Das Glück kehrt
bei den Glücklichen ein.
(8.11.92)
Wem die
Argumente ausgehen, hat ein Dogma zur Hand.
(9.11.92)
Erziehung ist
Liebe auf dem Schwebebalken.
(10.11.92)
Dem Gebenden
wird nichts gegeben.
(11.11.92)
Unduldsamkeit
ist die Quelle allen Elends. Die bedrohte Pflanze "Toleranz" gehört unter
Artenschutz.
(11.11.92)
Alle Menschen
machen Fehler. - Die Schwachen stehen dazu. Die andern werden die Charakterstarken
genannt.
(12.11.92)
Wer sich viel
vornimmt, scheitert viel. Wer sich nichts vornimmt, ist kein Mensch.
(13.11.92)
Der gute Wille
ist ein stumpfes Werkzeug.
(14.11.92)
Soldaten:
"Nur ein toter Feind ist ein guter Feind." - Sportler: "Nur ein verletzter
Kamerad ist ein guter Kamerad." - Politiker: "Nur ein toter Freund ist ein guter
Freund."
(14.11.92)
Warum reden,
wenn man nichts ändern kann!
(15.11.92)
Jeder nimmt sich
wichtiger, als er ist. Darum darf man die Menschen nicht nehmen, wie sie sind.
(18.11.92)
In der Jugend
grosse Entwürfe, im Alter grosse Fotoalben.
(19.11.92)
Vor Wurf - mit
Gift - Aus-Steuer - vor Sicht: die Sprache hat mehr Sinn, als wir ihr geben.
(20.11.92)
Die Menschen
wollen überwältigt, nicht überzeugt sein.
(21.11.92)
"Take it
easy!" - Erfolgsrezept im Umgang mit alten Leuten.
(21.11.92)
Tradition: für
den in die Welt geworfenen Menschen vermeintliche Hangelstange der Ewigkeit.
(22.11.92)
Die Besserwisser
sind die Besatzungstruppe der Menschheit.
(22.11.92)
Dass die
Menschheit immer schlechter werde, gehört offenbar zur Grundausstattung des Bewusstseins.
Je dümmer ein Gedanke ist, umso schlechter ist er auszurotten.
(24.11.92)
Die satten
Westeuropäer der Gegenwart halten das irdische Jammertal für einen Lustgarten.
(25.11.92)
Von den Waffen
der Intelligenten verblüfft uns die animalische Einfachheit.
(26.11.92)
Zum Erfolg
steigt die Einbildung ins Lotterbett.
(27.11.92)
Wo man es am
besten machen will, ist die Enttäuschung am herbsten.
(28.11.92)
Überfüllung
ist Leere.
(29.11.92)
Die Zeche
bezahlt der Vermittler.
(1.12.92)
Die Sühne kann
warten.
(3.12.92)
Das Schöne ist
überall, wo man will.
(3.12.92)
Wer nur in
Erinnerungen schwelgt, geht blindlings durch die Gegenwart und rücklings in die Zukunft.
(4.12.92)
Gefälligkeiten
sind die schlimmsten Fallstricke.
(10.12.92)
Die Welt ist mit
den Frechen.
(10.12.92)
Die perfideste
Waffe ist die Kunst, andern ein schlechtes Gewissen einzuimpfen.
(10.12.92)
Nichts
verschenken die Menschen so leichtfertig wie die Freiheit und nichts lassen sie sich so
ungern nehmen.
(14.12.92)
Die Schickeria
duldet keine Nonkonformisten.
(14.12.92)
Wirklicher
Uniformzwang herrscht nur unter den Intellektuellen oder unter denen, die sich dafür
halten.
(14.12.92)
Heilige? -
Heiliger Firnis!
(15.12.92)
Die Fesseln der
Affenliebe schneiden tiefer als die des Hasses.
(16.12.92)
Elternliebe und
Besitzanspruch haben verschwommene Grenzen.
(16.12.92)
Unglück ist
allein.
(17.12.92)
Man wird mit
vielem fertig, nur nicht mit sich selbst.
(17.12.92)
Wer mit Wundern
rechnet, erlebt keine.
(20.12.92)
Überfluss
schafft Überdruss.
(24.12.92)
Des Menschen
"Ewigkeit" ist kaum länger als ein Tag.
(26.12.92)
Wir
überschätzen das Ich und unterschätzen das Wir. Was wir heute geniessen, ist das
Ergebnis einer Verkettung von ungezählten Individualleistungen. Reisst die Kette, so
stürzen wir in den Abgrund, ohne uns selbst helfen zu können.
(26.12.92)
Rasch verliert
sich die Bildung, lange hält sich die Einbildung.
(26.12.92)
Starke Menschen
sind nur stark für sich.
(27.12.92)
Tradition ist
wie die Wellenringe eines Steinwurfes.
(27.12.92)
Gleichgewicht!
Traumwort der Liebe.
(27.12.92)
Wer sich opfert,
wird geopfert.
(29.12.92)
Wissen macht
bewusst, aber schützt nicht.
(29.12.92)
Der Weise weiss,
was nicht ist.
(30.12.92)
Das Elend
beginnt mit der Selbstüberforderung.
(30.12.92)
Wer wüsste, wie
das Pulver knallt, hat die Explosion nicht überlebt.
(30.12.92)
Wer sich vor die
Gewehre legt, wird erschossen.
(30.12.92)
Wer nichts
weiss, weiss immerhin alles besser.
(30.12.92)
Nichts hasst und
bestraft dieses Erdenleben so sehr wie die Philosophen.
(1.1.93)
Die Welt ist
Zudienerin der Egoisten.
(1.1.93)
Weiter- oder
Fehlentwicklung?
(2.1.93)
Dummheit bewahrt
vor Fehlüberlegung.
(2.1.93
Er-fahr-ung....
Wie wahr!
(2.1.93)
Die Schule des
Lebens macht leider nicht hart, bloss zynisch - und damit kann man nichts kaufen.
(3.1.93)
Befreiung und
Emanzipation sind nicht identisch. Entlassung in die Unfreiheit?
(7.1.93)
Das Leben lässt
sich nicht mit einem Wort, nicht mit einem Satz und auch nicht mit einem Buch einfangen.
(8.1.93)
Pack's an!
(8.1.93)
Mitleid ist kein
Helfer. Und Selbstmitleid noch weniger.
(8.1.93)
Selbsterfahrung
bewahrt nicht vor Selbstüberschätzung.
(12.1.93)
Zynismus ist der
löchrige Pelz des Hypersensiblen.
(13.1.93)
Prognostiker
sind Menschen auf der Ausflucht.
(13.1.93)
Sympathie und
Enttäuschung lassen sich nicht mit Soll und Haben einfangen.
(14.1.93)
Wer sich
entschuldigt, beschuldigt sich. Wem jegliches Unrechtsbewusstsein fehlt, der wird nie
verurteilt.
(14.1.93)
Der Starke ist
nur stark im Kreis der Schwachen.
(15.1.93)
Nichts ist
nichts. - Wie doppelsinnig!
(15.1.93)
Eltern wissen
viel, nur leider meistens nicht das Richtige.
(16.11.93)
Mauern schützen
nicht, weil das Übel von innen heraus kommt.
(21.1.93)
Mit guten
Menschen lebt sichs gut, mit ekelhaften überlebt sichs besser.
(23.1.93)
Der Tod kommt. -
Ein alter Aberglaube. Der Tod wohnt im Leben. Er geht eines Tages.
(24.1.93)
Eleganz und
Brillanz haben nichts zu tun mit Diplomatie, weil sie provozieren.
(24.1.93)
Dass das Gute
belohnt werde, ist märchenhaft.
(27.1.93)
Wer zum Arbeiten
zu faul ist, hat eine Ideologie zur Hand.
(27.1.93)
Sich für
ausserhalb der Norm zu halten, ist die Norm.
(28.1.93)
Würde man die
wirklich grossen Verbrecher hängen, es gäbe lauter kleine Leute in der Welt.
(29.1.93)
Für den
Diktator ist Freundschaft ein Verbrechen.
(30.1.93)
Die Prinzipien
reichen bis zur eigenen Haustür.
(30.1.93)
Den Versuch zu
positivem Denken unternimmt man in der Not.
(31.1.93)
Söldner -
Würdenträger: Ein Gewand über dem andern.
(5.2.93)
Wer nichts
beizutragen hat, erörtert Stilfragen.
(5.2.93)
Glücklich, wer
unterschätzt wird.
(5.2.93)
Leben heisst
neuanfangen.
(7.2.93)
Das Leben ist
ein Gleitflug in böiger Wetterlage.
(7.2.93)
Mit dem Alter
bekommt die Maske die Züge ihres Trägers.
(8.2.93)
Gott hat nicht
nur die Rose rosenrot erschaffen, sondern auch die Seele wie sie ist. Was gibt es da zu
ändern?
(24.2.93)
Die Frage ist
nicht, wer was errungen hat, sondern wer wen zu trösten vermochte.
(24.2.93)
Die Seele ist
ein Kind.
(24.2.93)
In Ketten
tanzen? Nein, die Ketten fallen lassen!
(24.2.93)
Erstich den
Tyrannen, ohne deine Seele zu treffen!
(24.2.93)
Der Tyrann will
nur dein Bestes. Weniger genügt ihm nicht.
(24.2.93)
Herzlichkeit! -
Nicht Schmerzlichkeit!
(24.2.93)
Gelassenheit
ohne Lässigkeit.
(24.2.93)
Glücklich ist,
wer nicht vergisst, was doch nicht zu ändern ist.
(24.2.93)
Erziehen heisst
lösen.
(24.2.93)
Erziehen. Woher
und wohin ziehen? Mitziehen? Loslassen!
(24.2.93)
Freiheit
erfordert Besitz. Besitz macht unfrei.
(24.2.93)
Wissen ist
Macht. Ist das ein guter Zweck? Ein Instrument wird zum Herrn.
(24.2.93)
Tun und Lassen:
Krone der Jugend und Weisheit des Alters.
(24.2.93)
Der Verstand ist
zu einfältig für die Logik der Seele.
(24.2.93)
"Dein Wille
geschehe!" Die Seele sagt es. Warum also im Gebet lügen?
(24.2.93)
Der Mond
existiert auch im Erdschatten.
(24.2.93)
Die Sonne
scheint auch über trüben Tagen.
(24.2.93)
Gewogen werden
die schlechten Taten, nicht die guten Gedanken.
(24.2.93)
Der Sklave
entwischt, treu bleibt der Freigelassene.
(24.2.93)
Schönheit ist
schönsein, nicht schönseinwollen.
(24.2.93)
Das Gift der
Meinung des andern ist in der eigenen Seele.
(24.2.93)
Der Kettenhund
tut, als ob er tollwütig wäre.
(24.2.93)
Verstandesfehler
werden nachgerechnet, Gefühlsfehler vorgerechnet.
(24.2.93)
Selbstverwirklichung
geschieht in der Wirklichkeit selbst.
(24.2.93)
Selbsterfahrung
vollzieht sich, wenn man selbst fährt.
(24.2.93)
Selbsterkenntnis
im Spiegel? Ach, wie flach!
(24.2.93)
Seele, Körper
und Welt sind uns nur geliehen. Welch ein Unrecht, sie zu zerstören!
(24.2.93)
Der Mensch ist
ein herrschsüchtiger Gast. Wie viel hätte er doch vom Hund zu lernen, den er bloss
"Hund" schimpft.
(24.2.93)
Unsicherheit ist
sicher. Sicherheit ist unsicher.
(24.2.93)
Alles fliesst!
Darum ist das Leben nie faulig.
(24.2.93)
Toleranz ist
eine Tugend erster Klasse.
(24.2.93)
Wo wir stark
sind, sind wir schwach.
(24.2.93)
Der Feldherr
plaziert seine Angst direkt hinter die stärksten Bataillone.
(24.2.93)
Freiheit ist
Unsicherheit, Unsicherheit bringt Angst, Angst ruft nach Sicherheit, Sicherheit ist
Unfreiheit, Unfreiheit will Freiheit. Wo zerschlage ich den Teufelskreis?
(24.2.93)
Beifall und
Tadel sind Häscher und Henker, wenn ich sie hereinlasse.
(24.2.93)
Selbstsicher
wirkt, wer das nicht will.
(24.2.93)
Überlegen ist,
wer unterliegen kann.
(24.2.93)
Selbst ist genug
Halt.
(24.2.93)
Am hässlichsten
sind tausendjährige einbalsamierte heilige Krokodile. Kommen, Sein und Vergehen ist
schön.
(24.2.93)
Intelligenz ist
nie brillant. Glänzt sie, so hat sie sich zur Selbstgefälligkeit pervertiert.
Intelligent ist sie, wenn sie es nicht sein will, sondern ist.
(24.2.93)
Wertmassstäbe
sind subjektiv; also nichts wert. Jeder weiss es. Warum dann fortwährend werten?
(24.2.93)
Der Zynismus ist
tauglich zum Urteilen, aber stumpf in der Schlussfolgerung.
(24.2.93)
Der alte
Kettenhund hat resigniert. Das täuscht ihm vor, er sei freigelassen.
(24.2.93)
Warum zu andern
reden, wenn man sich selbst doch so viel verschweigt?
(24.2.93)
Der Apotheker
braucht die Medikamente nicht für sich. So halten wir es mit der Wahrheit.
(24.2.93)
Die Seele ist
wundervoll - voller Wunder. Darum vertrauen wir ihr nicht.
(24.2.93)
Der Aussenlärm
übertönt den Aufschrei der eigenen Seele.
(24.2.93)
Der Neurotiker
kann nicht verzeihen.
(24.2.93)
"Absolvo
te!" - "Sag' es dir selbst!"
(24.2.93)
Mache ich es mir
recht?
(24.2.93)
Wer die
Erwartungen anderer erfüllt, erwartet selbst viel. Vergeblich.
(24.2.93)
Niemand
verunsichert den Intelligenten so sehr wie der Dumme. Darum ist die Verunsicherung anderer
nicht intelligent.
(24.2.93)
Herz oder bloss
Herzbeutel?
(24.2.93)
Wer hat schon
einen Frühlingsmorgen eingefangen? Sein Charme ist die Vergänglichkeit.
(24.2.93)
Erhaben ist nur
das Gefühl der Ungewichtigkeit.
(24.2.93)
Berühmte
Menschen sind nicht deswegen wichtig, weil sie es sind, sondern weil man sie dafür hält.
Erstrebenswert?
(24.2.93)
Wer geniesst,
lebt. Wer denkt, plant zu leben.
(24.2.93)
Ob mir vor dem
Abend bangt, ändert nichts am Zeitenlauf. Dass ein Augenblick dem andern Platz macht, ist
der grösste Segen. Der Fluss fliesst, auch wenn ich ihm zuschaue; warum nicht eintauchen?
(24.2.93)
Der Gast hat
viele Vorteile, der Gastgeber viele Kosten. Warum nicht das Gastrecht dankbar geniessen?
(24.2.93)
Warum Mensche
manipulieren? Wie kommen sie heraus, wenn Menschen sie formen? Die Menschen sind gut
genug. Lass' sie los!
(24.2.93)
Der Kopf ist
klein, exponiert und ungeschützt. Das Herz ist wohlverpackt im Rumpf. Die Natur macht
eben alles verkehrt. Darum sagen wir korrigierend: "das Haupt".
(24.2.93)
Anerkennung ist
wichtig. Gewiss: Wenn der Anerkennende allwissend ist. Und wenn er irrt?
(24.2.93)
Lob ist
Papiergeld einer bankrotten Notenbank.
(24.2.93)
Der Egoist
braucht Mitmenschen. Für den Gelassenen gehören sie zum Leben.
(24.2.93)
Freude ist keine
Turnübung.
(24.2.93)
Betrachten kann
man nur, was frei lebt. Warum also das Schönste einkerkern?
(24.2.93)
Lösen -
loslösen - loslassen - lassen - gelassen.
(24.2.93)
Herkules war
stark, als er die letzte Tat hinter sich hatte.
(24.2.93)
Die Schwachen
balgen sich, die Starken schauen zu.
(24.2.93)
Der Verstand ist
ein Lausbube, das Gefühl ein scheues Kind, die Seele ein Hauch der Unendlichkeit.
(24.2.93)
Die Seele hat
die richtigen, das Gefühl die besseren und der Verstand die stärkeren Argumente.
(24.2.93)
Wer grübelt,
grabt nie ein rechtes Fundament.
(24.2.93)
Wer mit Gefühl
denkt und denkend fühlt, hat das Leben erfasst.
(24.2.93)
Warum die andern
retten? Warum nicht sich selbst erlösen?
(24.2.93)
Ungerechtigkeit
wird nicht durch Unrecht ausgeräumt.
(24.2.93)
Anteilnehmen,
nicht einvernehmen.
(24.2.93)
Spätestens nach
einer Nacht kehrt der entwischte Kettenhund für eine magere Suppe "freiwillig"
an die Kette zurück.
(25.2.93)
Die Welt will
mit dem Stock, nicht mit Argumenten geschlagen werden.
(22.7.93) |