Dorli und Peter Clavadetscher

Aphorismen

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Aphorismen:

Liebe auf dem Schwebebalken

Sag' "Ich" zu Dir


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Änderungsdatum:
30.12.2005

 

SAG' "ICH" ZU DIR

 

Es ist nie das Vielerlei, das Zufriedenheit bringt. Intensiv zu leben, setzt sorgfältige Vorbereitung des Erlebnisses voraus und erfodert umsichtige Aufarbeitung des Erlebten. Nur so vermeidet man das schale Gefühl, getrieben zu werden.
(21.1.90)

Unglück ist fast gleichzusetzen der Unfreiheit und zwar in allen ihren Erscheinungsformen; die schlimmste ist der goldene Käfig. Wer einem goldene Fesseln verpasst, ist der unbarmherzigste Tyrann. Was ihn so herzlos macht, das ist seine Ueberzeugung, er habe doch nur Gutes tun wollen. Die Entrüstung über die "Undankbarkeit" seines Opfers macht ihn unbarmherzig.
(21.1.90)

Man sollte nie jemanden vergöttern, keinen Freund, kein Kind, den Ehepartner nicht. Nach dem Vergöttern kommt das Vergötzen. Der Götze ist immer ein blutrünstiger Moloch. Die Vergötterung geschieht selten ohne egoistische Absichten: Im Geben steckt ein Fordern. Im übertriebenen Geben das Ueberfordern. Wer wird da nicht rebellieren? Wer wird nicht überreagieren?
(21.1.1990)

Wie ein Rausch ist die Hektik, ja sie ist ein Rausch, denn sie berauscht nicht nur, sondern macht auch süchtig. Und wie der Rausch ist sie nur selten nötig und noch seltener nützlich. Welches Kapital an Sicherheit geben wir doch preis, um ein paar Sekunden zu ergattern ("gewinnen" kann man sie nicht!). Was geschieht doch Unbesonnenes mit schwer reparierbaren Folgen, nur weil rasch etwas geschehen muss..... Muss?
(29.1.90)

Und wie sieht dieses Müssen, dieser angebliche "kategorische Imperativ", in der Retrospektive aus? "Wann war das bloss?" Dann beginnt das Loten in der Tiefe der Vergangenheit, das Ausmessen an wirklich wichtigen Ereignissen, etwa: "Es war damals, als die Kinder krank waren...."
(29.1.90)

Wenn alle Menschen gleich viel bekämen, sie wären nicht weniger neidisch aufeinander als in unserer "ungerechten" Gesellschaft, die ein egoistisches Verteilsystem hat. Neid und Zufriedenheit sind keine objektiven Massstäbe, sondern ausschliesslich subjektive. Das ist eine grosse Chance! Wir bestimmen selbst darüber, ob wir das Unkraut Neid wuchern lassen, oder ob wir den Blumengarten der Zufriedenheit kultivieren. Und das Unkraut kostet viel, das Blumenbeet fast nichts. Ja, ein bisschen Mühe schon!
(29.1.90)

Wie manchmal im Leben müssen wir doch das Laufen neu erlernen! Und immer machen wir den gleichen Fehler: wir misstrauen dem Kopf, wo der Gleichgewichtssinn sitzt, mehr als den Füssen, die uns aus dem Gleichgewicht bringen.
(4.2.90)

Unsere Kinder, die nun in Führungsaufgaben hineinwachsen, werden es noch viel schwerer haben, denn nach dem Zusammenbruch der hierarchischen Ordnung kommt es allein auf natürliche Autorität an: nur der Erwerb von immer noch mehr Sachkompetenz wird ihnen den erforderlichen Vorsprung gewährleisten.
(4.2.90)

Die Hektik prellt uns um die Vor- und die Nachfreude.
(4.2.90)

Wie verschwenderisch ist man doch in der ersten Hälfte des Lebens! Wie geringschätzig geht man mit den Sonnentagen um! Als ob es deren unzählige gäbe. Das ist der Gewinn des Aelterwerdens: man lernt zu geniessen, was einem noch geschenkt ist.
(4.2.90)

Es sind so wenig Geistesblitze, die mich befallen: Selten wie die Gewitter. Jeder Blitz in der Natur ist einmalig. Die menschlichen Geistesblitze waren meist schon einmal da.
(4.2.90)

Wer sich Zeit nimmt, führt.
(5.2.90)

Die Kunst des Lebens besteht darin, Rücksicht zu nehmen, wo das vertretbar ist, und rücksichtslos zu sein, wo es nötig ist. Wer das kann, gilt als höflicher Mensch, der es zu etwas gebracht hat. Wer im Entscheidenden höflich ist, wird Versager genannt.
(5.2.90)

Die Quelle echten Reichtums ist allein die Geduld.
(11.2.90)

Die Phantasie ist die schönste Tochter der inneren Freiheit.
(11.2.90)

Der Wille bearbeitet den amorphen Stoff. Der Verstand schafft den Gehalt. Das Gemüt aber gestaltet die Form.
(11.2.90)

Der Computer hat uns Freiheit und Lebensfreude gebracht. Das war mit jeder technischen Revolution so. Das Elend, das davon auch ausgeht, ist nur eine Folge des unsinnigen, nicht vernunftgemässen Gebrauchs.
(11.2.90)

Die Weite des Rundblickes ist wichtiger als die Behaglichkeit des Stübchens. Eine Behausung ohne Perspektive ist ein Gefängnis. Allerdings brauchen wir immer einen Bezugspunkt.
(11.2.90)

Schwere Sorgen sind gefolgt von grossem Segen: Nach ihnen kommt die Daseinsfreude. Was über sie hinausgeht, gerät rasch in ein prekäres Kosten-Nutzen-Verhältnis.
(15.2.90)

So erbaulich die Zurückgezogenheit ist, bewahrt sie doch nicht vor Irrtümern. Manches, was zuhause als unumstösslich erscheint, hält dem Windstoss der öffentlichen Auseinandersetzung nicht stand.
(15.2.90)

Wenn ich zwei Töpfe der Mangelware "Genie" und "Fleiss" vor mir hätte, ich würde sofort nach dem zweiten greifen. - Das hat sich geändert im Laufe der Jahre: gar keine Frage - früher hätte ich den ersten gepackt.
(16.2.90)

Am intolerantesten war ich immer gegen jene Fehler der Kinder, die ich in mir selbst nicht zu meistern vermochte.
(16.2.90)

Wirkliche Genugtuung empfand ich jedoch immer dann, wenn ich feststellte, dass mich ein Kind überholt hatte.
(16.2.90)

Wer nicht mit den tausendfältigen Unvollkommenheiten der Menschen rechnet, überfordert sie; es folgen Konflikte und Frustrationen. Die Nachsicht mit den menschlichen Schwächen dagegen fasziniert uns am Leben der Südländer immer neu. 
(18.2.90)

Wir werden paradox erzogen: Wir sollen Rücksicht nehmen auf die Mitmenschen und gleichzeitig die bewundern, die mit Rücksichtslosigkeit Erfolg haben.
(26.2.90)

Oft schweigt man, weil man zu viel zu sagen hätte.
(26.2.90)

Was ich bedaure? Dass ich Fragen der Kinder unbeantwortet liess. Ob ich aber die Antwort gewusst hätte?
(26.2.90)

Freund in der Not zu sein, ist nur einfachen Menschen möglich.
(26.2.90)

Die Kunst des Lebens ist das Gleichgewicht zwischen Ueber- und Unterforderung.
(26.2.90)

In der Hölle wird mit unerfüllten Wünschen geheizt - die Hölle ist in den Herzen.
(26.2.90)

Als die Menschen die Natur aufgegeben haben, verloren sie mehr, als ihnen die Naturwissenschaft einzubringen vermochte.
(26.2.90)

Arbeit ist das halbe Leben....Wo bleibt bloss die andere Hälfte?
(26.2.90)

Die Untreue des Erfolges liegt darin, dass man ihn zu leicht erlangt.
(26.2.90 )

Das Leben ist eine Folge von Wänden. Sie sind keineswegs undurchdringlich, aber die Löcher sind von unterschiedlichster Form und Kalibrierung. Wir starren immer wieder gebannt auf die Löcher vor uns, statt auf unsere eigene Gestalt zu achten, ob sie auch durchzuschlüpfen vermag.
(1.3.90)

Wir können uns nie damit abfinden, dass wir die Welt nicht zu verändern vermögen. Was verschwenden wir doch deswegen an nutzloser Energie!
(1.3.90)

Wir wollen uns immer ändern. Wir täten besser daran, uns zu entfalten.
(1.3.90)

Unsere Seele ist wie das Universum: dunkel, riesengross, unerforscht, an den Rändern in die Zeit- und Raumlosigkeit übergehend, von hellen Punkten durchsetzt, die Gesetzmässigkeiten folgen, deren Harmonie durch gegenseitige Ablenkung immer wieder gestört wird, das Erdenleben in den Dimensionen in jeder Hinsicht weit überspannend, erforschbar, aber nie erfassbar.
(1.3.90)

Wenn wir die Welt, wie sie ist, und uns selbst als das nehmen, was wir sind, kommen wir kollisionsfrei durchs Leben. Aber wer weiss schon, wie er selber ist?
(1.3.90)

Die schlimmsten Feinde der Menschheit sind die, die ihre Mitmenschen zum Glück zwingen wollen.
(2.3.90)

Qualifizieren heisst leider nicht einteilen sondern ausgrenzen.
(5.3.90)

"Geben ist seliger als nehmen," verkünden mit Ueberzeugung die, die durch das Geben von den Empfangenden Besitz ergreifen wollen.
(7.3.90)

Drinnen und draussen sind unvereinbar wie Himmel und Hölle.
(12.3.90)

Die meisten Menschen verwenden so viel Zeit darauf, das Netz zu knüpfen und sorgsam abzu-spannen, dass sie gar nicht mehr dazu kommen, aufs hohe Seil zu steigen.
(12.3.90)

Die Vorstellung ist meist vorbei, wenn dem Clown die besten Spässe einfallen.
(12.3.90)

Ein ungeschaltes Ei begab sich auf den Fechtboden. Niemand änderte deswegen die Paukregeln.
(12.3.90)

Ein grober Klotz begegnet in dieser Welt am meisten Rücksichtnahmen.
(12.3.90)

Die Guten scheinen sich nur am Bösen aufrichten zu können.
(12.3.90)

Niemand fühlt sich so unbehaglich wie die Kleinmütigen bei Grossmütigen.
(12.3.90)

Wenn es darum geht, die Ursache des Bösen zu ermitteln, so gerät man rasch in den endlosen Streit um das Huhn und das Ei. Wer dagegen das Gute geschaffen hat, brachte erstmals König Salomo im Streit der beiden Mütter um das gesunde Kind sicher in Erfahrung.
(12.3.90)

Der Rechtschaffene muss viel leiden; er leidet nämlich an seiner Erziehung.
(12.3.90)

Die eigene Intoleranz ist der schlimmste Stolperstein.
(13.3.90)

Die Freiheit interessiert uns nur an ihren Rändern.
(13.3.90)

Die Eskalation der Gewalt ist so alt wie der homo sapiens; nur die Methoden sind raffinierter geworden.
(13.3.90)

Die enormen Geschwindigkeiten der Himmelskörper müssen berauschend sein; wie anders wäre der immer wiederkehrende optimistische Aufgang der Sonne erklärbar, nach allem, was sie täglich auf ihrer Reise an Ungeheuerlichem sieht.
(13.3.90)

Alle Ehen wären glücklich, wenn man das Eheleben rückwärts ablaufen lassen könnte.
(14.3.90)

Wer kein Argument mehr hat, spielt die nationalistische Karte aus.
(14.3.90)

Hassenswert sind Kleinmut und Kleinkariertheit; doch warum sie hassen? Sie sind nicht auszurotten. - Weil ihre Nichtbeachtung gefährlich ist!
(15.3.90)

Ueberschwang ist das schlimmste Beziehungsdelikt.
(15.3.90)

Freiheit erregt mehr Neid als Reichtum.
(15.3.90)

"Geschichte" ist eine Ansammlung verkleinerter "Blick"-Schlagzeilen.
(15.3.90)

Menschliche Grösse und Verächtlichkeit unterscheiden sich im anderen Verlauf der Geschichte.
(15.3.90)

Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung sind die grössten Sünderinnen.
(15.3.90)

Die Menschen sind sich der eigenen Schändlichkeit erst bewusst, wenn sie an die Oeffentlichkeit gezerrt wird.
(17.3.90)

Reden lassen ist leicht, ausreden lassen ist schwer.
(21.3.90)

Die Redefreiheit beinhaltet leider auch die Ueberrede- und die Ausredefreiheit.
(21.3.90)

Eine gute Ausrede ist gefragter als eine fundierte Begründung.
(21.3.90)

Das Prestige ist der mieseste Verlierer.
(22.3.90)

Viele Menschen bestehen auf ihrer Dummheit, als ob sie ihr grösster Besitz wäre.
(22.3.90)

Der Rückgriff auf die Geschichte ist die Flucht in die Auslese dessen, was einem konveniert.
(22.3.90)

Je klüger umso fieser, je dümmer umso schlimmer.
(24.3.90)

Wir werden dazu erzogen, altruistisch den Egoisten zu geben, was sie nicht wollen.
(28.3.90)

Hätten Adam und Eva das Neinsagen gelernt, wären wir heute noch im Paradies.
(28.3.90)

Erfahrung bereichert! Schon möglich, aber irgendeine Prämisse ändert sich immer, weshalb der Ablauf so ganz anders ist, als wir aus unserer "reichen Erfahrung" vorherzusagen uns berufen fühlen.
(29.3.90)

Die Zeit flieht! Wirklich? Die Zeit war immer da und wird immer da sein. Wir nehmen sie uns nicht. Wir fliehen!
(29.3.90)

Der Gescheite stolpert an dem, was er für simpel hält.
(29.3.90)

Der Unterlegene unterläuft den Ueberlegenen. Darum siegt das Mittelmass.
(29.3.90)

Wie leicht ist es zu raten! Wie schwer, die eigenen Ratschläge zu befolgen!
(29.3.90)

Anatole France meint, wir dächten vernünftig, aber handelten bisweilen unvernünftig. Meist jedoch denken wir unvernünftig, handeln unvernünftig und haben Glück.
(3.4.90)

Die Konvention ist das strengere Gesetz als das geschriebene Recht.
(3.4.90)

Alles Gute und alles Böse kommt aus der Kommunikation.
(3.4.90)

Alles ist auf Kurzfristigkeit ausgelegt; darum unterschätzen wir Langzeitwirkungen unseres Tuns.
(3.4.90)

Der schlimmste Feind ist die Faulheit.
(3.4.90)

Was ist eigentlich am Neinsagen so schlimm, dass man ihm sogar die Notlüge vorzieht?
(3.4.90)

Warum schreiben wir, wenn es doch niemand liest? Warum reden wir, wenn doch niemand zuhört? Schreiben wir uns, sprechen wir zu uns selbst?
(3.4.90)

Am meisten bewegt in dieser Welt der Neid.
(3.4.90)

Auch wer für andere kämpft, bekommt die Blessuren doch selbst.
(3.4.90)

Das Augenzwinkern macht das Böse so charmant, der tödliche Ernst das Gute so unattraktiv.
(7.4.90)

Wenn die Natur so idyllisch und rein wäre, wie wir sie gerne sehen, sie hätte die Erdgeschichte nicht durchgestanden.
(7.4.90)

Könnten wir fliegen wie die Vögel und zwitschern wie sie, so wären die Bäume längst ausgestorben - aus Ueberdruss.
(7.4.90)

Der Zauberer spielt die Wirklichkeit vor: in dramatischen Situationen blicken wir immer auf den unwesentlichen Vorgang und übersehen den Kern der Sache.
(7.4.90)

Auf dem hohen Seil verlieren wir Zeit mit dem Ärger über den, der uns aus dem Gleichgewicht zu bringen versucht, statt uns um die Restabilisierung zu sorgen.
(7.4.90)

"Ich bin ein neuer Mensch!" - Eine oft gehörte Lüge.
(7.4.90)

In frühniederdeutscher Zeit sprach man Althochdeutsch...
(7.4.90)

Wissenschaftliche Begriffslogik oder Verhältnisblödsinn?
(7.4.90)

Wer ohne Fehler ist, kann schlecht raten.
(8.4.90)

Die Menschen sind böse - das macht sie unerträglich. Die Menschen sind gut - das macht sie schlimm. Die Menschen sind fehlerhaft - das macht sie liebenswert.
(8.4.90)

Das Zuviel macht uns mehr Kummer als das Zuwenig.
(8.4.90)

Wenn die geschichtlichen Quellen zweifelsfrei wären, die Gesetze lückenlos und der Heiland noch auf Erden wandelte, so brauchte es gewiss keine Historiker, keine Juristen und keine Theologen. Bemerkenswert, wie viele Menschen von der Unvollkommenheit dieser Welt leben und daher um ihre Existenz bangen müssten, wenn sich das ändern sollte.
(10.4.90)

Prinzipien sind zu hehren Grundsätzen hochstilisierte schlechte Gewohnheiten; sie befreien vom Nachdenken über den Sinn unseres Tuns und Lassens.
(13.4.90)

Wegwerfen. In den Weg oder aus dem Weg?
(17.4.90)

Am ohnmächtigsten ist man der Gedankenlosigkeit gegenüber.
(17.4.90)

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Wirklich? Schweigen schmerzt manchmal mehr als reden.
(17.4.90)

Wer sich alles vornimmt, erreicht gar nichts.
(17.4.90)

Die besten Mittel, um ein schales Gefühl hervorzurufen? Eine politische Debatte, ein Kriminalroman, ein fauler Tag, eine schlaflose Nacht.
(17.4.90)

Die Majestät und Harmonie des Universums. Was haben die Menschen bloss darin zu suchen?
(17.4.90)

Der "Blick zurück im Zorn" ist wie eine schwarze Brille.
(21.4.90)

Das Ungewisse der Zukunft ist ihr Reiz.
(21.4.90)

Uns beschäftigt, was jene denken, die uns beobachten; auch die Natur hat unzählige Augen!
(21.4.90)

Das Alter geht zuende; die zivilisatorische Gesellschaft nimmt wahrscheinlich an, das sei sein Hauptproblem.
(21.4.90)

Der Puritanismus heisst so, weil er sich von der Vernunft völlig reingewaschen hat.
(22.4.90)

Der Puritanismus zermalmt sich in seiner Schwerblütigkeit selbst. Das ist seine einzige Lust.
(22.4.90)

Als Gott die Menschen geschaffen hatte, brachte der Teufel die Sünde. Da schenkte Gott der Menschheit die Gnade. Darauf wurde der Teufel puritanisch.
(22.4.90)

Haushaltarbeit hat in unserer heutigen Gesellschaft einen zu bescheidenen Stellenwert. Rühmt sich nicht jeder Präsident in seiner GV-Adresse, wie haushälterisch man mit den vorhandenen Mitteln umgegangen sei. Reissen sich die Regierungsmitglieder nicht um den Staatshaushalt?
(2.5.90)

Not lässt keine Zeit für Melancholie und Weltschmerz. Die härtesten Zeiten haben die fröhlichsten Zäsuren.
(2.5.90)

Dem Vor-Urteil folgt zwangsläufig ein Fehlurteil.
(2.5.90)

Die Gesellschaft ist eine Ansammlung von kleinen Klüngeln, die einzig dem Zwecke der gegenseitigen Wichtignahme dienen.
(4.5.90)

Es gibt wohl Liebe, aber nicht Freundschaft auf den ersten Blick. In beidem allerdings zählt der letzte Blick.
(7.5.90)

Statt Medizin beschaffen sich die Menschen ständig neue Fieberthermometer.
(14.5.90)

Kleinlichkeit ist die Hölle auf Erden.
(14.5.90)

Verschulung und Verblödung sind leider keine Gegensätze.
(19.5.90)

Wer andern eine Grube gräbt, liegt meist schon selber drin.
(19.5.90)

Man strebt nicht das an, was man will, sondern das, was man meint, die andern hielten es für erstrebenswert. Das ist die Verlogenheit der Welt.
(19.5.90)

Überheblichkeit ist des Menschen schlimmster Feind.
(24.5.90)

Gesten kommunizieren stärker als Worte.
(24.5.90)

Nicht die grossen, sondern die kleinen Narren nerven uns.
(24.5.90)

Die Unverträglichkeit der Völker und Rassen überwältigt jede Ideologie und jede Religion.
(24.5.90)

Toleranz ist hochwertiger und darum seltener als Intelligenz.
(27.5.90)

Das Auge ist schneller als das Herz; daraus entstehen die Vorurteile.
(27.5.90)

Die Zeit drängt, aber sie eilt nicht.
(27.5.90)

Der wahre Fluch der Menschheit ist, dass sie sich der wirklich grossen Ereignisse nicht erfreuen kann, sondern sich in Kleinlichkeit zerstreitet.
(2.6.90)

Nirgends liegen Methode, Anteilnahme und Verächtlichkeit so nahe wie bei der Neugierde.
(3.6.90)

Die Planung zerlegt Schwerverständliches in tausend Unverständlichkeiten.
(4.6.90)

Als Erwachsener bekommt man Techniken vermittelt und erwirbt sich Erfahrungen, aber leider kein Mehr-Wissen.
(11.6.90)

Der Keim des Todes ist ein wesentliches Element des Lebens. Die Zerstörung beginnt mit dem Aufbau.
(11.6.90)

Die Retrospektive ist voller geliehener Klugheit.
(12.6.90)

Die Menschen haben den Fluchttrieb der Pferde zur Attacke pervertiert. Aber sie haben auch den reissenden Wolf zum Schäfer erzogen. Hiefür spendeten sie sich allerdings weniger Applaus.
(16.6.90)

Das Unbescheidenste ist die provokative Bescheidenheit.
(16.6.90)

Das Feuer der Führer wärmt die Moral der durchfrorenen Gefolgschaft.
(16.6.90)

Was mich glücklich macht: Dass das Schöne nicht käuflich ist - nicht die Sonne, das Blaue des Himmels, das Schwarze der Wälder und das satte Grün der Sommerwiesen nicht, weder das Morgenkonzert der Vögel, noch das Reh mit dem Kitz, der treibende Bock mit der Geiss, der Hase, der auf den Regenbogen zuläuft, auch nicht die Luft nach dem warmen Regen. Wir können das alles zerstören, ignorieren oder geniessen, aber nicht kaufen und nicht besitzen.
(23.6.90)

Was mich traurig macht: die verlorene Zeit -wenn ein Tag voller Arbeit, ein Abend mit Freunden oder ein Buch nur Müdigkeit und keinen einzigen neuen, schönen Gedanken zurücklässt.
(23.6.90)

Die Kommunikation geht plötzlich einfacher, wenn man den Spiegel in seinem Gegenüber entdeckt.
(23.6.90)

Ich glaube oft, es seien die Schwächen der andern, die mir Mühe machten, bis ich dem Echo, dem Spiegelbild, dem Reflex bis auf den Ursprung nachgehe.
(23.6.90)

Wie leicht wären die Mitmenschen doch zu gewinnen, wenn man sie nur gelten lassen würde!
(23.6.90)

Mit den Jahren wird man nicht gescheiter, aber man hat mehr Zeit dazu.....
(23.6.90)

Wenn die Wut nicht so brennen würde, wäre die Wärme des Herzens angenehm.
(23.6.90)

Bei den alten Aegyptern täuschen wir uns um Jahrtausende, bei den Römern um Jahrhunderte, bei den Eltern um Jahrzehnte und bei den Kindern um Jahre. Dabei besteht das Leben aus Augenbliken!
(23.6.90)

Ein gutes Wort ist uns oft teurer als gutes Geld.
(2.7.90)

Es fliesst nichts so regelmässig wie die Zeit. Die Stetigkeit ist uns unvorstellbar, denn nichts relativieren wir so, wie den Zeitablauf.
(2.7.90)

Die Arbeit bewahrt vor Langeweile, Laster, Verschwendung und Sucht.
(2.7.90)

Was ist unmöglicher als die Quadratur des Zirkels? Die Beschreibung eines individuellen Menschenlebens.
(6.7.90)

Intelligente Menschen sind einfacher zu erfassen als dumme. Das beweist, dass die Intelligenz das Normale, die Dummheit das Abnorme ist. Und tatsächlich: Gott hauchte den Menschen den Geist ein; im Laufe dessen, was sie dann bombastisch als "Entwicklung" bezeichneten, verloren sie ihn ganz oder teilweise.
(6.7.90)

Jede Generation hält sich für klüger als die vorausgehende; warum billigt sie den gleichen Anspruch der nachfolgenden nicht zu?
(10.7.90)

Am schlechtesten ertragen die Kinder die Fürsorge der Eltern. Hatten wir es anders?
(10.7.90)

Es gibt keine Wunder; von unseren Kindern erwarten wir sie.....
(11.7.90)

Die Übergescheiten scheitern an den steinigen Feldern, die zu beackern sie sich auswählen.
(12.7.90)

Wir greifen nach dem Komplizierten, ehe wir das Einfache erfasst haben.
(12.7.90)

Der Idealismus hat mehr Elend in die Welt gebracht als der Materialismus.
(12.7.90)

Da wir nie viel wissen können, müssen wir viel können.
(16.7.90)

Erfolglos - sinnlos.
(14.7.90)

Der Erfolg und der Misserfolg lassen beide nicht mit sich rechten.
(14.7.90)

Wenn wirklich jeder Soldat seine drei Nadeln im Mannsputzzeug hat, dann hat der Feldherr den Krieg bereits verloren.
(14.7.90)

Die Menschen schätzen an uns keineswegs den selbstlosen, unablässigen Einsatz in ihren Diensten, sondern die Gelassenheit.
(16.7.90)

Würde Aufgeregtheit honoriert, die Menschen wären steinreich.
(16.7.90)

Wo hört das Mitgefühl auf, wo fängt das Selbstmitleid an?
(16.7.90)

Nochmals jung sein - Gott bewahre!
(16.7.90)

Die eigene Unzulänglichkeit ist die Ursache von Neid, Hass, Hader, Streit und Krieg.
(17.7.90)

Eile ist der grösste Feind, Musse ist der beste Freund.
(17.7.90)

Die Kunst des Lebens ist die volle Ausnützung der eigenen Kapazitäten ohne Überforderung.
(17.7.90)

Wer die Wahl hat zwischen "Vollständigkeit" und Gründlichkeit, wird sich immer für das Vielerlei entscheiden.
(18.7.90)

Die Wahrheit fällt mir immer im falschen Augenblick ein.
(18.7.90)

Die verbrämte Lüge haben wir lieber als die nackte Wahrheit.
(23.7.90)

Sieben Jahre lang strecken die Kinder ihre Ärmchen nach uns. Sieben Jahre lang richten sie aufmerksam ihre Augen und Ohren - anfänglich vorbehaltlos, dann kritischer - auf uns. Nach 14 Jahren ist alles unwiederbringlich vorbei.
(23.7.90)

Die Ökologie verkam leider schon bald nach ihrem Start zu einer Art Heilslehre, wo sich selbsternannte Heilige den Persilschein der Auserwähltheit zulegten.
(25.7.90)

Kinder sind ein Segen. Gewiss! Ob es aber die Eltern auch sind?
(26.7.90)

Man kann alles geniessen. Nur das Übermass nicht.
(26.7.90)

Der Kommunismus ist jene Episode der Weltgeschichte, die die am besten renovierten Kirchen und die am übelsten riechenden Kloaken zurückgelassen hat.
(30.7.90)

Zürich oder Prag? Zürich ist gebaut. Ach so!
(30.7.90)

Wer andere straft, meint meist sich selbst.
(30.7.90)

Am meisten Schutz in dieser Zeit gibt die Selbstgerechtigkeit.
(30.7.90)

Je älter man wird, desto unerwarteter treffen einen die Schicksalschläge. Es ist paradox.
(1.8.90)

Am meisten schmerzt uns der Mangel an Spontaneität unserer Mitmenschen.
(4.8.90)

Termingründe würden die meisten Menschen hindern, ihrer eigenen Beisetzung beizuwohnen.
(5.8.90)

Vorleistungen sind Fehlleistungen.
(6.8.90)

Die Betriebsamkeit hat das Gemüt erdrosselt.
(7.8.90)

Freunde! - Freunde?
(12.8.90)

Es gibt Sonnenschirme und Regenschirme; genauso ist es mit den Mitmenschen.
(20.8.90)

Im Wohlstand geboren - den Anstand verloren.
(22.8.90)

Wohlstand ist das Gegenteil von Verstand.
(22.8.90)

Leid lehrt leiden.
(22.8.90)

Glück und Erfolg wünscht man den andern, weil Unglück und Leid so peinlich berühren.
(22.8.90)

Schwierigkeiten verändern Ansichten und Perspektiven.
(22.8.90)

Absichten belasten Einsichten.
(23.8.90)

Das komplizierte Denken der Intelligenten ist fehleranfälliger als das einfache der Dummen.
(24.8.90)

Geld und Glück: wer bringt sie je zusammen?
(27.8.90)

Wichtigtuerei ist zum Nationalsport geworden. Das wäre gleichgültig, geschähe sie nicht zu Lasten anderer.
(27.8.90)

Ungezählte Menschen lassen sich dafür bezahlen, die andern zu behelligen.
(27.8.90)

Dem Leid folgt Bitterkeit.
(27.8.90)

Diese Welt mag voller Anmut und Schönheit sein, aber es fehlt ihr jegliche Gerechtigkeit.
(28.8.90)

Die Sehnsucht nach Recht ist vergeblich. Sie endet nur in Bitterkeit.
(28.8.90)

Tue unrecht und scheue niemand! Das ist die Losung der Angesehenen.
(28.8.90)

Das Unrecht mag zum Himmel schreien - den Lauf der Erde hält es niemals auf.
(28.8.90)

"Ce n'est pas la théologie qui nous aide à mourir," sagte Alexandre Vinet. - Er machte es sich zu einfach. Es ist die Philosophie, nicht die Theologie. Was letztlich allein hilft, ist, den nächsten Schritt zu wagen.
(1.9.90)

Enttäuschte Liebe - Schutthalde der Bitternis.
(2.9.90)

Unser Lebensweg ist gepflästert mit Glück und Hoffnung und gesäumt von Bitterkeit und Enttäuschung.
(3.9.90)

Kinderdrachen und Wunschträume haben einen Unterschied: letzteren fehlt die Schnur.
(4.9.90)

Es ist so wichtig, was wir zu sagen und zu tun haben. Wirklich? Wäre eine Lücke da, wenn wir es nicht sagten und es nicht täten?
(4.9.90)

Was am schwersten zu glauben ist: auch das Unvorstellbare existiert.
(4.9.90)

Blumen verwelken. - Bald sind neue da.
(4.9.90)

"Ach, wie gut es dem Elefanten geht! Er braucht keine Bäume mehr auszureissen; er darf kleine Kinder durch den Zoo tragen!" meinen die, die es gut mit ihm meinen.
(9.9.90)

Positiv, nicht relativ!
(9.9.90)

Distanz und Engagement müssen eine harmonische Ehe führen, soll das Gleichgewicht fortbestehen.
(10.9.90)

Echtes Engagement ist nur nach dem Distanznehmen möglich.
(10.9.90)

Welch glücklicher Tag, einem andern einen glücklichen Tag bereitet zu haben.
(10.9.90)

Wer hilft, hängt.
(14.9.90)

Wer erklärt, verklärt.
(14.9.90)

Spätsommer: Der Geruch von Emd, die Sonne glitzert im Tau - Welt, wie bist du genussreich und verschwenderisch!
(14.9.90)

Egoismus: die Welt verdammt ihn und belohnt nur ihn.
(22.9.90)

Das Gute wird häufiger bestraft als das Schlechte.
(22.9.90)

Alles lässt sich erzwingen, nur nicht Sympathie.
(23.9.90)

Wer nach der Verantwortung greift, kommt durch sie um. Wer sich ihrer entschlägt, wird nicht zur Rechenschaft gezogen. Das ist die bodenlose Bosheit dieser Welt.
(23.9.90)

Dem Elephanten tat das viele Porzellan leid; dem gutversicherten Ladenbesitzer war es gleichgültig.
(25.9.90)

Ehre und Angst: Zwillingskinder.
(25.9.90)

Zeit ist Geld! Wie wahr! Wer Zeit hat, verdient Geld.
(28.9.90)

Die Heimat ruft. Schon möglich. Nur.....sie hat viele Zungen.
(29.9.90)

Die Probleme können nichts dafür, dass wir keine Zeit haben, sie zu lösen.
(30.9.90)

Sich selbst entrinnt man nie.
(1.10.90)

Auch Diogenes war ein Falschspieler. Er hatte nämlich die Wahl des alternativen Lebens.
(3.10.90)

Der Schmetterling ist solange schön, als ihn niemand in Besitz nimmt.
(3.10.90)

Das Altwerden begann, als sich die Fantasie der Vergangenheit zuwandte.
(7.10.90)

Der Tod gibt seine Geheimnisse eher preis als das Leben. (7.10.90)

Wer kennt den Eingang in seine Existenz und wer ihren Ausgang?
(7.10.90)

Der Tod begegnet dem Leben in vielerlei Gestalt: Bald als kaltherziger Mörder, bald als charmanter Verführer, bald als Logiker, bald als Schalk.
(8.10.90)

"Bist du glücklich?" fragte der Tor den Tod.
(8.10.90)

Das ist nicht blasphemisch gemeint, sondern bittere Erfahrung: Gott hält es nicht mit denen, die ihr Geld verschenken.
(10.10.90)

Das Gleichnis von den Talenten ist wörtlich zu nehmen. - Das ist die härteste Lebenserfahrung.
(11.10.90)

Auch das Schöne und Edle wird schal.
(11.10.90)

Beginnen statt werweissen. Durchhalten statt rechten. Abschliessen statt in der Vergangenheit stochern.
(16.10.90)

Den eigenen Rhythmus finden: Erfolgsrezept des Lebens.
(16.10.90)

Gastfreundschaft ist nicht verkäuflich.
(21.10.90)

Wir werden bezahlt für das Gute, nicht für das Viele, das wir tun.
(21.10.90)

Nicht Lob der Faulheit, aber Lob der Langsamkeit.
(25.10.90)

Als alle Hefte eingefasst, alle Bleistifte gespitzt und alle Schüler am rechten Platz waren, das war auch das Schuljahr vorbei.
(25.10.90)

Not bringt Mit-Leider, nicht Freunde.
(31.10.90)

Ein wenig Kitsch hat jeder gern.
(1.11.90)

Dankbarkeit für Gewichtiges fällt schwer, so leicht einem sonst der Dank von den Lippen geht.
(2.11.90)

Auch wer in Gesellschaft lebt, stirbt einsam.
(3.11.90)

Der Wahrheit wird oft Blasphemie angedichtet.
(4.11.90)

Nur etwas vergeuden wir grosszügiger als die Freiheit: die Zeit!
(4.11.90)

Ein gutes Resultat ist nur erzielbar, wenn jeder das anstrebt, was er wirklich will.
(4.11.90)

Das Hochgefühl ist leider das gleiche, ob es aus niederer Gesinnung oder aus Edelmut herrührt, nur der Nachgeschmack ist anders.
(12.11.90)

Die Wärme der Familie ist die kraftvollste Energiequelle.
(12.11.90)

Der Sturz schmerzt auf jeder Höhe.
(12.11.90)

Applaus ist Schall ......und Rauch.
(1.12.90)

Was wohl das Idol an der Beweihräucherung findet?
(1.12.90)

Das Gute ist scheinbar immer fern: in der entfernten Vergangenheit, in der fernen Zukunft. Carpe diem!
(1.12.90)

Lebenskunst ist, Glück im Unglück zu empfinden.
(1.12.90)

Im uneingeschränkten Glück noch unglücklich zu sein, ist die einzige Strapaze, die sich der Verwöhnte zumutet.
(1.12.90)

Die Welt ist voller Wissen und das Leben ist so kurz, dass ich die eigene Unwissenheit in die wissende Welt projiziere.
(1.12.90)

Je schlechter die Tat, umso grösser der Beifall.
(1.12.90)

"Ewig!" - Der Augenblick ist schon lang genug.
(1.12.90)

Als die Menschen so hinterhältig geworden waren, dass sie selbst den alten Teufel überrundeten, da schenkte er ihnen den Terminkalender.
(1.12.90)

Der Alltag schaufelt unermüdlich Geröll. - So hat der Sonntag viel Arbeit.
(1.12.90)

Nur noch einmal über die philosophische Weisheit des Kleinkindes verfügen, das "unmögliche" Fragen stellt!
(1.12.90)

Der eigenen Kinder Glück ist das höchste Gut, obwohl man gar nichts dazu beiträgt. Ihr Unglück ist das schwerste Leid; wohl weil man sich daran schuldig fühlt.
(1.12.90)

Der Gedanke ist wie ein Keim. Man kann ihn verschütten, aber nicht ersticken.
(1.12.90)

Die Menschen wollen lachen, ohne zu wissen warum.
(12.12.90)

Am wenigsten Geld verliert, wer keines hat. Am meisten Zeit verliert, wer keine hat.
(21.12.90)

Man kann vieles vermissen, ohne es zu wissen.
(25.12.90)

Ein verwöhnter Mensch - Terror und Horror in einem!
(27.12.90)

Der Tod holt sie alle ein....welch bitterer Trost!
(27.12.90)

Wer viel im Sinn hat, dem kommt wenig in den Sinn.
(10.1.91)

Machtmenschen machen Menschen hin.
(13.1.91)

Die Faulheit hat am meisten Ausreden.
(14.1.91)

Irrtum des Lebens: die Verwechslung von Dummheit und Perfidie.
(15.1.91)

Die meisten Führer sind Geschobene.
(15.1.91)

Der Terror der Faulheit ist niemals träge.
(15.1.91)

Der Mut ist eine Grenzsituation der Feigheit.
(17.1.91)

Die Bugwelle des Glücks ist der Neid.
(4.1.92)

Partir sans quitter - revoir sans revenir.
(11.1.92)

Hinter dem Zuviel grinst das Nichts.
(27.1.92)

In der ersten Hälfte des Lebens: "Wie wird es sein, wenn .....?" In der zweiten Hälfte: "Wie war es, als.....?" Zeit- und Gefühlsverschleiss!
(28.1.92)

Arbeit ist das zuverlässigste Narkotikum.
(29.1.92)

Am unerbittlichsten sind die Krallen des Alterns.
(30.1.92)

In jedem Mensch steckt ein Poet, aber leider auch ein Prophet.
(9.2.92)

In der Ehe liegt das Glück in der Hand des Partners, die nach der des andern greift.
(23.8.91)

Die Würde des Abganges steht nicht zur Wahl.
(15.2.92)

Glück ist, Glück gehabt zu haben.
(19.2.92)

Ein Gedanke gewinnt nicht an Qualität, nur weil er an prominentem Ort ausgesprochen wird.
(21.2.92)

Alltag - all'Tag'.
(22.2.92)

Wer tadelt, hindert; wer lobt, führt.
(22.2.92)

Unfähigkeit macht ungeduldig.
(22.2.92)

Unsere Erlebnisse sind wie ein Tropfen Öl, der ins Meer fällt.
(19.3.92)

Selbst im Hochsommer, wenn die Tage lang und die Nächte kurz und heiss sind, steht die Zeit nicht ganz still; aber es scheint so.
(19.3.92)

Auch der Pfeil des Lebens hält auf dem höchsten Punkt der Parabel einen Moment an.
(19.3.92)

Durchreissen, nicht anreissen!
(20.3.92)

Wer an einer Hängepartie hängt, hängt.
(20.3.92)

Auch ein anderer Weg ist vielleicht gesäumt von Blumen.
(23.3.92)

Die Menschen suchen die Wahrheit. - Welch' eine Lüge!
(23.3.92)

Der Stier hat zwei Hörner. Und wir haben zwei Hände, um ihn dort zu packen.
(24.3.92)

Der Dampf ist weg, die Pfeife stumm.
(28.2.92)

Wenn die Freude am grössten ist, sind die rechten Worte am rarsten.
(18.3.92)

Das Leben ist schön. Wir ziehen weiter.....
(18.4.92)

Bescheidenheit ist Entwaffnung vor Kriegsbeginn.
(24.1.93)

Wer vorleistet und Dankbarkeit erwartet, ist ein Idiot.
(24.1.93)

Emotionale Argumentation. Was ist daran so schlecht?
(27.2.93)

Nicht: "Kann ich es?", sondern: "Will ich es?"
(18.3.93)

Der Erfinder des Konjunktivs gehört an den Galgen.
(18.3.93)

Einfache Menschen und starke Persönlichkeiten möchten nie; sie wollen oder wollen nicht.
(18.3.93)

Erziehung!? Verziehung mit Ausnahmen!
(18.3.93)

Was ich will, das kann ich. Was ich darf, das muss ich. Was ich muss, das kann ich nicht. Was ich nicht kann, das will ich nicht.
(18.3.93)

"Was will ich?" Nicht: "Was könntest Du wollen?"
(18.3.93)

Verstandesfehler werden nachgerechnet, Gefühlsfehler vorgerechnet.
(24.2.93)

Wer will, steht. Wer kann, sitzt.
(18.3.93)

Will ich oder wer will, dass ich will?
(18.3.93)

Das Fragezeichen ist nur in Sätzen mit "wollen" erlaubt.
(18.3.93)

Die Welt ist schön: ich will es. Ist die Welt darum schlecht, weil ich sie nicht ändern kann?
(18.3.93)

Unternimm, was Du willst. Unterlass', was Du nicht kannst.
(18.3.93)

Der Sklave fragt den Herrn, der Herr fragt sich.
(18.3.93)

Können die Schneeglöckchen die gefrorene Erde durchstossen? Sie wollen es!
(18.3.93)

"Beföhle" oder "befähle"? Nur der Grammatiker quält sich. - Der Mensch befiehlt. (Das ist schon schwierig genug.)
(18.3.93)

Zu "wollen" gibt es keinen Konjunktiv.
(18.3.93)

Wer andern den Willen bricht, dem gehört das Genick gebrochen.
(18.3.93)

Politiker produzieren laufend Rettungsanker aus Gummi.
(18.3.93)

Sag' "Ich" zu Dir!
(20.3.93)

Das Leben - ein Traum. Träume sind nicht greifbar.
(18.3.93)

Erwachen/Hoffen - Erkennen/Wollen.
(18.3.93)

Die Sonne brennt am Himmel droben, das Leben aber in uns selbst.
(18.3.93)

Die Schnecke vertraut und streckt die Fühler aus. Der Mensch vertraut und zieht die Antennen ein.
(18.3.93)

Blauer Himmel, warme Erde: was braucht es mehr?
(18.3.93)

Unsere Welt besteht aus Stein, aber existiert in Menschen.
(20.3.93)

Einsamkeit ist ein Akt des schlechten Wollens.
(20.3.93)

Wissen ist schwer, Nichtwissen ist leicht. Warum sich's leicht machen?
(18.3.93)

Der Feldherr steht im Kampf hinter seinem Heer und er defiliert im Triumph an seiner Spitze.
(18.3.93)

Das Wasser durchdringt und grenzt ab: Verbindung und Trennung zugleich.
(18.3.93)

Pracht ist Macht. Schönheit ist mehr als Form und Farbe.
(18.3.93)

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