Dorli und Peter Clavadetscher

Aphorismen

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Aphorismen:

Liebe auf dem Schwebebalken

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Änderungsdatum:
30.12.2005

 

Liebe auf dem
Schwebebalken

 

Das Glück kehrt bei den Glücklichen ein.
(8.11.92)

Wem die Argumente ausgehen, hat ein Dogma zur Hand.
(9.11.92)

Erziehung ist Liebe auf dem Schwebebalken.
(10.11.92)

Dem Gebenden wird nichts gegeben.
(11.11.92)

Unduldsamkeit ist die Quelle allen Elends. Die bedrohte Pflanze "Toleranz" gehört unter Artenschutz.
(11.11.92)

Alle Menschen machen Fehler. - Die Schwachen stehen dazu. Die andern werden die Charakterstarken genannt.
(12.11.92)

Wer sich viel vornimmt, scheitert viel. Wer sich nichts vornimmt, ist kein Mensch.
(13.11.92)

Der gute Wille ist ein stumpfes Werkzeug.
(14.11.92)

Soldaten: "Nur ein toter Feind ist ein guter Feind." - Sportler: "Nur ein verletzter Kamerad ist ein guter Kamerad." - Politiker: "Nur ein toter Freund ist ein guter Freund."
(14.11.92)

Warum reden, wenn man nichts ändern kann!
(15.11.92)

Jeder nimmt sich wichtiger, als er ist. Darum darf man die Menschen nicht nehmen, wie sie sind.
(18.11.92)

In der Jugend grosse Entwürfe, im Alter grosse Fotoalben.
(19.11.92)

Vor Wurf - mit Gift - Aus-Steuer - vor Sicht: die Sprache hat mehr Sinn, als wir ihr geben.
(20.11.92)

Die Menschen wollen überwältigt, nicht überzeugt sein.
(21.11.92)

"Take it easy!" - Erfolgsrezept im Umgang mit alten Leuten.
(21.11.92)

Tradition: für den in die Welt geworfenen Menschen vermeintliche Hangelstange der Ewigkeit.
(22.11.92)

Die Besserwisser sind die Besatzungstruppe der Menschheit.
(22.11.92)

Dass die Menschheit immer schlechter werde, gehört offenbar zur Grundausstattung des Bewusstseins. Je dümmer ein Gedanke ist, umso schlechter ist er auszurotten.
(24.11.92)

Die satten Westeuropäer der Gegenwart halten das irdische Jammertal für einen Lustgarten.
(25.11.92)

Von den Waffen der Intelligenten verblüfft uns die animalische Einfachheit.
(26.11.92)

Zum Erfolg steigt die Einbildung ins Lotterbett.
(27.11.92)

Wo man es am besten machen will, ist die Enttäuschung am herbsten. 
(28.11.92)

Überfüllung ist Leere.
(29.11.92)

Die Zeche bezahlt der Vermittler.
(1.12.92)

Die Sühne kann warten.
(3.12.92)

Das Schöne ist überall, wo man will.
(3.12.92)

Wer nur in Erinnerungen schwelgt, geht blindlings durch die Gegenwart und rücklings in die Zukunft.
(4.12.92)

Gefälligkeiten sind die schlimmsten Fallstricke.
(10.12.92)

Die Welt ist mit den Frechen.
(10.12.92)

Die perfideste Waffe ist die Kunst, andern ein schlechtes Gewissen einzuimpfen.
(10.12.92)

Nichts verschenken die Menschen so leichtfertig wie die Freiheit und nichts lassen sie sich so ungern nehmen.
(14.12.92)

Die Schickeria duldet keine Nonkonformisten.
(14.12.92)

Wirklicher Uniformzwang herrscht nur unter den Intellektuellen oder unter denen, die sich dafür halten.
(14.12.92)

Heilige? - Heiliger Firnis!
(15.12.92)

Die Fesseln der Affenliebe schneiden tiefer als die des Hasses.
(16.12.92)

Elternliebe und Besitzanspruch haben verschwommene Grenzen.
(16.12.92)

Unglück ist allein.
(17.12.92)

Man wird mit vielem fertig, nur nicht mit sich selbst.
(17.12.92)

Wer mit Wundern rechnet, erlebt keine.
(20.12.92)

Überfluss schafft Überdruss.
(24.12.92)

Des Menschen "Ewigkeit" ist kaum länger als ein Tag.
(26.12.92)

Wir überschätzen das Ich und unterschätzen das Wir. Was wir heute geniessen, ist das Ergebnis einer Verkettung von ungezählten Individualleistungen. Reisst die Kette, so stürzen wir in den Abgrund, ohne uns selbst helfen zu können.
(26.12.92)

Rasch verliert sich die Bildung, lange hält sich die Einbildung.
(26.12.92)

Starke Menschen sind nur stark für sich.
(27.12.92)

Tradition ist wie die Wellenringe eines Steinwurfes.
(27.12.92)

Gleichgewicht! Traumwort der Liebe.
(27.12.92)

Wer sich opfert, wird geopfert.
(29.12.92)

Wissen macht bewusst, aber schützt nicht.
(29.12.92)

Der Weise weiss, was nicht ist.
(30.12.92)

Das Elend beginnt mit der Selbstüberforderung.
(30.12.92)

Wer wüsste, wie das Pulver knallt, hat die Explosion nicht überlebt.
(30.12.92)

Wer sich vor die Gewehre legt, wird erschossen.
(30.12.92)

Wer nichts weiss, weiss immerhin alles besser.
(30.12.92)

Nichts hasst und bestraft dieses Erdenleben so sehr wie die Philosophen.
(1.1.93)

Die Welt ist Zudienerin der Egoisten.
(1.1.93)

Weiter- oder Fehlentwicklung?
(2.1.93)

Dummheit bewahrt vor Fehlüberlegung.
(2.1.93

Er-fahr-ung.... Wie wahr!
(2.1.93)

Die Schule des Lebens macht leider nicht hart, bloss zynisch - und damit kann man nichts kaufen.
(3.1.93)

Befreiung und Emanzipation sind nicht identisch. Entlassung in die Unfreiheit?
(7.1.93)

Das Leben lässt sich nicht mit einem Wort, nicht mit einem Satz und auch nicht mit einem Buch einfangen.
(8.1.93)

Pack's an!
(8.1.93)

Mitleid ist kein Helfer. Und Selbstmitleid noch weniger.
(8.1.93)

Selbsterfahrung bewahrt nicht vor Selbstüberschätzung.
(12.1.93)

Zynismus ist der löchrige Pelz des Hypersensiblen.
(13.1.93)

Prognostiker sind Menschen auf der Ausflucht.
(13.1.93)

Sympathie und Enttäuschung lassen sich nicht mit Soll und Haben einfangen.
(14.1.93)

Wer sich entschuldigt, beschuldigt sich. Wem jegliches Unrechtsbewusstsein fehlt, der wird nie verurteilt.
(14.1.93)

Der Starke ist nur stark im Kreis der Schwachen.
(15.1.93)

Nichts ist nichts. - Wie doppelsinnig!
(15.1.93)

Eltern wissen viel, nur leider meistens nicht das Richtige.
(16.11.93)

Mauern schützen nicht, weil das Übel von innen heraus kommt.
(21.1.93)

Mit guten Menschen lebt sichs gut, mit ekelhaften überlebt sichs besser.
(23.1.93)

Der Tod kommt. - Ein alter Aberglaube. Der Tod wohnt im Leben. Er geht eines Tages.
(24.1.93)

Eleganz und Brillanz haben nichts zu tun mit Diplomatie, weil sie provozieren.
(24.1.93)

Dass das Gute belohnt werde, ist märchenhaft.
(27.1.93)

Wer zum Arbeiten zu faul ist, hat eine Ideologie zur Hand.
(27.1.93)

Sich für ausserhalb der Norm zu halten, ist die Norm.
(28.1.93)

Würde man die wirklich grossen Verbrecher hängen, es gäbe lauter kleine Leute in der Welt.
(29.1.93)

Für den Diktator ist Freundschaft ein Verbrechen.
(30.1.93)

Die Prinzipien reichen bis zur eigenen Haustür.
(30.1.93)

Den Versuch zu positivem Denken unternimmt man in der Not.
(31.1.93)

Söldner - Würdenträger: Ein Gewand über dem andern.
(5.2.93)

Wer nichts beizutragen hat, erörtert Stilfragen.
(5.2.93)

Glücklich, wer unterschätzt wird.
(5.2.93)

Leben heisst neuanfangen.
(7.2.93)

Das Leben ist ein Gleitflug in böiger Wetterlage.
(7.2.93)

Mit dem Alter bekommt die Maske die Züge ihres Trägers.
(8.2.93)

Gott hat nicht nur die Rose rosenrot erschaffen, sondern auch die Seele wie sie ist. Was gibt es da zu ändern?
(24.2.93)

Die Frage ist nicht, wer was errungen hat, sondern wer wen zu trösten vermochte.
(24.2.93)

Die Seele ist ein Kind.
(24.2.93)

In Ketten tanzen? Nein, die Ketten fallen lassen!
(24.2.93)

Erstich den Tyrannen, ohne deine Seele zu treffen!
(24.2.93)

Der Tyrann will nur dein Bestes. Weniger genügt ihm nicht.
(24.2.93)

Herzlichkeit! - Nicht Schmerzlichkeit!
(24.2.93)

Gelassenheit ohne Lässigkeit.
(24.2.93)

Glücklich ist, wer nicht vergisst, was doch nicht zu ändern ist.
(24.2.93)

Erziehen heisst lösen.
(24.2.93)

Erziehen. Woher und wohin ziehen? Mitziehen? Loslassen!
(24.2.93)

Freiheit erfordert Besitz. Besitz macht unfrei.
(24.2.93)

Wissen ist Macht. Ist das ein guter Zweck? Ein Instrument wird zum Herrn.
(24.2.93)

Tun und Lassen: Krone der Jugend und Weisheit des Alters.
(24.2.93)

Der Verstand ist zu einfältig für die Logik der Seele.
(24.2.93)

"Dein Wille geschehe!" Die Seele sagt es. Warum also im Gebet lügen?
(24.2.93)

Der Mond existiert auch im Erdschatten.
(24.2.93)

Die Sonne scheint auch über trüben Tagen.
(24.2.93)

Gewogen werden die schlechten Taten, nicht die guten Gedanken.
(24.2.93)

Der Sklave entwischt, treu bleibt der Freigelassene.
(24.2.93)

Schönheit ist schönsein, nicht schönseinwollen.
(24.2.93)

Das Gift der Meinung des andern ist in der eigenen Seele.
(24.2.93)

Der Kettenhund tut, als ob er tollwütig wäre.
(24.2.93)

Verstandesfehler werden nachgerechnet, Gefühlsfehler vorgerechnet.
(24.2.93)

Selbstverwirklichung geschieht in der Wirklichkeit selbst.
(24.2.93)

Selbsterfahrung vollzieht sich, wenn man selbst fährt.
(24.2.93)

Selbsterkenntnis im Spiegel? Ach, wie flach!
(24.2.93)

Seele, Körper und Welt sind uns nur geliehen. Welch ein Unrecht, sie zu zerstören!
(24.2.93)

Der Mensch ist ein herrschsüchtiger Gast. Wie viel hätte er doch vom Hund zu lernen, den er bloss "Hund" schimpft.
(24.2.93)

Unsicherheit ist sicher. Sicherheit ist unsicher.
(24.2.93)

Alles fliesst! Darum ist das Leben nie faulig.
(24.2.93)

Toleranz ist eine Tugend erster Klasse.
(24.2.93)

Wo wir stark sind, sind wir schwach.
(24.2.93)

Der Feldherr plaziert seine Angst direkt hinter die stärksten Bataillone.
(24.2.93)

Freiheit ist Unsicherheit, Unsicherheit bringt Angst, Angst ruft nach Sicherheit, Sicherheit ist Unfreiheit, Unfreiheit will Freiheit. Wo zerschlage ich den Teufelskreis?
(24.2.93)

Beifall und Tadel sind Häscher und Henker, wenn ich sie hereinlasse.
(24.2.93)

Selbstsicher wirkt, wer das nicht will.
(24.2.93)

Überlegen ist, wer unterliegen kann.
(24.2.93)

Selbst ist genug Halt.
(24.2.93)

Am hässlichsten sind tausendjährige einbalsamierte heilige Krokodile. Kommen, Sein und Vergehen ist schön.
(24.2.93)

Intelligenz ist nie brillant. Glänzt sie, so hat sie sich zur Selbstgefälligkeit pervertiert. Intelligent ist sie, wenn sie es nicht sein will, sondern ist.
(24.2.93)

Wertmassstäbe sind subjektiv; also nichts wert. Jeder weiss es. Warum dann fortwährend werten?
(24.2.93)

Der Zynismus ist tauglich zum Urteilen, aber stumpf in der Schlussfolgerung.
(24.2.93)

Der alte Kettenhund hat resigniert. Das täuscht ihm vor, er sei freigelassen.
(24.2.93)

Warum zu andern reden, wenn man sich selbst doch so viel verschweigt?
(24.2.93)

Der Apotheker braucht die Medikamente nicht für sich. So halten wir es mit der Wahrheit.
(24.2.93)

Die Seele ist wundervoll - voller Wunder. Darum vertrauen wir ihr nicht.
(24.2.93)

Der Aussenlärm übertönt den Aufschrei der eigenen Seele.
(24.2.93)

Der Neurotiker kann nicht verzeihen.
(24.2.93)

"Absolvo te!" - "Sag' es dir selbst!"
(24.2.93)

Mache ich es mir recht?
(24.2.93)

Wer die Erwartungen anderer erfüllt, erwartet selbst viel. Vergeblich.
(24.2.93)

Niemand verunsichert den Intelligenten so sehr wie der Dumme. Darum ist die Verunsicherung anderer nicht intelligent.
(24.2.93)

Herz oder bloss Herzbeutel?
(24.2.93)

Wer hat schon einen Frühlingsmorgen eingefangen? Sein Charme ist die Vergänglichkeit.
(24.2.93)

Erhaben ist nur das Gefühl der Ungewichtigkeit.
(24.2.93)

Berühmte Menschen sind nicht deswegen wichtig, weil sie es sind, sondern weil man sie dafür hält. Erstrebenswert?
(24.2.93)

Wer geniesst, lebt. Wer denkt, plant zu leben.
(24.2.93)

Ob mir vor dem Abend bangt, ändert nichts am Zeitenlauf. Dass ein Augenblick dem andern Platz macht, ist der grösste Segen. Der Fluss fliesst, auch wenn ich ihm zuschaue; warum nicht eintauchen?
(24.2.93)

Der Gast hat viele Vorteile, der Gastgeber viele Kosten. Warum nicht das Gastrecht dankbar geniessen?
(24.2.93)

Warum Mensche manipulieren? Wie kommen sie heraus, wenn Menschen sie formen? Die Menschen sind gut genug. Lass' sie los!
(24.2.93)

Der Kopf ist klein, exponiert und ungeschützt. Das Herz ist wohlverpackt im Rumpf. Die Natur macht eben alles verkehrt. Darum sagen wir korrigierend: "das Haupt".
(24.2.93)

Anerkennung ist wichtig. Gewiss: Wenn der Anerkennende allwissend ist. Und wenn er irrt?
(24.2.93)

Lob ist Papiergeld einer bankrotten Notenbank.
(24.2.93)

Der Egoist braucht Mitmenschen. Für den Gelassenen gehören sie zum Leben.
(24.2.93)

Freude ist keine Turnübung.
(24.2.93)

Betrachten kann man nur, was frei lebt. Warum also das Schönste einkerkern?
(24.2.93)

Lösen - loslösen - loslassen - lassen - gelassen.
(24.2.93)

Herkules war stark, als er die letzte Tat hinter sich hatte.
(24.2.93)

Die Schwachen balgen sich, die Starken schauen zu.
(24.2.93)

Der Verstand ist ein Lausbube, das Gefühl ein scheues Kind, die Seele ein Hauch der Unendlichkeit.
(24.2.93)

Die Seele hat die richtigen, das Gefühl die besseren und der Verstand die stärkeren Argumente.
(24.2.93)

Wer grübelt, grabt nie ein rechtes Fundament.
(24.2.93)

Wer mit Gefühl denkt und denkend fühlt, hat das Leben erfasst.
(24.2.93)

Warum die andern retten? Warum nicht sich selbst erlösen?
(24.2.93)

Ungerechtigkeit wird nicht durch Unrecht ausgeräumt.
(24.2.93)

Anteilnehmen, nicht einvernehmen.
(24.2.93)

Spätestens nach einer Nacht kehrt der entwischte Kettenhund für eine magere Suppe "freiwillig" an die Kette zurück.
(25.2.93)

Die Welt will mit dem Stock, nicht mit Argumenten geschlagen werden.
(22.7.93)

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