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27Spezielle Darstellungen der Landung der Vierten an der Utah Beach

 

Vergrössern  "UTAH BEACH" von Joseph Gary Sheahan, 1944   Quelle

Die schlichte aquarellierte Skizze sagt wohl mehr als die meisten Fotos über die Landungsatmosphäre an diesem Küstenabschnitt aus.

Brig. General Theodore Roosevelt Jr.

schreibt am 3. Juni 1944 seiner Frau Eleanor:

 

"Wir greifen bei Tageslicht die in der Geschichte am stärksten befestigte Küste an, ein Ufer, das von ausgezeichneten Truppen gehalten wird. Wir werfen gegen sie ausgezeichnete Truppen in den Kampf. Sie sind gut bewaffnet und unterstützt von hervorragenden Luftstreitkräften und mit gutem Support durch die Marine ausgestattet. Wir sitzen aufgereiht auf Transportern. Unser nächster Halt: Europa. . . . Die Männer sind zusammengepfercht unter Deck (auf der USS Barnett) oder liegen auf Deck . Nur sehr wenige sind aktiv. Sie sprechen von vielen Dingen, aber selten von dem, was vor ihnen liegt. Wenn sie überhaupt davon sprechen, dann reissen sie Witze. . . . "

Quelle

  

Am 27. Mai 1944 ankerte USS Barnett in Tor Bay (Devon, England), um die Truppen des 2. Bataillons des 8. Infanterieregiments der 4. Division an Bord zu nehmen. Diese Männer wurden am 6. Juni am Strand von Utah gelandet, bevor das Schiff am 7. Juni Verwundete nach Falmouth, England, zurücktransportierte.

Quelle

 

USS Barnett (APA-5) in Tarnfarbe, vor Portsmouth, Virginia, 14. Dezember 1944

 

Bericht des 22. Infanterie-Regiments

 

Kurz vor dem D-Day wurden zum Zwecke der Geheimhaltung bis zum letzten Moment die Truppen in Bereitstellungsbereichen besammelt, deren Betreten allen Unbefugten verboten war; wer einmal drin war, durfte den zugeteilten Raum nicht mehr verlassen.

 

Zu guter Letzt wurden die Befehle herausgegeben und in die Hände derer gelegt, die den Erfolg der ganzen geplanten Operation nun zu gewährleisten hatten. - Die Invasionswährung (französisches Geld) wurde ausgegeben, die Munitionierung überprüft, die Versorgungsrationen verteilt und dann wurden die Truppen in der Nacht zu den verschiedenen Ausgangshäfen gebracht, von denen aus für sie die Invasion starten sollte. Die grosse "Show" begann; die Zeit für den nunmehr realen Kampf war gekommen.

 

Am 6. Juni warf sich das 22. Infanterie-Regiment unter dem Befehl von Oberst Hervey A. Tribolet in die Zähne der Festung Europa. Der Kanal war rau. Sogar für erfahrene Seeleute war der Seegang schwer.

 

Der Angriffsplan teilte das 3. Bataillon dem 8. Infanterie-Regiment zu. Um H plus 75 stürmte dieser Verband in kleinen Landungsbooten den normannischen Strand. Gefolgt wurde er vom 1. und vom 2. Bataillon; sie landeten nebeneinander in LCI's. Sofort nach der Landung machte das 3. Bataillon eine 90°-Wende nach rechts. Es begann damit, die feindlichen Strandbefestigungen zu dezimieren. Das 1. Bataillon, das nun dem Befehl von Oberstleutnant S. W. Brumby unterstand, bewegte sich landeinwärts. Es wandte sich dann nach rechts, um Crisbecq, eine befestigte Ortschaft, einzunehmen. Das 2. Bataillon mit seinem Kommandanten Major E. W. Edwards zog weiter landeinwärts und drehte nach rechts ab, um Azeville, eine ähnlich befestigte Stellung, zu erobern. Obwohl es nicht gelang, an diesem ersten Tag der Operationen den Kamm von Quineville zu erobern, war die Landung erfolgreich. Nach Einbruch der Dunkelheit hatte das Regiment auf dem Festland sicher Fuss gefasst.

 

Berichte von Einheiten und Verbänden, die der Vierten am D-Day zugeteilt waren

 

70. Panzer-Bataillon

 

Schwimmpanzer rollen an den Strand.

Überfahrt zur Utah Beach auf einem LST (Panzerlandungsschiff): wahrscheinlich ist dies die Dienst-Kompanie des 70. Panzerbataillons, die ungefähr am 15. Juni an der Utah Beach landete. Das LST ist mit Munition und Treibstoff-Lastwagen beladen.

 

Weitere Bilder zur Landung des 70. Panzer-Bataillons:

hier klicken

 

Der Wikipedia-Artikel nennt als einen der Gründe des Erfolges an der Utah Beach:

 

Die DD Tanks: 28 der 32 Amphibienpanzer erreichten das Ufer, denn sie wurden zweimal präziser gewassert als jene der Omaha Beach. So waren sie in der Lage, in der Strömung wirksamer voranzukommen und dem Seegang auszuweichen.

 

Aus Wikipedia über das 70. Panzer-Bataillon:

 

Das Bataillon war umgerüstet worden: die Kompanien A, B und C mit M4 Sherman als mittelschwere Panzereinheiten und die D-Kompanie mit M5 Stuart als leichte Panzerkompanie. Während des Ausbildungsdienstes in Ogbourne St. George wurde das Bataillon mit der Handhabung des neuen Geräts vertraut gemacht. Am 16. Februar 1944 bezog es das Camp Barton Stacey bei Andover. Von dort aus hatte es Zugang zu grösseren Manöver-Räumen, in welchen auf der Stufe der Einheiten geübt werden konnte. Das neue Lager diente auch als Basis, von wo aus die Kompanien nach Wales zum Schiesstraining

mit den schwereren 75 mm Kanonen der Shermans gebracht wurden.

 

Zu diesem Zeitpunkt hatte man beschlossen, dass die Kompanien A und B mit amphibischen Dual-Laufwerk-(DD)-Tanks für die Landung ausgestattet würden. Sie bekamen daher im März 1944 eine besondere Ausbildung, um sich vorerst mit den neuen Panzern und ihrem Einsatz vertraut zu machen. Das geschah zuerst mit britischen DD-Valentine- Panzern, erst später mit den neuen DD Shermans. Im April zog das Bataillon an die Küste von Devonshire und begann die amphibische Ausbildung mit der 4. Infanteriedivision. Im gleichen Monat nahm das 70. Panzerbataillon an der Operation Tiger, der Generalprobe für die Landung an der Utah Beach, teil. Die DD Tanks navigierten zum ersten Mal - erfolgreich - durch die Brandung.

 

Zwar gab es schwere Verluste während der Ausbildung, sowohl als Folge des Beschusses aus eigenem Feuer, als auch wegen eines deutschen Überfall auf einen Konvoi; das 70. Panzer-Bataillon aber war nicht von solchen Unfällen betroffen. 

 

In diesen letzten Tagen vor der Landung erhielt das Bataillon auch Planierraupen-Tanks zum Einsatz an den Landestellen und als Unterstützung der Pioniere in deren Arbeit und Kampf. Die Genie-Truppen leisteten bei der Landung und im anschliessenden Krieg in den normannischen Hecken unschätzbare Dienste, wiewohl sie erst in der letzten Minute das Handwerk der Panzerbesatzung gelernt hatten.

 

Gepanzertes Raupenfahrzeug IDF Caterpillar D9

 

Am D-Day ging das 70. Panzerbataillon an der Utah Beach zur Unterstützung des 8. Infantrie-Regiments der 4th Infantry Division an Land. Im Gegensatz zu den DD-Tanks an der Omaha Beach gelang es den meisten Panzern dieses Bataillons, an Land zu kommen. Sämtliche Panzer der Kompanie B erreichten das Ufer. Vier Tanks der Kompanie A gingen jedoch verloren und mit ihnen drei Besatzungen: ihr LCT war auf eine Mine gestossen, bevor die Panzer von Bord gegangen waren. Die Tanks der Kompanie C und die Panzer mit den Planierraupen gingen unbehelligt an Land und begannen sogleich mit dem Beseitigen der Hindernisse.

 

Obwohl die Einheiten ungefähr 2000 Yards (1828m) vom angegebenen Landeziel entfernt den Festlandboden betraten, hatten sie das Glück, dass ihre tatsächlichen Landeplätze weniger gut verteidigt waren. Zudem orientierte General Roosevelt die Truppen sogleich neu, als sie sich an Land befanden. Die Kompanie D, welche um H+260 landete, bekam die Aufgabe, mit der 101st Airborne Division Verbindung aufzunehmen und sie mit Panzerunterstützung zu versehen, während die Fallschirmtruppen die Dämme zu schützen hatten, welche von der Küste ins Landesinnere führten.

 

Am folgenden Tag assistierten die drei mittelschweren Panzerkompanien dem 8. Infanterie-Regiment bei der Konsolidierung des Brückenkopfes: Sie lösten die Taschen des deutschen Widerstands rund um Ste. Mère Église auf und koppelten sich mit der 82nd Airborne Division zusammen, um in Richtung des Hafens von Cherbourg vorzustossen.

 

Das 70. Panzerbataillon war zu jenem Zeitpunkt zwar eine der kriegserprobtesten Tank-Einheiten der U.S. Army, die 4th Infantry Division aber hatte keine Kampferfahrung. Die Koordination war daher anfänglich noch bescheiden. Aber schon innerhalb der ersten Kriegs-Wochen arbeiteten die beiden Waffen viel besser zusammen. Nachdem die ersten Invasionsziele gesichert waren, bewegte sich das 70. Panzerbataillon in Unterstützung der 4. Infanteriedivision nordwärts, um die Hafenstadt Cherbourg einzunehmen.

 

Roberts Armory Museum 

 

Nach seinem Kriegseinsatz auf Sizilien wurde das 70. Panzerbataillon nach England verschoben, wo es sich auf die Overlord-Landung vorzubereiten hatte. Das kriegserfahrene Bataillon wurde der kriegsunerfahrenen 4. Infanterie-Division zugeteilt. Es wurde mit den neuen M4 Sherman Duplex Drive Tanks (DD) ausgerüstet. Diese Panzer waren mit  einer Schwimmverkleidung und zwei Schiffsschrauben ausgestattet, was sie zu Amphibien-Fahrzeugen machte. Im neu bestückten Bataillon hatten drei Kompanien M4 Medium Tanks, während eine Kompanie M5A1-Leichtpanzer hatte. Mehrere Offiziere des Panzerbataillons waren skeptisch in Bezug auf die Seetüchtigkeit der DD-Tanks. Sie griffen daher in die eigene Tasche und investierten Zeit, um die Schwimmverkleidung an Schwachstellen zu verstärken.

 

M4 Sherman Duplex Drive Tanks (DD)

 

An der Utah Beach landete das 70. Panzerbataillon mit 28 DD-Tanks, von denen es nur vier verlor und zwar weil deren LST auf eine Mine aufgelaufen war und in der Folge samt der Ladung sank. Die Panzer leisteten wertvolle Dienste bei der Unterstützung der Infanterie und und beim Durchbrechen von feindlichen Verteidigungswällen. Die 4. Infanterie-Division und das 70. Panzerbataillon entwickelten bald eigene kooperative Taktiken. Die Planierraupen-Tanks pflügten sich durch befestigte Böschungen, um der Infanterie Wege zu öffnen, während die Infanterie infanteristisch bediente Panzerabwehrwaffen wie Panzerfäuste und Panzerschrecks (Raketenpanzerbüchsen) ausschaltete. In der mit Hecken durchsetzten Landschaft war der Angriffskrieg für die Division und das zugeteilte Panzer-Bataillon fürchterlich. Eine wirksame Taktik, welche das Bataillon entwickelt hatte, war die Verwendung der Planierraupe, mit der die Hecken niedergewalzt wurden. So konnte die Infanterie mit Panzerbegleitung in der Lücke durchbrechen, ohne dem feindlichen Beschuss ausgesetzt zu sein.

  

746th Tank Battalion

 

Nach dem Training im scharfen Schuss und taktischer Ausbildung verschob sich das Bataillon in den Süden Englands. Dort nahm es an den die Landung in der Normandie vorbereitenden Übungen teil. In dieser Phase wurde das 746. Panzerbataillon der 4. Infanterie-Division zur Unterstützung in der Invasion zugeteilt. Gemeinsam absolvierten sie die Übungen, die ohne Zwischenfälle verliefen. Obwohl das Bataillon auch in der Manöverübung Tiger involviert war, erlitt es keine Verluste, als sich in der Dunkelheit der frühen Morgenstunden des 28. April der deutsche Überfall ereignete.

 

Im Mai wurde das 746. Panzerbataillon in den Bereitstellungsraum von Lupton Park, Brixham befohlen und vom 31. Mai bis 2. Juni an Bord der LCT’s gebracht, die vor Dartmouth lagen. Am 3. Juni schloss man sich der Invasionsarmada an.

 

Keines der drei Panzerbataillone landete mit der ersten Welle am D-Day. Die mittelschweren Tank-Kompanien und die Kommando-Elemente des Bataillons gingen jedoch bereits vor der Mittagszeit gemeinsam mit der 4. Infanterie-Division am 6. Juni an Land.

 

Die gepanzerten Landungsschiffe entluden ihre Fracht ungefähr 2000 Yards von der vorgesehenen Stelle entfernt. Aber sobald das Panzerbataillon die Küste erreicht hatte, begann es sogleich mit dem Kampf, wobei es unter die verschiedenen Infanterieeinheiten zu deren Unterstützung aufgeteilt wurde. Das Hauptquartier des Bataillons blieb bei der 4. Division. Die Kompanie A (-) koppelte sich bei Elementen der 101st Airborne Division an, die Kompanie B beim 12. Infanterie-Regiment der Vierten und die Kompanie C wurde der 82nd Airborne Division bei Ste-Mère-Église zugeteilt. Ein Panzerzug der Kompanie A operierte mit dem 3. Bataillon des 22. Infantrie-Regiments der 4.Infanterie-Division.

 

Die Kompanie D wurde zusammen mit den Aufklärungstruppen und den Minenwerfer-Zügen sowie ausgewählten Unterstützungselementen in den frühen Morgenstunden des 7. Juni ans Festland gebracht. Die Panzer-Kompanie D gehörte vorerst zur Reserve der 4. Infanterie-Division.

 

An diesem Tag bildete die Kompanie B den Kern der

746. Task Force, die massgebend eine deutsche Sturmgeschütz-Attacke (assault gun) auf Ste-Mère-Eglise abbremste: es war die erste Panzer-gegen-Panzer-Schlacht auf französischem Boden in diesem Krieg. Sie veranlasste den deutschen Kommandanten dieses Gebietes zu einer Änderung seines Zieles: statt zu versuchen, den amerikanischen Brückenkopf zu eliminieren, wollte er ihn nun einzugrenzen.

 

 Mit der Unterstützung dieser verschiedenen Elemente, die sowohl aus der Luft wie vom Strand her gelandet waren, spielte das 746. Panzerbataillon eine entscheidende Rolle bei der Konsolidierung der drei Divisionen, die nun einen kohärent organisierten Brückenkopf bilden konnten.

 

Die Kompanien kehrten am 9./10. Juni zum Bataillon zurück. Die Panzersoldaten hatten die ersten Tage des Kampfes auf französischem Boden als sehr beschwerlich empfunden. Trotz des die Landung vorbereitenden Trainings mit den Infanterie-Einheiten war doch keine wirklichkeitsgetreue Zusammenarbeit mit den Fusstruppen im gemeinsamen taktischen Vorgehen geübt worden. Inzwischen bekamen die Einheiten realistische Lektionen, die sie das Zusammenwirken gegen den starken deutschen Widerstand erbarmungslos lehrten. 

 

899. Panzerjäger-Bataillons

 

Bericht über die Operationen des 899. Panzerjäger-Bataillons vom 1. bis 6. Juni 1944, erstellt von Major Daniel M. Carter

 

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 After Action Report 899th Tank Destroyer Battailion

Periodischer Rapport  des 899. Panzerjägerbataillons an die Generaladjutantur in Washington

 

 

6. Juni 1944: Das 899. Panzerabwehr-Bataillon ohne die Kompanie B, die Aufklärungs-Kompanie und die administrativen Dienste landete an der Utah Beach in der Welle 25 im Bereitstellungsraum in der Nähe des Punktes 424942. Der Verband wurde der Artillerie der 4. Infanterie-Division zugeteilt. Die erste Mission war, für den Panzerabwehr-Schutz Richtung Norden und Westen des Raums der Division und der Divisionsartillerie zu sorgen. Die Hauptquartiere befanden sich am südlichen Rande von Audouville-la-Hubert. Die Kompanien rückten um 20.15 Uhr in ihre Stellungen vor. Während der Nacht kam es zu keinen feindlichen Aktionen, abgesehen von Flakfeuer, aber auch vereinzeltem Gewehrfeuer, das gegen den Zug der äussersten linken Flanke gerichtet war. Es gab keine Verluste an Personal und Material. Der Kommandoposten lag bei 402959 (402 an der waagrechten Kartenaxe ablesen, 959 an der senkrechten).

 

7. Juni 1944: Um 0145 Uhr erhielt der Kommandoposten des Bataillons den Befehl, Stellung entlang der Generallinie 368980 - 371969 zu beziehen und so die linke Flanke des 12. Infanterie-Regiments zu schützen. Die Stellungen waren um 0330 bezogen. Der Tag verlief ereignislos abgesehen von vereinzeltem Gewehrfeuer und der Gefangennahme von 12 Soldaten und einem Offizier beim Punkt 372972 durch den 3. Zug der C-Kompanie. Um 1410 Uhr bekam die C-Kompanie den Befehl, sich dem 22. Infanterie-Regiment anzuschliessen, das längs der Ost-West-Linie südlich von St-Marcouf lag. Die Kompanie kam dort um 1535 an und bereitete sich vor, Panzer und sie unterstützende Infanterie, die vorrücken sollten, zurückzuwerfen. Die Kompanie zerstörte während dieses Einsatzes ein Panzerabwehrgeschütz und einen Bunker.

 

 

Die Situation des Bataillons

 

In der Nacht vom 1. auf den 2. Juni 1944 erhielt der Kommandant des 899. Panzerjägerbataillons den Befehl, seine Einheit an die Artillerie der 4. Infanteriedivision anzuschliessen. Es wurde weiter präzisiert, dass nur wesentliche Kampfelemente die Angriffskräfte begleiten würden.

 

Ein kleines vorgeschobenes Kommandoposten-Detachement, dem die Kontrollgruppen des Verbindungssystems zugehörten, die Kompanie "A" und die Kompanie "C", welche auf Jagdpanzer und wesentliche Verwaltungsfahrzeuge reduziert waren, wurden als Sturmspitze bezeichnet. Eine zusätzliche Verbindung wurde durch eine frühere Planung mit der 82. Luftlandedivision ermöglicht. Ein Verbindungsoffizier war mit dem Gleiterangriff mitgeschickt worden und der Kommandant der Aufklärungskompanie war zur von der See her landenden Division entsandt worden.

 

Das Bataillonshauptquartier, abzüglich des vorgeschobenen Kommandoposten-Detachements, der Stabskompanie, der "B"-Kompanie und der Aufklärungskompanie sollten als "Restmenge" folgen.

 

Am 2. Juni zog die Angriffsspitze in die Verladeareale in Dartmouth, England, ein und bereitete sowohl Männer als auch Fahrzeuge für die Einschiffung gemäß den Plänen der 4. Infanterie-Division vor.

 

Früheres intensives Training beschleunigte die rechtzeitige Fertigstellung der endgültigen Abdichtung von Fahrzeugen erheblich. Die Endkontrolle von Personal, Waffen und Ausrüstung wurde zügig durchgeführt und die Männer ihrerseits in den Generalplan eingewiesen.

 

Die Angriffsspitze, die am Nachmittag des 4. Juni auf britische LGTs verladen wurde, hatte keinen anderen Zwischenfall als den Bruch einer Schürze eines Panzerjägers, die in der Nacht repariert wurde, so dass das Fahrzeug am nächsten Tag verladen werden konnte. Die Schiffszuweisung wurde so vorgenommen, dass die Integrität der Einheit so weit wie möglich gewahrt blieb. Am 5. Juni fuhren wir in den Ärmelkanal. Während des ganzen Nachmittags blieben wir beieinander, aber während der Dunkelheit verschwand das Schiff, welches den ersten Zug der Kompanie "A" transportierte und wurde nicht wieder gesehen.  

 

Der Angriff

 

Bei Tagesanbruch beobachteten wir vor Utah Beach, wie die 4. Infanteriedivision den Angriff des VII. US Korps anführte. Das erfolgte in einer Kolonne von Regimentskampfteams mit dem 8. Infanterieregiment an der Spitze. Der Fortschritt des Angriffs wurde durch dreissig amphibische Panzer erheblich unterstützt, die 5000 Yards vor der Küste starteten und die mit dem Verlust von nur einem einzigen am Strand ankamen.

 

Nach der Einstellung der Luftbombardierung stellten Marinegeschütze die einzige Stütze dar, bis die Artillerie im Angriffssturm an Land kam.

 

Am frühen Nachmittag formierte sich unsere Einheit in die Welle 26, das Schiff mit dem Kommandanten leicht voraus. Als wir uns dem Strand näherten, ungefähr parallel dazu, suchten sich die Piloten der LCTs vorsichtig ihre Fahrrinnen aus, herumschwimmende Trümmer tunlichst vermeidend, und drängten in Richtung Ufer vor. Die Wassertiefe wurde durch Leute unserer Einheit überprüft, als sich die Rampen absenkten und wir uns für die Landung vorbereiteten. Leichtere Fahrzeuge wie Jeeps, 3/4 Tönner und M20, waren mit Schleppseilen an den Panzerjägern festgemacht worden. Dies verhinderte unnötige Verlust in Löchern oder an Unterwasserhindernissen, die auf unserer kurzen Reise durch das Wasser bis zum Strand auf uns warteten. Den Kopf der Kolonne bildete das erste Fahrzeug, die anderen folgten gleich nach dem Aufsetzen.

 

Wir waren an Land, das erste Panzerjäger-Bataillon, das in Frankreich landete.

 

 Unsere Karten zeigen, dass wir uns etwa 1300 Meter südlich der ursprünglich geplanten Standortes befanden. Es schien mir, dass es zu unserem Vorteil gewesen wäre, wenn wir mehrere Wellen früher geschickt worden wären. Eine geeignete Disposition unserer Einheit am Strand fehlte und zuvor formulierte Pläne waren nicht mehr praktikabel.

 

Der Strand, an dem die eigentliche Landung stattfand, bestand weitläufig

aus weissem Sand, der in ein überschwemmtes Gebiet überging. Die Sappeure arbeiteten dort schon seit dem frühen Morgen, und die Hindernisse unter Wasser waren zu dem Zeitpunkt, als wir hereinkamen, weitgehend weggeräumt oder unwirksam.

 

Sporadische feindliche Artilleriefeuer fielen immer noch auf den Strand. Obwohl es weitgehend wirkungslos war, waren wir am verwundbarsten und gleichzeitig ein lukratives Ziel, da wir uns in unserer notwendigerweise massierten Formation befanden.

 

Bei der Kontaktaufnahme mit dem Strandmeister erfuhren wir, dass die meisten Einheiten noch vor der Entledigung der Wasserabdichtungen durch das überschwemmte Gebiet hinweg vorrückten. Der G-4 der 4. Infanteriedivision (Unterstabschef Logistik), der sich direkt am Strand aufhielt, wies uns an, etwa zwei Meilen auf der Strasse Richtung La Madeleine-Marie du Mont zu fahren, dann in ein Feld auszuweichen und uns dort der Wasserabdichtungen der Fahrzeuge zu entledigen.

 

Als der Marsch begann, zeigte der Blick in die Kolonne zurück, dass die wasserdichten Munitionsabdeckungen und andere Dichtungsmittel auf beide Seiten der Fahrzeuge abgeworfen wurden, dass die Rohre nach vorne schwangen und dass alle Hände sich für den Kampf bereit machten.

 

 

Rundumverteidigung

 

Unseren ersten Auftrag bekamen wir vom kommandierenden General der Artillerie der 4. Infanteriedivision, nämlich Gewährleistung des Schutzes vor Panzerangriffen auf den Kommandoposten der Division, der sich in dieser Nacht in der Nähe von Audoville-la-Hubert befand.

 

Audouville-la-Hubert

 

bekam eine traurige Berühmtheit, weil die Alliierten in einem rachesüchtigen Blutrausch ein Kriegsverbrechen begingen.

Quelle

 

Die Aufklärung für diese Mission wurde vom S-3 (Ausbildungs- und Operationsoffizier des Bataillons) und den Kompaniekommandanten der Kompanien A und C durchgeführt. Die Positionen für die Aussenverteidigung wurden mit der Kompanie A, abzüglich des verlorenen Zuges, auf der rechten Seite, und mit der Kompanie C auf der linken und der rückwärtigen Seite bestückt.

 

Als wir zum Bataillon zurückkehrten, erfuhren wir, dass es erste Feindseligkeiten in geringerem Umfang gegeben hatte. Anscheinend war eine der zahlreichen kleinen Befestigungen in der Gegend umgangen worden und blieb unbemerkt, bis Leute unserer örtlichen Sicherheitskräfte neugierig darauf waren, was sich auf der anderen Seite der Hecke befand. Die Aktion war kurz und für uns ohne Verluste. Die ungefähr 20 etwas seltsamen Kriegsgefangenen wurden von ein paar Infanteristen zum Strand gebracht. 

 

Das Bataillon bezog die Stellungen, überprüfte seine Schussfelder und verband sich zur gegenseitigen Unterstützung und Rundum-Sicherheit für die Nacht. Die Lücke, die durch den Mangel an Jagdpanzern verursacht wurde, um alle notwendigen Positionen im Umkreis abzudecken, wurde durch die Auswahl von alternativen Positionen ausgeglichen, die in der Dunkelheit besetzt werden konnten, und durch Sicherheitsposten,

um Überraschungen aus unerwarteten Richtungen zu verhindern.

87th Chemical Battalion

(Schwere Minenwerfer)

 Quelle

Am Ende einer etwa siebenwöchigen intensiven Vorbereitung nach der Ankunft im Vereinigten Königreich wurde das 87. Chemical Battalion in den Bereitstellungsraum verschoben, um die Operation Neptune zu beginnen. 440 Offiziere und Soldaten und 67 Fahrzeuge umfasste die Angriffswelle. Der Rest des Bataillons blieb als Nachhut im Biwak von Tiverton und folgte am D plus 8. Nach ungefähr 10 Tagen Aufenthalt in der Bereitstellung wurden die Sturmtruppen der Kompanien A, B und D in Torquay auf ihre entsprechenden Schiffe geladen. Das Hauptquartier des Bataillons wurde in Dartmouth eingeschifft und die Kompanie C in Plymouth. Der Bataillonskommandant sah seine Kompanien erst wieder nach der Landung an der Utah Beach.

Um 18.00 Uhr des 3. Juni lichtete die Kommandogruppe des Bataillons, die sich auf dem selben Boot befand wie der Kommandant des Landungsteams des 8. Infanterie-Regiments, die Anker und stach in See. Nachdem die Wellenbrecher hinter ihnen lagen, kündigte Colonel Van Fleet an, dass D-Day Montag, 5. Juni sei und H-Hour 06.50 Uhr. In der Nacht stellte sich schlechtes Wetter ein. D-Day und H-Hour wurden um 25 Stunden hinausgeschoben. Die ungefähr 62 Stunden auf dem LCT im Ärmelkanal wurden zu einer ziemlich elenden und einer Never-to-be-forgotten-Erfahrung. Salziger Sprühnebel umgab die ganze Zeit das Schiff und die Decks waren ständig mit einem halben bis zu einem ganzen Inch Wasser überspült. Die Mehrheit der Passagiere war seekrank; dazu kam, dass die Platzverhältnisse eng waren. Trotzdem war im Vorgriff auf das bevorstehende denkwürdige Ereignis die Moral ausgezeichnet und die Laune gut. Die riesige Invasionsflotte war ein äusserst inspirierender Anblick.

 

 Die Küste Frankreichs näherte sich am Morgen des 6. Juni. Es gab ein mächtiges Donnern und Rumpeln in der Ferne und riesige Blitze waren alle paar Sekunden zu beobachten. Zusammen mit dem Regiments-Landungsteam wechselte die Kommandogruppe des Bataillons auf ein LCVP, als die Entfernung zur Küste noch ungefähr 17'000 Yards (15,5 km) betrug. Sie landeten an der französischen Küste um H plus 50. Die Kompanien A, B, C und D wechselten bei gleicher Küstennähe ebenfalls von den Schiffen auf die LCVP's, die sie an Land brachten. Das ganze Bataillon war der 4th Infantry Division zugeteilt und von dieser dem 8th Infantry Regiment zugeordnet. Das Regiment teilte die Minenwerfer-Kompanien den Infanterie-Bataillonen folgendermassen zu:

Kompanie A zum 1. Bataillion

Kompanie B zum 2. Bataillion

Kompanie C zum 3. Bataillion

Kompanie D zum 3. Bataillion des 22. Infanterieregiments, das ebenfalls dem 8. Infanterieregiment zugeteilt war.

 

6. Juni 1944, Punkt 79, D-Day, H-Hour - 0630: Die Kompanien A und B landeten um H plus 50 und arbeiteten sich am Strand vor, so dass sie auf Abruf ihrer vorgeschobenen Beobachter schussbereit waren; diese waren mit der ersten Welle der Infanterie um H-Hour gelandet. Die Kompanie A feuerte 20 Lagen und die Kompanie B 80. Nach ungefähr 40 Minuten verschoben sich beide Kompanien landeinwärts, um mit den Bataillonen, die sie zu unterstützen hatten, im Vormarsch mithalten zu können.

 

 Die Kompanien C und D landeten um H plus 90 und richteten sich am Strand ein, so dass sie Feuerunterstützung auf die Anforderung ihrer vorgeschobenen Beobachter liefern konnten. Diese waren mit den Spitzen der zu unterstützenden Infanterie-Einheiten um H plus 50 gelandet. Die Kompanie C schoss 10 Lagen und die Kompanie D 30. Dann verschoben sie sich mit den unterstützten Truppen. Das Hauptquartier des Bataillons operierte gemeinsam mit dem HQ des 8. Infanterie-Regiments.

 

Bemerkenswert ist, dass dies das erste Mal war, wo das Bataillon auf einem Schlachtfeld über die Köpfe der eigenen Infanterie hinweg auf einen bewaffneten Feind schoss. Das Minenwerfer-Bataillon war die einzige artilleristische Unterstützung, über welche die 4th Division während ungefähr 6 Stunden verfügte. Die Minenwerfer-Kompanien hielten stets Schritt mit der vorrückenden Infanterie. Sie waren immer schussbereit, wenn die vorgeschobenen Beobachter Feuer verlangten. Die Infanterie war über die Geschwindigkeit und die Genauigkeit der Feuerunterstützung erstaunt, welche die Minenwerfer gewährten. Feindliche Stützpunkte, Maschinengewehrnester, Bunker und auch betonierte Stellungen wurden während der ersten Stunden des Angriffs mit Minenwerfer-Feuer belegt.

 

Bei der Landung gingen zwei schwere Minenwerfer und zwei Fahrzeuge verloren, weil das LCVP sank. Personenverlust auf See war nicht zu beklagen. Jedoch wurde ein Mann getötet, weil ihn ein Volltreffer in seinem Erdloch traf. Der feindliche Beschuss am Strand war ziemlich schwer, dennoch blieben die Verluste gering.

Der Bataillons-Kommando-Posten verschob sich von der Utah-Beach landeinwärts über Ste-Marie-du-Mont in die Nachbarschaft von Les Forges (4 km westlich), CR (363932) am 062000 Juni.

CR (363932) ist die Koordinate; 0620000 heisst am 6. um 20.00 Uhr

 

Verminderter Bestand: 41 Offiziere und 695 "enlisted men" (Mannschaften).

Verluste:

0-1535529, Shouse, Harold W., 2nd Lt, KIA, Co C
33655680, Smith, Frederick R., PFC, KIA, Co C
35644934, Richey, Herman L., Pvt, SWA, Co A
13081250, Montgomery, James, Cpl, LWA, Co D
51549262, Trent, William T., Cpl, LWA, Co

 

(2nd Lt - Unterleutnant; KIA - Killed in action; Co - Kompanie; PFC - Soldat erster Klasse; Pvt - Privat/Soldat; SWA - Seriously Wounded in Action; LWA - Lightly Wounded in Action)

 

Hinter dem Strand

 

7. Juni 1944, Punkt 80 (D plus 1): Die Kompanien A, B und C fuhren fort, die Bataillone des 8th Infantry Regiment, denen sie zugeteilt waren, mit Feuer zu unterstützen. Die Infanterie rückte gegen Ste-Mère-Église vor. Die Kompanie D setzte den Support des 3rd Battalion des 22nd Infantry Regiments nordwärts entlang der Küste Richtung Quineville fort. Ungefähr 1500 Lagen wurden vom gesamten Bataillon innerhalb von 24 Stunden auf Befestigungen und Personal verschossen. Unterdessen begannen die unterstützten Infanteristen die gewaltige Feuerkraft zu schätzen, welche die Minenwerfer-Kompanien zu liefern verstanden. Der Bataillons-Kommandoposten näherte sich von Nordosten her bis auf eine Meile der Ortschaft Ste-Mère-Église (351967) um 071900.

 

Die Nachhut verlässt Tiverton, Devon, um 07.00 Uhr und begibt sich in den Bereitstellungsraum (Marshalling area). Sie kommt in Falmouth, Cornwall, um 18.00 an. Die Nachhut der Kompanien A, B und C gehen an Bord ihrer Schiffe. Jene des HQ und der Kompanie D kehren zum Marshalling Area zurück, um dort noch eine Nacht zu verbringen.

 

Verminderter Bestand: 692 enlisted men.

Verluste:

32277928, Walker, Robert C., 1st Sgt, KIA, Co D
32925289, Plubell, Francis L., Pvt, IMA, Co D-Med
31366954, Stubb, Frank R., Jr., Cpl, LWA Co D

Unit History of Company A

87th Chemical Mortar Battalion

compiled by Robert L. Greenleaf

 

Am 1. Juni wurden die Sturm-Elemente unserer Kompanie durch die mit schönen Palmen gesäumten Strassen von Torquay zum Hafen der Stadt gebracht. Dort warteten LCPs der Navy auf uns, um uns über die Buch von Torquay zum bereitstehenden USS "Dickman" zu bringen.

 


 USS Joseph T. Dickman

 

An Bord kamen wir nur über Strickleitern, ähnlich jenen, die wir bei den Trockenübungen an Land verwendet hatten. Aber dieses Mal war das Klettern bedeutend schwieriger, denn wir trugen schweres Gepäck und staken in voller Kampfausrüstung. An Bord des Schiffes lebten wir sehr komfortabel, hatten gutes Essen und Unterhaltung und wurden täglich orientiert über die Bedingungen und die Hindernisse, die uns bei der Invasion erwarteten. Am vierten Tag gab uns Oberst Van Fleet, der General Barton vertrat, offiziell bekannt, dass D-Day der 6. Juni sein werde und H-Hour 6.30. Die Offiziere und Mannschaften an Bord nahmen die Nachricht sehr ruhig auf.

 

Am Morgen des 6. Juni blies ein starker Wind; der Kanal war bewegt. Unser Schiff lag Meilen von den Stränden entfernt, die wir zu invadieren hatten. Wir mussten auf LCVP's umsteigen. Etwa um zwei Uhr morgens konnten wir Flak (ack-acks!), Marinegeschützfeuer und Silhouetten von anderen kleinen Booten wie unserem eigenen in Gruppen in den Wellen erkennen; diese strebten wie wir dem Strand zu, um sich dort zur vorgegebenen Zeit mit dem Feind zu schlagen.

 

Viele Männer waren ziemlich seekrank, jeden beschlich ein Gefühl der Angst, aber jeder erinnerte sich an das Motto: “Wir müssen und wollen an der normannischen Küste landen." Wir fuhren wartend weiter auf unserem Weg durch die Dunkelheit. Wir konnten das Brummen der Flugzeugmotoren hören und das Klappern der Maschinengewehrfeuer. Unser Pfad führte uns zur Utah Beach. Bei unserer Ankunft stiessen wir auf die ersten Wellen Infanterie, die sich am Strand voran arbeiteten. Unsere Beobachter bei der Infanterie, die Leutnants Cable und Bonafin zusammen mit Sergeant Faber und Korporal Trant, landeten um H-Hour mit den Kommandanten der Kompanien B und C des 8th Infantry Regiment der 4th Division. Unser erstes Opfer war Cpl. “Bill” Trant, der von Maschinengewehrschüssen in den Arm und das Bein getroffen worden war. Er wurde sofort in die “Dickman” evakuiert, die ihn zur Hospitalisierung nach England zurückbrachte.

 

 Die Minenwerfer und der Rest des Personals landeten um 07.10 Uhr; sie richteten sofort am Strand Stellungen ein. Ein weiteres Unglück war der Verlust des Minenwerfers samt Munition des Sergeanten Volcjak: sein LCA sank auf den Grund des Kanals. Sgt. Volcjak und seine Leute erreichten andere Boote der Angriffsstreitkräfte und landeten mit ihrer Kompanie.

 

Sergeant "Red" Myers, nun 1st Sgt., ging unter der Wirkung einer Überdosis Pillen gegen die Seekrankheit an Land, als ob er die ganze verflossene Nacht gefeiert hätte. Bis heute kann er uns nicht sagen, was an den Stränden der Normandie passierte.

 

 Inmitten der explodierenden deutschen 88er und des MG-Feuers landete unsere Munition in "Mud Hens". Das einzige Opfer war Pvt. Herman Rickey, der von einem Schrapnell-Splitter am Arm getroffen wurde, aber es war nichts Ernsthaftes; also blieb er bei der Kompanie. Es entwickelte sich aber eine Infektion; vier Tage später wurde er in ein Krankenhaus in England evakuiert.

 

Die Kompanie zog landeinwärts mit dem 1. Bataillon des 8. Infanterie-Regiments. Es bezog mit den Minenwerfern Stellung in der Nähe von La Madeleine und deckte den Angriff des Infanteriebataillons, das sich ins Landesinnere voran kämpfte. Unsere erste Nacht an Land verlief schlaflos. Wir lagen zwischen Hecken. Dazu standen wir im Regen von hochexplosivem weissem Phosphor, der die Stadt Torqueville komplett zerstört und niedergebrannt hatte. Am folgenden Morgen fegte die Infanterie durch die Stadt, in der kaum Widerstand geleistet wurde. Das war der Abschluss des unvergesslichen D-Day.

 

(Nun, gemeint ist wohl Turqueville, ein Dörfchen mit 200 Einwohnern. Die Schilderung sagt etwas aus über die Feinfühligkeit der Befreier gegenüber den Besiedlungen der einheimischen französischen Bevölkerung.)

 

Am folgenden Tag deckte der 1. Zug unter der Leitung von Lt. Roy E. Branson und S-Sgt. Julian Gould Brunt den Vormarsch des 1. Infanterie-Bataillons, während der zweite Zug unter Lt. Lesh und S-Sgt. David Thomas der angreifenden Infanterie folgte.

 

1st Engineer Special Brigade (ESB)

 

Die 1. Genie-Spezial-Brigade wurde am 15. Juni 1942 aktiviert und zwar im Camp Edwards, Massachusetts, als 1st Engineer Amphibian Brigade. Umständehalber wurde sie vorzeitig aus dem Amphibious Training Center abgezogen und nach England geschickt, wo sie im August 1942 ankam. Im Dezember des gleichen Jahres landete sie in North Africa, wo sie umbenannt wurde. In der Folge nahm sie an den Landungen in Sizilien und Italien teil. Im Dezember 1943 kehrte die 1. ESB nach England zurück. 1944, unter dem Kommando von James E. Wharton, beteiligte sich die Brigade an der Invasion of Normandy (Utah Beach). Die Brigade operierte als Utah Beach Command bis am 23. Oktober 1944. Dann wurde sie in das Kriegsgebiet im pazifischen Raum verlegt. Sie war am Sturm auf Okinawa beteiligt und wurde in Korea am 18. Februar 1946 inaktiviert.

 

An der Utah Beach setzte sie sich aus folgenden Einheiten zusammen:

531st Engineer Shore Regiment

591st Engineer Boat Regiment

2759th Engineer Combat Battalion

 


Der Mann zur Linken landete als erster Offizier im Range eines Obersten an der Utah Beach. Trotz seines Aussehens diente er nicht dazu, die von den germanischen Hünen der Besatzungstruppen in der weiblichen normannischen Bevölkerung gezeugten Kinder tödlich zu erschrecken. Er war ein bereits kriegs- und landungserfahrener Genie-Offizier, ein früherer Kommandant des 20th Engineer Regiment. Generalmajor Eugene Meode Caffey war ein Westpointer - deren Selbstverständnis dieser Film aus der damaligen Zeit wiedergibt. Später studierte er die Rechte und war Advokat. Er war am Schiedsspruch von 1926 in der Tacna-Arica Controversy zwischen Chile und Peru beteiligt und diente im Judge Advocate General's Corps, wo er auch als Berater des Verteidigungsministers tätig war. Regimentskommandant war er kurz nach dem japanischen Überfall auf Pearl Harbour. Er trainierte das Genie-Regiment und ging mit ihm nach Nordafrika. Nach Beendigung des dortigen Feldzuges kam er zur 1st Engineer Special Brigade, mit deren ersten Welle er an der Utah Beach landete. Vor seinen Augen wurde seine Ordonnanz von einer Artillerie-Granate auseinander gerissen. Dieses Ereignisses gedachten die Honoratioren von Sainte-Mère-Église und des Département Manche am 1. November 2014 anlässlich einer würdigen Feier, die in einem Youtube-Film festgehalten ist. Caffey war während fünf Monaten Kommandant des Nachschubhafens an der Utah Beach. Daher auch sein Generalsrang. Der Hafen war wichtig, weil Cherbourg nach den alliierten Bombardementen und den deutschen Zerstörungen (verbrannte Erde) bis im September unbrauchbar war. Caffey erwarb sich hohe Verdienste. Die Erinnerung an ihn ist, wie man sieht, in der Normandie wach geblieben. Er hat das Monument, das oben neben seinem Porträt abgebildet ist, gestiftet wie auch verschiedene Erinnerungsplaketten. Nach dem Krieg war er während drei Jahren Judge Advocate General for the United States Army und praktizierte dann in New Mexico als Anwalt.


 

Zeugnisse einzelner Soldaten

(und ihrer Angehörigen) 

 

 Der letter from a soldier der 1st Engineer Special Brigade, Saul P. "Pete" Pryor, soll ein Gefühl dafür vermitteln, was es hiess, in dieser Einheit zu dienen. 

 

 "Ich landete an der Utah Beach am Vormittag des 6. Juni 1944 zwischen 10 und 11 UhrSchon vor der H-Hour, in den frühen Morgenstunden, während es noch dunkel war, starteten Fallschirmjäger der 82nd Airborne und der 101st Airborne Divisionen, um in der Normandie an verschiedenen Orten entlang der französischen Küste zu landen, einschliesslich Ste-Mère-Église, kurz gesagt landeinwärts von dem, was als Utah Beach bekannt werden sollte.

 

Mein "Verein", die 1st Engineer Special Brigade, welche von Oberst Eugene Caffey kommandiert wurde, war Teil des VII. Korps. Wir alle gehörten zu General Omar Bradley’s First Army. Einige Einheiten unserer Genie-Brigade landeten an der Utah Beach zur H-Hour; andere an der Omaha Beach, die wenig östlicher liegt. Die Kämpfe an der Omaha Beach waren viel intensiver als jene an der Utah Beach; entsprechend waren die Verluste dort viel höher. Östlich von Omaha Beach gingen die Briten an den Stränden Sword, Juno und Gold Beach, bei Caen, an Land. Dort fanden wohl die heftigsten Kämpfe der ganzen Invasion statt. Dass ich an der Utah Beach von Bord gehen musste statt bei Omaha, Sword, Juno oder Gold, war schieres Glück.

 

Am 5. Juni befand sich mein Verband in einem Bereitstellungsraum am Rande eines Kanal-Hafens, dessen Name ich nie erfahren werde. Sicherheit wurde ausserordentlich gross geschrieben. Man sagte uns nicht, wo wir seien und wohin wir geführt würden. Der Bereich, in dem wir uns befanden, stand unter Quarantäne. Niemandem war es erlaubt, hinein zu gehen oder ihn zu verlassen. Wir durften keine Briefe schreiben. Als die Abenddämmerung hereinbrach, wurde uns befohlen, in voller Montur den Bereitstellungsraum zu verlassen. Wir marschierten zu Fuss hinaus zu den wartenden LSI (Landing Ship Infantry), welche uns nach Frankreich bringen sollten. Während dieses Marsches kam ich an einem Mehrfamilienhaus vorbei, wo vorschriftsgemäss alle Fenster mit lichtundurchlässigen Vorhängen verdunkelt waren. Da hob ein kleines Mädchen den Vorhang in einem Fenster der Wohnung im Erdgeschoss. Der Sinn des Zeichens, das es machte, war unverkennbar: 'Good luck Yanks'."

    

Sergeant Rothbart schrieb in sein Tagebuch:

 5. Juni 1944.

 

Nach nichtmilitärischen Vorhersagen hätte Rom im Dezember letzten Jahres den Alliierten zum Opfer fallen sollen. Dass es erst jetzt gerade gefallen ist, weist auf eine grosse Kluft zwischen Amateurerwartung und Professionalität hin. Ebenso ist es fast schon ein Schock für alle, ausser für die Spitzenleute, dass heute der 5. Juni ist und wir immer noch nicht über den Ärmelkanal gelandet sind. Wir sehen überzeugende Beweise für unsere Bereitschaft. Die Gewässer vor Bournemouth sind mit Schiffen verstopft, die tagsüber dicht beieinander liegen und sich nachts auflösen. Der Friedensferienort ist überfüllt mit Soldaten, aber nur wenigen Zivilisten. Theater und Restaurants sind reichlich vorhanden und der "Pavillon" im Stil von Torquay's mit Sinfonieorchester, Konzerten und Theaterstücken. Auf einer Klippe mit Blick auf den Ärmelkanal befindet sich die berühmte Russel-Cotes Kunstgalerie und das Museum, die noch immer für Besucher geöffnet sind.

 

Wir sind wenig beunruhigt von feindlichen Luftangriffen, obwohl wir gelegentlich an die Nähe zur Gefahr durch Zwischenfälle erinnert werden. wie z.B. die Bombardierung von Torquay letzte Woche. Vierzig wurden Sonntag Nacht durch einen direkten Treffer im Queens Hotel getötet, wo wir oft am Sonntagabend ein Glas Bier tranken. Wir hören wenig von unserer vorderen Staffelung im Bereitstellungsraum, aber es hat sich herausgestellt, dass die Männer an Bord von Schiffen sind und jeder mit 200 Francs ($4) Invasionsgeld ausgestattet ist. Eine Ankündigung, eingefallen zu sein, wäre keine Überraschung.

 

6. Juni

 

Unser Triumph in Rom wird schnell überschattet von der heutigen elektrischen "Communique Number 1" aus dem Eisenhower-Hauptquartier. Dies ist der Tag, auf den wir seit 1933 gewartet haben, dem Jahr, in dem Hitler in Deutschland an die Macht kam und die Welt eine unausgesprochene Vorahnung der monströsen Ereignisse verspürte, die sich seitdem ereignet haben. Das Dröhnen unserer Flugzeuge, die gestern Abend auf den Ärmelkanal zusteuerten, war schwerer und länger als je zuvor, aber wir konnten doch nicht erraten, dass dies ein anderer Tag sei als die vielen anderen scheinbar bedeutsamen Tage in den letzten Wochen; dieses Mal jedoch wussten wir, dass unser Verband an Bord von Schiffen war.

 

Hier bei den "Rückwärtigen" waren wir sehr überrascht, dass wir nicht alarmiert wurden. Wir durften abends mit dem Pass ausgehen wie immer. In Bournemouth gab es viel weniger Soldaten als zuvor, aber immer noch eine beachtliche Zahl. Viele Schiffe lagen noch immer in Küstennähe. Weiter draussen konnte ich sieben grosse Schiffe erkennen, die Passagierschiffen ähnelten, die sich auf die Isle of Wight zu bewegen, fünf Meilen linker Hand. Wir vermuteten, dass es sich dabei um Krankenhausschiffe handelte, die die ersten Opfer der Angriffstruppen zurückbrachten.

 

 Bob Babcock

From: Marietta, GA 30068-2222

Time: 1999-06-07 08:55:47

 

Kommentare: Vor 55 Jahren - 6. Juni 1944 - als Teil der 4. Infanterie-Division stürmte das 22. Infanterie-Regiment die Utah Beach am D-Day nach der lang erwarteten Fahrt ans europäische Festland, um Hitler zu besiegen und Europa aus seinem Würgegriff zu befreien. Das 3. Bataillon des 22. Regiments war dem 8th Infantry Regiment zugeteilt und griff mit diesem zur H-Hour (06.30 Uhr) an. Es wurde in einer zweiten Welle gefolgt von den beiden andern Bataillonen und den Unterstützungseinheiten des Regiments. Rob Rush, unser Historiker, ermittelte aus den Morgen-Rapporten des 6. Juni 1944, dass unser Regiment 9 KIA (Killed in action), 4 MIA (Missing in action) und 35 WIA (Wounded in action) am "longest day" an Frankreichs Küste verlor. Es waren die ersten von vielen Verlusten, welche im ganzen Monat Juni 1944 eintraten, und in den nächsten elf Monaten, in denen unser Regiment quer durch Europa kämpfte. Lasst uns niemals diese Männer vergessen, welche den Sturm am D-Day vollzogen haben. Sie haben ein silbernes Kapitel in unsere Regimentsgeschichte geschrieben. Taten statt Worte!

 

Bob Babcock
From: Marietta, GA
Time: 1998-06-06 06:03:44


  Kommentare zur Geschichte des D-Day - Martin King, H/2-22 H-Kompanie-2. Bataillon-22. Regiment (zugeteilt dem 3. Battaillon) und seine Maschinengewehr-Mannschaft waren die ersten Infanteristen, die von der See her am D-Day gelandet wurden. Zur H-Hour minus 1 (um 0530) kletterten er und seine MG-Crew in ein LCP hinunter und gingen mit ihm an Land. Die Landung erfolgte um 05.50 Uhr. Sie wateten mit 80 Pfund Munition auf dem Rücken die 100 Yards bis zur Küste und sie gelangten dort ans Ufer, wo dies vorgesehen war: rechts einer Windmühle mit Silo-Struktur, die man vom Strand her deutlich sah. Sie gruben die zwei Maschinengewehre ein und warteten auf die erste Welle der Landungstruppen, die um 06.30 Uhr (H-Hour) eintreffen sollte. "Das erschien uns so lange wie die Ewigkeit - keine Truppenwelle kam hinter uns." Nach ungefähr anderthalb Stunden schlugen alle Arten und Kaliber von Feuer ein und wurden abgeschossen. Die MG-Crew schloss sich Leuten der 101st Airborne an, die ihr Landeziel um sieben bis acht Meilen verpasst hatten. "Wir begannen, das Feuer aus einem oder zwei Bunkern zu erwidern, nun, wo mehr Tageslicht herrschte. Aber das war auch alles, was wir tun konnten: nämlich unsere Stellung zu halten und uns verwundert zu fragen, wo in aller Welt denn die andern waren." Heute wissen wir alle aus der Geschichte, dass die Einheiten der 4th Division ungefähr 2000 Yards weiter links als geplant gelandet waren (Gründe: Gezeiten, Navigationsfehler, Rauch und andere Probleme). Es wurde Mittag, bis Martin Kings Gruppe sich dem 3. Bataillon des 22. Regiments anzuschliessen vermochte. Dieses hatte sich in den Bereich des ursprünglich geplanten Zieles vorgearbeitet. "Mir war der Gedanke gekommen, dass ich mit meinem Kampftrupp den Krieg aufgenommen hätte und niemand uns folgen würde." Das ist ein Stück Erfahrung eines Mannes, die er am "Longest Day" gemacht hatte - wir würden uns freuen, von anderen zu hören.

 

D-Day Remembered - Morris Austein, I/3-22

Das ist die korrekte Abkürzung für I-Kompanie, 3. Bataillon, 22. Rgt.

 28. März 1994, Boca Raton Newspaper

 

Die Infanteristen in Sgt. Morris Austeins Einheit waren hinlänglich mit Übungsoperationen vertraut, aber das nun war "the real thing", wie es ihr Oberbefehlshaber, General Dwight D. Eisenhower, nannte.

 

Auftragsgemäss gehörte sie zur Vorhut. Damit bestand ihre Aufgabe darin, das normannische Schlachtfeld für die nachrückenden Truppen zu öffen. So wollte es Eisenhower. Wenn die Vorhut scheiterte, dann scheitere die ganze Mission.

 

Als Stabsfeldweibel war Austein verantwortlich für 42 Mann des Zerstörungszuges der I-Kompanie. Ihre Aufgabe war, alle Hindernisse zu zerstören, die das Vorrücken der nachfolgenden Truppe am Strand und auf dem französischen Festland behindern konnten.


Der Angriffsbefehl kam um 05.00 Uhr am 6. Juni 1944. Tausende von Booten kreuzten vor der Normandie, erinnert sich Austein. "Es schien, als ob man von einem zum andern Boot hätte gehen können, so viele gab es," sagte Austein.

 

"Der Himmel war so voll von Flugzeugen, dass man ihn nicht mehr sehen konnte. Bomber hämmerten auf die Küste ein. Wir alle hatten unsere Köpfe voller Gedanken über den Feind und über das, was uns wartete. Tausende von Soldaten gingen nebeneinander auf den Strand zu. An der Küste selbst gab es Landminen. Die Deutschen hatten sie verlegt; wer darauf trat, flog in die Luft. So verlor ich fünf Leute. Es kam zu einer totalen Verwirrung am Strand; Soldaten schrien um Hilfe."

 

"Wir sahen General Teddy Roosevelt Jr. Er fuhr in einem Jeep entlang der Küste und schrie: 'Vorwärts! vorwärts!' Er wollte, dass wir den Strand hinauf stiegen und vorrückten. Die Küste war vollgestopft mit Menschen und Material. Er befürchtete die Hölle, wenn wir bombardiert würden."

 

"Meine Einheit stiess vorwärts, um sich vom Strand zu entfernen. Wie wir vorankamen, konnten wir den Gestank toter Tiere und toter deutscher Soldaten riechen. Wir fanden auch amerikanische Fallschirmjäger, die im Sterben lagen. Sie hatten sich im Landen in Bäumen verfangen und waren hängend von Deutschen angeschossen worden."
 

"Einer meiner Männer hatte einen Splitter mitten im Rücken. Er sass in einem Loch und eine Kanone hatte ihn aus der Distanz einer Meile getroffen. Er wusste nicht, wie ihm geschah: er war sofort tot."

 

"Wir verbrachten den ganzen Tag damit, vom Strand her vorzurücken. Wir waren ständig in Bewegung und kamen in einem vertretbaren Tempo bis auf eine Meile von der Küste entfernt voran. Bis zum Einbruch der Dunkelheit hatte ich nicht einen Deutschen gesehen. Ich rückte zwischen den Hecken vor. Da sah ich einen Mann vor mir. Er sah mich und wich zur Seite aus. Er wusste nicht, ob ich ein Amerikaner sei und ich wusste nicht, ob er ein Deutscher war; es war zu dunkel. Aber als er sich drehte, erkannte ich die Silhouette seines Helms. Er hatte eine andere Form als wir sie auf dem Kopf hatten. In der Aufregung riss ich mein Gewehr hoch. In dem Moment wurde ihm klar, dass ich ein Amerikaner war. Wir fingen beide an zu schiessen - einer gegen den andern. Ich vermute, dass ich als Zweiter schoss, aber er hatte mich verfehlt. Ich weiss nicht, ob ich ihn getroffen habe, denn plötzlich setzte ein heftiges Bombardement über uns ein. Es waren Mörser- und Artilleriegranaten."

 

"Die Tatsache, dass ich geschossen hatte, alarmierte den Feind, dass Amerikaner da waren. Das darauf einsetzende Artilleriefeuer war recht heftig. Wir zerstreuten uns und jeder versuchte, in Deckung zu gehen.  Überall waren Hecken, die uns schützten. Wir selber sahen zu diesem Zeitpunkt nichts. Ich hätte nicht sagen können, ob jemand getötet wurde. Wir rannten alle hinter Hecken, um uns zu schützen. Einige eilten in die Krater, welche die Bomben in den Boden gerissen hatten. Wir blieben die Nacht über dort. Vorrücken konnten wir nicht, weil es dunkel war. Wenn wir uns bewegt hätten, wären wir beschossen worden. Also sprachen wir nicht, rauchten nicht und machten keinen Lärm. Wir mummelten uns ein, um zu schlafen und bewahrten unsere Chance. So endete für uns der D-Day."

 

Über seine Erfahrungen nachdenkend sagt Austein, wenn die Menschen in den Krieg zögen, dächten sie, sie würden dies alles furchtlos tun. Er habe entdeckt, dass jeder Mensch anders reagiere im Kampf. Niemand könne seine Reaktion vorhersagen. Einige seiner Leute seien in Panik geraten. Einige hätten geweint. Andere seien stark geblieben. Austein ging fatalistisch darauf zu, was er seiner Erfahrung zuschreibt. "Was immer kommen mag, mag kommen," habe er sich gedacht. Und er fügte hinzu: "was beyond my control."

 

"Aber man wurde schwer getroffen, wenn man jemanden fallen sah, den man kannte. Ich verlor manchen guten Freund... und das tat weh." Austein bedauert nicht, den Krieg mitgemacht zu haben und nennt ihn "a fantastic experience." Nach 21 Tagen Teilnahme am Kampfgeschehen wurde Austein in einem Vorort von Cherbourg am 27. Juni 1944 verwundet. Er verbrachte ein Jahr im Walter Reed Hospital in Washington DC und wurde dann ehrenvoll aus medizinischen Gründen aus der Armee entlassen. Sein rechtes Bein ist immer noch teilweise gelähmt, aber er muss heute keine Schmerzen mehr erdulden.

 

Walter Reed National Military Medical Center in 2011

 

William D. Dodson
Referred by: Net Search
From: South Pasadena, CA
Time: 1998-08-12 00:26:16

Mein Vater, Bill Dodson (William S. Dodson), diente in einer Minenwerfer-Einheit im 22. Infanterieregiment in Europa im Zweiten Weltkrieg vom D-Day plus 3 an bis zur Schlacht im Hürtgenwald, wo er verwundet wurde; er verlor schliesslich seinen linken Arm. Vielen Dank an alle, die ihm Blut spendeten und die ihn für die Heimreise auf die Queen Mary brachten.

 

 RMS Queen Mary

 

James Toukatly
From: Winter Springs, FL
Time: 1998-08-03 15:09:08

 

Mein Vater war beim 22. Infanterieregiment im 2. Weltkrieg. Er war dabei am D-Day, in Paris, im Hürtgenwald,  in den Ardennen und in Deutschland. Er gehörte zu I-Company. Er sagte, nur 14 der Jungs, die mit ihm über den Ozean gekommen seien, hätten überlebt. Sieben von diesen wurden mit dem Purple Heart ausgezeichnet. Er hasste den Krieg, aber er liebte die Männer, die an seiner Seite starben. Wenn Sie irgendwelche Informationen über ihn haben - Staff Sergeant Joseph J. Toukatly - bitte geben Sie diese mir weiter.

 

Kelly Taft Krause
From: Texas
Time: 1998-07-26 09:28:44


  Ich suche Männer, die mit meinem Grossonkel, Arthur B. Lorow, I-Kompanie des 22. Infanterie-Regiments, KIA (Killed in action) am 9. Juni 1944 in Frankreich, gedient haben. Er wurde am 17. Juni 1941 in die Armee aufgenommen. Er ging nach Übersee im Januar 1944 und wurde kurz nach der Invasion im Kampf in der Normandie getötet.  Wenn Sie Onkel Art kannten oder wenn sie jemanden kennen, der etwas über ihn weiss, so würde ich sehr gerne mit Ihnen korrespondieren. Ich möchte auch aus tiefstem Herzensgrund all den Männern und Frauen danken, die so mutig und tapfer unserem Land gedient haben. Es sind Menschen wie diese, die mich stolz machen, ein Amerikaner zu sein.

 

 " Not A Hero, Just Lucky " by Dib Taylor

 

 Geschrieben von der Ehefrau des Riley Taylor, I / 3-22 WW II. Auf der Rückseite des Buches findet sich folgender Text: "Es ist D-Day, 6. Juni 1944. Tausende von GIs haben sich übergeben und sind seekrank. Sie liegen auf dem Boden ihrer Landungsboote, während die Schiffsführer brüllen: 'Raus! Raus!'" Wie Sgt. Riley Taylor und andere Angehörige der US-Truppen dem Krieg in Europa mit einer Schlacht nach der andern eine Wende brachten, wird nun von seiner Frau nach fast 50 Jahren aufgezeigt. Riley Taylor sprach nie von seinen Kriegserlebnissen. Nun erinnert er sich lebhaft jener folgenschweren Zeiten."

 

Riley Taylor diente vom 5. Dezember 1940 bis nach Kriegsende. Er wurde mit dem Bronze-Star und zwei Purple Hearts ausgezeichnet. Er selbst betrachtete sich nicht als Held. "I was a survivor. I was lucky."

Was er über die Ausbildung in Amerika, die Überfahrt, das Training in England und den D-Day seiner Frau erzählt, erhellt sachlich nicht viel mehr als die andern hier wiedergegebenen Zeugnisse von Kriegsteilnehmern. Die Schilderungen sind unterkühlt; immer wieder bringt der Mann jedoch die Dankbarkeit zum Ausdruck, nicht das Schicksal der vielen Kameraden erlitten zu haben und davon gekommen zu sein. Die von der Frau protokollierten Texte über den D-Day können hier auszugsweise nachgelesen werden. Nachfolgend sind die S. 20 - 34 übersetzt:

 

Als ich Riley fragte, ob das Schiff, auf dem er sich befand, in einem Konvoi über den Atlantik war, sagte er: "Oh ja, es waren wahrscheinlich fünfzig oder sechzig Schiffe im Konvoi. Der Konvoi hatte die ganze Zeit Marineschutz - Zerstörer, Unterseebootjäger und Kreuzer schützten uns den ganzen Weg - und wenn die Schiffe in der Nähe der Landung waren, hatten wir auch Schutz aus der Luft.

 

Zehn Tage später, als wir in Liverpool, England, landeten, verliess mich die Seekrankheit. In dem Moment, als ich an Land trat, war alles in Ordnung. In Liverpool wurden wir in Lastwagen verladen und in ein Eisenbahndepot gebracht. Riley sagte, dass South Brent eine kleine Stadt sei, etwa so gross wie Aberdeen, North Carolina, die Stadt, in der wir jetzt leben.

 

Als er über South Brent sprach, sagte Riley: "Weisst du, als wir in unser Lager kamen, waren viele Frauen in den Baracken", und als er das sagte, sah ich überrascht oder verwirrt, wie er grinste. Bevor er die Bemerkung erläutern konnte, sagte ich: "Riley, das ist eine wahre Geschichte, also lasst nichts hineintun, was nicht wahr ist." Er antwortete: "Nun, das ist wahr. Da waren Frauen in den Baracken. Sie lebten in den Baracken, aber sie mussten ausziehen, als wir ankamen." Ich fragte: "Wo sind sie hin?" Er antwortete: "Die Frauen zogen vor das Armeelager und blieben dort in den großen Heuhaufen." Ich war mir immer noch nicht ganz sicher, ob ich das schreiben sollte, also fragte ich ihn, ob er wollte, dass ich es einfüge. Er sagte: "Nun, es ist wahr." Also fragte ich Riley nur zum Spass, ob er jemals die Frauen im Heuhaufen besucht hätte. Er sagte: "Nein", aber gleichzeitig nickte er mit dem Kopf ein Ja. Wir haben wirklich gelacht. Ob es wahr war oder unwichtig, aber Riley wusste, wie man sich nicht festlegen musste.

 

Da begriff ich, dass er ein typischer Gl war.

 

Riley erzählte mir als nächstes von einem Programm mit dem Titel "The Good Neighbor Policy", das für die britischen Armeelager und die amerikanischen Armeelager in England gedacht war. Er sagte: "Wir tranken ihren Tee, und sie tranken unseren Kaffee. Ihnen wurde etwas von unserem Essen serviert, und wir assen etwas von ihrem. Wir wollten unseren Kaffee nicht aufgeben, und ich bin sicher, dass die britischen Soldaten ihren Tee nicht aufgeben wollten. Mit anderen Worten, ich glaube nicht, dass irgendjemand die Good Neighbor Policy wirklich mochte.

 

Riley fuhr fort: "In South Brent ruhten wir uns ein paar Tage aus und begannen dann wieder mit dem Training für die Invasion. Unser erstes Training war Manöver in den Bergen und Mooren in der Nähe. Wir haben auch viel auf dem Schiessplatz geschossen. Sie liessen uns alle Munition abfeuern, die wir wollten. Sie wollten, dass wir mit der Munition so vertraut sind, dass es sich natürlich und einfach anfühle. Wie das Essen mit Messer und Gabel."

 

Riley sprach davon, dass deutsche Flugzeuge Städte in Südengland bombardieren. Er sagte: "Nachts sassen wir vor unserer Kaserne, und mehrere Nächte in der Woche kamen die deutschen Flugzeuge vorbei und bombardierten die Städte im Süden Englands. Wir haben nicht viele abgeschossene Flugzeuge gesehen, aber ich bin sicher, dass es viele abgeschossene Flugzeuge gab, die wir nicht sehen konnten. Wir konnten die Bombardierung hören, und wir konnten die Suchscheinwerfer sehen, die die Flugzeuge ausfindig machten. Manchmal dauerten die Bombenanschläge zwei Stunden. Sie bombardierten immer mehrere Städte, aber ich glaube, Plymouth wurde am meisten bombardiert."

 

Ich fragte ihn, woher sie wussten, dass mehr als eine Stadt bombardiert wurde. Er sagte: "Nun, wenn die Flugzeuge (50 oder mehr) herüberkamen, wurden sie zum höchsten Berggipfel in Südengland geleitet. Als sie in der Nähe des Gipfels waren, konnten wir sehen, wie sie in die verschiedenen Richtungen auseinanderstrebten. 

Ich fragte Riley nach der Verdunkelungspraxis für die amerikanischen Lager in England. Er sagte: "Es war jeden Abend ein totaler Stromausfall. Nicht nur in allen Armeelagern, sondern in allen Städten und Gemeinden. Alle Fenster mussten abgedeckt werden. Es durften keine Lichter gezeigt werden. Man wollte dem Feind nie kein Ziel geben für seine Bombenabwürfe."

 

Riley sagte, nachdem unsere Truppen das Training in den Bergen und Mooren beendet hatten, hätten sie die amphibischen Manöver begonnen. Er sagte: "Für diese sechs oder acht Manöver haben sie uns auf amerikanische Schiffe gesetzt. Auf diesen Schiffen servierten sie uns frisch gebackenes Brot, getoastetes Brot, Spiegeleier, Kaffee und andere amerikanische Frühstücksnahrung. Sie kochten so lange, wie wir assen. Diese Frühstücke waren so gut. Es war wie Kuchenessen.

 

Jedes Mal, wenn wir zu Manövern in den Ärmelkanal hinaus schipperten, sah es so aus, als wären wir auf dem Weg nach Frankreich. Sie sagten uns, dass die Deutschen die Küste rauf und runter rennen würden, um herauszufinden, wo wir landen würden. Wenn wir an die englische Küste zurückkehren wollten, landeten wir am Strand von Slapton Sands und machten ein Manöver. Bei diesen Manövern wussten wir, dass wir Blindmunition hatten, also war uns bewusst, dass dies nicht die eigentliche Invasion sein würde.

 

Das letzte amphibische Manöver, das wir gemacht haben, war so angelegt, dass es so gut wie möglich einer echten Invasion glich. Nachdem wir gelandet waren, hatten wir eine hohe Klippe zu erklimmen. Auf der Klippe wurden feindliche Stellungen eingerichtet. Explosionen wurden ausgelöst, um auf feindliche Schüsse hinzuweisen. Die Mörser feuerten scharfe Munition auf diese Positionen, und das war sehr gefährlich. Wäre ein Schuss zu kurz gewesen, wäre er unter unsere eigenen Truppen gefallen. Um dieses Manöver realistischer zu gestalten, hatten sie eine kleine Stadt auf der Klippe gebaut. Wir mussten die Stadt angreifen und bis auf die Grundmauern niederbrennen. Mit dieser Übung endete die Manöverphase." Riley sagte: "Wir wussten schon seit langem, dass wir für eine Invasion in Frankreich trainieren. Wir wussten jetzt, dass es nicht mehr lange dauern würde.

 

Am 4. Juni verliessen wir unser Camp in South Brent und fuhren nach Torquay, einer Stadt an der Südküste Englands. Wir wurden in Zelten in Torquay untergebracht. Wir brauchten sie, weil die Deutschen uns zwei Nächte lang bombardiert haben. In der zweiten Nacht, gegen elf Uhr, zogen wir aus dem Lager aus und bestiegen das Schiff. Um Mitternacht verließen wir Torquay. Wir überquerten den Ärmelkanal und kamen gegen halb drei vor der Küste Frankreichs an. Um vier Uhr hatten wir uns auf das Landungsboot begeben.

 

Die Stunde der Invasion war auf 6.30 Uhr angesetzt, also fuhren wir zweieinhalb Stunden lang mit dem Landungsboot im Kreis. Das Wasser war so rau, dass jeder seekrank wurde. Wir wussten, dass die Kanonen auf den Schiffen hinter uns über uns feuerten, aber wir waren zu krank, um sie überhaupt zu hören. Alle lagen auf dem Grund des Bootes und haben uns das Innere herausgehoben. Wir benutzten "Big Bags", um hinein zu erbrechen, und einer der Männer leerte sie für uns. Er hatte sich freiwillig gemeldet, weil er nie seekrank gewesen war, aber das Entleeren der Säcke wurde ihm einfach zu viel. Als auch er krank wurde, fing er an, alle zu verfluchen.

 

"Um halb sieben fuhr das Landungsboot zum Strand. Zur Landung hatte jedes Regiment drei Bataillone. Wir waren dem 8. Regiment so zugeteilt, dass sie zwei Bataillone nebeneinander landen konnten. (Die 4. Division landete an der Utah Beach in der Normandie.)

 

Als die Rampe nach unten ging, waren wir alle noch krank und lagen auf dem Grund des Bootes. Der Bootsführer musste uns ständig anschreien: 'Steigt aus! Steigt aus!' Wir waren so schwach, dass wir uns in die Hocke begaben und manchmal sogar krochen, während wir unsere Ausrüstung durch das Wasser und den Sand bis zum Strandufer schleppten. Als wir den Küstendamm erreicht hatten, haben wir uns ein paar Minuten dagegen gelehnt, um uns auszuruhen und einen Schokoriegel zu essen. Sie hatten uns gesagt, wir sollten den Riegel so schnell wie möglich essen. Sie sagten, dass wir uns dadurch besser fühlen würden, wenn wir doch so seekrank wären, und es wäre auch gleichbedeutend mit einer Mahlzeit."

 Riley sagte: "Wir haben ein Boot verloren. Niemand wurde getötet, aber ihre gesamte Ausrüstung ging verloren, so dass sie zum Schiff zurückkehren mussten, um neue Ausrüstung zu holen. Während wir die Süssigkeiten assen, gruppierten wir uns um, und sobald wir umgruppiert waren, gab der Kompaniechef den Befehl, über den Damm zu gehen."

 

Riley sagte: "Jetzt begann für uns der Krieg. Wir drehten sofort rechts ab und rannten den Strand hinunter. Unser erstes Tagesziel war die Stadt Quinéville, aber aufgrund des stärkeren Widerstandes als erwartet, konnten wir die Stadt nicht erreichen. Wir begannen damit, durch ein Minenfeld zu gehen, aber wir wussten es nicht, bis einer der Männer auf eine Mine trat. Als sie losging, wurden drei oder vier Männer verletzt, aber niemand wurde getötet. Sergeant McGhee, unser Zugführer, war einer derjenigen, die getroffen wurden. Sergeant Sosebee übernahm darauf die Rolle des Platoon Sergeant. Wenige Minuten später wurde Sergeant Mann, der neben Sergeant Sosebee stand, getroffen und getötet. Sergeant Mann war der erste Mann in unserer Kompanie, der getötet wurde."

 

Als Riley mir erzählte, dass der Schuss, der Sergeant Mann tötete, aus einem Bunker kam, fragte ich ihn, wie sie sich gegen einen Bunker verteidigen konnten (eine Waffe, die in einer Stellung aus Beton und Stahl eingeschlossen war). Er erklärte, dass ein Kampfteam aus sechsunddreissig Männern bestand: einem Teamleiter, der ein Offizier war, und seinem Meldeläufer, einem Mörsertrupp von vier Männern und ihrem Truppführer, zwei Maschinengewehrmannschaften zu vier Männern, einem Flammenwerfertrupp von zwei Männern und einem Sprengtrupp von vier Soldaten. Der Rest der Kampftruppe waren Schützen.

 

Die Bunker hatten Maschinengewehre und Schützen um die Aussenseite der Bunker herum, die sie vor Angriffen schützten. Die Aufgabe der Mörsertruppe (Minenwerfer) bestand darin, die Maschinengewehre und Schützen auszuschalten oder niederzuhalten, während der Rest des Teams seine Arbeit verrichtete. Die Schützen und Maschinengewehr-Leute hatten in die Öffnungen der Bunker zu feuern, um die Besatzung festzubinden. Die Flammenwerfer schossen Flammen in die Öffnungen, und der Zerstörertrupp legte Sprengstoff in die Öffnungen des Bunkers. Der Trupp hatte Feuer in das ganze Innere des Bunkers zu blasen, so dass die Männer im Inneren herauskommen mussten. Riley sagte, dass das Kampfteam den Bunker in der Weise angegriff, als Sergeant Mann getötet worden war. Die Männer töteten jeden der Bunkerbesatzung.

 

Die Einnahme von Bunkern und Befestigungen entlang des Strandes war eine sehr zeitraubende Arbeit. Wir bewegten uns am ersten Tag nur drei oder vier Meilen voran. Als wir uns auf eine Strasse begaben, die durch einen Sumpf führte, hielten wir an und gruben uns für die Nacht ein. "Eingraben" bedeutete, dass wir unser Schützenloch gegraben haben, um darin zu schlafen und um uns zu schützen. An diesem Abend, gegen halb acht, hörten wir ein großes Gebrüll aus dem Ärmelkanal. Das Gebrüll kam von Flugzeugen, die über den Kanal kamen. Sie flogen in einer Höhe von etwa 800 bis 1000 Fuss. Die Flugzeuge brachten Fallschirmjäger mit. Einige der Flugzeuge zogen Gleiter. Sie flogen über unsere Linien, und etwa drei Meilen entfernt begannen die Fallschirmjäger zu springen. Nach dem Sprung drehten sich die Flugzeuge um, liessen sich auf Baumkronenniveau fallen und machten sich auf den Weg zurück zum Ärmelkanal. Als sie über unsere Linien zurückkamen, winkten sie mit ihren Flügeln zur Erkennung. Die Flugzeuge, die die Gleitflugzeuge zogen, kappten die Schleppseile und flogen dann über den Ärmelkanal zurück."

 

Riley sagte, dass in den Gleitflugzeugen Männern und Ausrüstung transportiert wurden. Sie mussten auf den Feldern und in den Hecken herunterkommen und sie erlitten schwere Verluste. Er sagte: "Über uns lagen drei Schichten von Flugzeugen. Flugzeuge im Anflug, noch ein anderereine weitere Schicht flog zurück, und höher oben war eine Schicht Kampfflugzeuge. Das ging so weit, wie man den Kanal hinauf und hinunter sehen konnte, und so weit zurück, wie man in Richtung England zu sehen vermochte. Das war ein Anblick, den man gesehen haben musste. Der Himmel war voller Flugzeuge, und das Gebrüll war ununterbrochen und ohrenbetäubend.

Zu guter Letzt ein unerlässliches Testimonial:

Mike Owens
From: Cary, North Carolina
Time: 1998-07-27 10:31:17


Ich hatte gerade das Buch von Mr. Wilson fertig gelesen, wollte rasch vorbeischauen und allen jenen Dank sagen, die auf meinen Aufruf geantwortet haben. Ich glaube wirklich, dass die WWII-Generation das Beste war, das diese Nation je hervorgebracht hat, und ich bin stolz auf Ihre Leistungen. Es ist das Ergebnis Eures Opfers, dass ich in der Lage bin, eine Familie zu gründen und grosszuziehen, zur Arbeit zu gehen und alle die alltäglichen Dinge zu tun, die das Leben heute so leicht machen. Ich werde nie die Schmerzen und Leiden, die Sie zu erdulden hatten, durchstehen müssen.  Es fällt mir schwer zu verstehen und auch der Nation, so glaube ich, - jedenfalls dem grössten Teil -, was Krieg ist. Aber ich bin sehr dankbar und froh, dass Ihr die Euch übertragene Mission erfüllt habt.

Again thank-you 4th Infantry Division !


 

Filme und Filmsequenzen über die Landung an der Utah Beach:

 

WW2: D-Day - Omaha/Utah Beach - US landing operations Normandy, France (6th June 1944) (Tagesschau in New York)

The Digital Implosion

 

UTAH BEACH - Normandie 1944 (erinnert eher an einen Ausflug)

Antonin DEHAYS

 

Utah Beach, Normandy (Selbstdarsteller erläutert die Operation)

kiwitedferny

 

Utah Beach 65 jaar later - deel 1 (niederländischer Kommentator, zeigt auch die deutsche Verteidigungslinie)

jeandemeulder

 

"UTAH BEACH", "Sainte-Marie-du-Mont". Normandie. France.

Andre Callier

 

Utah Beach : 70 ème anniversaire du débarquement 2014

Francois Pichon

 

Utah Beach. Ashore with the 2nd NBB and the 4th US Inf. Div.

USNRG (Dokumentarbilder)

 

D-Day. 1944. Utah Beach, le débarquement (realistische Bilder: behandelt auch das Abdriften der Landung)

 

Hommage aux vétérans us de la seconde guerre mondiale

 

Russischer „Longest Day“ weicht ab vom Film 1962:

http://www.youtube.com/watch?v=asp-hagtFzM&list=PL6B093DEA3F196CCE

 

Film 80 Minuten Ohama-Beach

nachgestellt und auch dokumentarisch:

http://www.youtube.com/watch?v=MVD_gdAx7qk

 

Zahlreiche weitere Filme zur Landung an der Utah Beach sind in Youtube zu finden.

 

 

Hommage à nos libérateurs

 

Es geht um die Ehrung vom 1. November 2014 der

197 an der Utah Beach gefallenen Männer der Vierten.

 

Ein weiteres Zeugnis des heutigen, so ganz und gar nicht mehr gaullistischen Frankreich:

 

Lecture de messages par les lycéens du lycée de Carentan

 

Lâcher de lanternes à Utah Beach

Film von Nicolas Mangeleer

 

"La reconnaissance et les remerciement à tous les GI qui sont morts pour la France"

 

(Dieser Film wurde bereits bei der Behandlung der Biographie General Caffeys erwähnt.)

 

Die Fotos der Einweihung der "mur de témoignages", wo 197 Laternen für die am D-Day an der Utah Beach Gefallenen in den Himmel stiegen, sind eindrücklich und geben auch ein Bild des Geländes, wo die Vierte landete.

 

Balade à travers les bunkers et vestige de Utah Beach

Beklemmende und berührende Fotos von Alain Acco

 

 


Die Vierte marschiert nach Paris

 

Wer vom Camping-Platz Utah-Beach in der Normandie zur Notre Dame in Paris wandert, muss 303 km zurücklegen und braucht dafür 63 Stunden, rechnet Google Maps. Eine über Jahre geschulte Infanterie-Einheit würde kaum weniger Marschzeit brauchen; auch sie käme nicht ohne zusätzliche Schlaf- und Verpflegungspausen aus. Die Division war zum Teil motorisiert und teilweise mechanisiert. Heute braucht ein Auto auf staufreier Strecke, die 321 km misst, 3 Stunden und 13 Minuten. Das wäre ohne Halt zu schaffen. Niemandem käme aber in den Sinn, nach Cherbourg und Alençon auszuholen.

 


Die Vierte und alle andern alliierten Heereseinheiten hatten schwere, verlustreiche Kämpfe zu bestehen und mühsam Erfolge gegen die hartnäckig sich wehrenden Deutschen zu erringen, ehe ihnen der Durchbruch gelang. Sie mussten für die Gewährleistung des Nachschubes den Hafen von Cherbourg erobern. Erst am 25. August fiel Paris den Alliierten und den mit ihnen verbündeten freifranzösischen Streitkräften in die Hände.