inhalt

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26Die Landung an der Utah Beach

 

Die Ausführungen beschränken sich grundsätzlich auf die 4. US-Infanterie-Division.

 

 

 

1990 veröffentlichte das

CENTER OF MILITARY HISTORY

UNITED STATES ARMY

WASHINGTON, D.C.

dieses Paperback-Buch.

 

 

Es ist ein Nachdruck eines schon 1948 von der Historical Division, War Department, for the American Forces in Action series gedruckten Berichtes.

 

Wiedergabe 251 Seiten hier

 

 

Die nachfolgenden Ausführungen sind zumeist Übersetzungen dieses sozusagen amtlichen Berichtes über die Invasion. Sie beziehen sich allerdings nur auf die 4. Infanterie-Division.

Utah Beach to Cherbourg ist das Werk von Major Roland G. Ruppenthal, Angehöriger des 2. Informations- und Geschichts-Dienstes, welcher der 1. Armee zugeteilt war. Das Manuskript wurde unter der Supervision von Leutnant Gordon Harrison der Geschichtssektion European Theater of Operations der Historical Division des Spezialstabes des Verteidigungsdepartementes bearbeitet. 

 

 Obwohl dieses Buch keine Dokumentationen enthält, ist das Originalexemplar vollständig dokumentiert im Heeresministerium hinterlegt. Die Quellen, auf denen die Darstellung basiert, bestehen in erster Linie aus den offiziellen Aufzeichnungen der beteiligten Einheiten und aus Daten, die vom Schriftsteller und anderen Militärhistorikern vor Ort durch Interviews mit den Teilnehmern der Aktionen gesammelt wurden. Material über den Feind stammt hauptsächlich aus dem Kriegstagebuch der deutschen 7. Armee, das im August 1944 von polnischen Truppen in Falaise beschlagnahmt wurde, aus Interviews mit hochrangigen deutschen Befehlshabern und aus den Kriegstagebüchern der auf der Halbinsel Cotentin operierenden Divisionen. Von den amerikanischen Divisionsakten erbringen nur die der 9. und der 4. Division einen adäquaten historischen Beweis. Nur der geringste Umriss der Operationen der 79. Division war aus offiziellen Dokumenten ersichtlich, und es gab nur vereinzelte offizielle Aufzeichnungen der beiden Luftlandedivisionen. Die Lücken in den Aufzeichnungen der Luftlandedivisionen wurden grösstenteils durch umfangreiches Material gefüllt, das in Interviews von Oberst S. L. A. Marshall im Feld kurz nach den Aktionen gesammelt wurde. Ergänzende Daten über die 9. und die 4. Division wurden vom Autor im Feld gesammelt und zusätzliches Material - 4. Division betreffend - wurde von ihrem Historiker, Oberstleutnant William T. Gayle, zur Verfügung gestellt.

(Übersetzung) Quelle, S. IV

 

Lt.Col William T. Gayle erscheint in General Blakeleys Divisionsgeschichte nicht, wohl aber wird er in "Infantry Combat Medics in Europe 1944-4" von Tracy Shilcutt (S.75) erwähnt.

Der Plan des VII. US Korps

S. 7 - 12 Übersetzung

 

Wenn ich das richtig verstehe, ging es den Amerikanern um den Hafen von Cherbourg. Zu diesem Zwecke sollte die Halbinsel Contentin an ihrer Basis mit Truppen abgeschnürt werden, die von der See her und solchen, die aus der Luft gelandet würden. Der Plan war am 27. März 1944 fertig; er wurde aber am 27. Mai nochmals überarbeitet.

 

Die Halbinsel Cotentin mit eingezeichneter Utah Beach

 

Mit blauer, fetter Linie ist das Tagesziel des VII. US-Korps für den D-Day eingezeichnet.

 

Und das ist der Operationsplan für die 4. Infanterie-Division.

The Airborne Assault

S. 12 - 42

Die Militärhistoriker gehen auf den teils tragischen, gewiss aber spektakulären Einsatz der Luftlandetruppen gründlich ein.

 

Lastensegler im Landeanflug vor der Schlacht

 

Taktische Aspekte des Geländes (Übersetzung)

 

Es folgen nun noch ein paar Bemerkungen (S.3) zu den Besonderheiten des Geländes auf der Halbinsel Contentin und deren Auswirkungen auf die Taktik der damaligen amerikanischen Kriegsführung.

Der seeseitige Angriff

 

Die Task Force U greift ein (S. 43)

(Übersetzung) Quelle


Während Fallschirmspringer versuchten, sich im Labyrinth der normannischen Buchten und Sümpfe zu besammeln, bereiteten sich die auf See transportierten Truppen vor, in Landungsboote zu steigen für den Angriff am Strand. Detachemente der 4. und der 24. Kavallerieschwadron unter Oberstleutnant E. C. Dunn landeten um 04.30 Uhr (H minus 2 Stunden) auf den Inseln St. Marcouf, um dort vermutete feindliche Beobachtungsposten oder eine Kasematte der Minenfeld-Kontrolle auszuschalten. Vor der Landung schwammen vier nur mit Messern bewaffnete Männer zum mutmasslich feindlich besetzten Ufer, um die Küstenlinie zu markieren. Kein Feind wurde auf den beiden Inseln angetroffen, jedoch war das Gelände schwer vermint, was dann zu etlichen Verlusten führte. Alle Angehörigen der beiden Detachemente (132 Mann) kamen aber an Land und die Inseln waren um 05.30 Uhr besetzt.

Das Verladen von Truppen in die Sturm-Landeboote verlief unterdessen unauffällig. Nach dem Transfer umkreisten LCVP's die Transporter, die auf den Befehl zum Angriff warteten. Um H minus 40 Minuten (05.50 Uhr) begannen Kriegsschiffe der Bombardierungsgruppe der Task Force 125 [gemeint ist wohl Assault Force "U"] auf feindliche Küstenbatterien zu schiessen. Ein paar Minuten später liessen 276 Marauders (Mittelstreckenbomber) der 9. Air Force 4'404 250-Pfund-Bomben auf sieben Ziele am Strand fallen, der sich von Les Dunes de Varreville bis Beau Guillot erstreckt. Die Effektivität dieses Angriffs ist schwer einzuschätzen. Les Dunes de Varreville scheint mehr Bomben als jedes andere Ziel erhalten zu haben, möglicherweise weil der verdächtige Panzergraben um das Gelände herum die Piloten davon überzeugte, ihre Fracht dort zu entladen, wenn die eingewiesenen Ziele nicht lokalisiert werden konnten. Etwa ein Drittel aller Bomben fiel zwischen der Ebbe- und der Flutlinie. Als die Sturmboote zum Strand vorrückten, begann die Unterstützungsgruppe, bestehend aus 33 verschieden ausgestatteten Booten, den Strand unter Feuer zu nehmen. Siebzehn dieser Boote waren mit Raketenwerfern ausgestattet; sie schossen die Raketen ab, als die ersten Angriffswellen noch 600 bis 700 Meter vom Ufer entfernt waren.

 

Eines der frühesten Missgeschicke war der Ausfall eines der Feuerleitschiffe. Um zirka 04.55 Uhr verliessen das primäre und das sekundäre Kontrollschiff der Green Beach und das primäre Kontrollschiff der Red Beach die Transport-Basis Richtung Strand. Das sekundäre Kontrollschiff der Red Beach beschädigte seine Schraube an einer Boje und konnte nicht weiterfahren. Eine Stunde später, immer noch mehr als 7'000 Yards vom Strand und bereits 10 bis 15 Minuten im Rückstand, wurde das primäre Kontrollschiff der Red Beach versenkt, wahrscheinlich von einer Mine. Kurz darauf stiess auch ein LCT (Landungsschiff) hinter dem primären Kontrollschiff der Green Beach auf eine Mine und sank.  Die Landung war bereits verspätet, und die erwähnten Verluste führten dazu, dass einige Landungsboote langsamer wurden. Das sekundäre Kontrollschiff Green Beach kehrte zurück, um das Landungsboot näher zum Strand zu bringen, und es kündigte an, dass es alle Amphibien-Panzer einweisen würde. Die Panzer tragenden LCTs sollten die Panzer auf 5'000 Yards absetzen, aber, um Zeit zu gewinnen, wurden sie innerhalb der Zone von 3'000 Yards gebracht und dort ausgeladen.

 

Sturmelemente der Task Force U, einschließlich DD Tanks (Schwimmpanzer), waren noch an den Stränden, als diese Foto kurz nach H Hour aufgenommen wurde. Die amphibischen Panzer warten auf die Durchbrüche in der Küstenbefestigung.

 

 

Die erste Welle bestand aus 20 LCVP's, die jeweils ein 30-köpfiges Angriffsteam des 8. Infanterie-Regiments beförderten. Die 10 Boote auf der rechten Seite sollten am Küstenabschnitt "Tare Green Beach" (s. Karte) landen, gegenüber der starken Feindstellung bei Les Dunes de Varreville. Die 10 Boote auf der linken Seite waren für "Onkel Red Beach" bestimmt, 1'000 Meter weiter südlich. Die gesamte Operation wurde auf den Touchdown (Moment des Aufsetzens) dieser ersten Angriffswelle, die um 06.30 Uhr landen sollte, gestartet. Acht LCT's, die jeweils vier mit je zwei Propellern angetriebene (DD) Amphibienpanzer transportierten, sollten gleichzeitig oder so bald wie möglich landen. (Die 32 DD Panzer spielten bei dem Angriff kaum eine Rolle. Die Panzer landeten etwa 15 Minuten nach der ersten Angriffswelle. Ein LCT hatte eine Mine ausgelöst, als die Rampe abgesenkt wurde, und sank, so dass vier der 32 Panzer den Strand überhaupt nicht erreichten.) Die zweite Welle umfasste weitere 32 LCVP's mit zusätzlichen Truppen der beiden Angriffsbataillone, einigen Combat engineers (Sappeure, Pioniere) sowie acht  Underwater Demolition Teams (UDT), die den Strand von Unterwasserhindernissen befreien sollten. Die dritte Welle, geplant für H plus 15 Minuten, enthielt 8 weitere LCT's mit Dozer-Tanks. Es folgte innerhalb von 2 Minuten die vierte Welle, hauptsächlich Truppen des 237. und des 299. Pionierkampfbataillons, um die Strände zwischen der Ebbe- und Flutlinie zu räumen.
   

 

 

 

 

Centaur bulldozer

 

Die erste Welle kam pünktlich auf der Startlinie an und alle zwanzig Schiffe wurden auf gleicher Höhe abgefertigt. Unterstützungsboote feuerten aus Maschinengewehren, vielleicht in der Hoffnung, Minen zum Explodieren zu bringen. Als die LCVP's zwischen 300 und 400 Metern vom Strand entfernt waren, schossen die Sturmtruppenkommandanten spezielle Rauchpetarden ab, um die Einstellung des Schiffsunterstützungsfeuers zu signalisieren. Fast genau zur H-Hour senkten die Angriffsboote ihre Rampen und sechshundert Männer gingen in hüfttiefes Wasser, um die letzten 100 oder mehr Meter zum Strand zu waten. Der eigentliche Touchdown am Strand war daher ein paar Minuten zu spät, aber die Verzögerung war vernachlässigbar gering und hatte keinen Einfluss auf die Phasenlage der nachfolgenden Wellen. Die feindliche Artillerie hatte ein paar "air bursts" über die See abgefeuert, aber ansonsten gab es zur H-Hour keinen Widerstand. Die Moral der Angriffstruppen war ausgezeichnet. Die Männer winkten mit ihren Gewehren, als sie den trockenen Strand erreichten, einige von ihnen schrien:"Gottverdammt, wir sind auf französischem Boden!" Sie waren offensichtlich erleichtert und froh, dass das nicht wieder bloss ein "Probelauf" war.

    Die ersten Truppen, die das Ufer erreichten, gehörten zum 2. Bataillon des 8. Regiments. Das 1. Bataillon landete wenige Minuten später. Beide kamen deutlich südlich der angewiesenen Strandabschnitte an Land. Das 2d Battalion sollte Onkel Red Beach gegenüber Exit 3 erreichen. Das 1. Bataillon sollte direkt gegenüber der starken Feindstellung in den Dünen von Varreville landen. Die Landungen erfolgten jedoch rittlings von Exit 2 etwa 2'000 Meter südlich (s. Karte oben: Pfeil "Actual Landing")

    Die Ursache für diesen Fehler ist schwer zu lokalisieren. Beide Kontrollschiffe von Red Beach waren verloren gegangen und eines der Leitschiffe von Green Beach war zurückgekehrt, um die DD-Amphibienpanzer des LCT mitzunehmen. Die Verantwortung, die ersten Angriffswellen an die richtigen Strandabschnitte zu lenken, lag daher ausschliesslich bei einem einzigen Kontrollschiff. Die Möglichkeit eines Fehlers wurde durch die starke Gezeitenströmung erhöht, ebenso wie durch die Verwischung der Strandlinie, die die Marine-Feuerunterstützung hervorgerufen hatte, indem sie eine gewaltige Wolke aus Rauch, Staub und feinem Sand aufwarf und den Strand viele Minuten lang vor und nach dem Ablegen vor der Angriffslinie verschleierte.

    Dieser Fehler hätte sehr schwerwiegend sein können, wenn er eine grosse Verwirrung ausgelöst hätte. Er tat es aber nicht. Die ursprünglichen Pläne, in denen jeder Angriffsabschnitt eine bestimmte Mission zu erfüllen hatte, konnten natürlich nicht im Detail ausgeführt werden.

Brigadegeneral Theodore Roosevelt jun., stellvertretender Kommandant der 4. Division, hatte sich freiwillig bereit erklärt, bis zur Ankunft des Regimentskommandanten, Oberst Van Fleet, den ersten Angriff auf die feindlichen Kräfte am Strand zu koordinieren. Er landete mit der Kompanie E.

      Als man erkannte, dass die Landungen an der falschen Stelle erfolgt waren, machte Roosevelt persönlich eine Erkundung des Gebietes direkt hinter dem Strand, um die Dämme zu lokalisieren, die für den Vormarsch ins Landesinnere benutzt werden sollten. Dann kehrte er zum Landeplatz zurück, kontaktierte die Kommandeure der beiden Bataillone, die Oberstleunants Conrad C. Simmons und Carlton O. MacNeely, und koordinierte den Angriff auf die feindlichen Positionen, denen sie gegenüberstanden. Diese improvisierten Pläne führten zu vollem Erfolg und brachten wenig Verwirrung. Die Fehler bei der Landung erwiesen sich als Glücksfall. Nicht nur war der weiter südlich gelegene Strand weniger dicht versperrt - auch die gegnerischen Uferverteidigungen waren weniger stark als die in den vorgesehenen Landeabschnitten.

 

Sturmelemente der Task Force U, einschließlich DD-Panzer, waren noch an den Stränden, als diese Foto kurz nach H-Hour aufgenommen wurde. Infanteristen überqueren die Düne und rücken ins Landesinnere vor.

Der Widerstand am D-Day war entlang des Strandes leicht, aber feindliches Artilleriefeuer von den Stellungen im Landesinnern aus zwang die Männer, Schutz im Schatten des Küstenwalls zu suchen und das auch noch einige Tage nach der Landung.

Die untere Foto will das vergegenwärtigen.

 

 


    Die Säuberung der Strände (S. 47)


    Die notwendige Beseitigung von Strandhindernissen war die Aufgabe eines Spezial-Genie-Detachements, das unmittelbar nach dem 8. Infanterie-Regiment landete. Diese Genie-Elemente waren als Beach Obstacle Task Force organisiert, die von Maj. Herschel E. Linn von der 1106th Engineer Combat Group geleitet wurde. Sie sollten vier 50-Yards-Lücken in den Hindernissen an jedem Strandabschnitt von der Flutlinie seewärts mit handplatzierten Ladungen und Bulldozern schaffen. Die Underwater Demolition Teams (UDT) sollten alle Hindernisse unter Wasser zerstören; für die Überwasser-Hindernisse waren die Geniedetachemente der Armee zuständig. Diese kamen vom 237. Genie-Kampfbataillon. Die Truppen der acht Dozer-Tank-Detachemente (Bulldozer) wurden von der 612th Light Equipment Company und dem 70. Panzer-Bataillon gestellt.

    Der Plan sah die gleichzeitige Landung bei H plus 5 Minuten von acht Marineteams (die Marine rekrutierte 50 Prozent dieses Personals in der Armee) vor, um acht 50-Yard-Lücken im ersten Hindernisband zu schlagen.  Diese Welle sollte in 10 Minuten von 8 LCT's gefolgt werden, die neben anderen Panzern auch 8 Dozer-Tanks transportierten. Unmittelbar hinter den Panzern sollten 8 Engineer combat demolition teams anrücken, um Hindernisse über Wasser zu räumen. Eine Reserve von drei Marine-Teams und vier Geniedetachementen befand sich in der vierten und fünften Welle.

    Wie viele andere D-Day-Operationen wurde auch dieser Plan nicht wie vorgesehen ausgeführt. Zwei LCT's wurden versenkt, als sie sich dem Strand näherten. Ein LCM mit einem Geniezerstörungs-Team wurde von Granatfeuer getroffen, als es seine Rampe an der Green Beach senkte: sechs Männer wurden getötet. Die Zerstörungsteams von Army und Navy landeten fast gleichzeitig, zusammen mit den vier Reserveteams, die an der Green Beach ankamen. Diese Diskrepanzen zwischen Plan und Ausführung haben die Operation in keinem Fall ernsthaft behindert.
   

 

 

Landing craft mechanized (LCM) oder auch landing craft mechanical

 

 

 

 

 

 

 

Landing Craft, Vehicle, Personnel (LCVP) oder auch Higgins-Boot


 

Die Beteiligten verliessen die LCVP's und LCM's in drei Fuss tiefes Wasser und wateten an Land; jeder Mann trug sechzig Pfund (à 454 g) Sprengstoff. Luftaufnahmen hatten drei Hindernisbänder in der Tiefe nachwiesen. Da die H Hour auf steigende Flut angesetzt wurde, was für Landungsboote günstig war, wurde erwartet, dass ein Band entweder im Wasser oder nahe der Wasseroberfläche sein würde. Tatsächlich waren alle Hindernisse trocken. Die Marineteams sprengten jedoch wie angewiesen das seewärtige Band und die Geniesoldaten nahmen das nächste in Angriff. Nachdem die erste Lücke in der Naht der Strandabschnitte gesprengt war, entschied man sich zur sofortigen Säuberung des gesamten Ufers. Die Landungsboote, die auf die erste Lücke zusteuerten, bündelten sich so gefährlich und die Hindernisse waren so viel spärlicher verteilt als erwartet, dass der ursprüngliche Plan, nur 50-Meter-Lücken zu räumen, aufgegeben wurde.
   

 

Major Linn und der Executive Officer des 237th Engineer Combat Battalion, Maj. R. P. Tabb, hatten geplant, die Operationen von ihren M-29's (Weasels) vom Strand aus zu leiten. Das Boot von Major Linn wurde versenkt und Major Tabbs Fahrzeug sank, als es das Landungsboot verliess. Major Tabb rettete die Crew und ein Funkgerät und machte sich auf den Weg zum Strand, wo er mit General Roosevelt in Kontakt kam.

 

Es gab wenig von der erwarteten Aufregung und nicht viel Verwirrung. Die Kontrolle während der Landung war nie ein ernsthaftes Problem, da sie dezentralisiert war. Die zufällige gleichzeitige Landung von Abrissteams der Army und Navy ermöglichte das Setzen und Sprengen von Ladungen für alle drei Gruppen von Hindernissen auf einmal und sparte Zeit.

    Die Hindernisse bestanden erwartungsgemäss hauptsächlich aus Stahl- und Betonschranken, einigen Stahltetraedern und Igeln. Die Bulldozer arbeiteten effizient gegen die Pfahlwerke und schoben die Hindernisse an den Strand, aber die meisten von ihnen waren mit handplatzierten Ladungen bestückt. Nur wenige Minen wurden am Strand gefunden; sie waren an den Hindernissen befestigt. Belgische Tore wurden in kleiner Zahl gefunden, einige wenige am Strand und einige, die die vom Strand wegführenden Strassen blockierten. Die vier Reservedetachemente, die an der Green Beach landeten, sprengten diese Tore und halfen dabei, zusätzliche Lücken in den Küstenwall zu sprengen.

    Der gesamte Strand wurde in einer Stunde geräumt. Gleichzeitig kreuzten Elemente des 87th Chemical Mortar Battalion, das 3. Bataillon des 8. Infanterieregiments und das 3. Bataillon der 22. Infanterieregiments die Strände, während Genieeinheiten eintrafen, um den Strandbetrieb zu organisieren. Die Beach Obstacle Task Force war noch mehrere Stunden mit anfallenden Arbeiten beschäftigt, hatte aber vor Mittag ihre Aufgaben erledigt; sie reorganisiert sich. Von den 400 beteiligten Männern wurden 6 getötet und 39 verwundet.

    Die Strandräumung war nur die erste Aufgabe der Kampfgenietruppen. Je ein Zug von Geniesoldaten wurde jeder Kompanie des 8. Infanterieregiments zugeteilt, um Lücken in den Küstenwall zu sprengen, Stacheldraht vor und hinter der Mauer zu zerstören und Wege im Landesinneren durch die Sanddünen freizumachen. Sobald diese Aufgaben erledigt waren, sollten sie dann normale Angriffsmissionen gegen Befestigungen ausführen. Für ihre anfänglichen Aufträge waren sie mit Bangalore-Torpedos (Sprengrohren), Minensuchgeräten, Sprengstoff, Pionierwerkzeugen und Markierungen ausgerüstet worden. Die Beseitigung des Küstenwalls und die Freilegung von Wegen durch die Sanddünen waren sehr rasch erledigt. Die Kompanie A des 237th Engineer Combat Battalion sprengte zwei Lücken in den Wall an der Red Beach und die Kompanie C ebenfalls zwei an der Green Beach. Ausserdem sprengte die Kompanie A zwei belgische Tore am Eingang zum Exit 2 und nahm mehrere Gefangene aus den Bunkern im Küstenwall fest. Die Geniesoldaten begleiteten dann die Infanterie, entfernten Minen und bulldozten Strassen durch die Dünen. Als feindliche Artillerie anfing, den Zugang zu Exit 2 zu sperren, wurde ein Pfad durch die Felder Richtung Süden durchgebrochen und mit der Strasse verbunden, die parallel zur Küste verlief und zurück zu Exit 2 südlich von

La Madeleine führte. Viele der Felder hinter dem Strand, die als vermint markiert waren, erwiesen sich als minenfrei, aber das Schema war so, dass alle als verdächtig zu gelten hatten und geklärt werden mussten.

    

Erste Hilfe wurde schon in den frühen Morgenstunden des Angriffs am Strand gewährleistet. Sanitäter der Sanitätstruppen werden gezeigt, wie sie verwundete Soldaten des 8. Infanterieregiments versorgen. Auch die Evakuierung von Verletzten und von Kriegsgefangenen in das Vereinigte Königreich begann früh.

 

BEACH EXITS wurden kurz nach den Landungen durch das 237th Engineer Combat Battalion in den Küstenwall gesprengt. Oben ist eine Szene an der Green Beach zu sehen. Unten zeigt eine Luftaufnahme zusätzliche Lücken im Wall und den Exit 2-Damm, der das überflutete Gebiet durchquert und am D-Day die Hauptverkehrsader war.

Generalmajor RAYMOND O. BARTON,

kommandierender General der 4. Infanteriedivision an der UTAH-Beach

Infanteristen kommen an der Green Beach an, waten an Land und bereiten sich auf den Vormarsch ins Landesinnere vor. Antilandungshindernisse sind bereits beseitigt, aber zu diesem Zeitpunkt, kurz nach den ersten Landungen, gibt es noch wenig Hinweise auf eine Strandorganisation für den späteren Nachschub.

 Die Operationen der 4. US-Infanterie-Division am D-Day auf dem europäischen Festland.

Die nachfolgenden im Text eingeführten Karten sind Ausschnitte der Obigen. Sie sollen die Schilderungen der einzelnen Operationen veranschaulichen.

 

 

Während Geniesoldaten die Strände für den Nachschub weiterer Männer und von Material vorbereiteten, setzten das 1. und das 2. Bataillon des 8. Infanterieregiments ihre abgeänderten Aufträge fort.

Als General Roosevelt und die Kommandeure der Bataillone vom Fehler der Landungen erfuhren, beschlossen sie, die gegnerischen Stützpunkte sofort auszuschalten und ins Landesinnere zu ihrem ursprünglichen Ziel vorzurücken. Unmittelbar vor dem 1. Bataillon befand sich die Befestigung in und um Madeleine und gegenüber dem 2. Bataillon, etwa 1'300 Yards (1189 m) südöstlich von Madeleine, lag eine weitere Befestigung südlich von Exit 2. Es waren Feldbefestigungen, die die Dammstrassen deckten; sie waren nicht überwältigend. Sie wurden alle von Kräften in Kompaniestärke oder geringer gegen leichte Widerstände erobert. Andere Truppen räumten Häuser entlang der parallel zum Strand verlaufenden Strasse. Die feindlichen Küstenkolonnen, die offenbar durch die vorbereitende Bombardierung demoralisiert waren, zeigten wenig Kampfgeist; einige schossen überhaupt nicht. Zwei oder drei Stunden waren nötig, um den Widerstand im Küstenbereich zu eliminieren und um für den Vorstoss ins Landesinnere die eigenen Kräfte zu reorganisieren. Die beiden Bataillone trennten sich dann: das erste bewegte sich nach Norden und dann landeinwärts durch Exit 3 und das zweite marschierte die Küste hinunter zu Exit 1. Zu dieser Zeit waren weitere Infanteristenwellen gelandet.
    

 

Um etwa 0745 (H plus 75 Minuten) landete das 3. Bataillon des 22. Infanterieregiments (ursprünglich dem 8. Regiment zugeteilt) an der Green Beach; es zog entlang der Küste nach Norden, um die Stützpunkte des Feindes am Strand zu vernichten. Das 3. Bataillon des 8. Infanterieregiments landete in derselben Welle an der Red Beach und bewegte sich über Exit 2 landeinwärts. Vier Bataillone der Infanterie waren also um 0800 Uhr bereits gelandet. Zwei weitere kamen ungefähr um 10.00 Uhr an: das 1. Bataillon des 22. Infanterieregiements am Nordstrand und das 2. Bataillon im Süden. Diese beiden Bataillone sollten gemäss Plan durch den Exit 4 ins Landesinnere marschieren. Da das östliche Ende dieses Ausgangs noch von feindlichem Feuer bestrichen war und die Dämme im Süden bereits verstopft waren, sahen sich einige Einheiten des 22. Regiments gezwungen, zwei Meilen durch überschwemmtes Gebiet zu waten. Infanterie, die kurz nach Mittag landete, watete ebenfalls durch überschwemmtes Gelände. Das Wasser war in der Regel nur hüfthoch, aber das Gebiet war voll von Gräben und Löchern, und die Männer fielen häufig kopfvoran ins Wasser. Da das Ziel des 22. Infanterieregiments nordwestlich in Richtung St- Germain-de-Varreville lag, musste man entweder durch die Sümpfe waten oder den Exit 3 queren. Dabei kreuzten die Männer hintere Elemente des 8. Regiments, die sich auf der Strasse westwärts bewegten.

 

Waten durch überschwemmtes Gebiet. Die Männer des 22. Infanterieregimentes marschierten mehrere Stunden in diesem morastigen Gelände, bevor sie auf festen Boden in der Nähe von St- Martin-de-Varreville gelangten. Die nördlichen Dämme waren entweder unpassierbar oder unter feindlichem Beschuss.

 

   

Das war aber nur ein Teil der Verkehrsüberlastung, welche die Landungsfehler verursachten. Der ursprüngliche Vormarschplan sah die Nutzung von Exit 2 und Exit 3 für Fahrzeuge vor. Exit 3 konnte wegen der Nähe gegnerischer Positionen nach Norden nicht benutzt werden. Folglich versuchten alle Fahrzeuge, Exit 2 zu benutzen. Das 8. Infanterieregiment, unterstützt von Panzern des 70. Panzerbataillons und Angehörigen des 237. Genie-Kampfbataillons, hatte damit begonnen, den Damm hinunter bis zum Exit 2 vorzurücken. Auf halbem Weg über dem Damm entdeckte man, dass die Brücke des Durchlasses eines kleinen Baches gesprengt worden war und dass die Strasse mit einem Panzerabwehrgeschütz nach rechts abgedeckt war. Der erste Tank wurde von einer Mine gestoppt. Ein anderer wurde von einem Abwehrpanzer ausser Gefecht gesetzt. Erst ein dritter Panzer brachte die feindlichen Waffen zum Schweigen, während die Marschkolonne den Bach durchquerte. Der gesprengte Durchlass behinderte den Verkehr nie wirklich; Major Tabb von der Beach Obstacle Task Force holte sofort einen Zug Sappeure; sie bauten einen kleinen Laufsteg.

 

Ein DD-Tank des 70. Panzerbataillons: Die Schwimmschürze ist eingerissen. Er ist vom westlichen Ufer des überfluteten Geländes aus von feindlichem Panzerabwehrfeuer getroffen. Nun wurde er vom schmalen Damm, der zum Exit 2 führt, hinuntergeschoben, so dass der Verkehr passieren kann.

       
    Mittlerweile hatten sich in den Bereichen hinter der Küste sehr viele Fahrzeuge angesammelt. Der feindliche Beschuss am Strand verstärkte sich am Vormittag, traf aber zum Glück nicht auf die Depot-Felder. Gegen Mittag wurde Exit 2 mit Lastwagen blockiert. Genie-Angehörige hatten auf dem Damm Brückenausrüstungen abgeladen, ein Flugabwehr-Raupenfahrzeug (Half-Track) hatte auf der Strasse Stellung bezogen und ein Übermittlungswagen verlegte langsam seinen Draht. Der Exit 2 war schmal und praktisch ohne Randstreifen. Am Mittag befahl General Barton - in Sorge wegen einer feindlichen Panzerbedrohung - die Strasse für Panzerabwehrkanonen freizumachen, auch wenn andere Fahrzeuge in den Sumpf geschoben werden mussten. Spät am Tag kam es noch zu einer beträchtlichen Überlastung östlich der Brücke, weil LKWs im Sumpf teilweise eingesunkene Fahrzeuge bargen.

      

Quelle

Dieses "Blockhaus" liegt dort, wo der Weg vom Meer zur Ortschaft Ste-Marie-du-Mont beginnt. Es ist nun ein Restaurant mit Museum und heisst jetzt

"Le Roosevelt". UTAH BEACH D-DAY MUSEUM, SAINTE-MARIE-DU-MONT, France

(ungekonnter 10 Min.-Film über das Museum,

das darin einer Grümpel-Kammer ähnlich sieht.)

 

Nach der Eroberung der Küstenpositionen zog das 1. Bataillon des 8. Infanterierigiments nach Norden und dann nach Westen auf dem Damm zum Exit 3. Trotz feindlichem Artilleriefeuer durchquerte es das überflutete Gebiet und erreichte am Abend die Umgebung von Turqueville.  Das 3. Bataillon bewegte sich westlich über Exit 2 hinaus bis nördlich von Ste-Marie-du-Mont ; es stiess dabei auf wenig Widerstand. Dort aber, in Germain, stiess es auf feindliche Bunker, unterirdische Unterkünfte, drei oder vier 88 mm-Schusswaffen sowie kleinere Waffen. Nach einem kurzen Feuergefecht schloss das Bataillon sie ein. Fünfzig Deutsche wurden getötet, als sie ausbrachen und davonliefen; hundert wurden gefangengenommen. Am Abend biwakierte das Bataillon nördlich von Les Forges gegenüber dem höher gelegenen Gelände südlich von Ste. Mère-Eglise. Die Kompanie K nahm eine Position weit links ein und schickte einen Zug nach Chef-du-Pont, um mit der 82d Airborne Division Kontakt aufzunehmen.

 

   

Das 2. Bataillon verschob sich direkt nach Süden in Richtung Pouppeville. Oberst MacNeely, der dieses Bat. des 8. Regiments befehligte, sollte plangemäss um H plus 30 (Minuten) landen. Er entschied, früher loszulegen. Als er landete, war die Kompanie F bereits dabei, die feindliche Festung zu stürmen. Die Kompanie E hatte einen Weg durch das Minenfeld hinter den Dünen gefunden und folgte ihm unter Artilleriefeuer, ohne einen Mann zu verlieren. Oberst MacNeely hatte kurz darauf sein Bataillon wieder in der Hand und während die Kompanie F noch beschäftigt war, verlegte er die Kompanie E hinter die Kompanie F und führte sie am östlichen Rand der Überschwemmungen entlang. Kompanie G zog auch nach Süden und verschob sich dem Küstenwall entlang. Das Bataillon traf auf Dauerfeuer, das sich über den ganzen Küstenabschnitt hinunter zog. Die Kompanie G erhielt Artilleriefeuer, als sie sich dem befestigten Punkt in Beau Guillot näherte, und lief in ein Minenfeld, entschied sich aber, durch dieses weiter vorzurücken. Das Bataillon wurde an der Strassengabel nordöstlich von Pouppeville versammelt und kam dann auf das Dorf zu, wo der erste Kontakt mit dem 3. Bataillon der 501st Parachute Infanterie hergestellt wurde.

    Das Bataillon umging damit einige feindliche Positionen an der Südspitze des überfluteten Gebietes, einschliesslich der Schleuse nördlich von Grand Vey, die zum Teil die Überschwemmungen kontrollierte. Die Schleuse, deren Eroberung ursprünglich Aufgabe der Kompanie G des 8. Regiments war, wurde später von der Kompanie A des 49th Engineer Combat Battalion eingenommen. Im Zuge der Verminderung der feindlichen Verteidigung nahmen die Genisten 125 Feinde gefangen. Das 2. Bataillon des 8. Regiments entlastete das 3. Bataillon der 501. Fallschirmspringer-Infanterie in Pouppeville. Von dort aus verschob es sich weiter nach Westen und in der Nacht biwakierte es südlich der Kreuzung der Hauptstrassen von Les Forges.

    Das 8. Infanterieregiment hatte seine D-Day-Ziele erreicht. Es hatte Teile der 101. Airborne Division im Gebiet Pouppeville abgelöst und war in der Lage, die südwestliche Flanke der 4. Division zu sichern. Nur nördlich von Les Forges begegneten ihm Schwierigkeiten. Ein Finger starken feindlichen Widerstandes streckte sich über Fauville bis nach Turqueville. Entlang eines Höhenzuges eingegraben riegelte der Feind die Autostrasse Les Forges - Ste-Mère-Église ab und verhinderte so die Kontaktaufnahme zwischen dem 8. Infanterieregiment und dem Hauptteil der 82d Airborne Division in Ste-Mère-Église. Am frühen Tag von den 505. Fallschirmspringer-Infanterietruppen aus Ste-Mère-Église angegriffen hatten die Deutschen sich offenbar etwas nach Norden zurückgezogen, sich aber in Fauville wieder konsolidiert.

    Am späten Nachmittag folgten Elemente der Vorhut der seeseitig gelandeten "Howell Force", bestehend aus einem Zug der 4th Cavalry Reconnaissance Squadron, einer Kompanie des 746. Panzerbataillons und 90 Schützen der 325th Glider Infantry, die der 82d Airborne Division angegliedert waren und von Oberstleutnant E. D. Raff kommandiert wurden, dem 3. Batallion des 8. Infantrieregiments über Exit 2. Sie sollten auf die 82d Airborne Division bei Ste-Mère-Église stossen. Als das 3. Infanteriebataillon auf die feindlichen Stellungen auf der Anhöhe im Norden prallte, forderte es Artillerie an, wollte aber an diesem Abend nicht mehr weiter vorrücken. Oberst Raff hingegen hielt es für notwendig, sich durchzukämpfen, um seine Mission zu erfüllen. Er machte sich auch Sorgen, dass das eroberte Gelände nicht ausreichend freigegeben sei für die Landung von Artilleriegeschützen der Division, die um 21.00 Uhr eintreffen sollten.
   

Zweimal trafen Panzer und Infanterie auf die deutsche Verteidigung und kehrten um. Ein Tank wurde beim ersten Versuch ausser Gefecht gesetzt; zwei wurden beim zweiten Angriff zerstört. Der Feind war um 21.00 noch nicht geschlagen, als planmässig sechzig C-47 über dem Gebiet mit Gleitflugzeugen im Schlepptau erschienen. Trotz schwerem feindlichem Feuer wurden die meisten Gleiter über die deutschen Stellungen abgeworfen. Ein Teil landete in den feindlichen Linien, einige drifteten weiter südlich ab, die meisten stürzten mit hohen Verlusten ab. Oberst Raff konnte nichts weiteres tun, als verschiedene Besatzungsmitglieder zu besammeln, um eine Verteidigungslinie gegen die Konterattacken des Feindes aufzubauen. Und dort in der Nähe von Les Forges verbrachten Raffs Leute die Nacht.

 

 

Die anderen beiden Regimenter der 4. Division erreichten ihre D-Day-Ziele nicht. Nachdem die Männer durch das überschwemmte Gebiet gewatet waren, kam das 12. Infanterieregiment auf die linke Flanke der 502d Fallschirmspringer-Infanterie südlich von Beuzeville-au-Plain und blieb dort über Nacht.

Das 1. und das 2. Bataillon des 22. Infanterieregiment, die auch im Landesinneren durch Sümpfe waten mussten und etwa sieben Stunden in sumpfigem Gelände verbracht hatten, erreichten trockenes Gebiet in der Nähe von St Martin-de-Varreville und zogen weiter nach St. Germain-de-Varreville, wo sie in der Nacht biwakierten. Das 3. Bataillon des 22. Regiments wurde, wie bereits erwähnt, mit der Aufgabe betraut, die gegnerischen Stützpunkte am Strand zu dezimieren. Das Bataillon zog nach Norden an den Dünen von Varreville und dem Exit 4 vorbei und erreichte bei Einbruch der Dunkelheit den südlichen Rand von Hamel de Cruttes.

 

Die Landungen der Segelflugzeuge (Glider) erfolgten in den kleingliederigen Feldern der Normandie, was zu vielen Abstürzen und Unfällen führte. Die auf der Foto sichtbaren Segelflugzeuge hatten die Angehörigen der 325. Glider Infantry transportiert. Sie landeten in der Nähe von Les Forges (siehe Karte gleich unten). Abstürze sind durch schwarze Pfeile gekennzeichnet.

 

Zur Erinnerung nochmals die Karte der effektiv ausgeführen Operationen der

4. Infanteriedivision am D-Day:

Und zum Vergleich: der vorgegebene Operationsplan

  

Die Landung im Rückblick

 

hier anklicken (S.55)


Daraus lediglich das, was die Vierte betrifft:  

 

Der feindliche Widerstand am Strand war am D-Day bescheiden. Aber auch nach der Landung zwang das feindliche Artilleriefeuer aus dem Binnenland die Männer noch einige Tage lang häufig dazu, Schutz entlang des Küstenwalls zu suchen.
 

Die relative Mühelosigkeit, mit der der Angriff auf UTAH Beach vollendet wurde, war sogar für die Angreifer überraschend; sie strafte die angekündigten Uneinnehmbarkeit des Atlantikwalls Lügen. Die Verluste der 4. Division am D-Day waren erstaunlich niedrig. Das 8. und das 22. Infanterieregiment, die vor dem Mittag gelandet waren, erlitten am D-Tag insgesamt 118 Verluste, davon 12 Todesopfer. Die Division als Ganzes zählte im Laufe des Tages nur 197 Opfer, darunter waren auch die 60 Männer (Teil der Batterie B des 29. Feld-Artilleriebataillons) mitgezählt, die wegen des Bootsverlustes auf See vermisst wurden. Nicht weniger bemerkenswert als die bescheidenen Verlustzahlen war die Geschwindigkeit der Landungen. Mit Ausnahme eines Feldartilleriebataillons (dem 20.) war die gesamte 4. Division in den ersten fünfzehn Stunden gelandet: die Infanterie, das 65. Armored Field Artillery Battalion, das 87. Chemical Mortar Battalion, das 899. Tank Destroyer Battalion (abzüglich zweier Kompanien), das 70. Tank- und das 746. Tank Destroyer Battalion, Elemente der 1. Engineer Special Brigade, die mit dem Aufbau der Strandorganisation für den Brückenkopf begannen, und das 746th Panzerbataillon. Insgesamt erreichten über 20.000 Soldaten und 1.700 Fahrzeuge die UTAH Beach bis zum Ende des D-Day.

     General Collins hatte schon um 7.00 oder 8.00 Uhr gehört, dass die 101. Luftlandedivision St- Martin-de-Varreville eingenommen hatte, und gegen Mittag erfuhr er, dass zwischen der 4. Division und der 101. ein definitiver Kontakt hergestellt worden sei und dass die Strandausgänge in ihrem Besitz seien. Diese Berichte waren besonders beruhigend, denn die grössten Besorgnis erregenden Faktoren waren die sechs 150-mm-Geschütze, die in St. Martin-de-Varreville gemeldet worden waren, und die Befürchtung, dass die westlichen Enden der Dämme vermint und in Schusslinien gehalten würden. Es war eine grosse Erleichterung zu erfahren, dass das überschwemmte Gebiet überquert worden war und dass die Ausgänge sich in amerikanischer Hand befanden.

 

Der vom VII. Korps am Ende des D-Day gehaltene Brückenkopf

 

 

Deutsche Reaktionen auf die Landungen

 

Hierüber: anklicken S. 57 - 60

 

 Die Autoren dieses "offiziellen" militärhistorischen Berichtes wenden sich nun dem Gegner zu, dessen Unterlagen erbeutet wurden.

 

Lage in Cotentin aus Sicht des deutschen Oberkommandos (West) und die erste Reaktion auf die Landungen. Dies ist eine Reproduktion einer später erbeuteten deutschen Lagekarte vom 6. bis 7. Juni 1944.

 

Die Lage der Deutschen am D-Day

 

Hitler war noch längst nicht geschlagen. Das sollten die Männer der Vierten - nach der glimpflichen Landung mit verhältnismässig geringen Verlusten - bald schmerzlich erfahren.

 

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